  {"id":23205,"date":"2023-07-13T15:22:46","date_gmt":"2023-07-13T13:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20762-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:47","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:47","slug":"20762-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20762-01\/","title":{"rendered":"Erarbeitung und Pr\u00e4sentation einer Umweltausstellung zum Thema Geschichte des Hochwassers"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass: Im August 2002 \u00fcberschwemmten die Elbe und andere Fl\u00fcsse Teile Sachsens. Das Japanische Palais mit dem Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte liegt am Elbufer und war auch vom Wasser bedroht. Immer wieder drang Wasser in die Keller ein, gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den konnten dank der Hilfe vieler verhindert werden. In den langen N\u00e4chten des Kampfes gegen das Wasser entstand die Idee eine Ausstellung \u00fcber die Flut, \u00fcber vergangene Fluten und \u00fcber dem Umgang des Menschen mit dem Wasser zu machen.<br \/>\nZielsetzung: Die Ausstellung soll einen historischen \u00dcberblick \u00fcber die Fluten geben, zeigen wie man in der Vergangenheit mit dem Fluss und seinen \u00dcberflutungen umgegangen ist und den Menschen damit eine M\u00f6glichkeit geben, sich mit dem Geschehenen auseinander zusetzen und so hoffentlich einen positiven Beitrag f\u00fcr die Zukunft zu bieten. Eine derartige Ausstellung, die historisch-arch\u00e4ologisch \u00fcber Fluten reflektiert, gab es unseres Wissens noch nie.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Untersuchungsgebiet ist Sachsen. Zun\u00e4chst werden Informationen zusammengetragen: Fotos und Dokumente \u00fcber die diesj\u00e4hrige und ehemalige \u00dcberschwemmungen, Recherchen \u00fcber dem Umgang der Menschen mit den Fl\u00fcssen, Untersuchung mythischer Flutgeschichten, Heranziehung arch\u00e4ologisch relevanter Objekte. Dann Zusammenk\u00fcnfte mit: PR-Leuten, Grafikern, P\u00e4dagogen, Technikern, Restauratoren und Arch\u00e4ologen zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes, damit die Ausstellung bestm\u00f6glich an den Besucher gebracht werden kann. Ein Ausstellungsplakat bestehend aus drei A1 Postern, die zusammengesetzt die Flutkarte von 1845 wiedergibt (Auflage je Einzelplakat 1500), ein Faltplan, der zugleich ein kleiner F\u00fchrer sein wird (Auflage 3000) und ein Folder (Auflage 20000) werden hergestellt. Eine Vergr\u00f6\u00dferung der Karte von 1845, Modelle, Texte, Aufsteller, Ausstellungsobjekte, Vitrinen, Beleuchtung, akustische Effekte (Ger\u00e4usche des Elbwassers), Frageb\u00f6gen werden erarbeitet. Verschiede-ne Medien und Effekte sollen die Sinne des Besuchers aktivieren und ihm den Zugang zu den Informationen, die kurz und pr\u00e4gnant sein sollen, schmackhafter machen und ihn nachdenklich stimmen. Eine Botschaft erscheint uns wichtig: Der Blick in die Vergangenheit k\u00f6nnte sehr lehrreich sein, z. B. die Menschen der Vorzeit mieden hochwassergef\u00e4hrdete Gebiet zum Siedeln, in den letzten Jahrhunderten ging dieses Wissen immer mehr verloren. Nach jeder Katastrophe gab es aber auch einen Neuanfang. Frag-lich bleibt jedoch: Wie werden wir in Zukunft mit den Bedrohungen der Natur leben? Zur\u00fcck in die Zukunft der Auen oder vorw\u00e4rts in die Vergangenheit unbek\u00fcmmerter Ausbeutung der Ressourcen? Oder &#8230;<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Idee zu einer Ausstellung \u00fcber die Geschichte der Fluten kam pl\u00f6tzlich durch das unerwartete Ereignis der Flut im August 2002 auf. Die Ausstellung sollte dann sehr schnell realisiert werden, um die Brisanz und Wichtigkeit des Themas beim Besucher auch stimulieren. Ohne der finanziellen Unterst\u00fct-zung durch die DBU h\u00e4tte diese Ausstellung in dieser Form aber nie entstehen k\u00f6nnen. Als dann die positive Zusage von Seiten der DBU kam, blieben uns nur noch etwa drei Wochen zur Realisierung der Ausstellung. In dieser sehr kurzen, aber sehr kreativen Phase, die wir dem gl\u00fccklichen Zusammenspiel und dem Willen aller Beteiligten verdanken, konnte die Ausstellung nicht nur in ihren Grundideen umgesetzt werden, sondern es kamen viele kleine neue Ideen hinzu, die noch zus\u00e4tzlich eingebaut werden konnten und dadurch im Endeffekt eine noch bessere und reicher an Ideen und Themen ausgef\u00fchrte Ausstellung zustande kam, als wir es uns selbst vorgenommen hatten. Die geplante Kostenkalkulation konnte trotz der Ver\u00e4nderungen in der Konzeption eingehalten werden. Es gab aber Verschiebungen in der Kostenplanung. So konnten wir die Fotokosten vermindern, in dem wir einerseits weniger Bilder in dem neu erarbeiteten Konzept pr\u00e4sentierten und vor allem aber auch auf billigere Fotoanbieter zur\u00fcckgreifen konnten. Diese Mittel durften wir dann, weil hier eine Verschiebung der Gewichtung in der Ausstellung mit zusammenhing, nach Nachfrage bei der DBU, auch f\u00fcr uns im Laufe der Entwicklung f\u00fcr wichtiger erscheinende Elemente der Pr\u00e4sentation, wie z. B. die Sinne des Besuchers durch Wasserger\u00e4usche zus\u00e4tzlich zu animieren, zur\u00fcckgreifen. Dank dieser im Gro\u00dfen und Ganzen jedoch kleineren Verschiebungen in der Kalkulation war die Ausstellung noch gelungener in der der Spannbreite und gleichzeitig nicht teurer.<br \/>\nDie von uns in der Planung vorgesehenen Fragen- und Themenkomplexe wurden im Laufe der Realisierung der Ausstellung noch vertieft und erg\u00e4nzt. Aus unserer Sicht (von Arch\u00e4ologen und Historikern) wurden in dieser Ausstellung Fragen und Diskussionsbeitr\u00e4ge \u00fcber die Geschichte der Fluten und den Umgang mit den Flusslandschaften in der Vergangenheit in die Ausstellung getragen, die es unseres Wissens in dieser Form noch nicht in einer Ausstellung gab. Die Besucher sind der Ausstellung auch sehr positiv gegen\u00fcber gestanden. Sie hielten sich lange in der Ausstellung auf, haben die Texte meist intensiv gelesen und es gab keine Beschwerden oder Kritiken an dem Konzept, was ansonsten zumindest von einigen Besuchern immer der Fall ist. Dank der Besucherzahlen (10488 in Dresden; 1240 in Riesa und ca. 800 in Wurzen) k\u00f6nnen wir sagen, dass sich effektiv ca. 12500 Besucher in drei geographischen Abschnitten, die von \u00dcberschwemmungen durch die Elbe und Mulde sehr betroffen waren, mit den Problem der Geschichte der Fluten und dem Umgang mit den Flusslandschaften in der Vergangenheit auseinander gesetzt haben. Durch die Preview in Dresden und die Vernissagen in Dresden, Riesa und Wurzen k\u00f6nnen wir sicher sagen, dass prominente Pers\u00f6nlichkeiten aus der Wirtschaft, Politik und Kultur die Ausstellung sahen und durch die im Anschluss an die Reden veranstalteten F\u00fchrungen auch mit der Thematik konfrontiert worden sind. Entscheidungstr\u00e4ger unserer Gesellschaft haben also zumindest zeitweilig Kenntnis von der Thematik genommen und werden hoffentlich in der Zukunft zumindest ein wenig mehr die Vergangenheit befragen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Verbreitung unser Werbetr\u00e4ger ist auch gut aufgegangen. Das aus drei A1-Postern bestehende Ausstellungsplakat wurde auf 100 Litfasss\u00e4ulen in Dresden und Umgebung f\u00fcr 10 Dekaden (jede Dekade entspricht ca. 10 Tagen) angebracht. 300 Plakate wurden an Museen, kulturelle Institutionen, Tourismusbeh\u00f6rden, Hotels, Schulen, usw., in Sachsen und Deutschland mit der Bitte um Aufh\u00e4ngung ver-schickt. 50 Plakate gingen nach Riesa und 50 nach Wurzen. Die restlichen 100 St\u00fcck wurden w\u00e4hrend der Ausstellungen angeboten. Nur noch ein paar Plakate sind \u00fcbriggeblieben. Der vierseitige aufklappbare Folder mit einer Auflage von 20000 St\u00fccken wurde durch Verschickungsaktionen und Ablage an verschiedenste \u00f6ffentliche Institutionen wie Museen und Universit\u00e4ten sowie in Tourismusb\u00fcros aber Hotels, Restaurants und Gesch\u00e4fte ganz verteilt und zumindest von vielen einmal eingesehen und somit auf die Problematik eingestimmt. Von dem aufklappbaren Faltplan, der gleichzeitig die Hauptthemen zu-sammenfasste, und der insgesamt als kleiner F\u00fchrer durch die Ausstellung und damit als Zusammenfassung unserer Gedanken zu diesem Thema gelten konnte, wurde in seiner Auflage von 3000 Exemplaren wiederum durch Verschickungsaktionen und anderen Verteilungsmechanismen an den Mann und an die Frau gebracht und man kann davon ausgehen, dass dieser teilweise gelesen worden ist. Die Webseite des Landesamtes f\u00fcr Arch\u00e4ologie verzeichnete im Tagesschnitt ca. 200 Besuche.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass eine beachtliche Anzahl von Menschen dank der Ausstellung und der vielf\u00e4ltigen Werbetr\u00e4gern mit der Umweltthematik der Ausstellung konfrontiert worden ist und dass die Besucher sich intensiv mit den Problemen auseinandergesetzt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass: Im August 2002 \u00fcberschwemmten die Elbe und andere Fl\u00fcsse Teile Sachsens. Das Japanische Palais mit dem Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte liegt am Elbufer und war auch vom Wasser bedroht. Immer wieder drang Wasser in die Keller ein, gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den konnten dank der Hilfe vieler verhindert werden. 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