  {"id":23188,"date":"2023-07-13T15:22:42","date_gmt":"2023-07-13T13:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20708-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:44","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:44","slug":"20708-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20708-01\/","title":{"rendered":"Neubau Grundschule und Kindertagesst\u00e4tte in Frankfurt am Main\/Riedberg in Passivhaus-Qualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zielsetzung des Vorhabens ist der kosteng\u00fcnstige Neubau einer Schule mit Kindertagesst\u00e4tte in Passivhaus-Bauweise und dessen wissenschaftliche Begleitung. Mit der wissenschaftlichen Begleitung sollen der Verbrauch, die thermischen Eigenschaften einer L\u00fcftungsanlage, der W\u00e4rmeschutz der Bodenplatte mit D\u00e4mmsch\u00fcrzen, die Behaglichkeitsparameter in den Klassenr\u00e4umen, die energetischen Auswirkungen der Luftwechsel durch die Eingangst\u00fcren sowie vergleichend die Praxis-Einsatzm\u00f6glichkeit von VOC- und CO2-Sensoren zur Luftqualit\u00e4tsuntersuchung untersucht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Durchf\u00fchrung wurde eine Messdatenerfassungsanlage zur Dauermessung \u00fcber 29 Monate von Temperaturen, Luftstr\u00f6mungen, relativer Feuchte, W\u00e4rmestr\u00f6men, VOC- und CO2-Konzentrationen so-wie W\u00e4rmemengen- und Stromverbr\u00e4uchen aufgebaut. Bei Sondermessungen wurden u. a. Tracergasmessungen mit einem Tracergasmonitor durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Kostenseite wurde eine Auswertung der gesch\u00e4tzten Kosten f\u00fcr eine Ausf\u00fchrung nach EnEV oder RAL NEH (EnEV -30%) nach der Gesamtkos-tenberechnung der Stadt Frankfurt (http:\/\/www.stadt-frankfurt.de\/energiemanagement\/pro.htm) angefertigt und publiziert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Einhaltung des Kostenrahmens und damit einer der kosteng\u00fcnstigsten PH-Schulneubauten in Deutschland dokumentiert eine effiziente, optimierte Planung. Die Robustheit, hohe Nutzerzufriedenheit mit dem Raumklima, das klare Konzept und die nachgewiesene Wirtschaftlichkeit f\u00fchren dazu dass dieses Projekt ein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr nachahmenswerten Passivhaus-Schulbau geworden ist. Dies ist erkennbar \u00fcber die erhebliche Nachfrage nach Besichtigungen und Informationen. Letztendlich hat dieses Beispiel den Beschluss der Stadt Frankfurt mit herbeigef\u00fchrt, in Zukunft nur noch in Passivhaus-Qualit\u00e4t zu bauen und bei Sanierungen Passivhaus-Komponenten zu verwenden. Auch die Entscheidung vieler anderer Kommunen und L\u00e4nder (Flandern!) konnte durch dieses positive Beispiel in Richtung Passiv-haus-Standard beeinflusst werden. Die Messungen und Analysen f\u00fchrten zu folgenden wichtigsten Er-gebnissen:<br \/>\n&#8211;\tGute Behaglichkeit im Winter in den Klassenr\u00e4umen (Raumluft- und Oberfl\u00e4chentemperaturen weichen nur gering voneinander ab). Die Temperaturen w\u00e4hrend der Nutzung lagen im Winter zwischen 19,5 und 20,6 \u00b0C. Die rel. Raumluftfeuchte liegt in einem niedrigen, aber noch akzeptablen Bereich.<br \/>\n&#8211;\tSommerbehaglichkeit: W\u00e4hrend der beiden untersuchten Sommer lagen die \u00dcberhitzungsstunden der Raumlufttemperaturen in den untersuchten Klassenr\u00e4umen deutlich unterhalb der zul\u00e4ssigen Grenzwerte. \u00dcberwiegend wurde die Temperaturgrenze von 27 \u00b0C gar nicht erreicht, sie d\u00fcrfte bei max. 10 % der Nutzungszeit sogar \u00fcberschritten werden. Im w\u00e4rmeren Sommer 2006 lag die mittlere Sommertemperatur w\u00e4hrend der Nutzungszeit bei 22,9 \u00b0C.<br \/>\n&#8211;\tBei ordnungsgem\u00e4\u00dfem Betrieb der L\u00fcftungsanlagen stellen sich im Schulbetrieb bei Luftwechseln von 15 bis maximal 20 m\u00b3\/h\/Person gute Luftqualit\u00e4ten in den Klassenr\u00e4umen ein. Die gemessenen CO2-Konzentrationen lagen fast immer unter dem Grenzwert von 1500 ppm.<br \/>\n&#8211;\tDie Untersuchung der handels\u00fcblichen Mischgas- (VOC) und CO2-Sensoren zeigte, dass sich solche Messaufnehmer durch die derzeit hohe Drift nicht zur Steuerung von L\u00fcftungsanlagen eignen.<br \/>\n&#8211;\tDie L\u00fcftungsanlage erbringt bei der Feldmessung in der Winterzeit mit einem thermischen W\u00e4rmebereitstellungsgrad von 84,2 % ein gutes Ergebnis. Dabei wird das Stromeffizienzkriterium mit 0,43 Wh\/m\u00b3 eingehalten. Durch die lange Leitungsf\u00fchrung der kalten L\u00fcftungsleitungen durch das Geb\u00e4ude reduziert sich der effektive W\u00e4rmebereitstellungsgrad jedoch deutlich auf 74 %.<br \/>\n&#8211;\tDer Heizw\u00e4rmeverbrauch von Schule und KiTa inkl. der K\u00fcche zeigt mit 25,4 kWh\/m\u00b2 im Winter 2005\/2006 niedrige Verbrauchswerte mit einer Einsparung gegen\u00fcber anderen Schulen im Geb\u00e4udebestand um 90 %. In der K\u00fcche gab es unn\u00f6tige W\u00e4rmeverbr\u00e4uche durch Zusatzl\u00fcftung. Werden diese nicht ber\u00fccksichtigt, so ergibt sich ein Verbrauch von 22,0 kWh\/(m\u00b2a). Im milden Folgewinter wurden nur 14,5 kWh\/(m\u00b2a) verbraucht. Der Mehrverbrauch gegen\u00fcber der Projektierung konnte trotz Ber\u00fccksichtigung der geringeren Belegung, der thermischen Erdreichbeladung der ersten Jahre (D\u00e4mmsch\u00fcrzenkonzept), der Geb\u00e4udetrocknung und einigen fehlenden Optimierungen nicht voll-st\u00e4ndig aufgekl\u00e4rt werden. Die Abweichung ist aber f\u00fcr das Gesamtergebnis unbedeutend.<br \/>\n&#8211;\tDie tagesmittleren Heizleistungen lagen mit maximal 12,2 W\/m\u00b2 in der Schule und 15,1 W\/m\u00b2 in der KiTa wie erwartet niedrig.<br \/>\n&#8211;\tDer Jahresstromverbrauch ohne L\u00fcftungsstrom betr\u00e4gt 13,6 kWh\/(m\u00b2a) f\u00fcr Schule\/K\u00fcche\/KiTa. Der L\u00fcftungsstrom betr\u00e4gt im Bilanzjahr 5,8 kWh\/(m\u00b2a).<br \/>\n&#8211;\tDie Energiebilanz ergibt einen Endenergiewert f\u00fcr alle Anwendungen (Heizung, Warmwasser, gesamter Strom) von nur 50,9 kWh\/(m\u00b2 a) und prim\u00e4renergetisch unter Ber\u00fccksichtigung der Pel-letheizung von nur 59,2 kWh\/(m\u00b2a). Damit sind alle Anforderungen an den Passivhausstandard mehr als erf\u00fcllt (Prim\u00e4renergie max. 120 kWh\/(m\u00b2 a)).<br \/>\n&#8211;\tDie Untersuchung der Eingangsluftwechsel mit Windfang ergab hochgerechnet auf Vollbelegung der Schule einen zus\u00e4tzlichen geringen W\u00e4rmeverlust von 0,5 kWh\/(m\u00b2a). Je Sch\u00fcler und Schuljahr betr\u00e4gt der zus\u00e4tzliche L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust 4,7 kWh\/(Person a). Aufgrund der spezifischen Eingangssituation mit langen Schlie\u00dfzeiten der motorisch betriebenen T\u00fcrfl\u00fcgel ist der Einfluss vom Windfang gering. W\u00fcrden alle Personen einzeln und nicht in Gruppen den Eingang durchlaufen, reduziert ein Windfang hingegen deutlich die W\u00e4rmeverluste (bis zu 50 %).<br \/>\n&#8211;\tDie D\u00e4mmsch\u00fcrzen als eine denkbare Gr\u00fcndungsalternative zur Verbesserung der m\u00e4\u00dfig ged\u00e4mmten Bodenplatte zeigen, dass das Konzept wie geplant funktioniert. F\u00fcr die k\u00fcnftige Planung \u00e4hnlicher Konstruktionen ist zu beachten, dass die Verwendung von D\u00e4mmsch\u00fcrzen in Verbindung mit redu-ziertem W\u00e4rmeschutz der Bodenplatte stets gewisse Unsicherheiten beinhaltet, weshalb entspre-chende Sicherheiten einzuplanen sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tSehr gro\u00dfes Interesse an F\u00fchrungen und Informationen. Besuchergruppen aus China, S\u00fcdkorea, Japan, USA und vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern dokumentieren das internationale Interesse auch aufgrund der vielf\u00e4ltigen Publikationen im Internet, Zeitschriften, TV und auf Tagungen und Kongressen.<br \/>\n&#8211;\tInternetpr\u00e4sentation http:\/\/www.stadt-frankfurt.de\/energiemanagement\/passiv\/passiv.htm mit Links zu einigen weiteren Internetver\u00f6ffentlichungen.<br \/>\n&#8211;\tDiverse Publikationen in Zeitschriften, TV und auf Tagungen und Kongressen.<br \/>\n&#8211;\tVerst\u00e4rkte Nutzung der Schule f\u00fcr kleine Tagungen und Infoveranstaltungen (Dena etc.)<br \/>\n&#8211;\tDokumentation der Ergebnisse in verschiedenen Best-Praktice-Programmen (Greenbuilding, Grennlight, BINE, Display etc.)<br \/>\n&#8211;\tVer\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in Fachvortr\u00e4gen auf der 9. und 11. internationalen PH-Tagung in Bregenz (A), den nationalen PH-Tagungen in Belgien und Tschechien 2006, weiteren regionalen PH-Veranstaltungen<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Begleitforschung konnte gezeigt werden, dass die Zielsetzungen des Projektes eingehalten wurden. Es ergaben sich hohe Behaglichkeiten bei einer Heizenergieeinsparung von 90 % und eine sehr gu-te prim\u00e4renergetische Bewertung. Gegen\u00fcber EnEV-Anfoderung wurde eine prim\u00e4renergetische Einsparung von 68% erreicht (auf EnEV-Bezugsschema bezogen). Die Raumluftqualit\u00e4ten bei Betrieb der L\u00fcftungsanlage &#8211; gemessen als CO2-Konzentrationen &#8211; waren durchg\u00e4ngig gut. Die Ergebnisse aus der Untersuchung zu Passivhaus-Schulen [Feist 2006] wurden durch diese Evaluation best\u00e4tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zielsetzung des Vorhabens ist der kosteng\u00fcnstige Neubau einer Schule mit Kindertagesst\u00e4tte in Passivhaus-Bauweise und dessen wissenschaftliche Begleitung. 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