  {"id":23108,"date":"2023-07-13T15:20:26","date_gmt":"2023-07-13T13:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-27\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:29","slug":"17400-27","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-27\/","title":{"rendered":"\u00f6rderung von Planungsleistungen f\u00fcr das geplante Projekt: Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel des Niedersachsenhauses auf 2.471 m \u00fc. NN in der Goldberggruppe der Hohen Tauern \/[&#8230;]"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Schutzh\u00fctte Niedersachsenhaus (Kategorie I, exponierte alpine Lage) der Sektion Hannover des DAV wurde Anfang der 90er Jahre (etwa 1984) nach einem Brand wieder aufgebaut und mit einer dem damaligen Stand der Technik entsprechenden Energieversorgung versehen (Dieselaggregat, PV- und R\u00f6hrenkollektoranlage).<br \/>\nZiel des neuen ganzheitlichen Energiekonzeptes war eine Modernisierung und Optimierung der einzelnen Komponenten f\u00fcr die elektrische und thermische Energieerzeugung sowie eine wesentliche Verringerung der Umweltbelastung durch den Einsatz erneuerbarer Energietr\u00e4ger (Raps\u00f6l).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Basis des IST-Zustandes der elektrischen und thermischen Energieversorgung der Schutzh\u00fctte, dessen baulichen Zustandes der Schutzh\u00fctte, sowie der geplanten Umbauma\u00dfnahmen wurde das vor-aussichtliche Energieeinsparpotenzial und Emissionsminderungspotenzial ermittelt.<br \/>\nAls Basis f\u00fcr diese Schritte diente der im Rahmen des DBU-Projektes AZ 17400\/17 entwickelte Energieleitfaden.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wurde der k\u00fcnftige mittlere t\u00e4gliche Energiebedarf der Schutzh\u00fctte unter Ber\u00fccksichtigung der zuk\u00fcnftigen Ausstattung ermittelt.<br \/>\nAufgrund dieser Ermittlungen ergaben sich Ans\u00e4tze f\u00fcr ein technisch-wirtschaftlich optimiertes Gesamtkonzept f\u00fcr die Energieversorgung der Schutzh\u00fctte. Diese Ans\u00e4tze wurden durch Berechnungen und Vergleiche mit anderen L\u00f6sungsans\u00e4tzen verfeinert, bis ein durchg\u00e4ngiges, ganzheitliches Konzept unter Ber\u00fccksichtigung der \u00f6rtlichen Situation vorlag.<br \/>\nAnschlie\u00dfend erfolgte eine detaillierte Darstellung des Gesamtkonzeptes mit Erl\u00e4uterungen des gew\u00e4hlten L\u00f6sungsansatzes, der Entlastung der Umwelt durch den Einsatz von regenerativen Energietr\u00e4gern samt Ermittlung der voraussichtlichen Investitionskosten.<br \/>\nDie Planungsarbeiten wurden 2003, bis auf kleinere laufende Anpassungen, abgeschlossen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Planungsunterlagen wurden im September 2003 als Grundlage zur Baugenehmigung eingereicht. Der bauliche Zustand des Niedersachsenhauses war als sehr gut zu bezeichnen. Zur Energieversorgung wurden auf der Bergh\u00fctte bis dato zwei Dieselaggregate (12 kVA und 27 kVA) betrieben. Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgte die H\u00fctte \u00fcber eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 0,55 kWp, die in Kombination mit einer Batterieanlage (24 V, 1.200 Ah) betrieben wurde. Die Batterie konnte zus\u00e4tzlich \u00fcber die vorgenannten Dieselaggregate geladen werden und versorgte \u00fcber einen 2-kW-Wechselrichter die Kleinverbraucher der H\u00fctte. Die Beleuchtungsanlage der H\u00fctte basierte auf einem 24-V-Gleichstromnetz und wurde direkt aus der Batterie gespeist. Das 12-kVA-Dieselaggregat versorgte direkt Gro\u00dfverbraucher, wie die Waschmaschine, den W\u00e4schetrockner, die Wasserpumpen und die Elektro-Patronen zur Warmwasserbereitung. Der 27-kVA-Dieselgenerator versorgte die Materialseilbahn.<br \/>\nZur Heizung und Warmwasserversorgung wurde auf der H\u00fctte ein R\u00f6hrenkollektor und ein holzbefeuerter K\u00fcchenherd in Kombination mit einem 500-l-Boilerspeicher und 800-l-Pufferspeicher betrieben. F\u00fcr Kochzwecke wurde in der K\u00fcche Propangas aus Flaschen eingesetzt.<br \/>\nDas 12-kVA-Dieselaggregat hatte das Ende seiner Standzeit erreicht. Ein Teil der R\u00f6hrenkollektoren war augenscheinlich defekt. Bei den Ladereglern der Batterieanlage traten wiederholt Fehlfunktionen auf.<br \/>\nZiel des entwickelten Energieversorgungskonzeptes war es, die Energieversorgung so zu optimieren bzw. zu modernisieren, dass durch den Einsatz erneuerbarer Energietr\u00e4ger die Umweltbelastung auf ein Minimum reduziert wird. Dazu wurde ein Konzept entwickelt, welches sich im Wesentlichen wie folgt um-rei\u00dfen lie\u00df:<br \/>\n\u00a2\tZur Grundversorgung dient k\u00fcnftig ein Pflanzen\u00f6l-BHKW mit einer elektrischen Leistung von 22 kW und einer thermischen Leistung von 34 kW.<br \/>\n\u00a2\tZur Ladungserhaltung und Versorgung von Kleinstverbrauchern im Winter wird die vorhandene PV-Anlage weiter genutzt.<br \/>\n\u00a2\tDie vorhandene Batterieanlage wird ebenfalls als elektrischer Speicher weiter genutzt und auf den Betrieb mit einer Spannung von 48 VDC umgebaut.<br \/>\n\u00a2\tZur Kopplung des elektrischen Netzes mit der Batterie und dem BHKW bzw. dem 27-kVA-Notstromaggregat wird ein neuer Drei-Phasen-Wechselrichter mit einer Leistung von 2,5 kW eingesetzt.<br \/>\n\u00a2\tDas gesamte elektrische Vorsorgungsnetz der H\u00fctte wird auf die Spannung 3 x 380\/220 V 50 Hz umger\u00fcstet.<br \/>\n\u00a2\tZur Warmwasser- bzw. Heizenergieversorgung wird der vorhandene 800-l-Speicher weiter genutzt und ein zus\u00e4tzlicher 1.500-l-Pufferspeicher installiert.<br \/>\n\u00a2\tDie W\u00e4rmebereitstellung erfolgt aus dem BHKW und den intakten Teilen der vorhandenen Solaran-lage.<br \/>\n\u00a2\tDar\u00fcber hinaus erfolgt die W\u00e4rmeversorgung \u00f6rtlich zus\u00e4tzlich \u00fcber einen Kachelofen in der Gaststube und einen vorhandenen holzbefeuerten Herd in der K\u00fcche.<br \/>\n\u00a2\tDie beiden o. g. Warmwasserspeicher werden beide mit einer elektrischen Heizpatrone ausger\u00fcstet, so dass beim Ausfall des BHKW eine Beheizung \u00fcber das Notstromaggregat m\u00f6glich ist.<br \/>\n\u00a2\tDas vorhandene Warmwassernetz wird um Leitungen f\u00fcr die Waschmaschine und den Geschirrsp\u00fcler sowie um zus\u00e4tzliche Duschen erweitert.<br \/>\n\u00a2\tDie vorhandene 17 Jahre alte 540 Wp-Photovoltaik-Anlage erh\u00e4lt zwei neue, neuartige Laderegler.<br \/>\nIm Zuge der vorgesehenen Modernisierung wird es erforderlich sein, ein eigenes Betriebsgeb\u00e4ude f\u00fcr das BHKW zu errichten. Durch die Modernisierung und Erweiterung der H\u00fctte soll sich der elektrische Stromverbrauch von derzeit etwa 40 kWh pro Tag auf zuk\u00fcnftig etwa 24 kWh\/d reduzieren. Dies in erster Linie dadurch, dass zuk\u00fcnftig keine elektrische Warmwasserbereitung mehr stattfinden soll und der Betrieb der Seilbahn auf Grund des signifikant geringeren Feuerholzverbrauchs deutlich reduziert werden kann. Der Ersatz der derzeit betriebenen Dieselaggregate durch ein Pflanzen\u00f6l-BHKW f\u00fchrt zu einer drastischen Reduzierung der energiebedingten CO2-Emissionen.<br \/>\nZur Pr\u00e4sentation der Projektergebnisse ist eine fest installierte Infotafel auf der H\u00fctte vorgesehen. Dar\u00fcber hinaus ist die Anbindung der Schutzh\u00fctte an das Internet geplant. Dabei sollen einzelne Betriebsdaten der Anlage abgerufen werden k\u00f6nnen. Das Energieversorgungskonzept soll auf einer eigenen Web-Site detailliert dargestellt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Planungsphase gab es keine gesonderte \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Diese war im Demonstrationsprojekt AZ 17400\/54 vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die vorgesehenen Ma\u00dfnahmen zur Modernisierung und Erweiterung der Energieversorgung des Niedersachsenhauses erschienen insgesamt plausibel. Die der Planung zu Grunde liegenden Daten bzw. Annahmen entsprachen den allgemeinen Erfahrungswerten. Die Dimensionierung der Anlagen korrespondierte mit dem von der Umweltstiftung herausgegebenen Planungsleitfaden f\u00fcr Energiekonzepte von Bergh\u00fctten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Schutzh\u00fctte Niedersachsenhaus (Kategorie I, exponierte alpine Lage) der Sektion Hannover des DAV wurde Anfang der 90er Jahre (etwa 1984) nach einem Brand wieder aufgebaut und mit einer dem damaligen Stand der Technik entsprechenden Energieversorgung versehen (Dieselaggregat, PV- und R\u00f6hrenkollektoranlage). 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