  {"id":23073,"date":"2023-07-13T15:22:21","date_gmt":"2023-07-13T13:22:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20162-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:23","slug":"20162-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20162-01\/","title":{"rendered":"Umweltvertr\u00e4glicher Tourismus im Umfeld der Biologischen Station Rybatschij (ehem. Rossitten) auf der Kurischen Nehrung, Kaliningrad-Gebiet, Russland"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der russische Teil der Kurischen Nehrung wurde als Nationalpark ausgewiesen, Besucherlenkung und Information sind aber noch ungen\u00fcgend. Das Gebiet besitzt durch seine geografische Lage Leitlinienfunktion f\u00fcr den Vogelzug und ist wichtiges Durchzugsgebiet. Mit der Biologischen Station Rybachy der russischen Akademie der Wissenschaften befindet sich bereits ein au\u00dferordentliches und international anerkanntes Kompetenzzentrum innerhalb des Nationalparks. Ein gro\u00dfer Teil der westlichen Besucher  besucht die Kurische Nehrung ausschlie\u00dflich oder zumindest haupts\u00e4chlich wegen des ehemaligen Dorfes Rossitten und dem historischen Ort der gleichnamigen Vogelwarte, die 1901 hier gegr\u00fcndet wurde. In den vergangenen zwei Jahren hat der Anteil der Langzeitbesucher aus Deutschland merklich zugenommen. Diese G\u00e4ste stellen h\u00f6here Anspr\u00fcche an den Informationsgehalt von Ausstellungen und F\u00fchrungen in der Biologischen Station als die Kurzzeitbesucher in den 1990er Jahren. Hauptziel des Projektes ist die Einbindung der Biologischen Station Rybachy in die touristische Entwicklung der Kurischen Nehrung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie praktische Ausarbeitung des Projekts wird sich \u00fcber verschiedene Etappen ausdehnen. Zun\u00e4chst wird eine Art Machbarkeitsstudie erfolgen, in der die notwendigen Grundlagen und Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Durchf\u00fchrung des Projekts getroffen werden. Dazu geh\u00f6ren z. B. der Entwurf eines Besucherlenkungskonzepts, eine genauere Analyse des Tourismuspotenzials in Rybachy und der Bed\u00fcrfnisse der Besucher, die Erstellung von Brosch\u00fcren, eine Verbesserung der Kommunikationsmittel in der Biologischen Station (Telefon, Fax, etc.) sowie Information der Dorfbewohner \u00fcber Inhalt und Ziele des Projektes. Um der Dorfbev\u00f6lkerung auch die Chance zu geben, von dem Projekt direkt zu profitieren, soll ein Fonds errichtet werden, aus dem auf Kreditbasis Gelder f\u00fcr Bau- und Renovierungsarbeiten zur Einrichtung von G\u00e4stezimmern entnommen werden k\u00f6nnen. Geplant ist, die erste Projektphase im Rahmen eines Workshops in Rybachy abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde direkt im Geb\u00e4ude der Biologischen Station Rybachy ein eigenes B\u00fcro f\u00fcr umweltvertr\u00e4glichen Tourismus eingerichtet. In Zusammenarbeit mit BTE Berlin (B\u00fcro f\u00fcr Tourismus und Regionalentwicklung) ein f\u00fcr die Biologische Station geeignetes Besucherlenkungskonzept entworfen, das seit Juni \u00b403 in schriftlicher Form und als CD vorliegt. Der Bericht enth\u00e4lt wertvolle Hinweise und Hilfestellungen zur Leitung des Besucherverkehrs in der Biologischen Station. Des weiteren wurde w\u00e4hrend der Besuchersaison ausgetestet, inwiefern sich G\u00e4ste in Privatquartieren im Dorf unterbringen lassen. Der Versuch war sehr erfolgreich, sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen gut im Ort untergebracht werden. Von dieser M\u00f6glichkeit profitiert sowohl die Dorfbev\u00f6lkerung als auch die Biologische Station. Der Besuch der Agendagruppe Partnerschaft Rybachy\/Brachttal war von besonderer Bedeutung: Im Rahmen des Besuches wurde eine eigene Agendagruppe in Rybachy ins Le-ben gerufen, die sich nun regelm\u00e4\u00dfig vor Ort trifft um \u00f6kologische und soziale Themen mit Brachttal gemeinsam zu bearbeiten. Um den G\u00e4sten in Rybachy bessere Information zu erm\u00f6glichen, wurde eine Video-Beamer-Show \u00fcber die Geschichte der Biologischen Station Rybachy erstellt. Hier wurde mit der Firma MeDia-Maier aus Untereisesheim und dem Fotoclub Schw\u00e4bisch Hall zusammengearbeitet. Weitere Shows zu anderen Themengebieten (Ornithologie, Naturkunde etc.) k\u00f6nnen nun selbst\u00e4ndig in der Biologischen Station erstellt und vorgef\u00fchrt werden. Schlie\u00dflich wurde ein kleines B\u00fcchlein mit dem Titel Gelbauge publiziert, das nun gegen Spende in der Biologischen Station bzw. \u00fcber den Freundeskreis erh\u00e4ltlich ist. Die Autorin N. Vinogradova beschreibt sehr realistisch den Lebenszyklus einer Sperbergrasm\u00fccke auf der Kurischen Nehrung. Im Oktober fand zum Abschluss des ersten Projektjahres ein Workshop in der Biologischen Station statt. Dieses Treffen verlief in kleinerem Rahmen als urspr\u00fcnglich geplant, f\u00fcr die weitere Zukunft des Projektes wird ein gemeinsames Treffen der Projektbeteiligten und potenziell Mitwirkenden in Osnabr\u00fcck von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung sein.<br \/>\nIm Rahmen des ersten Projektjahres sind einige sehr effektive Ma\u00dfnahmen ausgef\u00fchrt worden, die eine Perspektive f\u00fcr eine langj\u00e4hrige Weiterarbeit im Bereich des umweltvertr\u00e4glichen Tourismus in Rybachy bieten. Dies bedeutet sowohl f\u00fcr die Biologische Station Rybachy als auch f\u00fcr den Ort selbst einen guten Ansatzpunkt f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung. Sehr postiv war die M\u00f6glichkeit, dass direkt im Geb\u00e4ude der Biologischen Station ein B\u00fcro f\u00fcr umweltvertr\u00e4glichen Tourismus geschaffen werden konnte. Damit wur-de eine wichtige Grundvoraussetzung zur verbesserten Organisation von \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Besucherlenkung und -information sowie Bildungsarbeiten geschaffen. Die Einreise- und Visabestimmungen lassen sich nur schwer von au\u00dfen beeinflussen und vereinfachen, hier sind \u00fcbergeordnete politische Strukturen zust\u00e4ndig. Diese Situation ist w\u00e4hrend der momentan politisch schwierigen Lage des Kaliningrader Gebietes nur in Zusammenarbeit mit den politisch Verantwortlichen der Russischen F\u00f6deration zu verbessern. Bis zum Ende des Jahres 2003 konnte keine zufriedenstellende L\u00f6sung zum offiziellen Verkauf von Informationsmaterial und Souvenirs in der Biologischen Station gefunden werden. Gerade neuerdings gibt es aber eine realistische und in der Praxis einfache Idee, den Verkauf zu legalisieren. Dar\u00fcber werden nun s\u00e4mtliche Informationen eingeholt, um m\u00f6glicherweise bereits ab Fr\u00fchjahr 2004 in der Station eine Gewerbeerlaubnis zu bekommen. Im Zuge der Nutzung der Privatquartiere in Rybachy durch G\u00e4ste aus Deutschland zeigte sich, dass die Einrichtung eines Fonds zur Erm\u00f6glichung von Re-novierungsarbeiten in Privatquartieren in der Praxis schwierig zu vollziehen und zu leiten ist. Bereits mit den Einnahmen durch h\u00e4ufiges Vermieten von Zimmern konnten einige kleinere Teilrenovierungen vorgenommen werden. Evtl. ist es einfacher und sinnvoller, direkt F\u00f6rdergelder f\u00fcr gezielte notwendige Verbesserungen in und am Geb\u00e4ude der Vermieter zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In Kaliningrad findet seit 2002 allj\u00e4hrlich im Herbst eine durch die DBU organisierte Umweltschutzkonferenz statt, auf der durch die Projektleiterin Dr. Petra Wurst das Projekt in Rybachy anhand eines Vortrages ausf\u00fchrlich dargestellt wurde. Im Anschluss an das Treffen bestand jeweils die M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Teilnehmer die Biologische Station zu besuchen. W\u00e4hrend der Besuchersaison wird im Rahmen von Touristenf\u00fchrungen stets auf die Unterst\u00fctzung durch die DBU aufmerksam gemacht, die eine effektive Arbeit vor Ort in Rybachy f\u00fcr den Freundeskreis Rybachy\/Rossitten erm\u00f6glicht. In den Rundschreiben an die Mitglieder des Freundeskreises in ganz Deutschland wird jeweils \u00fcber den aktuellen Stand der Arbeiten im Rahmen des DBU Projektes berichtet. Nachdem nun die wichtigsten Grundvoraussetzungen vor Ort geschaffen wurden, kann mit gezielter vorsichtiger Werbung f\u00fcr die Nutzung der Privatquartiere begonnen werden. Im Rahmen der Agendaarbeit die sich als Netzwerk zwischen Rybachy und Brachttal etabliert, werden bereits regelm\u00e4\u00dfig Zeitungsartikel zur Information ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Um dem erfolgreich angelaufenen Projekt in Rybachy, das sich nun gerade in der Entwicklungsphase befindet, eine Zukunftsperspektive zu geben, werden folgende weitere Arbeitschritte vorgeschlagen:  Das von BTE Berlin erstellte Besucherlenkungskonzept schrittweise vor Ort zu realisieren, Institute biologischer und angliedernder Fachbereiche, Gruppierungen, Naturschutzverb\u00e4nde und andere Stiftungen (z. B. Heinz Sielmann Stiftung, die bereits seit l\u00e4ngerer Zeit Hauptf\u00f6rderer der Biologischen Station Rybachy ist) mit einzubeziehen, und die Brachttaler Agendagruppe Partnerschaft Rybachy Brachttal die sich f\u00fcr \u00f6kologische und soziale Verbesserungen vor Ort einsetzt mit einzubinden.  W\u00e4hrend des Winters 2003\/2004 werden in Deutschland Veranstaltungen zur Koordination und weiteren Planung der Arbeiten und Aktivit\u00e4ten in Rybachy durchgef\u00fchrt. Ein Treffen unter Teilnahme des Freundeskreises Rybachy, DBU, Heinz Sielmann-Stiftung und Agendagruppe im DBU Zentrum in Osnabr\u00fcck befindet sich bereits in Planung. Durch die Einbeziehung weiterer Interessengruppen und insbesondere auch der Ein-bindung von Kinder- und Jugendarbeit ist der gesamte Prozess im Rahmen der Projektaktivit\u00e4ten ein wichtiger Beitrag f\u00fcr eine bessere Zukunftsperspektive in \u00f6kologischer und sozialer Hinsicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der russische Teil der Kurischen Nehrung wurde als Nationalpark ausgewiesen, Besucherlenkung und Information sind aber noch ungen\u00fcgend. Das Gebiet besitzt durch seine geografische Lage Leitlinienfunktion f\u00fcr den Vogelzug und ist wichtiges Durchzugsgebiet. 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