  {"id":23042,"date":"2023-07-13T15:22:18","date_gmt":"2023-07-13T13:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20081-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:20","slug":"20081-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20081-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines Verfahrens und einer Reinigungsmaschine  zur Nassreinigung und Trocknung von Textilien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die zur Reinigung von empfindlichen Textilien eingesetzten Maschinen arbeiten derzeit fast ausnahmslos auf der Basis von L\u00f6semitteln wie PER (Tetrachlorethen) und KWL. Eine Behandlung dieser Textilien mit Wasser in herk\u00f6mmlichen Reinigungsmaschinen f\u00fchrt aufgrund der geringen Nassfestigkeit in Verbindung mit der mechanischen Belastung w\u00e4hrend des Waschvorgangs zu deutlichen nicht akzeptablen Textilver\u00e4nderungen bzw. -sch\u00e4digungen. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer innovativen l\u00f6sungsmittelfreien Textilreinigungsmaschine als Prototyp f\u00fcr besonders empfindliche Textilien wie z. B. Oberbekleidung. Der Reinigungsvorgang soll mit dem umweltfreundlichen Medium Wasser, d. h. als Nassreinigung, erfolgen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKernansatzpunkt ist die Anwendung eines neuen Konzeptes der Textileinzelaufh\u00e4ngung und -fixierung. Damit wird der bisherige Nachteil der Sch\u00e4digung bestimmter Textilien (Krumpfen, Kr\u00e4useln etc.) weitestgehend vermieden, weil die mechanische Beanspruchung als Hauptursache der Sch\u00e4digung nasser Textilien deutlich reduziert wird. Hierdurch soll die Anwendung der Nassreinigung auf mehr als 90 % aller Textilien m\u00f6glich werden. Dar\u00fcber hinaus soll eine innovative Kombination mit einer in die Reinigungs-maschine integrierten Trocknungsphase entwickelt werden, um die zeitaufwendige Nachbearbeitung (Finishen) wie das B\u00fcgeln und in Form bringen der gereinigten Textilien zu vermeiden bzw. zu minimieren. In der ersten Projektphase sollte eine Pilotmaschine konstruiert und aufgebaut werden, an der zun\u00e4chst maschinentechnische Versuche zur grunds\u00e4tzlichen Funktion des neuen Konzeptes durchgef\u00fchrt wer-den. In einer zweiten Phase erfolgten wissenschaftliche Untersuchungen mit dem Schwerpunkt der Analyse der Textilbeanspruchung in der Pilotmaschine. Neben dem Nachweis einer deutlich reduzierten Textilsch\u00e4digung gegen\u00fcber konventionellen Nassreinigungssystemen waren die Optimierung des Schleudervorgangs, des Trocknungsvorgangs und der Reinigungswirkung mit Minimierung des Wasser- und Energieverbrauches weitere Inhalte des Untersuchungsprogramms. Durch die Einbindung eines anerkannten Textilforschungsinstitutes sollte abschlie\u00dfend die Waschmechanik des neuen Verfahrens in Bezug auf Textilver\u00e4nderungen gutachterlich bewertet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Verfahrenskonzept einer umweltfreundlichen Nassreinigung von empfindlichen Textilien im fixierten Zustand als Alternative zur herk\u00f6mmlichen L\u00f6semittelreinigung konnte w\u00e4hrend der ersten Projektphase durch Konstruktion und Aufbau einer funktionsf\u00e4higen Pilot-Reinigungsmaschine umgesetzt werden. W\u00e4hrend der Erprobungsphase mussten an dem Prototyp jedoch einige nicht vorherzusehende technische \u00c4nderungen zur Optimierung des Reinigungsvorgangs durchgef\u00fchrt werden, die zu einer zeitlichen Verschiebung der folgenden Projektabschnitte f\u00fchrten. So wurde beispielsweise das urspr\u00fcngliche Konzept der Medienzufuhr \u00fcber ein an ein Zentralrohr gekoppeltes Verteilungssystem in den Innenbereich der Textilienaufh\u00e4ngungen durch eine alternative Variante mit Au\u00dfenbespr\u00fchung der Textilien in Kombination mit speziell gepolsterten B\u00fcgelsystemen ersetzt. Hierdurch konnte bei deutlich verringertem Hilfsenergiebedarf (Pumpen, Gebl\u00e4se) eine wesentlich gleichm\u00e4\u00dfigere Medienverteilung im Reinigungsgut erreicht werden. Auch f\u00fcr den integrierten Trocknungsvorgang konnten durch \u00c4nderungen an der Luftzuf\u00fchrung und den Textilaufh\u00e4ngungen verbesserte Behandlungsbedingungen geschaffen werden.<br \/>\nIm Anschluss an die durchgef\u00fchrte Modifizierung der Pilotmaschine konnte in Versuchen mit standardisierten Woll-Textgeweben sowie auch mit konfektionierten Oberbekleidungen eine deutlich geringere Textilkrumpfung gegen\u00fcber der konventionellen Nassreinigung festgestellt werden. Die ermittelten Ma\u00df\u00e4nderungen lagen auch nach mehreren Behandlungszyklen im Bereich < 2% und wiesen ein gleichm\u00e4\u00dfiges, knitterfreies Erscheinungsbild auf. In weiteren Versuchen an der Pilotmaschine wurde neben der Ef-fektivit\u00e4t der Schmutzentfernung auch der Einfluss der Reinigungsdauer, der Trommeldrehzahlen und des integrierten Trocknungsprozesses auf das jeweilige Behandlungsergebnis untersucht und optimiert. Bei der Entfernung von wasserl\u00f6slichem Schmutz konnten bei den in der Pilotmaschine behandelten Textilien vergleichbar gute Ergebnisse wie bei der Reinigung in konventionellen Systemen erzielt werden. Durch Messungen der eingesetzten Wassermengen und der elektrischen Leistungsaufnahme w\u00e4hrend der Versuche konnte gezeigt werden, dass sich bei der Reinigung einer normal verschmutzten Textil-charge die Verbrauchswerte der Pilotmaschine in einem akzeptablen Rahmen befinden. Eine Einhaltung der nach den Kriterien f\u00fcr die Vergabe des Umweltzeichens Blauer Engel geforderten Grenzwerte kann f\u00fcr eine \u00fcberarbeitete Serienmaschine als realistisch angesehen werden.\nIn einem abschlie\u00dfenden Untersuchungsabschnitt wurde die Wirkung des in diesem Vorhaben entwickelten Reinigungsverfahrens im Vergleich zu konventionellen Verfahren durch ein Textilforschungsinstitut gepr\u00fcft und bewertet. Im Ergebnis dieser Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Mehrzahl der in der Pilotmaschine gereinigten Textilmaterialien in der Ma\u00dfhaltigkeit sowie der Oberfl\u00e4chenqualit\u00e4t in einem tolerierbaren Bereich n\u00e4her an den Ergebnissen der chemischen Reinigung mit Perchlorethylen lagen, als an denen der konventionellen Nassreinigung. Bei einigen Textilmustern (z. B. Acetat) stellte sich jedoch heraus, dass bei ihrer Behandlung allein schon die Anwesenheit von Wasser unabh\u00e4ngig von der Waschmechanik zu Ver\u00e4nderungen der Materialstruktur f\u00fchrt. Bei der Behandlung von konfektionierten Sakkos wurde mit der Pilotmaschine ein ann\u00e4hernd gleiches Ergebnis erreicht wie bei der Per-Reinigung, wohingegen die Behandlung in einer herk\u00f6mmlichen Nassreinigungsmaschine zu einer deutlichen Ver\u00e4nderung der Oberfl\u00e4chenstruktur f\u00fchrte.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nEs ist geplant, die Ergebnisse dieses Vorhabens entsprechenden Branchenverb\u00e4nden (DTV-Deutscher Textilreiniger Verband, CINET -Internationales Komitee f\u00fcr Textilpflege) vorzustellen und f\u00fcr Unterst\u00fct-zung bei der Markteinf\u00fchrung dieses Verfahrens zu werben. Weiterhin sollen die Ergebnisse dieses Vorhabens in branchenspezifischen Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht werden.\n\n\nFazit\n\nDie Ergebnisse dieses Vorhabens haben gezeigt, dass mit der neuen Verfahrenstechnik empfindliche Textilien wie Oberbekleidungen durchaus mit dem umweltfreundlichen L\u00f6semittel Wasser gereinigt werden k\u00f6nnen. Die mechanische Belastung, die bisher in konventionellen Nassreinigungssystemen zu irreversiblen Ma\u00df- und Strukturver\u00e4nderungen f\u00fchrte, konnte durch das neue Verfahren deutlich reduziert werden. Sicherlich bestehen auch weiterhin Einschr\u00e4nkungen bei der Anwendbarkeit dieser neuen Nass-reinigungstechnik bez\u00fcglich bestimmter wasserempfindlicher Textilmaterialien, jedoch kann durch das neue Verfahren das Spektrum der mit Wasser zu reinigenden Textilarten erheblich erweitert werden.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die zur Reinigung von empfindlichen Textilien eingesetzten Maschinen arbeiten derzeit fast ausnahmslos auf der Basis von L\u00f6semitteln wie PER (Tetrachlorethen) und KWL. Eine Behandlung dieser Textilien mit Wasser in herk\u00f6mmlichen Reinigungsmaschinen f\u00fchrt aufgrund der geringen Nassfestigkeit in Verbindung mit der mechanischen Belastung w\u00e4hrend des Waschvorgangs zu deutlichen nicht akzeptablen Textilver\u00e4nderungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[56,47,51,52,53],"class_list":["post-23042","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-baden-wuerttemberg","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"20081\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-20081.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"185.766,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Multitex Maschinenbau GmbH","dbu_projektdatenbank_strasse":"Graf-Bentzel-Str. 66","dbu_projektdatenbank_plz_str":"72108","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Rottenburg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2003-03-25 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2006-09-30 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"3 Jahre und 6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"07472\/2660-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Baden-W\u00fcrttemberg","dbu_projektdatenbank_foerderber":"70","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-20081.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23042\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36045,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23042\/revisions\/36045"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}