  {"id":23034,"date":"2023-07-13T15:22:18","date_gmt":"2023-07-13T13:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20052-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:19","slug":"20052-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20052-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung eines Automaten zur Entsorgung von Inkontinenzartikeln f\u00fcr Pflegeheime und Privathaushalte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Vorhaben sollte auf Basis bisheriger Funktionsmodelle der Prototyp eines Automaten (AHE ECOLU-TION 10) zur Entsorgung von Inkontinenzartikeln mit einem Trommelvolumen von 60 l und einem Wasserverbrauch von 70 l konzipiert und erprobt werden. Vergleichbar mit einer Waschmaschine f\u00fcr Textilien sollte der Automat dezentral in normalen Haushalten, Alten- und Pflegeheimen und Krankenh\u00e4usern aufgestellt werden k\u00f6nnen. Der Entsorgungsautomat sollte den Vorteil bringen, dass die anfallende Inkontinenzabfallmenge auf 5% reduziert wird. Die ausgetragenen Stoffe sollten hygienisch einwandfrei sein und in logistischer Hinsicht vom anliefernden Unternehmen der Inkontinenzartikel wieder mitgenommen werden. Des Weiteren sollte eine Dokumentation f\u00fcr die Betriebsweise des Entsorgungsautomaten, das Aufstellen der Verfahrensparameter mit Hinweisen auf Energie- und Wasserverbrauch sowie der umweltvertr\u00e4glichen Arbeitsweise sowie f\u00fcr die Einbindung in bestehende Ver- und Entsorgungswege erstellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Beschickung des Entsorgungsautomaten (AHE ECOLUTION\u00d2 10) sollte m\u00f6glichst einfach erfolgen. Dazu wurde die Menge der Inkontinenzprodukte genau definiert, die Gr\u00f6\u00dfe der Sammels\u00e4cke wurde auf das F\u00fcllvolumen der Trommel und Menge und Gewicht der Inkontinenzprodukte (Arbeitsschutz) abge-stimmt. Der Abfallanfall an Inkontinenzprodukten, die Anfallzeiten und -mengen wurden genau ermittelt, die Lagerzeiten der Abfalls\u00e4cke wurden minimiert (Geruchsbel\u00e4stigung), der Personaleinsatz pro Schicht oder Tag wurde bestimmt und die M\u00f6glichkeiten der innerbetrieblichen Logistik herausgearbeitet. Die Parameter, wie Wassermenge, Temperatur w\u00e4hrend des Reinigungsvorgangs, Reinigungsdauer, Chemikalieneinsatz, Sp\u00fcldauer etc. wurden \u00fcberpr\u00fcft und im Hinblick auf Einsparungen durchleuchtet. Das Verfahren sollte umweltschonend, energie-, rohstoff- und wasser-\/ abwasser-effizient ausgelegt sein. Folgende Arbeitsschritte wurden unternommen: Erstellen der schriftlichen Dokumentation f\u00fcr die Fahrweise des Entsorgungsautomaten, Aufstellen der Verfahrensparameter (wie in Feldversuchen ermittelt), Bedienungshinweise, St\u00f6rfallbehebung nach Eintritt von Anlagenausf\u00e4llen, Hinweise auf die Bedienung und den sachgerechten Umgang mit Reinigungsmitteln, Einfluss auf den Energie- und Wasser-verbrauch sowie eine umweltvertr\u00e4gliche Arbeitsweise; Erstellen einer Betriebsanleitung, die den Nutzern des Entsorgungsautomaten (AHE ECOLUTION\u00d2 10) zum Betrieb ausgeh\u00e4ndigt wird; Einweisungen der Mitarbeiter vor Inbetriebnahme des Automaten, Schulungen bei Bedarf w\u00e4hrend des Betriebes.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch Marktanalysen wurde festgestellt, dass es eine Menge unterschiedliche Inkontinenz-Produkte und Hersteller am Markt gibt. Aus diesem Grund ist das Verfahren so gestaltet, dass es keine Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Produkten gibt. Den Anforderungen des Pflegepersonals, wie einfache Bedienung, kein erh\u00f6hter Zeitaufwand und Geruchsminimierung wurde nachgekommen. Der technische Aufbau der AHE ECOLUTION\u00d2 10  ist wie folgt: es wurde ein trommel\u00e4hnlicher Beh\u00e4lter hergestellt, der einen sich drehenden Messerteller beinhaltet, dieser dreht sich im Wechsel rechts \/ links in der Trommel und zerkleinert das eingegebene Gut. Durch eine Einf\u00fcllklappe kann ein Plastiksack mit den Inkontinenzartikeln eingegeben werden. Nachdem der Bediener die Einschalttaste bet\u00e4tigt hat, werden etwa 80 L Wasser in die Trommel gegeben, automatisch werden die Chemiezus\u00e4tze in die Trommel mittels Dosierpumpen eingef\u00fcllt. Der Zerkleinerungsprozess beginnt, nach 10 min. ist die Zerkleinerung abgeschlossen, die Abwasserpumpe f\u00f6rdert das Wasser mit Urin und Kot durchsetzt in das Kanalsystem. Die verbleibenden zerkleinerten Kunststoffe &#8211; Vlies und Zelluloseteile &#8211; werden mittels einer Transportschnecke im Ver-dichter entw\u00e4ssert und verdichtet das Restmaterial. Dieses wird in einen Auffangbeh\u00e4lter transportiert, der nach 3-4 Durchl\u00e4ufen geleert werden muss. Um diesen Stand der Technik zu erreichen, wurden un-z\u00e4hlige Versuche und Testreihen durchgef\u00fchrt (so wurde zu Anfang ein Messerteller konstruiert, der drehend durch die Trommel f\u00e4hrt &#8211; die Gegenseite war ebenfalls mit Messern best\u00fcckt; diese Variante erwies sich jedoch als zu st\u00f6ranf\u00e4llig und wurde daher wieder aufgegeben). Es wurden unterschiedliche Schneidmesser bzw. Rei\u00dfhaken sowie verschiedene Antriebsst\u00e4rken und verschiedene Chemikalien in Verbindung mit warmen und kaltem Wasser getestet.<br \/>\nDie Hygienevorschriften wurden eingehalten; dies best\u00e4tigte das Hygiene Institut des Ruhrgebietes, Gelsenkirchen, f\u00fcr das Restmaterial wie auch f\u00fcr das einzuleitende Abwasser. Die Analyse der Ruhranalytik &#8211; Laboratorium f\u00fcr Kohle und Umwelt GmbH, Herne, zeigten die sehr guten Ergebnisse im Brennwert, Brennverhalten sowie des Ascheverhaltens.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es wurden Brosch\u00fcren hergestellt, die an Alten- und Pflegeheime versandt wurden. Der Prototyp wurde auf Fachmessen und Tagungen vorgestellt. In der Presse und in Fachzeitschriften wurde die Entwicklung durch die AHE GmbH vorgestellt. Die Idee wurde sogar vom Handelsblatt auf einer halben Seite dargestellt. Die Teilnahme an Gr\u00fcnderwettbewerben wurde mit Erfolg gekr\u00f6nt, so z. B. IDEE &#8211; F\u00f6rderpreis (Kaffee Darboven) und DM EURO.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Verfahren AHE ECOLUTION 10 ist mittlerweile ein patentiertes Verfahren zur Entsorgung von Inkontinenzprodukten. Die hier anzuwendende Verfahrenstechnik ist eine sinnvolle, \u00f6kologisch vorausschauende Entwicklung und eine Verbesserung der z.Zt. eingesetzten Verfahren zur Entsorgung. Die hohen \u00f6kologischen Anforderungen nach sinnvoller Trennung und anschlie\u00dfender Verwertung des entstandenen Restwertstoffes werden erf\u00fcllt. Durch das Verfahren werden enorme Volumen- und Ge-wichtsreduktionen erzielt. Die innerbetrieblichen Entsorgungswege verk\u00fcrzen sich deutlich, die Lagerung der S\u00e4cke mit benutzten Inkontinenzprodukten entf\u00e4llt, die raumintensive Containeraufstellung ist nicht mehr erforderlich. Durch den Einsatz der verpressten Restwertstoffe k\u00f6nnen diese z. B. in Feuerungsanlagen eine sinnvolle, gesetzeskonforme, thermische Nutzung des hoch energetischen Brennstoffs gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nTrotz erheblich l\u00e4ngerer Entwicklungszeit und Kosten als urspr\u00fcnglich geplant, sind die Beteiligten Unternehmen und Institute \u00fcberzeugt, dass diese Entwicklung sich durchsetzen wird. Bei potenziellen Kunden hat das Verfahren sehr hohes Interesse geweckt. Es l\u00e4sst sich durch die Feldversuche sehr gut darstellen, welche Einsparungen erzielt werden k\u00f6nnen. Es k\u00f6nnen Reduzierung des Volumens um 60-80% erreicht werden, wobei die verbleibende Menge kein M\u00fcll zur Entsorgung ist, sondern einen Rest-wertstoff darstellt &#8211; mit gutem Brenn- und Ascheverhalten.<br \/>\nMomentan wird mit einer regionalen Besch\u00e4ftigungsgesellschaft verhandelt, die ehemalige Mitarbeiter von Philips Aachen in Arbeit bringen soll. Mit deren Know-how soll eine Serienproduktion aufgebaut werden &#8211; dies mit Zusch\u00fcssen des Landes NRW, des Arbeitsamtes  und der Ev. Kirche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Vorhaben sollte auf Basis bisheriger Funktionsmodelle der Prototyp eines Automaten (AHE ECOLU-TION 10) zur Entsorgung von Inkontinenzartikeln mit einem Trommelvolumen von 60 l und einem Wasserverbrauch von 70 l konzipiert und erprobt werden. 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