  {"id":22969,"date":"2023-07-13T15:22:15","date_gmt":"2023-07-13T13:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19870-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:15","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:15","slug":"19870-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19870-01\/","title":{"rendered":"Planungsleistungen ganzheitliches Ver- und Entsorgungskonzept f\u00fcr das Seehaus im Fichtelgebirge"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Energieversorgung, die Abwasserentsorgung sowie das Abfallentsorgungssystem im Seehaus im Fichtelgebirge soll nach dem Beschluss des Fichtelgebirgsvereins e.V. zuk\u00fcnftig h\u00f6chsten \u00f6kologischen Richtlinien Rechnung tragen, um jegliches Umweltgef\u00e4hrdungspotential auszuschlie\u00dfen und als Modellobjekt f\u00fcr j\u00e4hrlich 28.000 Tagesg\u00e4ste und 1.500 \u00dcbernachtungsg\u00e4ste zu dienen. Besonderes Augenmerk soll auf die Umweltbildung von Jugendgruppen und Schulklassen gelegt werden. Eine wichtige Schl\u00fcsselfunktion hat dabei die Erneuerung des Energiesystems bzw. die Substitution von j\u00e4hrlich 12.000 l Dieselkraftstoff, von dem ein hohes Trinkwasser- und Bodengef\u00e4hrdungspotential ausgeht. Des Weiteren soll die Abfallentsorgung durch die Erstellung eines Abfallleitfadens verbessert werden, bzw. das Verbesserungspotential der Abwasserentsorgung und Trinkwasserversorgung untersucht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenI. Erfassung des Ist-Zustandes1.\tDarstellung des Objektes (\u00dcbernachtungszahlen, Lage, Tagesg\u00e4ste etc.)<br \/>\n2.\tDie bauphysikalischen Gegebenheiten<br \/>\n3.\tDie thermische Energieversorgung (Warmwasser, Kochen und Heizung)<br \/>\n4.\tDie elektrische Energieversorgung<br \/>\n5.\tDer Trinkwasserbedarf<br \/>\n6.\tDas Abwasser<br \/>\n7.\tDas Abfallaufkommen<br \/>\nII. Bestimmung der Einspar-, Optimierungs- und Reduktionspotentiale<br \/>\n1.\tDie thermische Energieversorgung<br \/>\n2.\tDie elektrische Energieversorgung<br \/>\n3.\tReduzierung des Trinkwasserbedarfes<br \/>\n4.\tVerbesserung der Abwasserqualit\u00e4t<br \/>\n5.\tErstellung eines Abfallleitfadens<br \/>\nIII. Entwicklung, Dimensionierung und Bewertung unterschiedlicher Energiekonzepte<br \/>\n1.\tPflanzen\u00f6lbetriebenes BHKW mit St\u00fcckholzfeuerung<br \/>\n2.\tFl\u00fcssiggasbetriebenes BHKW mit St\u00fcckholzfeuerung<br \/>\n3.\tPflanzen\u00f6lbetriebenes BHKW mit St\u00fcckholzfeuerung und Photovoltaik<br \/>\n4.\tFl\u00fcssiggasbetriebenes BHKW mit St\u00fcckholzfeuerung und Photovoltaik<br \/>\nIV. Bewertung und detaillierte Darstellung der Vorzugsvariante<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die H\u00fctte wird im Ist-Zustand mit zwei Dieselaggregaten elektrisch versorgt. Die Beheizung der Gastr\u00e4ume erfolgt dezentral \u00fcber die Feuerung von j\u00e4hrlich 70 Ster selbstgeschlagenem Holz in einem Kachelofen bzw. \u00fcber dezentrale Gasthermen in den Fremdenzimmern. Die Brauchwasserbereitung erfolgt ebenfalls \u00fcber Gasthermen. In Summe werden f\u00fcr den K\u00fcchenbetrieb, die Heizung und die Warmwasserbereitung j\u00e4hrlich 10.200 l Fl\u00fcssiggas umgesetzt. Der j\u00e4hrliche CO2-Aussto\u00df betr\u00e4gt in Summe 55 t. Die ungen\u00fcgende W\u00e4rmed\u00e4mmung bzw. die nicht ausreichende Be- und Entl\u00fcftung f\u00fchrt derzeit zu starkem Schimmelbefall der Innenw\u00e4nde im Gastraum. Die Trinkwasserversorgung bzw. die Abwasserentsorgung arbeitet im Ist-Zustand einwandfrei. Die Analyse der Stoffstr\u00f6me zeigt ein Abfallreduktionspotential durch effektive M\u00fcllvermeidung im Einkauf sowie optimierte Wertstofftrennung auf der H\u00fctte.<br \/>\nBasierend auf der Ist-Zustandsanalyse konnte im zweiten Teil das Optimierungspotential abgesch\u00e4tzt werden. Die Reduzierung des thermischen Energiebedarfes kann vorrangig durch die Optimierung der Be- und Entl\u00fcftung im Gastraum (mit Unterst\u00fctzung eines Solar-Luft-Systems), der Behebung von W\u00e4rmebr\u00fccken sowie der nachtr\u00e4glichen D\u00e4mmung des Daches erreicht werden. In Summe existiert ein Energieeinsparpotential von 21.000 kWh bzw. 20 % j\u00e4hrlich. Der elektrische Energiebedarf kann durch die Anschaffung energiesparender Beleuchtungssysteme bzw. dem Warmwasseranschluss von Sp\u00fcl- und Waschmaschinen um ca. 6 % reduziert werden.<br \/>\nWichtiges Element des k\u00fcnftigen Energiesystems ist die hocheffiziente gekoppelte Strom- und W\u00e4rmebereitstellung \u00fcber ein Klein-BHKW mit 12 kW elektrischer Leistung und eines zentralen Heizungssystems. Gegen\u00fcber der getrennten Strom- und W\u00e4rmebereitstellung im Ist-Zustand k\u00f6nnen somit bis zu 35 % Prim\u00e4renergie eingespart werden. Im einzelnen wurden vier Varianten auf ihre technische Machbarkeit, den CO2-Aussto\u00df sowie die Jahresgesamtkosten untersucht. Die St\u00fcckholzfeuerung in der Gaststube ist als Erg\u00e4nzung zur Deckung thermischer Spitzen genauso wie der Fl\u00fcssiggasbetrieb der K\u00fcche weiterhin in allen Varianten sinnvoll. Thermische Spitzen im Warmwasserbedarf k\u00f6nnen auch weiterhin durch die Gasthermen gedeckt werden. Vorrangig ist jedoch die W\u00e4rmeauskopplung der BHKW-Varianten. In den Varianten 1 und 2 wurde ein pflanzen\u00f6l- bzw. fl\u00fcssiggasbetriebenes BHKW untersucht. In den Varianten 3 und 4 wurde die Erg\u00e4nzung der Varianten 1 und 2 um eine 2 kWp Fotovoltaikanlage zur Reduzierung der Laufzeiten in den Sommermonaten untersucht. In den vier dargestellten Varianten wurde auf die Unterst\u00fctzung der thermischen Energieversorgung durch Solarthermiekollektoren verzichtet. Dies ist dadurch begr\u00fcndet, dass in den Sommermonaten die anfallende BHKW-Abw\u00e4rme durch den stromgef\u00fchrten Betrieb ohnehin den Betrieb eines Notk\u00fchlsystems erwarten l\u00e4sst, und in den Wintermonaten kein nennenswerter Beitrag der Solarthermieanlage geleistet werden kann. Alle Varianten erzielen gegen\u00fcber dem Ist- Zustand ein erhebliches CO2-Reduktionspotential.<br \/>\nDie h\u00f6chste CO2-Einsparung ergibt sich f\u00fcr ein pflanzen\u00f6lbetriebenes BHKW mit St\u00fcckholzfeuerung und 2 kWp PV-Erg\u00e4nzung i.H.v. 35,4 t\/a (Variante 3). Die g\u00fcnstigsten Jahresgesamtkosten resultieren f\u00fcr Variante 1 (pflanzen\u00f6lbetriebenes BHKW mit St\u00fcckholzfeuerung) i.H.v. 19.504 Euro\/a.<br \/>\nDie Umsetzung aller Ma\u00dfnahmen im Rahmen eines ganzheitlichen Ver- und Entsorgungskonzeptes soll unter Ber\u00fccksichtigung didaktischer Gesichtspunkte erfolgen, da das Seehaus im Fichtelgebirge k\u00fcnftig als Umweltbildungszentrum f\u00fcr Jugendgruppen und Schulklassen ausgebaut werden soll.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie werden im September 2003 der lokalen Presse vorgestellt und am 8. November 2003 auf dem Anwenderforum Innovative Energietechniken in Geb\u00e4uden an der FH Amberg pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die vorliegende Arbeit erl\u00e4utert detailliert und umfangreich verschiedene technische Ans\u00e4tze eines zuk\u00fcnftigen Ver- und Entsorgungskonzeptes in technischer, \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Hinsicht und schafft somit die wichtige Basis f\u00fcr k\u00fcnftige Entscheidungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Energieversorgung, die Abwasserentsorgung sowie das Abfallentsorgungssystem im Seehaus im Fichtelgebirge soll nach dem Beschluss des Fichtelgebirgsvereins e.V. zuk\u00fcnftig h\u00f6chsten \u00f6kologischen Richtlinien Rechnung tragen, um jegliches Umweltgef\u00e4hrdungspotential auszuschlie\u00dfen und als Modellobjekt f\u00fcr j\u00e4hrlich 28.000 Tagesg\u00e4ste und 1.500 \u00dcbernachtungsg\u00e4ste zu dienen. 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