  {"id":22828,"date":"2023-07-13T15:22:03","date_gmt":"2023-07-13T13:22:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19566-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:04","slug":"19566-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19566-01\/","title":{"rendered":"Optimierung eines Passivhaus-Systems anhand eines Kindergartenneubaus"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes soll ein Kindergartenneubau in Passivhausbauweise errichtet werden. Dabei sollen insbesondere folgende Ziele erreicht werden:<br \/>\n\u00b7\tExemplarische Errichtung eines \u00f6ffentlich Geb\u00e4udes in Passivhausbauweise<br \/>\n\u00b7\tOptimierung des Passivhausbausystem der Fa. \u00d6koTec im Hinblick auf gro\u00dfe Geb\u00e4ude<br \/>\n\u00b7\tVermittlung des Basiswissens zum Thema Passivhaus an einen gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung<br \/>\n\u00b7\tErh\u00f6hung des Akzeptanz der Passivhausbauweise in der Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer vorliegende Architekten-Entwurf wurde mittels des Passivhaus-Projektierungspaketes beurteilt und im Hinblick auf den Energieverbrauch optimiert.<br \/>\nDer Kindergarten wurde komplett in Holzrahmenbauweise unter Einbeziehung des Trus-Joist-Framework-System errichtet. Die Anschlussdetails der einzelnen Elemente (Wand-Wand, Wand-Dach, ..) wurden hinsichtlich der W\u00e4rmebr\u00fcckenfreiheit untersucht und optimiert. Die Glasfassaden wurden mit einem Holz-Aluminium-System der Firma RAICO umgesetzt. Die Zulufterw\u00e4rmung wurde \u00fcber einzelne Heizelemente in den Gruppenr\u00e4umen umgesetzt. Hierdurch sollte eine der Nutzung entsprechende Beheizung erm\u00f6glicht werden.<br \/>\nW\u00e4hrend der Bauphase wurden die D\u00e4mmung und die Dichtigkeit der Geb\u00e4udeh\u00fclle durch Blower-Door-Messungen sowie Thermografie-Aufnahmen \u00fcberpr\u00fcft.<br \/>\nNach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Kindergartens wurde \u00fcber einen Zeitraum von 12 Monaten eine energetische Vermessung vorgenommen.In mehreren Gespr\u00e4chen wurden die Nutzer des Geb\u00e4udes \u00fcber dessen Funktionsweise und die Benutzung der einzelnen Systeme (Nachheizung, Verschattung) informiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Eine Umsetzung des vorliegenden Geb\u00e4udeentwurfs als Passivhaus war problemlos m\u00f6glich, da von vornherein eine gute S\u00fcdausrichtung des Geb\u00e4udes vorlag. Lediglich der Bewegungsraum hatte hinsichtlich der gro\u00dfen Fensterfl\u00e4che eine West-Ausrichtung, aufgrund der dort gew\u00fcnschten etwas geringeren Raumtemperatur war dies jedoch akzeptabel.<br \/>\nDie Regelung der Temperatur in den einzelnen Gruppenr\u00e4umen \u00fcber Einzelraumregelungen und dezentrale Zulufterw\u00e4rmung erwies sich als zu aufw\u00e4ndig f\u00fcr die Bedienung durch die Mitarbeiter. Die einge-setzte relativ umfangreiche Regelung wurde meist nicht richtig bedient. Vor allem weil eine \u00c4nderung der Einstellung ja mit relativ gro\u00dfer zeitlicher Verz\u00f6gerung umgesetzt wird. Besser w\u00e4re eine zentrale Steue-rung mit wenigen Funktionen.<br \/>\nDie Errichtung des Holzrahmenbaus mit dem Trus-Joist-System war ohne Probleme m\u00f6glich. Obwohl es sich bei diesem Kindergarten um ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude mit einem komplizierten statischen System handelte, konnten alle Geb\u00e4udeteile mit den im System verf\u00fcgbaren Elementen realisiert werden. Der angestrebte hohe Vorfertigungsgrad bei den Elementen konnte im Dach nur bedingt realisiert werden, da durch die geometrischen und statischen Vorgaben die Dach-Elemente f\u00fcr den Transport zu gro\u00df geworden w\u00e4ren und ein Spezialtransport den Kostenrahmen \u00fcberschritten h\u00e4tte.<br \/>\nHinsichtlich der Luftdichtigkeit des Geb\u00e4udes gab es einige Probleme. In den ersten Messungen wurden zu hohe Werte ermittelt. Die Ursache hierf\u00fcr lag in verschiedenen Bereichen: Bei der Elektroinstallation wurde beispielsweise an einigen Stellen die luftdichte H\u00fclle verletzt. Ferner wurde der Kindergarten mit einer Akustikdecke versehen. Bei der Befestigung der einzelnen Elemente wurde die darunter liegende Dampfbremsfolie besch\u00e4digt. Da die einzelnen Platten in Sicht bleiben und ein Abnehmen der Platten nur sehr aufw\u00e4ndig m\u00f6glich ist, konnte hier nur bedingt nachgearbeitet werden. Durch den Einsatz der Blower-Door in Verbindung mit Thermografie-Aufnahmen konnten die Undichtigkeiten ansonsten gut lokalisiert und beseitigt werden.<br \/>\nDer Energieverbrauch des Geb\u00e4udes lag mit etwa 25 kWh\/m\u00b2a in der ersten Heizperiode h\u00f6her als erwartet. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr lagen an verschiedenen Stellen: So wurde w\u00e4hrend der Heizperiode noch an einigen Stellen die Dichtigkeit (s.o.) nachgearbeitet.  Ferner wurden von den Nutzern die Jalousien auch w\u00e4hrend der Heizperiode heruntergefahren, weil die thematische Arbeit in den Gruppenr\u00e4umen dies erforderte. Somit lagen die erzielten solaren Gewinne unter den vorausgesagten Werten. Ein weiterer Grund lag in der anfangs unzureichenden Einstellung der Regelung f\u00fcr die einzelnen R\u00e4ume.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt ist als Beitrag f\u00fcr die Passivhaustagung 2005 angemeldet. Ferner wurden mehrere Artikel in der regionalen Presse sowie in \u00fcberregionalen Zeitschriften ver\u00f6ffentlicht. Au\u00dferdem wird auf der Internetseite und den Produktinfos der Firma \u00d6koTec GmbH \u00fcber das Vorhaben berichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes konnte gezeigt werden, dass auch ein Kindergarten mit einem anspruchsvollen architektonischen Konzept als Passivhaus realisiert werden kann. Das eingesetzte Bausystem in Holzrahmenbauweise aus Holzstegtr\u00e4gern hat sich als geeignet f\u00fcr die Realisierung dieser vergleichsweise aufw\u00e4ndigen Konstruktion erwiesen.<br \/>\nWichtig f\u00fcr die Akzeptanz des Systems durch die Nutzer ist eine m\u00f6glichst einfache Bedienung der technischen Anlagen. Au\u00dferdem ist eine ausf\u00fchrliche Erl\u00e4uterung des Funktionsprinzips und der einzelnen Komponenten erforderlich, damit sich die Nutzer auch mit ihrem Passivhaus identifizieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Projektes soll ein Kindergartenneubau in Passivhausbauweise errichtet werden. 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