  {"id":22811,"date":"2023-07-13T15:22:00","date_gmt":"2023-07-13T13:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19534-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:02","slug":"19534-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19534-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Restaurierung und Konservierung der umweltgesch\u00e4digten, aus organischen Materialien zusammengesetzten Grotten des Bagno in Steinfurt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der gegenw\u00e4rtige ruin\u00f6se Zustand der Grottennischen in der Bagno Konzertgalerie ist die Folge der st\u00e4ndig zunehmenden Vernachl\u00e4ssigung des Geb\u00e4udes \u00fcber Jahrzehnte hinweg, in denen umweltbedingte Schadensmechanismen ungehindert ihr Zerst\u00f6rungswerk verrichten konnten. Ziel ist es, den gegenw\u00e4rtigen Zustand der beiden Grottennischen zu konservieren und nur durch eng begrenzte Teilerg\u00e4nzungen die Einbindung der Nischen in die Gesamtdekoration des Raumes zu verbessern, sowie eine geeignete L\u00f6sung f\u00fcr den Schutz der Nischen vor klimatischen Einfl\u00fcssen und der Abnutzung durch den Konzertbetrieb zu entwickeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen der Konservierung wird es erforderlich nach Erstellung eines Salzprofils geeignete Methoden f\u00fcr eine m\u00f6glichst weitgehende Entsalzung des Mauerwerks und der Putze zu entwickeln, zu erproben und anzuwenden. Auch die schwierige Reinigung der versinterten und teilweise durch Schadsalzeinfluss verkrusteten Oberfl\u00e4chen erfordert die Entwicklung und Anwendung innovativer Technologien, wobei u. a. die Anwendung der Lasertechnik gepr\u00fcft und f\u00fcr die konkrete Anwendung modifiziert werden soll. Schlie\u00dflich sind auch f\u00fcr die Festigungsarbeiten Materialien zu entwickeln und zu erproben, die einerseits die umweltbedingten Schadensfaktoren abpuffern und gleichzeitig mit den historischen Werkstoffen, insbesondere dem hier verwendeten Kitt als Tr\u00e4ger der Dekorationselemente,  vertr\u00e4glich sein m\u00fcssen. Um den Erfolg der Konservierung auf lange Zeit zu sichern, muss eine ma\u00dfgeschneiderte Schutzverglasung entwickelt werden, die den Forderungen nach Schutz vor sch\u00e4dlichen Einfl\u00fcssen des Au\u00dfenklimas, Absperrung des Zutritts f\u00fcr den Besucher und \u00e4sthetisch vertretbarer Einf\u00fcgung in den Raum nachkommen muss. Die hier entwickelten L\u00f6sungen k\u00f6nnten Modellcharakter f\u00fcr \u00e4hnliche Projekte haben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Salzausbl\u00fchungen, die ausnahmslos im oberen Bereich der Kalotte anzutreffen sind, haben ein blumenkohlartiges Erscheinungsbild. Speziell im Bereich der Rohrleitungen und an Ausgangsbereichen sind verst\u00e4rkte Ausbl\u00fchungen festzustellen. Untersuchungen im Rahmen der Semesterarbeit haben gezeigt, dass es sich um Gipsausbl\u00fchungen handelt. Im Zeitraum der Erstellung der Zustandskartierung, Sommer 1999, bis zur Ausf\u00fchrung der Arbeiten, Dezember 2003 bis M\u00e4rz 2004, konnten keine weiteren Ver\u00e4nderungen an der Brunnengrotte festgestellt werden.<br \/>\nDurch die kontinuierliche Beheizung der Konzertgalerie sind keine gravierenden Klimaschwankungen vorhanden, dass die im Putz enthaltenen Salze einem L\u00f6sungs- und Kristallisationszyklus unterworfen werden. Gips weist, im Vergleich zu anderen bausch\u00e4dlichen Salzen, eine schwere L\u00f6slichkeit in Wasser auf. Zudem zeigt auch die Horizontalisolierung des Geb\u00e4udes seine Wirkung. Durch die Beheizung und die Horizontalisolierung wird einer st\u00e4ndigen Durchfeuchtung des Mauerwerks vorgebeugt. In der trockenen Umgebung der Konzertgalerie hat sich somit gezeigt, dass keine weiteren Sch\u00e4digungen der Grotten durch die Mauerwerksimmanenten Salze zu erwarten sind. In diese Falle erwies sich die rein trocken mechanische Entfernung der aufliegenden Salze als ausreichend, insbesondere unter dem Aspekt keine unn\u00f6tige Feuchtigkeit in das Mauerwerk einzutragen. Bei pudernden Farbschichten wurde das Festigungsmittel Klucel EF, 3% in Spiritus, eingesetzt. Mittels Feinzerst\u00e4ubern wurde das Bindemittel bis zur Festigung der Malschicht aufgespr\u00fcht. Die Klucelfestigung hat in Vorversuchen gezeigt, dass es sich um ein geeignetes Festigungsmittel handelt. Zudem gab es keine farblichen Ver\u00e4nderungen der Oberfl\u00e4che, auch traten keine Glanzbildungen auf.<br \/>\nUm ein optimales Reinigungsergebnis zu erzielen, hat sich in Vorversuchen eine Kombination aus unterschiedlichen Methoden als optimal erwiesen. S\u00e4mtliche Fl\u00e4chen wurden vor Beginn der Sicherungsarbeiten mechanisch gereinigt. Hierzu wurden die Fl\u00e4chen mittels eines weichen Haarpinsels vom lose auflie-genden Schmutz befreit und der abgetragene Staub mit einem Staubsauger aufgefangen. Ferner wurden die den Putzfl\u00e4chen der Brunnengrotte aufliegenden Ausbl\u00fchungen mechanisch mittels Skalpell entfernt und \u00fcber einen Staubsauger aufgenommen. Der sich in den Rissverl\u00e4ufen angesammelte Schmutz wurde, um eine ausreichende Anbindung der einzubringenden Massen an das umgebende Putzmaterial zu gew\u00e4hrleisten, vorsichtig mittels Blasr\u00f6hrchen, bzw. kleinen Blaseb\u00e4lgen ausgeblasen.<br \/>\nEine Steigerung der trockenmechanischen Reinigung erfolgte nach den notwendigen Sicherungsma\u00dfnahmen mittels Mikrosandstrahl. Dieses Mikropartikelstrahlverfahren zeigte einen \u00e4u\u00dferst effektiven Reinigungseffekt als die projektierte Laserreinigung. Als Strahlgut wurde das rein mineralische Microlat 3SR bei einem Druck von 0,1 &#8211; 0,2 bar verwendet. Durch diese minimale Druckeinstellung wurde die aufsitzende Staubschicht mechanisch abgetragen, die Fassung blieb dabei erhalten. In wenigen Bereichen wurde zus\u00e4tzlich eine Dampfreinigung durchgef\u00fchrt, d.h. im Bereich des Kieselsteinmosaiks und der glasierten Sockelsteine der Brunnengrotte. Hier wird Wasserdampf gegen die verschmutzte Oberfl\u00e4che gerichtet, der Dampf kondensiert unter der Schmutzzone an der k\u00e4lteren Oberfl\u00e4che und bewirkt eine Abl\u00f6sung der Schmutzpartikel vom Kernmaterial. Das Verfahren ist drucklos, der Reinigungswasseranfall ist gering und \u00fcber Schw\u00e4mme aufzufangen. Eingesetzt wurde f\u00fcr diese Arbeiten ein sog. Mikrodampfstrahlger\u00e4t, die Wasserstrahld\u00fcse hat einen Durchmesser von ca. 1mm. Das Verfahren hat deutliche Vorteile auch gegen\u00fcber der Laserreinigung, da abschlie\u00dfend eine Poren gereinigte Oberfl\u00e4che vorliegt. Die in anf\u00e4nglichen Diskussionen eingebrachte Idee der Reinigung der Grotten mittels Laserstrahl-Verfahren musste\/konnte daher ausgeschlossen werden, auch da die meisten der verwendeten Farb-pigmente zu empfindlich f\u00fcr dieses Reinigungsverfahren sind. Es handelt sich um Zinnober und andere mit Bleiwei\u00df ausgemischte Farbmittel: Zinnober z. B. ver\u00e4ndert sich durch die Hitzeinwirkung des Lasers dauerhaft.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Einzelne Berichte in der Tagespresse.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Konservierung der beiden Grottennischen konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Vorversuche und die fortgeschrittenen Arbeiten an den Objekten haben gezeigt, dass durch Modifikation klassischer Methoden und Materialen in bestimmten F\u00e4llen diese Komponenten `modernen\u00b4 Verfahren wie Laser-technik \u00fcberlegen sind. Zudem erwiesen sich die 1994 im Vorfeld durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen der Horizontalisolierung zur Trockenlegung des aufsteigenden Mauerwerks als so wirksam, dass keine weitere Schadensprogression festgestellt werden konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der gegenw\u00e4rtige ruin\u00f6se Zustand der Grottennischen in der Bagno Konzertgalerie ist die Folge der st\u00e4ndig zunehmenden Vernachl\u00e4ssigung des Geb\u00e4udes \u00fcber Jahrzehnte hinweg, in denen umweltbedingte Schadensmechanismen ungehindert ihr Zerst\u00f6rungswerk verrichten konnten. 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