  {"id":22810,"date":"2023-07-13T15:22:00","date_gmt":"2023-07-13T13:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19529-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:02","slug":"19529-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19529-01\/","title":{"rendered":"Netzwerk energieeffizientes Bauen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt Netzwerk energieeffizient Bauen ist eine Antwort auf die Herausforderungen der seit Februar 2002 g\u00fcltigen Energieeinsparverordnung EnEV. Die EnEV setzt neue Ma\u00dfst\u00e4be zur nachhaltigen Energieeinsparung und Minderung von CO2-Emissionen im Geb\u00e4udebereich. Gleichzeitig stellt sie neue Anforderungen an den Prozess von Geb\u00e4udeplanung und Baurealisierung. Da die EnEV jedoch Freiheiten in der Umsetzung bietet, handelt es sich bei dem in der Praxis eingeschlagenen Weg der Realisierung nicht zwangsl\u00e4ufig um den mit dem h\u00f6chsten Energie- bzw. CO2-Einsparungspotenzial.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes sollen typische Vorgehensweisen der energetischen Planung hinsichtlich ihrer Optimierungsm\u00f6glichkeiten untersucht werden. Im Ergebnis sollen Empfehlungen f\u00fcr die Energieplanung bzw. Umsetzung von energetischen Sanierungen herausgearbeitet werden. Es ist das erkl\u00e4rte Ziel, damit das Energie bzw. CO2-Einsparungspotenzial im Rahmen von Neubau und Sanierung besser auszusch\u00f6pfen. Zus\u00e4tzlich soll die Attraktivit\u00e4t der Kommunikation aller Baupartner in einem Netzwerk der Energieeffizienz herausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie EnEV ist f\u00fcr die am Bau Beteiligten ein rechtlicher Rahmen, der neue Anforderungen an W\u00e4rmeschutz und Anlagentechnik stellt. Die Unsicherheit bei Architekten, Fachplanern sowie ausf\u00fchrenden Bauunternehmen bez\u00fcglich der Umsetzung der EnEV kann jedoch dazu f\u00fchren, dass die neuen Gestaltungsspielr\u00e4ume nicht genutzt und die Ziele der Verordnung nicht oder nur formal-rechtlich erf\u00fcllt werden. Die Begleitung und Auswertung von Musterobjekten soll deshalb dazu beitragen die Chancen von ener-gieeffizientem Bauen im Allgemeinen und der EnEV im Besonderen zu nutzen. Durch viele Vorgespr\u00e4che ist deutlich geworden, dass diese Zielsetzung die am Bau Beteiligten \u00fcberfordert, selbst wenn sie ein \u00fc-berdurchschnittlich gro\u00dfes Engagement in ihre berufliche Praxis einbringen. Was im Alltag fehlt, ist die Steuerung und Koordination unterschiedlicher Interessen, die Dokumentation von Projekterfahrungen und die Moderation schwieriger Abstimmungsprozesse. Die Antragsteller sehen ihre Aufgabe darin, den Netzwerkgedanken modellhaft zu praktizieren und die Ergebnisse in Form von Fachaufs\u00e4tzen zu publizieren.<br \/>\nIm Rahmen der Projektbeobachtung sollen verschiedene Methoden praktiziert werden. Dazu geh\u00f6ren:<br \/>\nSteuer- und Rechtsgutachten, Messtechnische \u00dcberpr\u00fcfungen des W\u00e4rmeschutzes und des Mindestluftwechsels sowie die Berechnungen von Alternativvarianten in energetischer und wirtschaftlicher Hin-sicht. Als n\u00e4chster Schritt sind im Rahmen der Auswertung folgende Ma\u00dfnahmen geplant: Vortr\u00e4ge, Pressearbeit gegen\u00fcber Publikumsmedien, Erstellung einer Informations-Brosch\u00fcre, Erstellung von Infografiken (u. a. f\u00fcr die Brosch\u00fcre), Information von Politikern\/ Verb\u00e4nden, dena, Handwerk, Fachplanern; Rundfahrten, Kooperation mit DBU-gef\u00f6rderten Projekten.F<br \/>\n\u00fcr die Begleitung und Auswertung wurden folgende Musterobjekte akquiriert:<br \/>\n1.\tModernisierung MFH Anklamer Strasse<br \/>\n2.\tModernisierung EFH Soyez, Hubertusweg<br \/>\n3.\tNeubau MFH Marienburger Strasse4.\tModernisierung MFH Oppelner Strasse<br \/>\n5.\tNeubau Reihenhaus Alt-Stralau<br \/>\n6.\tNeubau EFH  Freier, Genossenschaftssteg<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt Netzwerk energieeffizient Bauen hatte mit einer gro\u00dfen Anzahl unvorhersehbarer Schwierigkeiten organisatorischer und inhaltlicher Natur zu k\u00e4mpfen. Diese Schwierigkeiten bestanden sowohl in der Organisation, d. h. in Beantragungs- und  Abrechnungsmodalit\u00e4ten als auch in inhaltlichen Fragen. Nicht zuletzt bereiteten Umgang und Zusammenarbeit mit den Baupartnern im Allgemeinen als auch mit den jeweiligen Bauherren im Speziellen sowohl auf der fachlichen als auch auf der menschlichen Ebene deutlich mehr Probleme, als zu erwarten waren. Detaillierte Informationen dazu sind im ausf\u00fchrlichen Ab-schlussbericht enthalten. Allem zum Trotz konnte das Projekt sehr erfolgreich abgeschlossen werden.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes wurden 6 in Umfang und Anspruch sehr unterschiedliche Bauobjekte begleitet und messtechnisch untersucht. Dabei wurden die folgenden Methoden angewendet:<br \/>\n&#8211;\tBlower-Door-Tests und Thermografieaufnahmen zur messtechnischen Untersuchung des W\u00e4rmeschutzes und zur nachtr\u00e4glichen Qualit\u00e4tskontrolle bereits abgeschlossener Bauma\u00dfnahmen<br \/>\n&#8211;\tLuftqualit\u00e4tsmessungen in den Parametern Luftfeuchte und Kohlendioxidgehalt zur \u00dcberpr\u00fcfung der Wohnqualit\u00e4t und des Bauschadenspotenzials bzgl. Feuchtesch\u00e4den und Schimmelpilzgef\u00e4hrdung.<br \/>\n&#8211;\tBerechnung energetischer Alternativ-Varianten zur Verifizierung des Status Quo sowie zur Absch\u00e4tzung von realistischen wie idealen Energie-Einsparpotenzialen<br \/>\n&#8211;\tBeauftragung von Steuergutachten zur Analyse des Ist-Zustandes und zur Erarbeitung steuerlicher Alternativen aus Sicht einer maximalen Energieeinsparung<br \/>\n&#8211;\tRechtsgutachten zur Bewertung der M\u00f6glichkeiten des Rechtsweges im Falle des Versagens des Bautr\u00e4gers und zur Erarbeitung von notwendigen Formulierungen<br \/>\n&#8211;\tBau\u00fcberwachung zur laufenden Qualit\u00e4tskontrolle und -sicherung.<br \/>\nIm Vorfeld wurde jedes zu untersuchende Problem bzw. Praxis-Detail auf seine Allgemeing\u00fcltigkeit hin gepr\u00fcft. Von Fall zu Fall wurde dabei Nicht-Allgemeing\u00fcltiges weggelassen bzw. im Interesse eines m\u00f6glichst hohen Erkenntnisgewinnes abstrahiert.<br \/>\nIm Ergebnis konnten eine Reihe von Problemkategorien erarbeitet und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge abgeleitet werden.<br \/>\nDie gesammelten Ergebnisse, Problemkategorisierungen und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge sprengen den Rahmen dieses Projektkennblattes. Sie k\u00f6nnen der zum Projektabschluss entstandenen Ratgeber-Brosch\u00fcre entnommen werden.<br \/>\nParallel zur messtechnischen Untersuchung fand eine umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit statt, die zum Projektende mit der Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse in Form der Brosch\u00fcre und einer Vielzahl von Fachartikeln ihren H\u00f6hepunkt fand.<br \/>\nMit der offiziellen Abschluss-Veranstaltung des Projektes am 30.Mai 2006, dem 1.Infotag Energieeffizient Bauen in Berlin, konnten die Projektpartner ihre Ergebnisse einer breiten \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren und das Projekt damit erfolgreich abschlie\u00dfen. Die in der Brosch\u00fcre dargestellten Ergebnisse bieten nun sowohl dem Bauherrn und interessierten Laien als auch dem Fachmann und ganz allgemein den Akteuren am Bau eine Vielzahl von sehr interessanten Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen. Dabei vermittelt die Brosch\u00fcre keine blo\u00dfen Theorien oder abstrakte Wahrheiten. Sie zeigt anschaulich und nachvollziehbar die Alltagspraxis, wie sie heute \u00fcberall in Deutschland am Bau anzutreffen ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde vielfach \u00f6ffentlich vorgestellt: Den Hauptanteil an seiner Verbreitung hatte die eigens daf\u00fcr eingerichtete Website www.energieeffizient-bauen.de, auf die im Laufe des Projektes \u00fcber 6000 mal zugegriffen wurde.<br \/>\nIm Verlauf des Projektes wurden zwei Busfahrten zu ausgew\u00e4hlten Bauobjekten durchgef\u00fchrt. Weitere Pr\u00e4sentationen des Projektes sind nachfolgend aufgef\u00fchrt:<br \/>\n&#8211;\t28.09.2005 Weiterbildungsveranstaltung der Baukammer Berlin<br \/>\n&#8211;\t24.02.2006 auf der vom Verband Beratender Ingenieure organisierten 4. Ingenieur- und Architektentagung anl\u00e4sslich der SolarEnergy in Berlin -Weltmesse f\u00fcr Erneuerbare Energien-<br \/>\n&#8211;\t23.01.2006 auf einem Handwerkerfr\u00fchst\u00fcck der Dachdeckerinnung Berlin<br \/>\n&#8211;\t30.05.2006 auf dem 1. Infotag Energieeffizient Bauen im Berliner NH-Hotel, der Abschlussveranstal-tung zum Projekt.<br \/>\nZudem wurde das Projekt von einer intensiven Pressearbeit begleitet und in einer 32seitigen Brosch\u00fcre dokumentiert und in hoher Auflage verbreitet. Fachzeitschriften wie Geb\u00e4ude-Energieberater, DDH, Moderne Energie &#038; Wohnen oder Sonnenenergie ver\u00f6ffentlichten Fach-Artikel. In der bundesweiten Tagespresse erschienen zwei eigens daf\u00fcr verfasste Artikelserien. Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit wird fortgef\u00fchrt und ist Bestandteil des Folgeprojektes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zum Anfang des Projektes stellten wir die Frage, ob das Potenzial der EnEV ausgesch\u00f6pft wird und wenn nicht, warum? Die Antwort, resultierend aus dem zur\u00fcckliegenden Projekt ist ein klares Nein. Die Frage, nach dem Warum, f\u00fchrte zielgerichtet zur Darstellung von 5 Problemkategorien, aus denen als logische Schlussfolgerung L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge erarbeitet wurden.Die Problemkategorien im Einzelnen:<br \/>\n1.\tFehlende Kommunikation der Beteiligten<br \/>\n2.\tFehlende Kompetenz bei Bauherren und Fachleuten<br \/>\n3.\tKonkurrierende\/ Hindernde Gesetzgebung und fehlende Anpassung mitber\u00fchrter Gesetzestexte<br \/>\n4.\tFehlende Honorierung von Energieeffizienz<br \/>\n5.\tUnklare VerantwortlichkeitenDie Untergliederung der Problemkategorien und die daraus abgeleiteten L\u00f6sungsans\u00e4tze sprengen den Rahmen dieses Fazits und sind im Detail in der Ratgeber-Brosch\u00fcre nachzulesen.<br \/>\nMit Erscheinen der Brosch\u00fcre und einer umfassenden Verbreitung der im Projekt gewonnenen Erkenntnisse in allen verf\u00fcgbaren Medien k\u00f6nnen alle Ziele des Projektes insbesondere des obersten, das Ener-gie bzw. CO2-Einsparungspotenzial im Rahmen von Geb\u00e4ude-Neubau und -Sanierung besser auszusch\u00f6pfen als erreicht betrachtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt Netzwerk energieeffizient Bauen ist eine Antwort auf die Herausforderungen der seit Februar 2002 g\u00fcltigen Energieeinsparverordnung EnEV. Die EnEV setzt neue Ma\u00dfst\u00e4be zur nachhaltigen Energieeinsparung und Minderung von CO2-Emissionen im Geb\u00e4udebereich. Gleichzeitig stellt sie neue Anforderungen an den Prozess von Geb\u00e4udeplanung und Baurealisierung. 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