  {"id":22761,"date":"2023-07-13T15:21:56","date_gmt":"2023-07-13T13:21:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19429-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:58","slug":"19429-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19429-01\/","title":{"rendered":"Randstreifen als Strukturelemente in der intensiv genutzten Agrarlandschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Saumstrukturen (Feldr\u00e4nder, Raine, Hecken) sind in der Agrarlandschaft in einem dramatischen R\u00fcckgang begriffen. Nach Sch\u00e4tzungen betr\u00e4gt der Anteil von S\u00e4umen an der Fl\u00e4che der Bundesrepublik Deutschland ca. 1,7 %. Im s\u00fcdlichen nieders\u00e4chsischen Tiefland entfallen auf jeden Hektar Ackerfl\u00e4che 113 lfd. m S\u00e4ume; in der B\u00f6rderegion Sachsen-Anhalts sind es mit 60 m nur knapp halb so viel. Aber auch Niedersachsen verf\u00fcgt \u00fcber B\u00f6rderegionen, die von der Landschaftsstruktur eher mit dem Magdeburger Gebiet zu vergleichen sind. Der Landkreis Wolfenb\u00fcttel umfasst ein solches Gebiet.<br \/>\nZiel des Vorhabens ist es, im Landkreis Wolfenb\u00fcttel die wirtschaftenden Landwirte zur Anlage von neuen Randstreifen zu gewinnen. Dazu soll die Akzeptanz bestehender Umweltprogramme erh\u00f6ht und die Auflage neuer Stilllegungsprogramme unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufgabe des Partners Landschaftspflegeverband Wolfenb\u00fcttel ist es, die Gesamtheit der Landwirte in der Region anzusprechen und unter Mitwirkung des Verbandnaturschutzes und der Naturschutzverwaltung Konzepte f\u00fcr streifenf\u00f6rmige Stilllegungsvarianten aufzustellen. Die Landwirte sind zu informieren und im g\u00fcnstigsten Falle zu Vertragsabschl\u00fcssen mit entsprechenden Mittelgebern zu f\u00fchren. Eine hohe Zahl von teilnehmenden Landwirten mit einer gro\u00dfen r\u00e4umlichen Verteilung im Zielgebiet wird angestrebt.<br \/>\nAufgabe der Arbeitsgruppe der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen ist es, den in der Region ablaufenden Prozess mit \u00f6konomischen, sozio-\u00f6konomischen und polit-\u00f6konomischen Kriterien zu analysieren, um die Erfolgs- und Hemmfaktoren herauszuarbeiten. Hierzu sind Analysen der Akteurskonstellationen sowie der etablierten Netzwerke erforderlich.<br \/>\nDie Verkn\u00fcpfung von Aktions- und Strategieaspekten ist unter ressourcen- und umwelt\u00f6konomischen Gesichtspunkten relevant. Bei einem erfolgreichen Handeln der Akteure k\u00f6nnen die Erfolgsfaktoren in die k\u00fcnftige Ausgestaltung und Umsetzung von Umweltprogrammen mit einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurde zusammen mit den regionalen Partnern aus Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung\/Politik eine kooperative, auf Freiwilligkeit beruhende und auf die regionalen Bed\u00fcrfnisse der intensiv genutzten Ackerb\u00f6rde abgestimmte Entwicklung und Erprobung von Naturschutzvorhaben und Agrarumweltma\u00dfnahmen umgesetzt. Um die Ausstattung mit naturnahen Lebensr\u00e4umen zu verbessern und ausreichend Refugien f\u00fcr wildlebende Tiere und Pflanzen in der Kulturlandschaft bereitzustellen, aber gleichzeitig den landwirtschaftlichen Betrieben nicht die wirtschaftlichen Entwicklungs-m\u00f6glichkeiten zu nehmen, wurden einerseits streifenf\u00f6rmige Extensivierungsstrukturen eingesetzt und andererseits Konzepte zur angemessenen finanziellen Kompensation entwickelt. So kamen einerseits heckenartige Streifen (finanziert aus der Eingriffsregelung) und Gew\u00e4sserrandstreifen (Nds. Gew\u00e4sserrandstreifenprogramm) dort zum Einsatz, wo Fl\u00e4chen l\u00e4ngerfristig aus der Produktion genommen werden sollen. Andererseits wurde die Ma\u00dfnahme Bl\u00fchstreifen, in der Landwirte Streifen hochproduktiver Schl\u00e4ge f\u00fcr bis zu 5 Jahre extensivieren, entwickelt, erprobt und mit Hilfe des Nieders\u00e4chsischen Landwirtschaftsministeriums erfolgreich ins Nieders\u00e4chsische Agrarumweltprogramm (NAU) integriert.<br \/>\nInsgesamt wurden in der Projektlaufzeit ca. 250 km Rand- und Bl\u00fchstreifen in der Region angelegt. Durch das Nieders\u00e4chsische Agrarumweltprogramm, das aus dem Vorhaben heraus initiiert wurde, entstanden im Landkreis Wolfenb\u00fcttel 127 ha Bl\u00fchstreifen, in ganz Niedersachsen waren es ca. 4000 ha. Neben den Landes-F\u00f6rdermitteln (Agrarumweltprogramme) wurden auch gezielte projektinterne Ma\u00dfnahmen entwickelt. Neuartige F\u00f6rderinstrumente wie Wettbewerbe und Betriebsentwicklungspl\u00e4ne (Hof-Naturschutzpl\u00e4ne) wurden erprobt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde auf wissenschaftlichen Tagungen, vornehmlich aus dem Bereich der Ressourcen\u00f6konomie und der Politischen \u00d6konomie diskutiert. Seminare zu Naturschutz und Naturschutzberatung wurden abgehalten und unterst\u00fctzt. Es erfolgten Publikationen in Zeitschriften und Sammelwerken. Popul\u00e4re Darstellungen erfolgten in der Regionalpresse. Regionale Messen (Harz und Heide, BS) und Fachausstellungen (DLG-Feldtage) dienten ebenfalls als Multiplikationsplattformen. Regionale Akteure aus Landwirtschaft und Naturschutz waren durch Feldveranstaltungen eingebunden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es hat sich gezeigt, dass Landwirte auch in Intensiv-Agrarregionen f\u00fcr das Anlegen von Saumstrukturen gewonnen werden k\u00f6nnen. Als hilfreich erwies sich die vermittelnde T\u00e4tigkeit einer intermedi\u00e4ren Organi-sation, hier in Gestalt eines Landschaftspflegeverbandes. Wenn es gelingt, F\u00f6rdermittel zielgerichtet an-zubieten und auf produktionstechnische Aspekte abzustimmen, stellt sich eine verbesserte Akzeptanz ein.<br \/>\nBl\u00fchstreifen sind eine wirksame Einstiegsma\u00dfnahme, die zwar naturschutzfachlich nicht allen Anforderungen gerecht wird; sie kann aber allein aufgrund der Masse erw\u00fcnschte Nebeneffekte erbringen. Aus der Teilnehmerschaft der Landwirte k\u00f6nnen aufgeschlossene Partner f\u00fcr weitergehende h\u00f6herwertige Ma\u00dfnahmen gewonnen werden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Saumstrukturen (Feldr\u00e4nder, Raine, Hecken) sind in der Agrarlandschaft in einem dramatischen R\u00fcckgang begriffen. 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