  {"id":22699,"date":"2023-07-13T15:21:53","date_gmt":"2023-07-13T13:21:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19321-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:53","slug":"19321-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19321-01\/","title":{"rendered":"Planungshilfen zur barrierefreien Umweltkommunikation und zum barrierefreien Naturerleben mit sieben Modulen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Bed\u00fcrfnisse behinderter Naturliebhaber werden in Europa bislang kaum ber\u00fccksichtigt. In den USA, Kanada, Australien und Neuseeland ist es bereits viel selbstverst\u00e4ndlicher, auch diese zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung in Planungen f\u00fcr barrierefreie Umweltkommunikation und barrierefreies Naturerleben einzubeziehen. Die bisherigen Projekte der Lebenshilfe Wittmund e.V. seit 1999 haben gezeigt, dass es auch in Deutschland eine gro\u00dfe Bereitschaft gibt, sich diesem Thema zu \u00f6ffnen. Leider fehlt es bislang an geeigneten Standards und Planungshilfen, um Barrierefreiheit gerade im Naturbereich auch wirklich herstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGemeinsam mit dem Projektpartner, dem Umweltbildungszentrum (RUZ) Schortens e.V., werden innerhalb eines Jahres Planungshilfen zur barrierefreien Umweltkommunikation und zum barrierefreien Naturerleben mit vorerst sieben Planungsmodulen (Anforderungsprofil, Ausstellungsplanung, Naturbeo-bachtung, Wege, Wassererkundung, leichte Sprache, DIN-Normen) erstellt und als Medienmix aufbereitet: In Papierform inklusive Sammelordner, auf CD-ROM und im Internet als barrierefreies Angebot mit eigener Domain, z.B. www.naturerlebnis-barrierefrei.de. Kurz vor Abschluss des Projektes wird eine Multiplikatorentagung zur Darstellung der Ergebnisse und zur weiteren Vernetzung durchgef\u00fchrt. Begleitend erfolgt Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des Projektes und zur Gewinnung weiterer Partner zur Schaffung eines dauerhaften Netzwerkes von Interessierten. Durch die Verkn\u00fcpfung der Bereiche Umweltschutz und Barrierefreiheit in den Planungshilfen k\u00f6nnen wesentliche Aspekte des Umweltschutzes realisiert werden. So dient die Planung (und Anlage) von Holzbohlenwegen in Gebieten mit empfindlicher Bodenvegetation (Hochmoor, D\u00fcnen, Salzwiesen, Seeufer etc.) neben der Besucherlenkung auch der Erschlie\u00dfung f\u00fcr behinderte G\u00e4ste. Durch die barrierefreie Planung und anschlie\u00dfende Gestaltung kann die Umweltbildung um eine neue Zielgruppe erweitert werden: Behinderte Menschen, die bislang von der Umweltbildung ausgeschlossen waren, k\u00f6nnen nun endlich auch gleichberechtigt an der Umweltkommunikation und am Naturerleben teilnehmen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt wurde, wie im Zeit- und Kostenplan vorgesehen, innerhalb von 12 Monaten planm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt. Es wurden sieben Planungshilfen zur Barrierefreiheit erarbeitet (PH 1: Basisinformationen, PH 2: Beobachtungs- und Aussichtspunkte, PH 3: Wassererkundung, PH 4: Wegegestaltung, PH 5: Ausstellungen, PH 6: Umweltvermittlung in leichter Sprache, PH 7: DIN-Normen). Die Planungshilfen selber wurden nach Barrierefrei-Kriterien gestaltet: gro\u00dfe Schrift, gute Kontraste, leichte Sprache. Die Aufbereitung erfolgte in einem Medienmix, der ebenfalls unter Barrierefrei-Kriterien gestaltet wurde. Zun\u00e4chst wurde jede Planungshilfe (Umfang ca. 12 &#8211; 20 Seiten) als Print-Version in einer Auflage von 1.000 Exemplaren gedruckt. Alle Planungshilfen zusammen sind auch in einem A4-Sammelordner erh\u00e4ltlich, der zus\u00e4tzlich mit einem R\u00fcckmeldebogen zur Evaluation versehen ist.<br \/>\nDes Weiteren wurden alle Planungshilfen auf eine CD-ROM gepresst, die sowohl einzeln abgegeben werden oder auch in den Sammelordner integriert werden kann und dort auf einem Clip aufgebracht wird. Gem\u00e4\u00df den Barrierefrei-Kriterien sind die Planungshilfen auf der CD in zwei alternativen Formaten gespeichert: Im pdf-Format mit Bildern und Grafiken und im Word-Format als Text-Version ohne Grafiken f\u00fcr blinde und sehbehinderte NutzerInnen. Ein W\u00f6rterbuch der leichten Sprache wurde zus\u00e4tzlich auf der CD integriert. Au\u00dferdem wurden die Planungshilfen in der barrierefreien Homepage www.natur-fuer-alle.de zur Verf\u00fcgung gestellt. Alle Planungshilfen sind im html-Format navigierbar, alle Bilder und Grafiken sind mit Text hinterlegt und die Schriftgr\u00f6\u00dfe ist individuell einstellbar. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen alle Planungshilfen auch von der Homepage im pdf-Format als Download abgerufen werden. Mit der Erstellung dieses Angebotes ist erstmalig in Deutschland ein Angebot zur Barrierefrei-Planung im Naturerlebnis und in der Umweltkommunikation geschaffen worden. Es wurde bei der Darstellung aller Naturerlebnis-Angebote darauf geachtet, dass sie unter Kriterien der Nachhaltigkeit erfolgen: Die Naturaktivit\u00e4ten erfolgen per Muskel- oder Solarantrieb. Bei der Verwirklichung im Bereich der Wegegestaltung k\u00f6nnen weitere \u00f6kologische Aspekte durch effektive Besucherlenkung erreicht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit war ein wichtiges Anliegen in diesem Projekt. So wurde zu Beginn und zum Abschluss des Projektes je eine Pressekonferenz am Sitz des Tr\u00e4gers organisiert  Neben den Berichten in den lokalen Zeitungen (vgl. dazu den Pressespiegel) liefen die Pressemeldungen auch \u00fcber die Agenturen dpa und epd. Beide Pressekonferenzen wurden auch nachbereitet, d.h. die Pressemeldung wurde an Mailinglisten sowie an einen Verteiler von rund 400 Medien und Organisationen aus den Bereichen Natur und Umwelt, Behinderung, Reise und Tourismus verschickt.<br \/>\nIm Februar 2003 f\u00fchrte das Projekt au\u00dferdem eine Fachtagung f\u00fcr Multiplikatoren im ZUK in Osnabr\u00fcck durch. Dort wurden den \u00fcber 60 Teilnehmern (vorwiegend aus dem Umweltbereich) die Planungshilfen und die zu Grunde liegende Philosophie der Barrierefreiheit pr\u00e4sentiert. In Kooperation mit der Presse-stelle der DBU wurde auch hier eine Pressemeldung erstellt. Durch die Zusammensetzung der Teilnehmer (aus Deutschland, den Niederlanden und D\u00e4nemark) wurde deutlich, dass es einen internationalen Trend in dieser Frage gibt.<br \/>\nEnde M\u00e4rz 2003 wurde das Projekt auf der Mitgliederversammlung von EUROPARC-Deutschland in Angerm\u00fcnde pr\u00e4sentiert und mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Realisierung des Projektes Natur f\u00fcr alle wurde in Deutschland ein wichtiger Schritt zur Verbindung der Bereiche Umweltschutz und Barrierefreiheit erreicht. Diese bislang oft getrennten Anliegen wurden im Projekt verkn\u00fcpft und der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert. Die Offenheit der Naturverantwortlichen f\u00fcr die Anliegen der Barrierefreiheit konnte erstmals mit der Schaffung von Standards zur systematischen Planung und Einbeziehung behinderter Menschen unterf\u00fcttert werden. Dies f\u00fchrt langfristig dazu, dass eine neue Zielgruppe f\u00fcr die Umweltbildung erreicht wird, die bisher h\u00e4ufig von den Angeboten ausgeschlossen bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Bed\u00fcrfnisse behinderter Naturliebhaber werden in Europa bislang kaum ber\u00fccksichtigt. In den USA, Kanada, Australien und Neuseeland ist es bereits viel selbstverst\u00e4ndlicher, auch diese zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung in Planungen f\u00fcr barrierefreie Umweltkommunikation und barrierefreies Naturerleben einzubeziehen. 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