  {"id":22554,"date":"2024-11-29T10:32:45","date_gmt":"2024-11-29T09:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19122-01\/"},"modified":"2024-11-29T10:32:45","modified_gmt":"2024-11-29T09:32:45","slug":"19122-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19122-01\/","title":{"rendered":"Produkt\u00f6kobilanz nichtwassermischbarer K\u00fchlschmierstoffe auf Basis von Mineral\u00f6l, pflanzlichen \u00d6len sowie Altspeisefetten und technischen tierischen Fetten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>K\u00fchlschmierstoffe (KSS) sind in der Regel mineral\u00f6lbasierte Produkte, die arbeitsphysiologisch bedenklich sind, gebraucht gelten sie als Sonderabf\u00e4lle. Das Gesamtaufkommen nichtwassermischbarer KSS betr\u00e4gt in Deutschland etwa 50.000 t pro Jahr. Umwelt- und arbeitsvertr\u00e4gliche Alternativen k\u00f6nnen Ester auf Basis pflanzlicher \u00d6le oder tierischer Fette sein. Im Vorhaben 17205 wurde eine erste Screeninganalyse solcher Schmierstoffe erstellt, eine umfassende \u00f6kologische Bewertung der Produkte fehlt bisher jedoch. Ziel dieses Vorhabens ist daher eine vergleichende Analyse von Referenzprodukten aus den drei Gruppen von K\u00fchlschmierstoffen aus Mineral\u00f6l, Pflanzen\u00f6l- und Tierfettester.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenLCE Consulting GmbH erstellt eine Analyse und Bewertung der drei Gruppen von KSS mittels vergleichender Produkt\u00f6kobilanz in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern des DBU-Projektes K\u00fchlschmierstoffe aus Altspeisefetten und technischen tierischen Fetten (Az 17205). Ihre Aufgaben umfas-sen die Datenrecherche und -verwaltung, die Modellierung der Lebenswege von der Wiege bis zur Bahre einschlie\u00dflich sinnvoller Szenarien sowie die Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse.<br \/>\nDie Lebenswege in Deutschland verwendeter nichtwassermischbarer KSS werden beginnend bei der Rohstoffgewinnung und endend mit der Verwertung bzw. der endg\u00fcltigen Entsorgung untersucht. Aufgrund der am Markt befindlichen Produktvielfalt an nichtwassermischbaren KSS erfolgt f\u00fcr die mineral\u00f6lbasierten Produkte die Untersuchung an einem Referenzprodukt auf Grundlage von Absatzzahlen und f\u00fcr die nativ basierten anhand der Ergebnisse zweier vorangegangener DBU-Projekte bez\u00fcglich ihrer technischen Eignung. Stellvertretend f\u00fcr die pflanzen\u00f6lesterbasierten KSS wird ein Raps\u00f6lester untersucht. Daten aus der Nutzungsphase stammen aus dem Einsatz der beiden Referenzprodukte in der Serienfertigung, die im Rahmen eines vorangegangenen DBU-Projektes stattfand. Daten zur Herstellung und zum Einsatz von tierfettesterbasierten Produkten hingegen liefert das laufende DBU-Projekt. Hierbei gilt es zu kl\u00e4ren, inwieweit Tierfett als Rohstoff oder als Abfall zur Verwertung anzusehen ist. Bei der Entsorgung gebrauchter KSS ist f\u00fcr alle drei Referenzprodukte zu bestimmen, welche stofflichen als auch energetischen Verwertungsm\u00f6glichkeiten \u00f6kologisch (und \u00f6konomisch) die gr\u00f6\u00dften Vorteile erbringen und wie hoch die daraus resultierenden Umweltwirkungen im Vergleich untereinander sind.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit Hilfe einer softwaregest\u00fctzten Stoffstromanalyse wurden drei nichtwassermischbare K\u00fchlschmierstoffe (Ester) zur Metallbearbeitung auf Basis von Mineral\u00f6l, pflanzlichen \u00d6len sowie technischen tierischen Fetten hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen f\u00fcr den gesamten Lebensweg (von der Wiege bis zur Bahre) bewertet. Die Daten f\u00fcr den tierfettbasierten Ester stammten aus dem DBU-Praxisvorhaben Az 17205, diejenigen f\u00fcr die Vergleichslinien aus verschiedenen Literaturquellen.<br \/>\nAnhand ihrer Umweltwirkungen wurde beurteilt, ob der native tierfettbasierte Schmierstoff neben technischen und arbeitsphysiologischen Vorteilen, auf die das Praxisvorhaben bereits hindeutet, auch aus \u00f6kologischer Sicht den Vergleichslinien vorzuziehen ist. Als Umweltwirkungen wurden der Treibhauseffekt, das Versauerungs- und Eutrophierungspotential, Sommersmoggef\u00e4hrdung, endlicher Ressourcenverbrauch sowie \u00d6kotoxizit\u00e4t (\u00fcber Krebsrisikopotential und Emission lungeng\u00e4ngiger St\u00e4ube) ber\u00fcck-sichtigt. Die Analyse wurde mittels Sensitivit\u00e4tsszenarien abgesichert. Aus dem Umfang ihrer Umweltwirkungen ergab sich f\u00fcr die drei Schmierstofflinien folgende Rangfolge:<br \/>\nDer Tierfett-2-Ethyl-1-Hexyl-Ester ist g\u00fcnstiger zu bewerten als der untersuchte Raps\u00f6l-2-Ethyl-1-Hexyl-Ester und dieser wiederum verursacht weniger Umweltwirkungen als ein mineral\u00f6lbasierter Ester.<br \/>\nDie beiden nativ basierten Schmierstoffe sind eindeutig g\u00fcnstiger zu bewerten als der mineral\u00f6lbasierte. Werden die Grundannahmen der Analyse variiert, wie beispielsweise die Bewertung des Tierfettes als Abfall statt als Sekund\u00e4rrohstoff, die Verwendung von Palm\u00f6l statt Raps\u00f6l als Grund\u00f6l oder erh\u00f6hte Verbrauchswerte f\u00fcr den tierfettbasierten Schmierstoff \u00e4ndert sich an dieser Rangfolge nichts. Unter der Voraussetzung, dass die letzten technischen Probleme des tierfettbasierten Schmierstoffes gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, ist also insgesamt von einer Umweltentlastung durch den Einsatz eines tierfettesterbasierten nichtwassermischbaren K\u00fchlschmierstoffs auszugehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentation auf Messen im Jahr 2003: HannoverMesse Industrie (7.-12.4), ACHEMA Frankfurt (19.-24.5.), naro.tech Erfurt (11.+12.9.), BIOTECHNICA Hannover (7.-9.10.) sowie auf int. wiss. Veranstaltun-gen: 2nd Int. Conf. on Tribology in Environmental Design 2003, Bournemouth, GB (8.-10.9.), 4. Int. Symposium Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen Erfurt, 11.\/12.9. Publikation als Coolants based on Native Fat Ester &#8211; Comparative Life Cycle Assessment. A. Hansen, M. Flake, T. Dettmer, R. Bock. In: Materials and Design (Special Issue) http:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.matdes.2004.08.008.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Vorteile aus einer begleitenden LCA konnten im Verlauf des Vorhabens nicht erzielt werden, da sich der praktische Einsatz des Schmierstoffs auf Basis eines Tierfettesters verz\u00f6gerte. Die aus diesen Ver-suchen erwarteten Kennwerte zu Verbrauchskennzahlen und Ausschleppung konnten daher nicht gewonnen werden, um die Aussagen aus der existierenden Screeninganalyse  zu verifizieren.<br \/>\nDas Gesamtziel des Vorhabens, mittels einer Stoffstromanalyse die Umweltwirkungen der Schmierstoff-varianten zu ermitteln und zu vergleichen, konnte aber &#8211; wenn auch mit einiger Verz\u00f6gerung &#8211; erfolgreich abgeschlossen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens K\u00fchlschmierstoffe (KSS) sind in der Regel mineral\u00f6lbasierte Produkte, die arbeitsphysiologisch bedenklich sind, gebraucht gelten sie als Sonderabf\u00e4lle. Das Gesamtaufkommen nichtwassermischbarer KSS betr\u00e4gt in Deutschland etwa 50.000 t pro Jahr. Umwelt- und arbeitsvertr\u00e4gliche Alternativen k\u00f6nnen Ester auf Basis pflanzlicher \u00d6le oder tierischer Fette sein. 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