  {"id":22547,"date":"2023-07-13T15:21:42","date_gmt":"2023-07-13T13:21:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19112-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:43","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:43","slug":"19112-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19112-01\/","title":{"rendered":"Erprobung von wirksamen Verfahren zur Vereinbarkeit von Klimaschutzverordnung (W\u00e4rmeschutzverordnung) und Erhaltung historischer Wand- und Deckenmalereien in B\u00fcrgerh\u00e4usern des UNESCO-Weltkulturerbes Altstadt L\u00fcbeck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der europaweit quantitativ und qualitativ einmalige Bestand an mittelalterlichen und fr\u00fchneuzeitlichen Wand- und Deckenmalereien in den B\u00fcrgerh\u00e4usern der Weltkulturerbestadt L\u00fcbeck ist in der Mehrzahl nutzungsbedingt und bauphysikalisch schwierigen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Besonders die Ver\u00e4nderung des Raumklimas durch moderne Heizsysteme und W\u00e4rmed\u00e4mmma\u00dfnahmen gem\u00e4\u00df Klimaschutzverordnung stellen die Ursache verschiedener typischer Schadensbilder, insbesondere Salzausbl\u00fchungen an den W\u00e4nden, Schwund- und Dehnungsrissen an den Holzdecken dar. Entsprechende Beobachtungen in den vergangenen Jahren waren Anlass, anhand von 4 Haupt- und 3 Referenzobjekten (Wandmalereien) eine wissenschaftliche Untersuchung zu M\u00f6glichkeiten einer klimatischen Abtrennung der empfindlichen historisch wertvollen Ausstattungen vom Raumklima z. B. durch Einhausung durchzuf\u00fchren. Die K\u00fcrze des Beobachtungszeitraums und die geringe Zahl der Testobjekte konnte realistischerweise noch nicht zur Formulierung allgemeing\u00fcltiger Empfehlungen f\u00fcr Eigent\u00fcmer und Denkmalpfleger im Umgang mit Wand- und Deckenmalereien im bewohnten Raum f\u00fchren. Ziel im Rahmen des Vorprojektes war deshalb zun\u00e4chst, anhand der Erfahrungen und Ergebnisse die Forschungsdesiderate aufzuzeigen und die Fragestellungen f\u00fcr weiterf\u00fchrende Forschungen zu pr\u00e4zisieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAnamnese der Objekte und ihrer Umgebung restauratorisch, naturwissenschaftlich, bauhistorisch:<br \/>\n&#8211;\trestauratorische Schadensbilder (Restaurator)<br \/>\n&#8211;\tdarauf bauend Salz-, Feuchte-, Bindemittel-, Pigment- und Pilzanalysen (ZMK und FH Hildesheim)<br \/>\nKlimamessungen vor und hinter der Einhausung (ZMK\/Restaurator)<br \/>\n&#8211;\tFormulierung der klimatischen Idealumgebung und Einhausung bzw. Verbesserung vorhandener Einhausungen (Restaurator, FH Hildesheim, ZMK, Denkmalpflege, Eigent\u00fcmer)<br \/>\nDokumentation und Bericht (Denkmalpflege in Kooperation mit Projektpartnern und Restaurator)<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Vorprojekt hat die Grundlagen geschaffen, um gezielte Forschung zu erm\u00f6glichen. Es wurde erarbeitet, welche Parameter zur Beurteilung der bestehenden bzw. neu konzipierten Einhausungen abgefragt werden m\u00fcssen und wie die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen und konservatorischen Untersuchungen in Beziehung zu einander gebracht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie sehr komplexen und unterschiedlichen bauphysikalischen Einflussfaktoren bei den verschiedenen Objekten wurden im Zuge der Untersuchungen definiert, jedoch erst ansatzweise erfasst. Da w\u00e4hrend der Projektlaufzeit sowohl die Restaurierung als auch teilweise einschneidende bauliche Ver\u00e4nderungen im Umfeld einzelner Malereien durchgef\u00fchrt wurden, dokumentieren die erhobenen Klimadaten bisher noch nicht den endg\u00fcltigen Klimastatus. Entsprechend sind die Ergebnisse zur Schutzwirkung der ver-schiedenen Einhausungen noch vorl\u00e4ufig. Ein l\u00e4ngerer Beobachtungszeitraum und der Einbezug weiterer bauphysikalischer Parameter ist f\u00fcr definitive Aussagen notwendig. Unter diesem Vorbehalt lassen sich folgende Aussagen treffen: einfaches Glas, Holz, Rigips und Stoff reichen in der Regel nicht aus, die Malereien vor den Klimaschwankungen im bewohnten Raum zu sch\u00fctzen. F\u00fcr definitive Aussagen ist jedoch eine Fortsetzung der Beobachtung der Objekte unter Einbezug weiterer Einflussfaktoren zwingend erforderlich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\t20.5.02 Pressekonferenz und Information der Eigent\u00fcmer<br \/>\n&#8211;\t18.2.03 Zwischenbericht<br \/>\n&#8211;\t28.6.04 Vortrag Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste Dresden von Dr. Hans-J\u00fcrgen Schwarz, ZMK: Ergebnisse des DBU-gef\u00f6rderten Projektes zum Erhalt von Wandmalereien in L\u00fcbecker B\u00fcrgerh\u00e4usern durch vorgebaute Einhausungen<br \/>\n&#8211;\tProjektbegleitend fortlaufende Dokumentation der naturwissenschaftlichen Berichte unter archaeo-metrielabor.com-\tOnline-Publikation des Projektes unter hericare.de<br \/>\n&#8211; L\u00fcbeck<br \/>\n&#8211; Klimaschutz und Wandmalerei<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das hiermit abgeschlossene Vorprojekt stellt einen unverzichtbaren und wichtigen Baustein zur Erhaltung des gef\u00e4hrdeten Bestandes an wertvollen historischen Wandmalereien in L\u00fcbecker Altstadth\u00e4usern dar. Es konnten erste wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Qualit\u00e4t verschiedener Konstruktionen und Materialien zur Abdeckung von Wandmalerei, sowie wichtige methodische Erkenntnisse gewonnen werden.<br \/>\nDer Konflikt zwischen den gesetzlich vorgeschriebenen Ma\u00dfnahmen zum Schutz des Klimas und dem ebenfalls gesetzlich verankerten Schutz des kulturellen Erbes wird meist zu Ungunsten der architektur-gebundenen Wandmalereien ausgetragen. F\u00fcr die denkmalpflegerische Praxis ist deshalb die Entwicklung eines praktikablen und kosteng\u00fcnstigen Verfahrens, die Malereien zu sch\u00fctzen, von gr\u00f6\u00dfter Dringlichkeit. Hier stellt die Einhausung einen vielbegangenen, jedoch bisher kaum wissenschaftlich hinterfragten Weg dar. Das Vorprojekt ist ein erster Schritt, diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Gleichzeitig stellt das Projekt den ersten Ansatz zur Erforschung einer Fragestellung dar, zu der bisher noch keinerlei Untersuchungen vorliegen.<br \/>\nAn vier Haupt- und drei Referenzobjekten in verschiedenen L\u00fcbecker Altstadth\u00e4usern wurden Einhausungen aus Glas (verglaste Wandnische), Holz (mit Holzklappen verschlossene Nische), Kalkputzwand (verputzte Reetmatten auf Fichtenbretterwand), Stoff (Leinwand, r\u00fcckseitig kaschiert und einfach), und Gipskarton, sowie ohne Verkleidung (wenig genutzter Raum, Kastenfenster 19. Jd.) hergestellt oder bestehende verbessert und hinsichtlich ihrer klimatisierenden Wirkung beobachtet. Dazu wurden die Mauersalze bestimmt und die Entwicklung der Mikrobiologie an den einzelnen Objekten beobachtet. Ziel war es, ein Idealklima zu definieren und innerhalb der Einhausung herzustellen, bei dem die jeweils vorhandenen Salze in L\u00f6sung bleiben bzw. m\u00f6glichst nicht umkristallisieren und gleichzeitig ein mikrobiologisches Wachstum verhindert wird.<br \/>\nDer zeitliche Rahmen des Projektes erm\u00f6glichte nicht die \u00dcberpr\u00fcfung der Nachhaltigkeit der Ma\u00dfnahmen unter Ber\u00fccksichtigung der komplexen und z.T. noch w\u00e4hrend der Projektlaufzeit ver\u00e4nderten baulichen und bauphysikalischen Bedingungen der einzelnen Untersuchungsobjekte. F\u00fcr allgemeing\u00fcltige Aussagen zur Nachhaltigkeit der verschiedenen Einhausungsvarianten ist eine Fortsetzung der Untersuchungen unter Einbezug weiterer Parameter und Objekte unbedingt geboten. Es ist deshalb zu hoffen, dass es gelingt, ein solches Folgeprojekt anzusto\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der europaweit quantitativ und qualitativ einmalige Bestand an mittelalterlichen und fr\u00fchneuzeitlichen Wand- und Deckenmalereien in den B\u00fcrgerh\u00e4usern der Weltkulturerbestadt L\u00fcbeck ist in der Mehrzahl nutzungsbedingt und bauphysikalisch schwierigen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. 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