  {"id":22499,"date":"2023-07-13T15:21:39","date_gmt":"2023-07-13T13:21:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/19038-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:40","slug":"19038-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/19038-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines nachhaltigen Konzeptes zur Ver- und Entsorgung (Energie\/Abwasser) gro\u00dfer Liegenschaften am Beispiel des Klosters Stift zum Heiligengrabe &#8211; Machbarkeitsstudie"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei dem vorliegenden Energiekonzept am Beispiel des Klosterstiftes Heiligengrabe wurde untersucht, ob unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen Eingriffe in historisch wertvolle Substanz der Aufbau eines Nahw\u00e4rmenetzes zur zentralen Energieversorgung mittels einer Holzhackschnitzelanlage wirtschaftlicher und denkmalgerechter ist als der Aufbau einer dezentralen W\u00e4rmeversorgung mit Verlegung eines Gasnetzes. F\u00fcr die zentrale W\u00e4rmeversorgung wurde der Einsatz einer Holzhackschnitzelheizanlage gepr\u00fcft, da das Kloster \u00fcber ca. 1.600 ha eigenen Wald verf\u00fcgt. In einem hierf\u00fcr zu gr\u00fcndenden Eigenbetrieb w\u00fcrden in einer strukturschwachen Region Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIm Zuge der Gesamtsanierung der Klosteranlage ist es weiter erforderlich, \u00fcber den zuk\u00fcnftigen Umgang mit der Ressource Wasser im Sinne der Nachhaltigkeit Festlegungen zu treffen. Zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt wird das anfallende Abwasser in das klostereigene, sanierungsbed\u00fcrftige Kanalsystem eingeleitet und anschlie\u00dfend zentral entsorgt. Es steht somit nicht mehr f\u00fcr eine Mehrfachnutzung zur Verf\u00fcgung. Der Wasserkreislauf ist aufgebrochen. Ziel der Studie ist es, ein Konzept zu entwickeln, das die kleinr\u00e4umige Schlie\u00dfung des Wasserkreislaufes bewirkt, die Aufbereitung des verunreinigten Wassers, entstehungsnahe Wiederverwendung und Mehrfachnutzung des Wassers als \u00f6kologisch vorteilhaft nachweist. Als regionales Beispiel f\u00fcr einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Trinkwasser wird das Kloster Impulse f\u00fcr die Region ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEnergieteil:<br \/>\n\u00b7\tAbstimmung eines forstwirtschaftlichen Nutzungskonzeptes mit der zust\u00e4ndigen F\u00f6rsterin<br \/>\n\u00b7\tErmittlung des zu erwartenden W\u00e4rmebedarfes und -verbrauches der Gesamtliegenschaft unter Ber\u00fccksichtigung der \u00f6konomischen und zeitlichen Realisierungsm\u00f6glichkeiten<br \/>\n\u00b7\tDimensionierung eines Nahw\u00e4rmenetzes<br \/>\n\u00b7\tDimensionierung eines Gasnetzes f\u00fcr die dezentrale W\u00e4rmeversorgung<br \/>\n\u00b7\tBerechnung der Investitionskosten f\u00fcr beide L\u00f6sungen<br \/>\n\u00b7\tErmittlung der Betriebs- und Wartungskosten f\u00fcr beide L\u00f6sungen<br \/>\n\u00b7\tWirtschaftlichkeitsberechnung unter Ber\u00fccksichtigung der VDI 2067<br \/>\n\u00b7\tVergleich beider L\u00f6sungswege unter Ber\u00fccksichtigung der Eingriffe in die denkmalwerte Bausubstanz, der Emissionen und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen<br \/>\nAbwasserteil:<br \/>\n\u00b7\tVoruntersuchung\/Bestandsaufnahme und Festlegung der Grobkonzeption<br \/>\n\u00b7\tAnalytische Projektbewertung zur Festlegung gemeinsamer Parameter<br \/>\n\u00b7\tPlanungskonzeption der L\u00f6sungen f\u00fcr die einzelnen Kloster-Bereiche<br \/>\n\u00b7\tAbstimmungsgespr\u00e4che und Schnittstellendefinition mit den Fachplanern<br \/>\n\u00b7\tHarmonisierung mit Fachplanern<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der Studie konnte der Nachweis erbracht werden, dass unter Ber\u00fccksichtigung einer 20%igen F\u00f6rderung das Nahw\u00e4rmekonzept mit Errichtung einer zentralen W\u00e4rmeerzeugung mittels Holzhackschnitzelheizung und \u00f6lbefeuertem Spitzenlastkessel eine wirtschaftlich und \u00f6kologisch darstellbare L\u00f6sung darstellt. Ausschlag gebend hierf\u00fcr waren die sehr g\u00fcnstigen Holzeinstandspreise, die geringeren Investitionskosten bei den \u00dcbergabestationen und die geringeren Eingriffe bzw. Ver\u00e4nderungen an der vorhandenen denkmalwerten Bausubstanz. Bewertungsparameter f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit waren im Wesentlichen die aus der Navaros-Evaluierungsstudie ermittelten Kriterien f\u00fcr die erforderlichen Kennwerte f\u00fcr W\u00e4rmedichte im Netz, 70%ige W\u00e4rmeabnahme bei der Inbetriebnahme sowie Einhaltung von maximalen spezifischen Kosten bei der Errichtung des Nahw\u00e4rmenetzes. Alle diese Parameter konnten in der vorliegenden Machbarkeitsstudie positiv erf\u00fcllt werden.<br \/>\nBei der weiteren Umsetzung ist insbesondere noch eingehend zu pr\u00fcfen, welche Art der Brennstoffaufbereitung und Brennstofflagerung waldnah oder einrichtungsnah unter der Ber\u00fccksichtigung der genannten Parameter in der Studie letztlich die beste L\u00f6sung darstellt. Des Weiteren ist in der Ausf\u00fchrungsplanung zu pr\u00fcfen, durch welche Betriebsparameter des Nahw\u00e4rmenetzes der nicht unerhebliche Stromverbrauch der Umw\u00e4lzpumpen reduziert werden kann.<br \/>\nIn der Studie konnte weiter der Nachweis gef\u00fchrt, dass das Kloster durch den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser, durch Wiederverwendung und Mehrfachnutzung neben \u00f6kologischen Erfolgen auch \u00f6konomische Vorteile zu erwarten hat. Die vorhandene wasserwirtschaftliche Infrastruktur im Kloster Stift l\u00e4sst die Errichtung und den Betrieb innovativer, dezentraler Nutzwasserr\u00fcckgewinnungsanlagen zu und kann beispielgebend f\u00fcr die Region wirken.<br \/>\nDie Studie dient als Diskussionsgrundlage f\u00fcr die weiteren Umsetzungsschritte des Gesamtprojektes, die da w\u00e4ren<br \/>\n\u00b7\tEinholen des Votums der Gemeindevertreter und damit des Wasser- und Abwasserzweckverbandes<br \/>\n\u00b7\tTransdiziplin\u00e4res Projektteam (Forum mit externen Fachleuten)<br \/>\n\u00b7\tEinholen des Votums des Landrates und der Amtsverwaltung mit Fachabteilungen<br \/>\n\u00b7\tKreis\u00e4mterkonferenz mit Fachbeh\u00f6rden (Wasser-, Abfall-, Gesundheits-, und Kommunalaufsicht)<br \/>\n\u00b7\tEinholen des Votums der Landesbeh\u00f6rden (LUA und MLUR)<br \/>\n\u00b7\tBauvoranfrage an den Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit der \u00dcberpr\u00fcfung auf Genehmigungsf\u00e4higkeit<br \/>\n\u00b7\tGgf. Abkopplung des gesamten Netzes, um den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Nutzen zu erzielen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine Nahw\u00e4rmeversorgung mit Holzfeuerung f\u00fcr die Geb\u00e4ude des Klosters Stift zum Heiligengrabe l\u00e4sst sich bei einer F\u00f6rderung von mindestens 20 % wirtschaftlich betreiben. Es kann ein geringer Vorteil gegen\u00fcber der Variante mit Einzelheizungen von 500 \u0080 erzielt werden. Die Jahreskosten betragen ca. 111.500 \u0080, was einem W\u00e4rmepreis von 7,2 ct\/kWh entspricht.<br \/>\nWird f\u00fcr die Nahw\u00e4rmeversorgung mit Holzfeuerung keine F\u00f6rderung erhalten, entstehen gegen\u00fcber der Variante Einzelheizungen j\u00e4hrliche Mehrkosten von 14.600 \u0080.<br \/>\nBedingt durch Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten ergibt sich die Notwendigkeit, infrastrukturelle \u00dcberlegungen anzustellen, wasserwirtschaftlich und technisch notwendige L\u00f6sungen herbeizuf\u00fchren. Das Kloster Stift zum Heiligengrabe hat formuliert, zuk\u00fcnftig mit der Ressource Trinkwasser nachhaltig umzugehen. Alle k\u00fcnftigen Erweiterungsvorhaben, die noch nicht am zentralen Netz sind, werden konsequent als dezentrale Vorhaben ausgebaut, die komplette Abkopplung der Abwasseranlagen vom zentralen \u00f6ffentlichen Netz soll erkl\u00e4rtes Fernziel sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei dem vorliegenden Energiekonzept am Beispiel des Klosterstiftes Heiligengrabe wurde untersucht, ob unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen Eingriffe in historisch wertvolle Substanz der Aufbau eines Nahw\u00e4rmenetzes zur zentralen Energieversorgung mittels einer Holzhackschnitzelanlage wirtschaftlicher und denkmalgerechter ist als der Aufbau einer dezentralen W\u00e4rmeversorgung mit Verlegung eines Gasnetzes. 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