  {"id":22451,"date":"2023-07-13T15:21:35","date_gmt":"2023-07-13T13:21:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18959-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:37","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:37","slug":"18959-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18959-01\/","title":{"rendered":"Internationales Symposium Green Biorefinery"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Entwicklung von Bioraffinerien wird der Schl\u00fcssel f\u00fcr den Zugang zu einer integrierten Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, Chemikalien, Werkstoffen, Gebrauchsg\u00fctern und Kraftstoffen der Zukunft sein. Die Fachtagung f\u00fchrt die internationalen Akteure, die auf dem jungen Gebiet der \u0082Biobased Industrial Products and Biorefinery Systems t\u00e4tig sind zusammen. Dabei wird der wissenschaftliche und technische Stand der Entwicklung von Bioraffinerie-Systemen aufgezeigt und der zuk\u00fcnftige Forschungs- und Entwicklungsbedarf definiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUnter den Keywords  Bioraffinerie\/Gr\u00fcne Bioraffinerie  Innovation-Modell-Wachstumskern  RegionalInterdisziplin\u00e4r-International\/Global werden die f\u00fcr eine fortschreitende Entwicklung von BioRaffinerie-Systemen notwendigen Eckpfeiler und Schwerpunkte abgesteckt. Schwerpunkte der Tagung werden ne-ben der Entwicklung von BioRaffinerie-Produktlinien die verst\u00e4rkte Einbindung von interdisziplin\u00e4rer universit\u00e4rer Grundlagen- und angewandter naturwissenschaftlicher Forschung, die internationale Kooperation, sowie die Betriebswirtschaft sein. Erstmalig wird in einem gr\u00f6\u00dferen Rahmen auch \u00fcber die volkswirtschaftliche Dimension von BioRaffinerie\/Gr\u00fcne BioRaffinerie-Entwicklungen fachkundig diskutiert. Nach einer Einf\u00fchrung in die globalen wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Entwicklung von biobasierten Produkten und Technologien, folgt die Pr\u00e4sentation des Standes der  international unterschiedlichen Ans\u00e4tze von BioRaffinerie-Systemen, ein \u00dcberblick zur Gr\u00fcnlandwirtschaft in Deutschland und die Vorstellung erster Ergebnisse zur  Analytik der Inhaltsstoffe von BioRaffinerierohstoffen, wie Biomassereststoffe und deren Konversionsprodukte. Weitere BioRaffinerieschwerpunkte werden die  biologische und chemische Stoffwandlung und deren Produkte und die  biologische und energetische Stoffwandlung und deren Produkte sein. Abgerundet wird das Tagungsprogramm durch  \u00f6konomische und \u00f6kobilanzierende Betrachtungen von biologischen Rohstoffen und deren Verarbeitungsstufen und Produkten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das wissenschaftliche Programm wurde mit einem fast einst\u00fcndigen exzellenten Plenarvortrag von L. D. Clements (Lincoln, NE, USA) zum Thema BioRefinery Strategies for the Integrated Production of Industrial Chemicals er\u00f6ffnet. In dem geteilten Vortrag wurde zun\u00e4chst auf die Ziele und Strategien des US-amerikanischen Programms Biobased Industrial Products eingegangen. L.D. Clements stellte dar, dass es Ziel von Regierung und Industrie ist, bis zum Jahre 2020 25% der Organischen Grundstoffe (90% des US-Eigenbedarfs) und 10% der \u00d6le und Kraftstoffe (50% des US-Eigenbedarfs, Bewertungsstand 1995) auf Basis von biologischen Rohstoffen zu erzeugen. Im zweiten Teil wurde auf verschiedene industrielle Bioraffineriekonzepte eingegangen, insbesondere auf die Lignocellulose Feedstock (LCF)-Biorefinery.<br \/>\nDas komplexe Thema BioRaffinerie wurde anschliessend auf 6 Schwerpunkte focussiert. Im Schwerpunkt Globale und \u00f6kologische Aspekte einer zuk\u00fcnftigen Biowirtschaft wurde die politisch-\u00f6konomische Situation in Deutschland und die Chancen f\u00fcr einen Wechsel in der Ressourcen- und Energiewirtschaft (H.G. Petersen, DIW, Berlin), der Klimawandel und daraus abgeleitete m\u00f6gliche Konsequenzen f\u00fcr die Stoff- und Energiewirtschaft (M. Stock, PIK Potsdam) und die Anforderungen an Europa f\u00fcr einen Einstieg in die Biobasierte Industrielle Produktion (M. Ringpfeil, BIO, Berlin) diskutiert. Die Vielfalt der derzei-tig in Entwicklung befindlichen Europ\u00e4ischen BioRaffinerie-Systeme wurde in den Beitr\u00e4gen Organic Chemicals from Green Biorefineries (B. Kamm, Univ. Potsdam); The Decentralised Biorefinery Concept of Austria (M. Narodoslawsky (TU Graz); Green BioRefinery Concept Denmark, (P. Kiel, Univ. Esbjerg) und The Icelandic Biorefinery Concept &#8211; Production of ethanol, carbon dioxide, proteins and spartein derivatives from green biomass by use of geothermal energy (A. Leifsson, Icelandic Biomass Company) dargestellt. Der dritte BioRaffinerie-Schwerpunkt Rohstoffe und Analytik gab einen aktuellen \u00dcberblick zur Gr\u00fcnlandwirtschaft in Deutschland (von 17 Mio ha landw. Nutzfl\u00e4che sind ca. 25%, d. h. mehr als 4 Mio. ha mit Grasernten von 150 Mio. t j\u00e4hrlich beziffert (J. Pickert, LfL, Paulinenaue). Die stoffliche Verwertung in der Gr\u00fcnen Bioraffinerie erfordert eine genaue Definition der Rohstoffe, deren Fraktionierungsprodukte und Reststoffe. Eindrucksvoll wurden Ergebnisse zur qualitativen und quantitativen Analytik mittels GC-MS (E. Kleinpeter, Universit\u00e4t Potsdam) und Ionenchromatographischen Techniken (K. Fi-scher, Univ. Trier) pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDer zweite Tagungstag begann mit der Pr\u00e4sentation von Methoden und Technologien zur biologischen und chemischen Konversion von Bioraffinerierohstoffen. Er\u00f6ffnet durch H. Danner (IFA Tulln, Austria) mit einem hervorragenden \u00dcberblick zu neuen biotechnologischen Verfahren zur Produktion von C2, C3 und C4 Chemikalien und anschlie\u00dfender Vorstellung aktueller Ergebnisse durch K. Richter (ATB Potsdam-Bornim) zur kontinuierlichen Produktion von Milchs\u00e4ure, einem Grundprodukt f\u00fcr weitere sauerstoffhaltige Bulkchemikalien (Acrylate, 2,3-Pentandion). Dem schlossen sich Anwendungen von Methoden der Green Chemistry bei der Entwicklung von Bioraffinerie-Technologien, insbesondere alternative Energieeintr\u00e4ge (B. Ondruschka, Univ. Jena) und physikalisch-chemische Verfahren zum Abbau lignocellulosehaltiger Rohstoffe (J. Born, FHS Flensburg) an.<br \/>\nDas Programm wurde mit dem f\u00fcnften Schwerpunkt zur energetischen Reststoffverwertung in Bioraffinerieprozessen, wie der Methanisierung (L. Klingmann, Farmatic GmbH, Erkner) und dem Bioraffinerie-Schwerpunkt \u00d6konomie und \u00d6kologie abgerundet. H. K\u00e4chele (ZALF M\u00fcncheberg) referierte \u00fcber Agrorohstoffe und Landnutzung im Kontext von \u00d6kologie und \u00d6konomie und \u00fcber den aktuellen Stand der \u00f6kologischen Bewertungsmethoden von biobasierten Produkten wurde von G. A. Reinhardt (IFEU Hei-delberg) und M. Patel (Univ. Utrecht) berichtet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In der Tagespresse im Raum Berlin-Brandenburg wurde mehrfach von der BIOREFINICA 2001 in den Rubriken: Wirtschaft, Landwirtschaft und Wissenschaft berichtet (M\u00e4rkische Allgemeine Zeitung: 10.10.01\/ 13.\/14.10.01\/ Potsdamer Neueste Nachrichten: 13.10.01, Teltower Stadtblatt, Dez. 01). Weiterhin erschien ein Tagungsbericht in den Nachrichten aus der Chemie Bd. 50; Januar 2002 (siehe Anlagen). Die Beitr\u00e4ge der Tagung erscheinen als Buch in der BUB-Schriftenreihe der Universit\u00e4t Potsdam (ISSN 1434-2375) im I. Quartal 2002.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Bei der Entwicklung von Bioraffinerien\/ Gr\u00fcnen Bioraffinerien wird den interdisziplin\u00e4ren Umweltwissenschaften eine neue Rolle zukommen   weg von der end of pipe Zustandsbeschreibung, hin zu einer innovativen F\u00fchrung und Gestaltung. Um die Entwicklung zu forcieren ist es notwendig, in Europa und auf nationaler Ebene \u00e4hnlich wie in den USA ein Programm zur Bioraffinerie-Forschung, Entwicklung und zum Bau von Demonstrationsanlagen aufzulegen. Dabei ist es notwendig von vornherein, sowohl bei der Landbewirtschaftung und der Gewinnung der biologischen Rohstoffe als auch der Technologie- und Produktentwicklung bereits bekannte umweltschonende Methoden und Prozesse anzuwenden sowie neue zu entwickeln und umzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Entwicklung von Bioraffinerien wird der Schl\u00fcssel f\u00fcr den Zugang zu einer integrierten Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, Chemikalien, Werkstoffen, Gebrauchsg\u00fctern und Kraftstoffen der Zukunft sein. Die Fachtagung f\u00fchrt die internationalen Akteure, die auf dem jungen Gebiet der \u0082Biobased Industrial Products and Biorefinery Systems t\u00e4tig sind zusammen. 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