  {"id":22437,"date":"2023-07-13T15:21:32","date_gmt":"2023-07-13T13:21:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18857-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:33","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:33","slug":"18857-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18857-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Bewertung von Aufbereitungstechnologien als Voraussetzung f\u00fcr das stoffspezifische Recycling von Hochbauabf\u00e4llen (gebrauchte Sanit\u00e4rkeramik sowie Ziegelsande und -splitte)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Vorhaben zielte darauf ab, weitergehende und erg\u00e4nzende Stoffkreisl\u00e4ufe im Bauwesen zu entwerfen. Dabei sollten f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Bestandteile von Hochbauschutt &#8211; gebrauchte Sanit\u00e4rkeramik und Ziegelabbruch &#8211; technologische L\u00f6sungen erarbeitet werden, die zu neuen anwendungsbereiten Sekund\u00e4rprodukten f\u00fchren.<br \/>\nZiel war es, den bisherigen praktizierten Entsorgungsweg zur Deponie bzw. den Einsatz des hochwertigen Materials im Landschafts- und Wegebau abzul\u00f6sen. Durch eine gezielte Aufbereitung der Materialien (RC-Produkte) bis hin zu Granulaten sollte eine Weiternutzung der unver\u00e4ndert hohen Werteigenschaften des Materials erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen von Produktrecherchen und Stoffstromanalysen sollten zun\u00e4chst Eigenschaften, Herstellung und Anwendung \u00e4quivalenter Produkte sowie das Aufkommen an relevanten Abf\u00e4llen und die Bedarfsanalyse f\u00fcr die neuen RC-Produkte im Mittelpunkt stehen. Die Untersuchungen zur Zerkleinerung der Ausgangsstoffe beinhalteten Tests in verschiedenartigen Zerkleinerungssystemen unter Variationen der Einstellungsparameter an den Maschinen, wie z. B. Drehzahl am Prallbrecher, und unter Ermittlung des Energieeintrags. Die Klassierung der Sanit\u00e4rkeramikgranulate in definierte Korngruppen erfolgte mittels unterschiedlicher Siebmaschinen bei den Herstellern. Zusammenfassend wurde eine anwendungsf\u00e4hige Herstellungstechnologie entworfen. Eigenschafts- und Anforderungsprofile der erzeugten Produkte erm\u00f6glichten die Gegen\u00fcberstellung mit bestehenden Vorschriften, z. B. zur Umweltrelevanz oder zur bauaufsichtlichen Zulassung. Besondere Beachtung erfuhr der Aspekt des Anforderungsprofils an die Sanit\u00e4rkeramik als Rohstoff, um daraus Schlussfolgerungen f\u00fcr die nachfolgenden Aufbereitungs- und Herstellungsparameter ziehen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Ergebniszusammenstellung enth\u00e4lt neben der Auswertung der Ergebnisse zu Technologieentwick-lung\/ Produktqualit\u00e4ten und -leistungsf\u00e4higkeiten auch Empfehlungen zur Weiterf\u00fchrung des Themas auf der Grundlage der vorgenommenen \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Bewertung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ziegel und Sanit\u00e4rkeramik sind Abfallbestandteile, die sich problemlos deponieren lassen. Allerdings werden sie dadurch dem Stoffkreislauf dauerhaft entzogen. Au\u00dferdem weisen sie spezifische Eigen-schaften auf, die sie in bestimmten Einsatzgebieten zu hochwertigen Rohstoffen oder Produkten machen. Dadurch wird die Substitution von Prim\u00e4rmaterialien m\u00f6glich. \u00d6kologisch ist dieses Vorgehen dann sinnvoll, wenn (a) keine Schadstoffverschleppung erfolgt und (b) Vorteile in Bezug auf Umweltauswirkungen erzielt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDurch Recherchen konnte ermittelt werden, dass f\u00fcr die Sanit\u00e4rkeramik mit einem Aufkommen an potenziellem Verwertungsmaterial von etwa 12.300 t\/a bundesweit zu rechnen ist. Die derzeit beginnende planm\u00e4\u00dfige Reduzierung des Wohnraums, besonders in den neuen Bundesl\u00e4ndern, bringt hierbei den gr\u00f6\u00dften Anteil. Auch f\u00fcr das Ziegelmaterial bestehen mit einem Aufkommen von ca. 6 Mio. t\/a keine Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die angedachten Verwertungswege. Die Erfassung geeigneter Materialien kann \u00fcber spezielle Demontageteams (insbesondere f\u00fcr die Keramik) und entsprechende Formulierungen in den Ausschreibungstexten realisiert werden.<br \/>\nF\u00fcr die prim\u00e4re Zerkleinerungsstufe kristallisierte sich eindeutig der Prallbrecher als das f\u00fcr beide Stoffe gleicherma\u00dfen am besten geeignete Ger\u00e4t heraus. Im Gegensatz zu druckbeanspruchenden Zerkleine-rungsprinzipien, wie in Backen- und Walzenbrechern, konnten so in Hinblick auf die Korngr\u00f6\u00dfe stetige Korngemische bei \u00fcberaus guten Kornformeigenschaften (Edelsplitte) erzeugt werden. Der Verschlei\u00df an den Brecherwerkzeugen und der Energieeintrag in die Zerkleinerung blieben nachweislich auf ver-tretbarem Niveau. F\u00fcr Ausgangsmaterialien, die die zul\u00e4ssige Aufgabekorngr\u00f6\u00dfe des Brechers \u00fcberschritten, wurde als Vorzerkleinerungsstufe die mechanische Beanspruchung mit Hydraulikmei\u00dfel oder Baggerschaufel vorgesehen. Auf diese Weise konnten au\u00dferdem grobe St\u00f6rstoffe vor der eigentlichen Aufbereitung entfernt werden. Die Klassierung der Brecherprodukte in Kornklassen bzw. Lieferk\u00f6rnungen erwies sich als unproblematisch und konnte auf den \u00fcblichen, im Baustoffrecycling angewendeten Maschinen vorgenommen werden. Eine weitere wichtige Erkenntnis betraf die Anreicherung der St\u00f6rstoffe in den groben Fraktionen speziell f\u00fcr die Sanit\u00e4rkeramik. Dies resultierte aus den Eigenschaften der h\u00e4ufig auftretenden Fremdstoffe (Gummidichtungen, Silikon, Plastikformteile, filigrane Metallteile, Schrauben, D\u00fcbel,&#8230;), die sich \u00fcberwiegend nicht spr\u00f6de verhielten und unzerkleinert den Brechraum wieder verlie\u00dfen. Mit der Zerkleinerung von Bauschutt in einer Feinm\u00fchle, z. B. einer Siebkugelm\u00fchle, wurde in der praktischen Umsetzung v\u00f6lliges Neuland betreten. Die Sandfraktionen, deren Absatz sich generell als schwierig erwiesen hatte, konnten so zu Pulvern verarbeitet werden (F\u00fcllstoffe).<br \/>\nF\u00fcr die Herstellung sortenreiner hochwertiger Produkte war eine permanente Qualit\u00e4ts\u00fcberwachung unerl\u00e4sslich. F\u00fcr die vorgesehene Aufbereitungstechnologie wurde diese in Form einer optoelektronischen Sortiereinheit als besonders geeignet angesehen. Fremdstoffe in der Korngruppe > 5 mm, die auf dem Sortierband nicht ausgelesen werden konnten oder erst nach der Zerkleinerung im Prallbrecher ungebunden vorlagen, konnten so angezeigt und aussortiert werden.<br \/>\nDie Aufbereitung sollte die Herstellung sortenreiner Produkte in allen relevanten Korngr\u00f6\u00dfenbereichen erm\u00f6glichen, dazu wurden folgende Einsatzvarianten erfolgreich getestet:<br \/>\nZiegel-Produkte:<br \/>\n&#8211;\tGrobfraktion: Zierkies, Dr\u00e4nagesch\u00fcttung, Oberfl\u00e4chenabdeckung f\u00fcr den Landschaftsbau<br \/>\n&#8211;\tZiegelsand\/-splitt: F\u00fcllstoff und Abstreumittel im Fu\u00dfbodenbau, Betonzuschlag, Pflastersand<br \/>\n&#8211;\tZiegelmehl: Sinterhilfs- und Magerungsmittel bei der Ziegelherstellung, Farbpigment und F\u00fcllstoff im Fu\u00dfbodenbau, Sanierungsm\u00f6rtel und -putze, M\u00f6rtelzuschlag, Rohstoff f\u00fcr RC-Leichtgranulate<br \/>\nSanit\u00e4rkeramik<br \/>\n-Produkte:<br \/>\n&#8211;\tGrobfraktion: Aufhellungsmaterial im Wege-\/Stra\u00dfenbau<br \/>\n&#8211;\tSplitt\/ Sande: Aufhellungsmaterial Wege-\/Stra\u00dfenbau, F\u00fcllstoff und Abstreumittel in der Fu\u00dfbodentechnik, F\u00fcllstoff in der FF-Industrie (Magerungs-, Sinterhilfsmittel), Abrasiv f\u00fcr die Oberfl\u00e4chenbearbeitung (z. B. Reinigungs-, Abl\u00f6searbeiten), Zuschlag in Betonwaren mit dekorativen Oberfl\u00e4chen<br \/>\n&#8211;\tMehl: Zusatzmittel in Klebemitteln, Farbpigment und F\u00fcllstoff im Fu\u00dfbodenbau, abrasives Poliermit-tel<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Geplante Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften (Aufbereitungstechnik, Baustoffrecycling &#038; Deponietechnik); Vortrag auf Fachtagung Recycling 2003 in Weimar<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Projekt erzielten Ergebnisse zeigten, dass eine Aufbereitung der untersuchten Bauschuttbestandteile zu h\u00f6herwertigen Recyclingprodukten technisch mit vertretbarem Aufwand m\u00f6glich ist. Dem jeweiligen Aufkommen angepasst, konnten vielf\u00e4ltige Verwertungswege aufgezeigt und experimentell nachgewiesen werden. Umweltsch\u00e4digende Emissionen durch die Bauschuttmaterialien konnten ausgeschlossen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Vorhaben zielte darauf ab, weitergehende und erg\u00e4nzende Stoffkreisl\u00e4ufe im Bauwesen zu entwerfen. Dabei sollten f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Bestandteile von Hochbauschutt &#8211; gebrauchte Sanit\u00e4rkeramik und Ziegelabbruch &#8211; technologische L\u00f6sungen erarbeitet werden, die zu neuen anwendungsbereiten Sekund\u00e4rprodukten f\u00fchren. Ziel war es, den bisherigen praktizierten Entsorgungsweg zur Deponie bzw. den Einsatz des hochwertigen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[51,71,53],"class_list":["post-22437","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-ressourcenschonung","tag-thueringen","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"18857\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"Innovationen f\u00fcr die Umwelt - Stoffspezifisches Recycling von Hochbauabf\u00e4llen","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-18857.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"102.164,81","dbu_projektdatenbank_firma":"Bauhaus-Universit\u00e4t WeimarProfessur Aufbereitung von Baustoffenund Wiederverwertung","dbu_projektdatenbank_strasse":"Coudraystr. 7","dbu_projektdatenbank_plz_str":"99423","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Weimar","dbu_projektdatenbank_p_von":"2001-05-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2003-02-07 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"03643\/584606","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Th\u00fcringen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"28","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35440,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22437\/revisions\/35440"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}