  {"id":22365,"date":"2023-07-13T15:21:32","date_gmt":"2023-07-13T13:21:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18847-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:33","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:33","slug":"18847-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18847-01\/","title":{"rendered":"Initiierung exemplarischer Ma\u00dfnahmen zur Revitalisierung degradierter Uferabschnitte des Rheins mit hohem Naturschutzpotenzial (Vorphase)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Widerspruch zu ihrer gro\u00dfen \u00f6kologischen Bedeutung, sind Naturschutzbelange an den gro\u00dfen Fl\u00fcssen stark vernachl\u00e4ssigt. Durch das Bundeseigentum der Fl\u00e4chen in Verbindung mit der Streuung der Zust\u00e4ndigkeiten auf Bund und L\u00e4nder und damit verbundene Kostenverteilungsprobleme sind \u00f6kologisch motivierte Ma\u00dfnahmen an Bundeswasserstra\u00dfen erheblich erschwert. Die Folge ist eine ausgepr\u00e4gte Strukturverarmung nahezu s\u00e4mtlicher gro\u00dfen Fl\u00fcsse in Deutschland.<br \/>\nF\u00fcr den Rhein wurden mit dem Rheinprogramm 2020 weitreichende Ziele formuliert, darunter die Erh\u00f6hung der Strukturvielfalt im Uferbereich und Entwicklung naturn\u00e4herer Flussbettstrukturen am Rhein. Die g\u00fcnstige politische Konstellation soll aktiv genutzt werden zur Initiierung und Durchsetzung beispielhafter Ma\u00dfnahmen am Rhein. Als Schl\u00fcsselproblem wird dabei die Initiierung dynamischer Prozesse und naturnaher Flussbett- und Uferstrukturen bei gleichzeitiger Sicherung der Bundeswasserstra\u00dfenfunktion gesehen. Anhand der Modellprojekte sollen neue B\u00fcndnisse aus Verwaltung, Verb\u00e4nden und Politik etabliert werden, um z\u00fcgig zu realen Verbesserungen am Rhein zu kommen. Als Ergebnis liegen je Rheinabschnitt 2 bis 3 konkrete, beispielhafte und vorabgestimmte Ma\u00dfnahmen vor. Die Realisierung derselben soll sich im Rahmen eines Folgeprojektes unmittelbar anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf der Grundlage inhaltlicher Recherchen sowie Konsultationen der regionalen Verwaltungen und Verb\u00e4nde werden f\u00fcr jeden Rheinabschnitt die spezifischen Problemstellungen erfasst, entsprechende, \u00f6rtlich konkrete Ma\u00dfnahmen konzipiert und mit den \u00fcbergeordneten Verwaltungsebenen abgestimmt. Aus der resultierenden Liste m\u00f6glicher Modellvorhaben werden in einem zweiten Konsultationsprozess umsetzbare Vorhaben heraus gearbeitet. Zugleich werden fr\u00fchzeitig die notwendigen Voraussetzungen f\u00fcr eine Umsetzung gekl\u00e4rt.<br \/>\nEin Workshop soll die Schl\u00fcsselakteure aus den Verwaltungen, Bundes- und ggf. L\u00e4ndereinrichtungen zusammenf\u00fchren um auf \u00fcbergeordneter Ebene die Rahmenbedingungen einer zielf\u00fchrenden Kooperation am Rhein und in den Regionen zu diskutieren. Ein Projektbeirat mit ma\u00dfgeblichen Fachleuten soll das Projekt kritisch begleiten. Die abschlie\u00dfend als realisierbar herausgearbeiteten Modellma\u00dfnahmen werden in Form einer Skizze und mit den zugeordneten Einsch\u00e4tzungen der Beh\u00f6rden umfassend dokumentiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurden insgesamt 27 beispielhafte Ma\u00dfnahmen am Rhein erarbeitet. Im Zuge der anschlie\u00dfenden Abstimmungs- und Konsultationsverfahren wurden daraus zehn kurzfristig realisierbare und acht mittelfristig realisierbare Ma\u00dfnahmen herausgearbeitet, die von den wichtigsten Institutionen und relevanten Beh\u00f6rden auf Bundes- und L\u00e4nderebene grunds\u00e4tzlich unterst\u00fctzt werden.<br \/>\nF\u00fcr zehn Modellma\u00dfnahmen zwischen Iffezheim und deutsch-niederl\u00e4ndischer Grenze konnten die Rahmenbedingungen im Rahmen der Vorlaufphase soweit gekl\u00e4rt werden, dass sich die Realisierung unmittelbar anschlie\u00dfen kann. Es handelt sich vorwiegend um Ma\u00dfnahmen, die im Rahmen der Unterhaltung des Gew\u00e4ssers und damit ohne aufw\u00e4ndige Genehmigungsverfahren umgesetzt werden k\u00f6nnen. Thematischer Schwerpunkt dieser Ma\u00dfnahmen ist der R\u00fcckbau vorhandener Uferbefestigungen wie Steinpackungen und -sch\u00fcttungen mit dem Ziel, wieder naturnahe Ufer- und Biotopstrukturen zu etablieren und wieder morphodynamische Prozesse zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nRevitalisierungsprojekte am Rhein sind aufgrund der Gr\u00f6\u00dfenordnung des Stromes, der Vielfalt an Nutzungsinteressen, Zust\u00e4ndigkeiten und Betroffenheiten in der Regel mit einem umfangreichen und langwierigen Planungs- und Abstimmungsprozess verbunden. Entsprechend wurden mittelfristig realisierbare Ma\u00dfnahmen aufgenommen. Ziel ist es hier, die Ma\u00dfnahmen durch Koordination der Planungs- und Genehmigungsverfahren innerhalb der avisierten vierj\u00e4hrigen Umsetzungsphase zur Umsetzungsreife incl. Finanzierung zu bringen, um die Realisierung dann anzuschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Thematischer Schwerpunkt der acht Projekte in dieser Kategorie ist die Wiederherstellung \/ Entwicklung defizit\u00e4rer Flussbettstrukturen wie dynamische Kiesinseln, Flachwasserzonen &#8211; gesch\u00fctzt vor schifffahrtsbedingtem Wellenschlag, fr\u00fcheres Ausufern in regelm\u00e4\u00dfig durchflossene und \/ oder angebundene Nebenrinnen und Nebengew\u00e4sser sowie die \u00f6kologische Optimierung von Flussbauelementen.<br \/>\nDer Modellcharakter der Ma\u00dfnahmen bezieht sich dabei zum einen auf die technischen bzw. inhaltlichen Verfahren, zum anderen auf den Kommunikationsprozess und die initiierten Kooperationsmodelle. Letztere sind \u00fcber den Rhein hinaus auf Bundeswasserstra\u00dfen in Deutschland \u00fcbertragbar.<br \/>\nEin Projektbeirat, bestehend aus Vertretern der Bundesministerien f\u00fcr Verkehr und f\u00fcr Umwelt und den zugeordneten Fach\u00e4mtern bzw. -anstalten sowie der Bundeswasserstra\u00dfen-Verwaltung wurde mit dem Ziel etabliert, das Projekt inhaltlich und politisch zu begleiten. Der Beirat traf sich im Rahmen eines Workshop, um grunds\u00e4tzliche Fragen der Kooperation und der Finanzierung im Hinblick auf die Umsetzung der Modellvorhaben zu diskutieren und L\u00f6sungsoptionen zu erarbeiten.<br \/>\nAuf der Ebene der konkreten Modellprojekte wurden einzelfallbezogen diverse Kooperationen angesto\u00dfen. Neben bilateralen Kooperationsprojekten zwischen NABU und Bundeswasserstra\u00dfenverwaltung gibt es auch Arbeitsgruppen unter Beteiligung des jeweiligen Landes, angrenzender Kommunen, des Wasser- und Schifffahrtsamtes und weiterer Beteiligter. Die Zusammensetzung wird jeweils an dem Ziel ausgerichtet, z\u00fcgig zur Umsetzung von Ma\u00dfnahmen zu kommen.<br \/>\nDie Weiterf\u00fchrung des Projektes ist in Form einer vierj\u00e4hrigen Umsetzungsphase vorgesehen, in der die kurzfristig realisierbaren Ma\u00dfnahmen realisiert und die mittelfristigen Ma\u00dfnahmen umsetzungsf\u00e4hig gemacht werden sollen. Die gezielte Aufarbeitung und Verf\u00fcgbarmachung der Ergebnisse aus der Umsetzungsphase f\u00fcr Beh\u00f6rden, Politik und andere Entscheidungstr\u00e4ger sowie die breite \u00d6ffentlichkeit ist Bestandteil der Umsetzungsphase.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Da es sich bei den Ergebnissen des Projektes um Zwischenergebnisse handelt, deren Bedeutung und praktische Relevanz von der Bewilligung der folgenden Umsetzungsphase abh\u00e4ngt, wurden Ver\u00f6ffentlichungen bisher auf einige Verbands- und Fachorgane beschr\u00e4nkt. Artikel sind erschienen in Natur-schutz in NRW 3\/2002, Naturschutz Heute 3\/2002. In Vorbereitung befinden sich Beitr\u00e4ge f\u00fcr die L\u00d6BF-Mitteilungen 4\/2002 und das Umweltjournal Rheinland-Pfalz. Zu einzelnen Modellprojekten wurden Artikel in der Regionalpresse initiiert.<br \/>\nEin Faltblatt, einsehbar unter www.NABU-Naturschutzstation.de, informiert \u00fcber Projektziele und -struktur. Das Projekt wurde in eine neu gestaltete Homepage aufgenommen (www.NABU-Naturschutzstation.de).<br \/>\nF\u00fcr einen begrenzten Benutzerkreis der Wasserbau- und Naturschutzverwaltungen sind die Projektpr\u00e4sentationen, wie sie auf dem Workshop vorgestellt wurden, auf dem Web-Server Wasserblick (www.wasserblick.de) einzusehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektkonzeption hat sich bew\u00e4hrt, die gesteckten Ziele wurden nahezu vollst\u00e4ndig erreicht. Die Voraussetzungen f\u00fcr die Realisierung von Modellvorhaben sind an allen drei Rheinabschnitten erreicht, so dass eine Umsetzungsphase unmittelbar anschlie\u00dfen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Widerspruch zu ihrer gro\u00dfen \u00f6kologischen Bedeutung, sind Naturschutzbelange an den gro\u00dfen Fl\u00fcssen stark vernachl\u00e4ssigt. Durch das Bundeseigentum der Fl\u00e4chen in Verbindung mit der Streuung der Zust\u00e4ndigkeiten auf Bund und L\u00e4nder und damit verbundene Kostenverteilungsprobleme sind \u00f6kologisch motivierte Ma\u00dfnahmen an Bundeswasserstra\u00dfen erheblich erschwert. 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