  {"id":22296,"date":"2023-07-13T15:21:24","date_gmt":"2023-07-13T13:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18698-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:27","slug":"18698-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18698-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Anwendung und Erprobung eines Dekontaminationsverfahrens zur Entgiftung von Holzschutzmitteln an den Holzbauteilen der wertvollen  Buchholzorgel in Barth (Mecklenburg-Vorpommern)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Orgel in der St. Marien-Kirche Barth ist ein historisches Instrument, erbaut im Jahre 1821 von der Berliner Firma Buchholz. Sie ist in ihrem Bestand mechanisch wie klanglich erhalten geblieben und deshalb ein besonders wertvolles Kulturgut, in der Fachwelt hoch gesch\u00e4tzt und f\u00fcr den Orgelbau von europ\u00e4ischer Bedeutung. (www.buchholzorgel.de )<br \/>\nDar\u00fcber hinaus steht das Instrument in einer historisch wie gegenw\u00e4rtig bedeutenden Kirche (Norddeutsche Backsteingotik). Sie wird nicht nur von der Kirchengemeinde vielf\u00e4ltig genutzt, sondern auch von bis zu 300 Urlaubern t\u00e4glich besucht.<br \/>\nSeit geraumer Zeit wird die Restaurierung und Sanierung der Barther Buchholz-Orgel geplant. Das gesamte Vorhaben ist mit ca. 900.000 DM Kosten veranschlagt. Die Restaurierung begann am 3.9.2001.<br \/>\nUm neben einer lebendigen Kirchenmusik speziell diese Aufgabe zu betreiben, hat sich 1994 der F\u00f6rderverein Barther Kirchenmusik e.V. konstituiert, der die Kirchengemeinde als Eigent\u00fcmerin hierbei unterst\u00fctzt. Im vergangenen Jahr \u00fcbernahm die Bundesjustizministerin, Frau Herta D\u00e4ubler-Gmelin die Schirmherrschaft \u00fcber unser Vorhaben.<br \/>\nIm Zusammenhang mit der Erstellung eines Gutachtens und vieler Beratungsgespr\u00e4che ergab sich auch die Frage einer Befreiung des Instruments von alten Holzschutzmitteln (Hylotox 59 u.a.), die in DDR-Zeiten zum Schutz der Holzsubstanz (Pfeifen, Windladen, Mechanik, Geh\u00e4use) eingebracht wurden. Die Organisten und besonders die Mitarbeiter aus dem Orgelbau sind hierdurch nach wie vor gef\u00e4hrdet. Die kristallisierten Salze werden \u00fcber die Luft abgegeben und belasten die Umwelt. Eine Generalsanierung ohne vorherige Dekontamination w\u00fcrde die Orgelbauer hochgradig gesundheitlich belasten.<br \/>\nHerr Dr. Unger vom Rathgen- Forschungslabor Berlin ist von Anfang an durch die Firma Kr. Wegscheider in die Schadensbegutachtung einbezogen gewesen, und er stand im Blick auf die Umsetzung der Aufgabe mit uns in Verbindung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie beauftragte Orgelbau-Firma Wegscheider, Dresden, hat zur Durchf\u00fchrung der Dekontamination das gesamte Pfeifenwerk ausgebaut, um alle Holzteile technologisch gut erfassen und reinigen zu k\u00f6nnen. Die ausf\u00fchrende Firma bhd Bautenschutz- und Hygienedienstleistung GmbH 01139 Dresden (Scharfenberger Str. 27) hat ab dem 3.9.2001 in einem Arbeitsgang und in unmittelbarer Zusammenarbeit mit den Orgelbauern die Dekontaminationsarbeiten ausgef\u00fchrt.<br \/>\nDabei wurde das patentierte Vakuumwaschverfahren angewandt. Au\u00dferdem wurden grobe Kristalle mit einem Spezialtrockensauger abgesaugt bzw. mit einem speziellen Mikrofaserschwamm gereinigt.<br \/>\nNach einer zeitlichen Pause wurden nochmals Teile im Fr\u00fchjahr mit dem Schwamm gereinigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind im Bericht der bhd dargestellt. Der Fachbeirat hat den Bericht erhalten.<br \/>\nNach telefonischer R\u00fccksprache mit Herrn Dr. Unger am 28.11.2001 ist er der Ansicht, dass eine abschlie\u00dfende Beurteilung erst im Fr\u00fchjahr 2002 aus klimatischen Gr\u00fcnden sinnvoll ist.Er ist vorl\u00e4ufig mit dem Bericht einverstanden &#8211; bem\u00e4ngelt aber, dass nach der Behandlung nur eine Probe genommen worden ist.<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr 2002 wurden die gereinigten Teile nochmals durchgesehen. Dabei zeigten sich keine deutlichen giftigen Kristalle auf den Oberfl\u00e4chen. Kleinere unwesentliche Ausbl\u00fchungen wurden nochmals mit dem Schwamm nachgereinigt.<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dften Probleme entstanden an den stark kontaminierten Holzpfeifen. Diese Pfeifen befanden sich zu einem gro\u00dfen Teil in Dresden in der Werkstatt und wurden von Herrn F\u00f6ckel bhd ebenfalls nochmals nachbehandelt.<br \/>\nAuch f\u00fcr die noch nach Dresden kommenden Pfeifen hat Herr F\u00f6ckel eine Nachbehandlung zugesagt. Es handelt sich aber nur um kleinere Kristallnester.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zum offiziellen Baubeginn am 3. Sept. 2001 wurde eine Pressemitteilung herausgegeben. (s. Anlage)<br \/>\nDer offizielle Baubeginn mit den Ma\u00dfnahmen zur Dekontamination war uns Anlass, neben den Mitarbeitern der beiden beteiligten Firmen Vertreter der ZEIT-Stiftung, des Landesamtes f\u00fcr Denkmalschutz Mecklenburg-Vorpommern, aus Politik und Wirtschaft durch die Kirchengemeinde sowie den F\u00f6rderverein Barther Kirchenmusik einzuladen. Zu den Anwesenden geh\u00f6rten Herr Zander, Herr Ende (Landesamt f. Denkmalpflege) Herr Dr. Unger (Rathgen- Labor, Berlin), Herr Dr. Adlung, Prof. U. R\u00f6hl, M. Ohse u.a. (Sachverst\u00e4ndigen-Gruppe ZEIT- Stiftung), M. Rost (Orgelsachverst\u00e4ndiger der Pommerschen Ev. Kirche), M. L\u00f6ttge (B\u00fcrgermeister der Stadt Barth).<br \/>\nEine Dokumentation ist erfolgt.Presse-Ausz\u00fcge zu den Ma\u00dfnahmen legen wir als Anlage bei.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahme konnte nun im Juni 2002 erfolgreich abgeschlossen werden. Die in die Orgel eingebauten bzw. aus klimatischen Gr\u00fcnden verbleibenden Teile (Balganlage, Geh\u00e4use, Windladen u.a.) wurden bereits, ohne dass die Orgelbauer Schutzkleidung tragen m\u00fcssen, Weiter restauratorisch bearbeitet. Die beweglichen Holzteile, insonderheit die Pfeifen und Rasterbretter, befinden sich nach der Sanierung und Restaurierung in der Dresdener Orgelwerkstatt wieder in der Barther Kirche.<br \/>\nDie meisten Teile sind bereits wieder eingebaut.<br \/>\nWenn auch nicht alle Gifte aus den Holzteilen vollst\u00e4ndig entfernt werden konnten, so sind doch die Oberfl\u00e4chen nun gereinigt und dekontaminiert. Eine Ber\u00fchrung mit diesen Teilen ist daher nicht mehr gesundheitsgef\u00e4hrlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Orgel in der St. Marien-Kirche Barth ist ein historisches Instrument, erbaut im Jahre 1821 von der Berliner Firma Buchholz. Sie ist in ihrem Bestand mechanisch wie klanglich erhalten geblieben und deshalb ein besonders wertvolles Kulturgut, in der Fachwelt hoch gesch\u00e4tzt und f\u00fcr den Orgelbau von europ\u00e4ischer Bedeutung. (www.buchholzorgel.de ) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2425,63,51],"class_list":["post-22296","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-kulturgueter","tag-mecklenburg-vorpommern","tag-ressourcenschonung"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"18698\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-18698.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"18.406,51","dbu_projektdatenbank_firma":"Ev. KirchengemeindeF\u00f6rderverein Barther Kirchenmusik e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Papenstr. 6","dbu_projektdatenbank_plz_str":"18356","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Barth","dbu_projektdatenbank_p_von":"2001-06-07 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2002-06-07 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr","dbu_projektdatenbank_telefon":"038231\/2783","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Mecklenburg-Vorpommern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"96","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22296\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35299,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22296\/revisions\/35299"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}