  {"id":22295,"date":"2023-07-13T15:21:24","date_gmt":"2023-07-13T13:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18697-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:27","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:27","slug":"18697-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18697-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie zum Aufbau eines  Weiterbildungsprogramms zum Umwelt- und Kulturmanagement an gef\u00e4hrdeten Kulturg\u00fctern mit grenz\u00fcbergreifender Ausrichtung nach Osten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Studie soll Mittel und Wege aufzeigen, wie die fachspezifische Aus- und Weiterbildung in der Denkmalpflege und Altbauinstandsetzung gezielt und konkret in den politischen, sozialen, \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Kontext eingebunden werden kann. Sie ist grenz\u00fcberschreitend angelegt und soll die Grundlage bilden f\u00fcr den Aufbau eines Weiterbildungsprogramms, das im Zuge der Osterweiterung der EU auch den Nachbarstaaten, als Zugeh\u00f6rige unseres gemeinsamen europ\u00e4ischen Kulturraumes, angeboten werden soll. Das Weiterbildungs- und Beratungszentrum f\u00fcr Denkmalpflege und behutsame Alt-bauinstandsetzung, Villa Salzburg, besitzt mit seinen langj\u00e4hrigen Erfahrungen und seinem Standort in Dresden die geeigneten Voraussetzungen f\u00fcr den Anbau eines solchen Weiterbildungsprogramms.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenW\u00e4hrend der Projektlaufzeit wurde eine Bedarfs- und Machbarkeitsstudie erstellt. Sie erstreckt sich auf Institutionen in Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, den Baltischen Staaten und in Deutschland. Mit ICCROM in Rom und der UNESCO wurden auch zwei gro\u00dfe internationale Organisationen konsultiert, mit anderen wurde schriftlich Kontakt aufgenommen. 40 Personen aus 20 unterschied-lichen wissenschaftlichen Einrichtungen, staatlichen und privaten Institutionen wurden in die Studie einbezogen. Mit ihnen fand in ihren L\u00e4ndern ein Gedanken- und Erfahrungsaustausch statt. 15 Personen aus Universit\u00e4ten, Denkmal\u00e4mtern und privaten Bildungszentren wurden eingeladen, an einer Round-Table-Diskussion in Dresden teilzunehmen. Allen Gespr\u00e4chsteilnehmern wurde im Voraus ein Fragenka-talog zugesandt. Wichtige Punkte in den Frageb\u00f6gen und Gespr\u00e4chsrunden waren folgende: Wer soll weitergebildet werden und wo ist die Weiterbildung anzusiedeln? Welche Kursmodule sollen angeboten werden und welche Inhalte und Struktur sollen sie haben? Sollen die Kurse national oder international sein und welche Unterrichtssprache wird angestrebt? Wer werden die Lehrenden sein? Wie lange sollen die Kurse dauern und wie gro\u00df soll die Teilnehmerzahl sein?<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Von Anfang an war klar, dass mit dem neuen Weiterbildungsprogramm nicht ein weiterer herk\u00f6mmlicher Kurs in Denkmalpflege angeboten werden soll, sondern ein Netzwerk von Veranstaltungen, welches den Schutz von Kulturg\u00fctern breit in seinem Gesamtumfeld abdeckt. Einer der Grundgedanken des Konzeptes ist es, dass in Zukunft im Rahmen der Osterweiterung der EU Fachleute aus dem einen Land auch in einem benachbarten Land arbeiten k\u00f6nnen &#8211; auf der Grundlage enger kultureller Verbindungen und gemeinsamer Weiterbildung.<br \/>\nEin wesentliches Element der Weiterbildung soll die Besch\u00e4ftigung mit Managementpl\u00e4nen sein. Dabei bezieht sich der Begriff Management nicht oder nur zum geringsten Teil auf einen Verwaltungsvorgang. Vielmehr zielen Managementpl\u00e4ne im Bereich der Kulturg\u00fcter darauf ab, kulturelle Werte zu sch\u00fctzen und das uns anvertraute kulturelle Erbe gleichzeitig zum Wohle der ganzen Gesellschaft weiter zu entwickeln. Gro\u00dfe internationale und nationale Organisationen haben damit angefangen, Managementpl\u00e4ne zu verlangen, wenn Kulturg\u00fcter in bestimmte Listen aufgenommen werden sollen. Die wichtigste hierbei ist sicherlich die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Hier ist der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr eine Verz\u00f6gerung oder sogar Ablehnung der Aufnahme eines bestimmten Kulturgurtes in die Liste derjenige, dass kein Managementplan vorliegt.<br \/>\nIn der Regel m\u00fcssen in einem Managementplan folgende Punkte ber\u00fccksichtigt werden: Festlegung der Bedeutung und Werte des Kulturgutes. Bestimmung aller an der Aufgabe Beteiligten und Definition ihrer Wertvorstellungen. Gesetzlicher Schutzzustand des Kulturgutes, Eigentumsfragen, Nutzungen, eventueller Sonderstatus. Zustandsaufnahme und umfassende Dokumentation. Verwaltungstechnische Bewertung. Finanzielle Beurteilung. Schutz- und Entwicklungspl\u00e4ne. Instandhaltungs- und \u00dcberwachungspl\u00e4ne. \u00dcberpr\u00fcfungs- und \u00dcberarbeitungsverfahren.<br \/>\nAls Zielgruppe f\u00fcr das neue Weiterbildungsprogramm nennt die Studie Architekten, Bauingenieure, Ingenieure des technischen Ausbaus, Umweltfachleute und \u00d6kologen, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Denkmalpfleger und Arch\u00e4ologen. Daneben sollen auch Volks- und Betriebswirte, Juristen, Soziologen und Ethnologen an dem Programm partizipieren k\u00f6nnen. Alle Teilnehmer an den Kursen sollten bereits ein gewisses Vorwissen \u00fcber Kulturg\u00fcter und den Schutz von Kulturg\u00fctern haben, entweder theoretischer Art oder auf Grund eigener Arbeit.<br \/>\nMit Blick auf das gro\u00dfe Spektrum m\u00f6glicher Teilnehmer werden in der Studie weitere Kursinhalte angesprochen, wie Geschichte, Philosophie und Ethik des Kulturg\u00fcterschutzes, Kultureller Tourismus, Verhandlungsf\u00fchrung, Pr\u00e4sentation, Medien, Einsatz von Computern u.a.m.<br \/>\nAm Ende der Studie wird auf die finanziellen Probleme eingegangen, mit denen die Mehrzahl der Ausbildungsinstitute weltweit zu k\u00e4mpfen hat, und es werden Finanzierungsstrategien f\u00fcr die vorgeschlagene Weiterbildung besprochen. Dabei gilt, was in einer Diskussion \u00fcber die Finanzierung von Weiterbildungsma\u00dfnahmen im Europarat gesagt wurde: Heute lassen sich Weiterbildungsma\u00dfnahmen nur noch mit Hilfe einer multiplen Finanzierung auf die Beine stellen, da Mittel f\u00fcr das Kulturerbe nicht mehr nur alleine vom Staat oder der Wirtschaft zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen. Das gilt auch f\u00fcr die noch ungewisse Fortsetzung der mit der Studie begonnenen Arbeit.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Versand der Studie an alle Beteiligten. Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber die Studie, z.B. im Mitteilungsheft der Marlis-Kressner-Stiftung. Vortr\u00e4ge auf Tagungen und Symposien im In- und Ausland. Weiterverfolgen des Themas zusammen mit in- und ausl\u00e4ndischen Kollegen im Rahmen eines Netzwerkes.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus der Studie und den darin wiedergegebenen Gespr\u00e4chsergebnissen in Dresden und in den Nachbarl\u00e4ndern geht eindeutig hervor, dass ein dringender Bedarf an einer Weiterbildung besteht, bei der die Denkmalpflege und der Kulturg\u00fcterschutz in einem Kontext von Umwelt und Natur, von Politik und Gesellschaft, von Wirtschaft und sozialem Umfeld gesehen und behandelt wird. Die Praxis wartet auf derart ausgebildete Fachleute.<br \/>\nBeide, die Studie und die Ergebnisse der Diskussionen, zeigen deutlich, dass ein \u00fcber die Denkmalpflege und Altbauinstandsetzung hinausgehendes, die einzelnen F\u00e4cher im Rahmen einer Managementplanung verkn\u00fcpfendes Weiterbildungsprogramm nicht allein dem Kulturg\u00fcterschutz selbst, sondern auch der Verbesserung des Lebensumfeldes und der Lebensbedingungen insgesamt dienen kann, und das nicht nur im Rahmen der Osterweiterung der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Studie soll Mittel und Wege aufzeigen, wie die fachspezifische Aus- und Weiterbildung in der Denkmalpflege und Altbauinstandsetzung gezielt und konkret in den politischen, sozialen, \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Kontext eingebunden werden kann. Sie ist grenz\u00fcberschreitend angelegt und soll die Grundlage bilden f\u00fcr den Aufbau eines Weiterbildungsprogramms, das im Zuge der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2425,68],"class_list":["post-22295","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-kulturgueter","tag-sachsen"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"18697\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-18697.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"93.114,94","dbu_projektdatenbank_firma":"Weiterbildungs- und Beratungszentrumf\u00fcr Denkmalpflege und behutsameAltbauinstandsetzung, e. V.Villa Salzburg","dbu_projektdatenbank_strasse":"Tiergartenstr. 8","dbu_projektdatenbank_plz_str":"01219","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Dresden","dbu_projektdatenbank_p_von":"2001-03-22 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2001-10-22 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"7 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0351\/4724130","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"109","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22295","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22295\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35298,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22295\/revisions\/35298"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22295"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22295"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22295"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}