  {"id":22265,"date":"2023-07-13T15:21:20","date_gmt":"2023-07-13T13:21:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18620-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:23","slug":"18620-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18620-01\/","title":{"rendered":"Modifizierung, Erprobung und Untersuchung einer neuartigen Fangtechnik zur Erforschung des Fischabstiegs im Bereich von Wasserkraftanlagen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bei der Untersuchung der stromabw\u00e4rts gerichteten Wanderung von Fischen, beispielsweise im Bereich von Wasserkraftanlagen, kann sich das Problem ergeben, dass vergleichsweise gro\u00dfe Wassermengen befischt werden m\u00fcssen, um quantitativ belastbare Ergebnisse \u00fcber die Migration s\u00e4mtlicher Fische (also aller Arten und Gr\u00f6\u00dfen) zu erzielen. 1999 stellte Dr. Holzner, TU M\u00fcnchen, eine Hamenfangmethode vor, die grunds\u00e4tzlich geeignet erscheint, gro\u00dfe str\u00f6mende Wassermengen sicher zu befischen.<br \/>\nZiel des beantragten Projektes ist die Erprobung und ggf. Modifizierung der neuen Fangtechnik zur Erforschung der abw\u00e4rts gerichteten Wanderung von Fischen im Bereich einer Wasserkraftanlage. Ausgangspunkt war das von der DBU gef\u00f6rderte Projekt M\u00f6glichkeiten der Anwendung und Effektivit\u00e4t verschiedener akustischer Scheucheinrichtungen zum Schutz der Fischfauna vor Turbinensch\u00e4den (Az 15864), bei welchem zur Bewertung akustischer Fischscheuchanlagen alle abw\u00e4rts wandernden Fische erfasst werden mussten. Mit der Kombination von drei verschiedenen Fangmethoden werden Aussagen m\u00f6glich, inwieweit die Fische \u00fcber die Fischaufstiegsanlage, \u00fcber das Wehr oder \u00fcber den M\u00fchlgraben Richtung Wasserkraftanlage ihren Weg flussabw\u00e4rts suchen. In J\u00e4gersdorf an der Saale kam diese Kombination der Fangmethoden erstmals zur Anwendung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDrei verschiedene Fangvorrichtungen kamen zum Einsatz, um die abw\u00e4rts gerichtete Wanderung der Fische in der Saale bei J\u00e4gersdorf quantitativ zu erfassen: Hamen mit Steertreuse befestigt am Einlaufbauwerk des M\u00fchlgrabens, ein Netz entlang des Wehrfu\u00dfes und eine Reuse am Einlauf der Fischaufstiegsanlage. Zuerst wurden Stahltr\u00e4ger konzipiert und angefertigt, um den Hamen am Einlaufbauwerk zu befestigen, ohne dass ein aufwendiges Ablassen des M\u00fchlgrabens notwendig wurde. Die Befestigung erfolgte ausschlie\u00dflich oberhalb der Wasseroberfl\u00e4che bei normalem Turbinenbetrieb. Anschlie\u00dfend wurde ein 3 m breites muldenf\u00f6rmiges Netz entlang des Wehrfu\u00dfes ausgebracht und mit in den Beton geschossenen Stahlstiften fixiert. Als letztes wurde eine Schwalgreuse in die U-Profile des Einlaufbauwerks der Fischaufstiegsanlage eingesetzt. Die Freilandarbeiten begannen im Juni 2001 und endeten im Oktober 2001. Drei Tage pro Woche fanden die Untersuchungen zum Fischabstieg statt. Dabei wurden alle zwei Stunden die Fangnetze und Reusen kontrolliert, die gefangenen Fische gemessen, auf Art bestimmt und die wichtigsten Wasserparameter erfasst. In den ersten zwei Wochen fanden die Kontrollen rund um die Uhr statt und anschlie\u00dfend nur noch nachts entsprechend den st\u00e4rksten Wanderbewegungen flussabw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zum Fischabstieg zeigten, dass die Tiere vorwiegend nachts flussabw\u00e4rts wandern. Somit konnte nach den ersten Untersuchungen, die rund um die Uhr stattfanden, die Kontrolle der Netze auf die Nachtstunden begrenzt werden. Im Schichtbetrieb mit insgesamt 4 Personen waren die Arbeiten durchf\u00fchrbar. Ab einem Abfluss von 10 m\u00b3\/s \u00fcber das Wehr konnte das Wehrfu\u00dfnetz nicht mehr geleert werden. Die F\u00e4ngigkeit des Netzes war ebenfalls auf diese Abflussmenge begrenzt, da dann die Schwimmerleine unter Wasser gedr\u00fcckt wurde. Die Hamenfangtechnik war bei den gegebenen Abflusssituationen beherrschbar. Bei hohem Laubaufkommen im Herbst mussten die Untersuchungen abgebrochen werden, da der Hamen sich mit Bl\u00e4ttern zusetzte und das Wasser aufstaute. Reinigungsversuche mittels Wasserstrahl oder durch R\u00fctteln des Netzes von der Arbeitsplattform aus erwiesen sich als ungeeignet. Auch ein Tieferh\u00e4ngen der Hamenoberkante um 60 cm unter die Wasseroberfl\u00e4che f\u00fchrte nicht zum Er-folg. Die Reuse in der Fischaufstiegsanlage war bis auf Ausnahmen immer einsatzf\u00e4hig. In Einzelf\u00e4llen wurde die erste Kehle mit Laub zugesetzt. Au\u00dferdem waren L\u00f6cher im Netz durch Bisamverbiss festzustellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7\tTagungsbeitrag zur internationalen Tagung Bioacoustics of Fishes: Sensory Biology, Behavior, and Practical Applications; Chicago, IL &#8211; May 30-June 2, 2001 mit Ver\u00f6ffentlichung im Journal BIOA-COUSTICS :<br \/>\n\u00b7\tSchmalz, W.; Siegesmund, M.; Th\u00fcrmer, K.; Kranawettreiser, J.; Hack, H.-P. (in press): A new method to investigate the downstream migration of fishes within a power plant area in a Middle European river &#8211; a possibility to evaluate the effectiveness of behaviour barriers.<br \/>\n\u00b7\tPosteraushang in der Wasserkraftanlage J\u00e4gersdorf \u00b7\tZeitungsartikel in der Ostth\u00fcringer Zeitung (OTZ) am 30. Juni 2001: Am Saalewehr in Sch\u00f6ps Ein-gangskontrolle f\u00fcr Fische &#8211; Forscher untersuchen Wanderwege der Wasserbewohner.<br \/>\n\u00b7\tEingereichter und akzeptierter Vortrag f\u00fcr die internationale Tagung Hydraulic Measuremens &#038; Experimental Methods 2002, in Colorado ( 28. Juli bis 01. August 2002): Evaluation of a quantitative netcatching method for the investigation of downstream migrating fishes in a hydro power plant area.<br \/>\n\u00b7\tWeitere geplante Ver\u00f6ffentlichungen der Fangmethoden im Zusammenhang mit den Ergebnissen aus dem Fischscheuchungsprojekt (Az. 15864).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Fangtechniken eigneten sich zur Erfassung des n\u00e4chtlichen Fischabstiegs \u00fcber die Fischaufstiegsanlage, das Wehr und Richtung Wasserkraftanlage. Dabei waren zwei Personen zur Kontrolle n\u00f6tig (im Schichtbetrieb 4). Die Reuse in der Fischaufstiegsanlage lieferte bis auf Ausnahmen verl\u00e4ssliche Daten. Das Wehrnetz konnte auf Grund zunehmender Str\u00f6mung bis zu einer gewissen maximalen Abflussgrenze \u00fcber das Wehr kontrolliert werden. Dabei wurde das Netz zunehmend unter Wasser gedr\u00fcckt, so dass die Fische die Schwimmerleine passieren konnten. Somit ist diese Fangtechnik nur bis zu bestimmten Abflussmengen einsetzbar. Der Hamen war bis zum maximalen Schluckverm\u00f6gen der Turbinen (insgesamt 15 m\u00b3\/s) einsatzf\u00e4hig. Bei starker Treibgutfracht der Saale, vorwiegend bei Laubfall im Herbst, mussten die Untersuchungen abgebrochen werden, da dieses Netz sich innerhalb kurzer Zeit mit Laub f\u00fcllte und dann das Wasser aufstaute. Verschiedene Reinigungsmethoden ohne Entfernung des Hamens aus seiner Fangposition erwiesen sich als ungeeignet. Im Hydrolabor Schleusingen sind weiterf\u00fchrende Untersuchungen geplant, um herauszufinden, ob ein Umbau des Hamens zu einer Selbstreinigung f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bei der Untersuchung der stromabw\u00e4rts gerichteten Wanderung von Fischen, beispielsweise im Bereich von Wasserkraftanlagen, kann sich das Problem ergeben, dass vergleichsweise gro\u00dfe Wassermengen befischt werden m\u00fcssen, um quantitativ belastbare Ergebnisse \u00fcber die Migration s\u00e4mtlicher Fische (also aller Arten und Gr\u00f6\u00dfen) zu erzielen. 1999 stellte Dr. Holzner, TU M\u00fcnchen, eine Hamenfangmethode [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,51,71,52,53],"class_list":["post-22265","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-thueringen","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"18620\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-18620.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"10.225,84","dbu_projektdatenbank_firma":"Bauhaus-Universit\u00e4t WeimarInstitut f\u00fcr WasserwesenHydrolabor Schleusingen","dbu_projektdatenbank_strasse":"Themarer Str. 16 c","dbu_projektdatenbank_plz_str":"98553","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Schleusingen","dbu_projektdatenbank_p_von":"2001-05-03 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2002-02-02 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"036841\/5309-0","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Th\u00fcringen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"70","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35268,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/22265\/revisions\/35268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}