  {"id":22164,"date":"2023-07-13T15:21:10","date_gmt":"2023-07-13T13:21:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18398-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:12","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:12","slug":"18398-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18398-01\/","title":{"rendered":"Fl\u00e4chen intelligent nutzen &#8211; Strategien f\u00fcr eine nachhaltige Siedlungsentwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der NABU will das Problem der \u00dcberbauung und Zerschneidung von Landschaft auf einer bundesweiten Tagung thematisieren. Der Fl\u00e4chenverbrauch, definiert durch die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4che, betr\u00e4gt in Deutschland rund 120 ha pro Tag. L\u00e4ngst geh\u00f6rt der Verlust von offener Landschaft zu den bedeutendsten Ursachen f\u00fcr die Gef\u00e4hrdung der biologischen Vielfalt in Deutschland. Die zentrale Fragestellung der Veranstaltung wird die Diskussion und Entwicklung einer zukunftsf\u00e4higen, \u00f6kologisch vertretbaren Entwicklung der Siedlungsfl\u00e4chen sein. Die Tagung will deshalb<br \/>\n\u00b7\tMit dem Thema Fl\u00e4chenverbrauch ein Problem aufgreifen, das entgegen seiner Umweltrelevanz bisher in der praktischen Umsetzung noch vernachl\u00e4ssigt wird.<br \/>\n\u00b7\tImpulse f\u00fcr Praxis und Gesetzgebung geben;<br \/>\n\u00b7\tVorhandene Ans\u00e4tze, Institutionen, Gruppen, Akteure miteinander vernetzen (z.B. Agenda 21-Projekte, Unternehmen, Gewerbe, Politik) und<br \/>\n\u00b7\tEinen Beitrag zur Aufarbeitung eines Konfliktthemas leisten<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Tagung wird am 8. und 9. November auf dem Messegel\u00e4nde der Stadt Erfurt durchgef\u00fchrt. Als Referenten sind vorwiegend Wissenschaftler und Praktiker aus den Bereichen Raumordnung, Finanzwissen-schaft und Naturschutz eingeladen. Den Er\u00f6ffnungsvortrag wird der Pr\u00e4sident des UBA, Prof. Troge halten. Die Tagungsbeitr\u00e4ge und Ergebnisse werden in einem Tagungsreader und \u00fcber die NABU-Website im Internet ver\u00f6ffentlicht. Der Tagungsreader soll in einer Auflage von 1000 bis 2000 Exemplaren gedruckt und allen Teilnehmern des Kongresses sowie Multiplikatoren aus Politik und Wissenschaft zugestellt werden.<br \/>\nDie Veranstaltung richtet sich an Fachpolitiker der Parlamente von Bund und L\u00e4ndern, Kommunalpolitiker, Planungsb\u00fcros und Architekten, Vertreter von Raumordnungs- und Regionalplanungsbeh\u00f6rden, Wohnungsbaugesellschaften, und verschiedene kommunale Verb\u00e4nde. Zur Zielgruppe geh\u00f6ren auch thematisch interessierte Mitglieder und Funktionstr\u00e4ger des NABU und anderer Umweltverb\u00e4nde.<br \/>\nKonzipiert wird die Veranstaltung f\u00fcr ca. 300 Personen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Kernst\u00fcck des Projektes, das mit dem Thema Fl\u00e4chenverbrauch ein Problem aufgreifen sollte, das entgegen seiner Umweltrelevanz bisher in der praktischen Umsetzung vernachl\u00e4ssigt wird, war die Tagung Fl\u00e4chen intelligent nutzen &#8211; Strategien f\u00fcr eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Sie fand am 8. und 9. November 2001 in der Messe Erfurt statt. Etwa 150 Fachleute aus den Bereichen Planung, Kommunen, Politik, \u00c4mter (St\u00e4dte und Kommunen), Hochschullehrer sowie Naturschutz und Umweltschutzverb\u00e4nde nahmen an der Tagung teil.<br \/>\nDer Schwerpunkt der Fachtagung lag auf wirtschaftlichen und nicht auf ordnungsrechtlichen Ans\u00e4tzen zur Steuerung im Fl\u00e4chenmanagement. Als wichtige Themen sind zu nennen Grundsteuerreform, interkommunale Kooperation, handelbare Fl\u00e4chenkontingente, Gewerbesteuer sowie die Novellierung des kommunalen Finanzausgleiches.<br \/>\nProf. Andreas Troge vom Umweltbundesamt sprach \u00fcber Ziele und Ansatzpunkte zur Verringerung des Fl\u00e4chenverbrauches. Dr. Fabian Dosch vom Bundesamt f\u00fcr Bauwesen und Raumordnung stellte intelligente Fl\u00e4chennutzung als Baustein zur Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie dar. Elke Pahl-Weber vom B\u00fcro BPW &#8211; Stadtplanung, Forschung, Beratung in Hamburg stellte ihre Erwartungen, ihre Erfahrungen und ihre Erfolge mit nachhaltiger Siedlungsentwicklung dar. Stefan Siedentop vom Institut f\u00fcr \u00f6kologische Raumentwicklung in Dresden diskutierte Innenentwicklung als Leitbild einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung. PD Dr. Eckhard Jedicke von der Universit\u00e4t Karlsruhe zeigte die Grenzen der Innenentwicklung auf, die aus Sicht des Naturschutzes f\u00fcr Stadt und Dorf zu fordern sind. Klaus Einig vom Institut f\u00fcr \u00f6kologische Raumentwicklung in Dresden beleuchtete die M\u00f6glichkeiten auf, durch regionales Fl\u00e4chenmanagement die Baulandpolitik zwischen den Kommunen abzustimmen und dadurch zu einer ressourcenschonenden Siedlungsentwicklung beizutragen. Prof. Dr. Rainer Kahnert vom B\u00fcro f\u00fcr Gewerbeplanung und Stadtentwicklung in Dortmund erl\u00e4uterte die M\u00f6glichkeiten und Grenzen fl\u00e4chensparender Gewerbegebietsplanung. Dr. Kilian Bizer vom Finanzwissenschaftlichen Institut der Universit\u00e4t K\u00f6ln erstellte in zw\u00f6lf Thesen eine \u00dcbersicht \u00fcber die \u00f6konomischen Instrumente zur Vermeidung des Fl\u00e4chenverbrauches. Michael Lehmbrock vom Deutschen Institut f\u00fcr Urbanistik stellte verschiedene Modelle einer Grundsteuerreform vor, die zur Reduzierung des Fl\u00e4chenverbrauches f\u00fcr Siedlungs- und Verkehrsanlagen beitragen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Ergebnisse der Fachtagung wurden in einem 92-seitigen Reader festgehalten.<br \/>\nIn Ost- wie Westdeutschland ist ein starker Fl\u00e4chenverbrauch zur gewerblichen Nutzung festzustellen. Durch die Abwanderung der Bev\u00f6lkerung in Ostdeutschland sinkt der Wohnraumbedarf. Es l\u00e4sst sich ein Wegzug aus den Innenst\u00e4dten in die Speckg\u00fcrtel beobachten, der zur Ver\u00f6dung der Innenst\u00e4dte f\u00fchrt. Der L\u00f6sungsansatz gegen den Fl\u00e4chenverbrauch ist f\u00fcr Ost- und Westdeutschland gleich. Die Innenent-wicklung der St\u00e4dte muss vorangetrieben werden.<br \/>\nAls Leitbild f\u00fcr die Innenentwicklung steht dabei die intelligente Innenverdichtung unter attraktiver Gestaltung. Erlebnisse der Natur sind am Rande und in der Siedlung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Tagung wurden in einem Reader in einer Auflage von 1.000 St\u00fcck ver\u00f6ffentlicht und den Teilnehmern des Kongresses, Fachpolitikern, Aussch\u00fcssen des Bundestages und der L\u00e4nderparlamente, den Fachverb\u00e4nden im Bereich St\u00e4dtebau, Planung, Architektur und Umwelt sowie einer Auswahl gr\u00f6\u00dferer St\u00e4dte und den zust\u00e4ndigen Ministerien f\u00fcr Umwelt, St\u00e4dtebau und Raumordnung zugestellt. Dar\u00fcber hinaus wurden die Ergebnisse \u00fcber die NABU-Internetseiten verbreitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die ausgewogene Zusammensetzung der Tagungsteilnehmer und ihr positives Feedback waren wir mit der Teilnehmerzahl von 150 zufrieden. Das fachlich inhaltliche Niveau war gut bis sehr gut. Es ist gelungen Referenten fast durchweg erster Wahl zu gewinnen. Der technische Ablauf ging gut und problemlos vonstatten. Die Zuh\u00f6rerresonanz war gut bis sehr gut.<br \/>\nF\u00fcr den NABU war die Fachtagung wichtig zur Bestimmung und \u00dcberpr\u00fcfung der eigenen Position. Der NABU f\u00fchlt sich durch die Ergebnisse der Tagung gest\u00e4rkt in der Ausrichtung seiner Arbeit bei einem gesellschaftlich so wichtigen Thema f\u00fcr die Bundesrepublik.<br \/>\nDie Tagung hat in aller Deutlichkeit aufgezeigt, dass eine Trendumkehr beim Fl\u00e4chenverbrauch zu den wichtigsten \u00f6kologischen Fragestellungen der Zukunft geh\u00f6rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der NABU will das Problem der \u00dcberbauung und Zerschneidung von Landschaft auf einer bundesweiten Tagung thematisieren. Der Fl\u00e4chenverbrauch, definiert durch die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4che, betr\u00e4gt in Deutschland rund 120 ha pro Tag. 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