  {"id":22156,"date":"2023-07-13T15:21:10","date_gmt":"2023-07-13T13:21:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18374-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:11","slug":"18374-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18374-01\/","title":{"rendered":"Rauchgasreinigung f\u00fcr Kleinbrand-Pr\u00fcf\u00f6fen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>svt BRANDSCHUTZ betreibt in Seevetal einen Kleinbrandpr\u00fcfofen, der der Forschung und Weiterentwicklung von Produkten f\u00fcr den baulichen Brandschutz dient. Unter den normierten Versuchsbedingungen einer Brandpr\u00fcfung entsteht ein stark ru\u00dfendes, geruchsintensives Abgas. Es sollte eine Anlagentechnologie zur Rauchgasreinigung als Demonstrationsanlage konzipiert, gebaut und erprobt werden, die Ru\u00df, S org. C (ggf. auch PCDD), CO, HCl und Geruch am Ort der Entstehung mindert. Daf\u00fcr wurde eine verfahrenstechnische Kombination aus Nachverbrennung, gezielter Ru\u00dfelimination und Sorption mit ggf. nachgeschalteter Partikelabscheidung vorgesehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Detailplanungen wurden von svt und CUTEC ausgef\u00fchrt. Die Festlegung der Auslegungsparameter erfolgte durch eine Messung zur Ist-Bestandsaufnahme. Die zun\u00e4chst zur HCl-Eliminierung angedachte Sorbenseinbringung mittels Injektor und Flugstromreaktor wurde aufgrund der Ergebnisse zugunsten eines Sch\u00fcttschichtfilters, der das Sorbens als Granulat enth\u00e4lt, aufgegeben. Bestellungen und Anfertigungen von Anlagenkomponenten wurden von CUTEC abgewickelt.<br \/>\nNach einer Vormontage und Tests erfolgte der Transport zu svt nach Seevetal. Vor Ort wurden Feuerfestauskleidung und Au\u00dfenisolierung montiert und schlie\u00dflich die gesamte Anlage an dem Kleinbrandpr\u00fcfofen installiert. Zur Ru\u00dffiltration wurde eine Kugelpackung auf Keramikbasis eingebaut.<br \/>\nW\u00e4hrend der kalten Inbetriebnahme wurden kleinere Feinabstimmungen im SPS-Programm der Mess-Steuer-Regeltechnik vorgenommen, eine Datenarchivierung wurde implementiert.<br \/>\nDie hei\u00dfe Inbetriebnahme ergab zun\u00e4chst einen Modifizierungsbedarf bei den Versorgungsmedien Erdgas, Druckluft und K\u00fchlwasser. In Vorversuchen wurden anschlie\u00dfend sowohl Betriebsparameter zur Optimierung der Betriebsbedingungen f\u00fcr die Nachbrennkammer (Abgasvolumenstrom, -temperatur) als auch apparative und regelungstechnische Parameter untersucht und optimiert.<br \/>\nIm letzten Teilschritt erfolgte die vollst\u00e4ndige Inbetriebnahme der Rauchgasreinigungsanlage mit Funktionsnachweis in Form von Emissionsmessungen. Die svt-Mitarbeiter wurden in die Bedienung der Rauchgasreinigungsanlage mittels Brandversuchen an verschiedensten Pr\u00fcfk\u00f6rpern eingewiesen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Anlagenbetrieb:<br \/>\nDie Inbetriebnahme der Rauchgasreinigungsanlage verlief erfolgreich. Am Steuerungsprogramm waren nur geringf\u00fcgige \u00c4nderungen bzw. Erg\u00e4nzungen erforderlich, um ein stabiles Laufverhalten zu erzielen. Beispielhaft sei die Abstimmung zwischen Frequenzumrichter und Rauchgasventilator genannt. Schwieriger gestaltete sich die Realisierung der unterschiedlichen Drucksollwerte im Kleinbrandpr\u00fcfofen und der Reinigungsanlage. Die Pr\u00fcfnorm fordert w\u00e4hrend der Brandpr\u00fcfung innerhalb des Pr\u00fcfofens ein bestimmter \u00dcberdruckbereich einzuhalten. Zwischen Ausgang Pr\u00fcfofen und Eintritt in die Nachbrennkammer befindet sich eine Druckmessstelle, deren Unterdruck als Sollwert die Leistung des Gebl\u00e4ses regelt. Aufgrund einer Unterdruckregelung wurde das Rohgas aus dem Pr\u00fcfofen gesaugt, so dass der vorgeschriebene \u00dcberdruck nicht gefahren werden konnte. Seit der Modifizierung des zwangsgesteuerten Klappenkombination Reinigungsanlage\/Notkamin wird \u00fcber den Notkamin eine geringe Menge Falschluft in die Anlage eingebracht. Damit wird eine Entkopplung der Prozesse Brandpr\u00fcfung und Reinigungsprozess erzielt, so dass die Problematik der Drucksollwerte gel\u00f6st ist. Die Montage eines Verbrennungsluftkanals vor dem Gebl\u00e4sebrenner erbrachte eine weitere Stabilisierung des Anlagenverhaltens. Mit der Eindrosselung der Verbrennungsluftmenge konnten Druckschwankungen im Bereich der Nachverbrennung gegl\u00e4ttet werden. Weiterhin wurden mit dieser Ma\u00dfnahme Stickoxidkonzentrationen gemindert; Schornsteinzugeffekte sind effektiver zu kompensieren.<br \/>\nIm Laufe der Inbetriebnahme wurden Erfahrungen gesammelt, um ein optimales Anfahrprogramm hinsichtlich Temperaturniveau und Haltepunkte zu entwickeln. Das Programm erm\u00f6glicht eine kurze Aufheizphase, so dass nur geringe Mengen an Kondensat (\u00fcberdosiertes Quenchwasser) anfallen und eine rasche Verf\u00fcgbarkeit der Anlage gegeben ist.<br \/>\nEmissionen:<br \/>\nZur Ru\u00dffiltration und anschlie\u00dfender -Oxidation wurde im Anschluss an die Nachbrennkammer eine Packung aus Keramikkugeln eingebaut. Die Abtrennung der sauren Abgaskomponente HCl erfolgt in einem Sch\u00fcttschichtfilter, der ein Granulat aus 90% Wei\u00dfkalkhydrat und 10% Herdofenkoks enth\u00e4lt.<br \/>\nAufgrund der hohen Unterdr\u00fccke an den saugseitigen Reingasmesspunkten wurden druckseitig zus\u00e4tz-liche Messstellen eingerichtet. Zwischenzeitlich liegt f\u00fcr die Parameter ? org. C, HCl, Staub, PCDF\/D, CO und NOx belastbares Datenmaterial f\u00fcr Roh- und Reingas vor. Die Ergebnisse der Emissionsmessungen im Januar 2004 und Juli 2004 haben gezeigt, dass mit den ausgew\u00e4hlten Reinigungsaggregaten die gew\u00e4hrleisteten Grenzwerte f\u00fcr alle Parameter eingehalten werden k\u00f6nnen. Ru\u00df war hinter dem Ab-scheider nicht mehr nachweisbar. Die Konzentrationen der Staubmessungen ergaben, dass nach der Sch\u00fcttschichtfiltration keine nachgeschaltete Partikelabscheidung erforderlich ist. Weiterhin stellt das gereinigte Abgas keine Geruchsbel\u00e4stigung mehr dar.<br \/>\nOptimierungspotenziale:<br \/>\nErdgas: Die Falschluftmenge soll \u00fcber eine Klappensteuerung so gering wie m\u00f6glich gehalten werden, so dass der aufzuheizende Volumenstrom zur Nachbrennkammer minimiert wird. Mit dieser Optimierungsma\u00dfnahme wird der Erdgasverbrauch gesenkt und die Aufheizzeit bis zum Erreichen der Freigabetemperatur verk\u00fcrzt.<br \/>\nElektrische Energie: Zur Energieeinsparung soll auch die Abk\u00fchlphase so kurz wie m\u00f6glich gehalten werden. Zurzeit werden aus Sicherheitsgr\u00fcnden und mangelnder Betriebserfahrung noch Abk\u00fchlungstemperaturen von 200\u00b0C gew\u00e4hlt. W\u00e4hrend der n\u00e4chsten Brandversuche sollen h\u00f6here Temperaturen untersucht werden. Dabei muss beobachtet werden, ob ggf. eine Temperaturwanderung in die hinteren Anlagenbereiche Ausgang Quenche, Sch\u00fcttschichtfilter und Ventilator erfolgt und welches Temperaturniveau sich dort einstellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Nach bereits ver\u00f6ffentlichten Artikeln im svt-Brennpunkt, dem svt-Prospekt Zentrale Technik und im Handelsblatt (Ausgabe 05.07.2004) sind weitere Ver\u00f6ffentlichungen in brandschutzspezifischer Fachliteratur und in umweltorientierten Fachzeitschriften geplant. Ferner sind \u00fcber demonstrative Brandversuche mit Abgasreinigung w\u00e4hrend Fortbildungen und Seminaren im eigenen Haus geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Anbindung der Rauchgasreinigung an den Kleinbrandpr\u00fcfofen verlief erfolgreich. Die Funktionen der verschiedenen Anlagenkomponenten wurden gepr\u00fcft, die Einhaltung der gew\u00e4hrleisteten Reingaskonzentrationen durch Emissionsmessungen best\u00e4tigt. Eine Abschlussdokumentation wurde erstellt.<br \/>\nAus \u00f6kologischer Sicht bedeutet eine Ausr\u00fcstung neuer Pr\u00fcf\u00f6fen mit dieser Reinigungstechnologie eine sichere Eliminierung umweltrelevanter Komponenten aus diesen schadstoffbelasteten Abgasen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens svt BRANDSCHUTZ betreibt in Seevetal einen Kleinbrandpr\u00fcfofen, der der Forschung und Weiterentwicklung von Produkten f\u00fcr den baulichen Brandschutz dient. Unter den normierten Versuchsbedingungen einer Brandpr\u00fcfung entsteht ein stark ru\u00dfendes, geruchsintensives Abgas. Es sollte eine Anlagentechnologie zur Rauchgasreinigung als Demonstrationsanlage konzipiert, gebaut und erprobt werden, die Ru\u00df, S org. C (ggf. 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