{"id":22082,"date":"2023-07-13T15:21:03","date_gmt":"2023-07-13T13:21:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18212-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:21:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:21:04","slug":"18212-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18212-01\/","title":{"rendered":"Evaluation und Planung von Ma\u00dfnahmen f\u00fcr einen Biotopverbund in Land- und Forstwirtschaft des Vorfl\u00e4ming mit Hilfe von Kirchenland"},"content":{"rendered":"

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n

Kirchenland diente bisher ausschlie\u00dflich der Finanzierung der Pfarrgeh\u00e4lter durch Verpachtung. N\u00f6tig ist hier jedoch eine neue Qualit\u00e4t im Umgang mit dem ererbten Eigentum.
\nDas Vorhaben wird beispielhaft im Vorfl\u00e4ming, einer typischen, ausger\u00e4umten und intensiv genutzten Agrarlandschaft notwendige Ma\u00dfnahmen f\u00fcr einen Biotopverbund auf landwirtschaftlich und forstlich genutzten, kircheneigenen Fl\u00e4chen vorbereiten. Die intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit soll vor Ort Mitmacher, beim Grundbesitzer Kirche in ganz
\nDeutschland Nachahmer motivieren.<\/p>\n

Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach der Evaluierung der Wirksamkeit vorhandener Landschaftsstrukturen und der Auswahl geeigneter kircheneigener Fl\u00e4chen mit Handlungsbedarf aus naturschutzfachlicher Sicht unter Nutzung der Landesplanung zum \u00d6kologischen Verbundsystem Sachsen-Anhalt werden vor Ort Arbeits- und Informationskreise f\u00fcr die Teilvorhaben einberufen. Sie setzen sich zusammen aus Mitarbeitern in Kirchlichen Gremien und \u00c4mtern, Naturschutzexperten, betroffenen Landwirten und Anwohnern. Diese definieren die einzelnen Ma\u00dfnahmen (wie Neuanlage bzw. Pflege\/ Erweiterung von Feldhecken, Feldgeh\u00f6lzinseln und S\u00f6lle, Streuobstwiesen, Gew\u00e4sserrenaturierung sowie Waldrandgestaltung und Extensivierung der Nutzung als Pufferzonen in empfindlichen Bereichen) nach naturschutzfachlichen, landschafts\u00e4sthetischen, landwirtschaftlich\/ forstwirtschaftlichen und \u00f6ffentlichkeitswirksamen Kriterien.
\nEvtl. n\u00f6tige Fl\u00e4chentauschverfahren, Vermessungen, Rechtekl\u00e4rung sowie die Einholung der Einverst\u00e4ndnisse Betroffener werden eingeleitet, bevor die Detailplanung der Einzelvorhaben erfolgt.
\nViertelj\u00e4hrlich werden die Kirchen Deutschlands, angesprochen \u00fcber die Umweltbeauftragten, per Infobrief \u00fcber Ziele und Fortgang des Vorhabens informiert und zum Abschluss zu einem Workshop eingeladen, um diese neue Qualit\u00e4t umweltethischer Arbeit in der Kirche zu verbreiten und zu eigenen Projekten zu motivieren.<\/p>\n

Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n

Die betrachteten Kirchenfl\u00e4chen im Projektgebiet, insgesamt 1088 ha Landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che uns 331 ha Wald in ca. 60 landbesitzenden Gemeinden) zeichnen sich durch gro\u00dfe Vielfalt im Sinne von Lage, Relief, Gr\u00f6\u00dfe, Bodenqualit\u00e4t, Nutzung und Artausstattung aus. Beobachtete Konflikte bzw. M\u00e4ngel im Umgang mit den kirchlichen Pachtfl\u00e4chen wurden den Eigent\u00fcmern mitgeteilt.
\nNach Diskussion der Eignung der Fl\u00e4chen f\u00fcr Biotopverbundma\u00dfnahmen, Vergleich mit vorliegenden Naturschutz-Fachplanungen und der gemeindlichen Planungen sowie Abstimmung mit den vor Ort Be-troffenen wurden neun Teilvorhaben ausgew\u00e4hlt, beschrieben und vorbereitet. Diese werden von Arbeitskreisen aus Eigent\u00fcmern, P\u00e4chtern, Verwaltungen, Fachleuten und anderen Interessierten begleitet. Die Teilvorhaben spiegeln die Vielfalt der Landschaftsnutzung ebenso wie vielf\u00e4ltige m\u00f6glichen Herangehensweisen und auch Kostenrahmen. Investive Ma\u00dfnahmen wie zwei (in Charakter und Ausf\u00fchrung verschiedene) Bachrenaturierungen, Pflege und Erweiterung einer Feldhecke, Reaktivierung eines Feldsolls in Verbindung mit der Neuanlage von Flurgeh\u00f6lzen, Aufforstung und Waldrandgestaltung, Anlage einer Streuobstwiese werden erg\u00e4nzt durch Ma\u00dfnahmen wie: Beteiligung im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens (Ziel: Biotopverbund in den Begleitplan integrieren und Nutzungsextensivierung in empfindlichen Bereichen), L\u00f6sung eines Nutzungskonfliktes an einem Teich (Ziel: wertvolle Feucht- und Sumpfwiesen erhalten) und Anregung und Begleitung einer Bachpatenschaft.
\nF\u00fcr die Teilprojekte wurden jeweils angepasste Finanzierungsmodelle entwickelt.
\nW\u00e4hrend vor Ort und auf der Ebene von Kirchenkreisen und Gemeinden eine umfassende Information aller Beteiligten \u00fcber verschiedene Medien (Infoblatt, Presse, Internet, Exkursionen) sehr erfolgreich lief, sich Kooperationen ergaben, konnten vergleichbare landeskirchliche Initiativen bisher nur in geringem Ma\u00dfe angeregt werden. In den bereits jetzt interessierten Landeskirchen jedoch (Sachsen, Lippe, Brandenburg) werden erste konkrete Projekte vorbereitet und durch das Projektteam unterst\u00fctzt.<\/p>\n

\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n

Neben viertelj\u00e4hrlichen Informationsbriefen und Presseartikeln informiert eine attraktive Brosch\u00fcre \u00fcber das Projekt. Sie wird in den deutschen Kirchen verteilt, ebenso in den Landesumwelt\u00e4mtern u.a. Schwerpunkt der \u00d6ffentlichkeitsarbeit wird zunehmend die Vorstellung der Arbeit in Vortr\u00e4gen anl\u00e4sslich kirchlicher H\u00f6hepunkte (Synoden, Kirchentage) bzw. auf Einladung durch interessierte Kreise.<\/p>\n

Fazit<\/p>\n

Die Idee, beispielgebend Kirchenland f\u00fcr Biotopverbund einzusetzen, erwies sich als realistisch. Die Teilvorhaben ergeben in sich keinen Biotopverbund, sondern sind wirksame Elemente eines solchen und ordnen sich in naturschutzfachliche Planungen des Landes Sachsen-Anhalt ein (\u00d6kologisches Verbundsystem). Eine Erh\u00f6hung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit bzw. der Artendiversit\u00e4t am jeweiligen Standort ist bei Umsetzung der Planungen zwingend zu erwarten. Die Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t der jeweiligen Landschaftsbestandteile ebenso.
\nDie verschiedenen Charaktere der Vorhaben zeigen die Vielfalt m\u00f6glicher sinnvoller Biotopverbundma\u00dfnahmen. Die auftretenden Schwierigkeiten bzw. Konflikte gleichen denen anderer Landeigent\u00fcmer, die L\u00f6sungsans\u00e4tze sind somit nachvollziehbar. Insbesondere, da eines der Kriterien der Arbeit stets eine m\u00f6glichst geringe finanzielle Belastung der Eigent\u00fcmer und P\u00e4chter war. Diese Punkte dienen der \u00dcbertragbarkeit des Gedankens, insbesondere in andere Landeskirchen.
\nIm Laufe der Arbeit zeigte sich, dass die Ansprache der Landeskirchen zus\u00e4tzlich in anderer Form erfolgen sollte, um von Neugier und Interesse zur eigenen Aktion zu f\u00fchren. So ist es notwendig, das Projekt mittels Vortrag\/ Ausstellung\/ Messestand verst\u00e4rkt au\u00dferhalb der Region zu pr\u00e4sentieren, besonders dann, wenn erste erfolgreiche Umsetzungen der vorliegenden Planungen vorgestellt werden k\u00f6nnen.
\nIm Projekt entstandene Querverbindungen zwischen Akteuren in der Projektregion, Hochschulen, Kommunen und den Kirchen waren Voraussetzung f\u00fcr die \u00fcberwiegend unkonventionellen L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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