  {"id":22009,"date":"2023-07-13T15:20:57","date_gmt":"2023-07-13T13:20:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18091-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:58","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:58","slug":"18091-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18091-01\/","title":{"rendered":"Erstellung eines Kulturlandschaftskatasters zur Dokumentation der historischen Landnutzung und der Umweltbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bundesweit kann ein gro\u00dfes Defizit im Schutz von Kulturlandschaften und deren einzelnen Bestandteile (Kulturlandschaftselemente) festgestellt werden. Ziel war es diesen Mangel im Naturpark Th\u00fcringer Wald zu minimieren. Der Naturpark Th\u00fcringer Wald ist durch seine naturr\u00e4umliche und kulturhisto-rische Pr\u00e4gung, ein einzigartiger Lern- und Erholungsraum. Bei den meisten Erholungssuchenden b-steht eine gro\u00dfe Nachfrage nach natur- und kulturtouristischen Angeboten insbesondere Umweltbildungsangeboten. Ziele der Projektes sind Schaffung von touristischen und Umweltbildungs-Angeboten sowie Grundlagen f\u00fcr eine naturschutzgerechte Pflege und Entwicklung der Kultur-landschaft. Das rein visuelle Erleben der Landschaft wird durch die multimediale oder pers\u00f6nliche Vermittlung (Internet, bzw. F\u00fchrungen) von Hintergrundwissen um die historische und funktionale Dimensi-on erweitert. Ziel der Angebote ist es neben den vermittelten Kenntnisse, die Handlungskompetenzen zu erweitern und damit einen nachhaltigen Beitrag zum aktiven Schutz unserer Natur- und Kulturlandschaft zu leisten. Es entsteht ein Bewusstsein f\u00fcr die Eigenheit der Inselsberglandschaft, das eine Identifizierung mit der Heimat f\u00f6rdert. Dabei spielt die Sensibilisierung f\u00fcr \u00f6kologische Systeme eine besondere Bedeutung. Unser Projektziel ist erreicht wenn es uns gel\u00e4nge eine Inwertsetzung der Landschaft zu initiieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZu Beginn wird eine kulturlandschaftliche Substanzanalyse durchgef\u00fchrt. Eine Datenbank sowie eine Karte sollen Angaben zur Art, Lage, Gr\u00f6\u00dfe, Beschaffenheit, Pflegebedarf, Lebensraumfunktion und Ge-schichte der jeweiligen Objekte beinhalten. Darauf aufbauend werden die Daten multimedial bearbeitet und dem Fremdenverkehr der Region und dem Naturpark Th\u00fcringer Wald e. V. zur Verf\u00fcgung gestellt. Dar\u00fcber hinaus werden Informationsmaterialien und Umweltbildungsangebote erstellt und arrangiert. Die zu verwendende Methode wird auf Grundlage des Leitfadens zur zielgerichteten Erhebung, Bewer-tung,&#8230; (BURGGRAAFF &#038; KLEEFELD 1998) und einem von uns organisierten Expertentreffen erstellt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr die Dokumentation historischer Kulturlandschaften und -landschaftsteile in der Region um den Inselsberg wurde erstmalig in Th\u00fcringen eine fl\u00e4chendeckende systematische Bestandsaufnahme in ei-nem abgegrenzten Gebiet durchgef\u00fchrt. Da auf unterschiedliche Erfahrungen aus anderen Bundesl\u00e4ndern zur\u00fcckgegriffen werden konnte, waren gr\u00f6\u00dfere Probleme bei der Durchf\u00fchrung nicht zu erwarten. Unsicherheiten bestanden bez\u00fcglich der Erfassungs- und Auswertungsmethodik, so dass erst im Verlau-fe der Projektarbeit das geeignete System gefunden werden konnte. Auch die angestrebte Erfassung der gewonnenen Daten in einer Datenbank in Verbindung mit einem computergest\u00fctzten Geographischen Informationssystem (GIS) stellte sich zun\u00e4chst schwierig dar. Das vorhandene GIS entsprach nicht den Vorstellungen, eine Neuanschaffung schied aus Kostengr\u00fcnden aus. Erst in der Schlussphase des Projektes ergab sich durch den Kontakt zur Fachhochschule Neubrandenburg die M\u00f6glichkeit der kostenlosen Nutzung des dort entwickelten KLEKs-Systems (http:\/\/go.to\/kleks), welches zudem genau den gew\u00fcnschten Kriterien und Anforderungen entsprach. In der weiteren Folge k\u00f6nnte sich hieraus ein Projekt f\u00fcr das gesamte Bundesland Th\u00fcringen entwickeln, Partner hierf\u00fcr k\u00f6nnten der Heimatbund Th\u00fc-ringen und die Universit\u00e4t Jena sein, welche im Rahmen der Flurnamenforschung \u00fcber einschl\u00e4gige Grundlagen verf\u00fcgen. Mit viel Engagement der Beteiligten und der Unterst\u00fctzung ehrenamtlich T\u00e4tiger ist es gelungen aus einem umfangreichen Literaturstudium eine Datenbank mit etwa 1000 Objekthinweisen zu erstellen, sie ist eine gute Grundlage f\u00fcr weitere Recherchen. Bei Kartierungsarbeiten im Gel\u00e4n-de wurden bisher \u00fcber 250 Objekte erfasst und dokumentiert &#8211; und es gibt sichere Anhaltspunkte f\u00fcr die Annahme, dass der tats\u00e4chliche Bestand noch weit h\u00f6her sein d\u00fcrfte, zumal die \u00fcber 1000 Hinweise aus Literatur und Quellenmaterial noch nicht vollst\u00e4ndig ausgewertet werden konnten.<br \/>\nDie gewonnenen Erkenntnisse w\u00e4hrend der Arbeit am Kataster flossen unmittelbar in die Umweltbildungsarbeit ein. W\u00e4hrend der Ma\u00dfnahme wurden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 14 Jahren mit verschiedenen Formen der Wissensvermittlung in das Projekt einbezogen. Mit der Jugendherberge in Brotterode wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, die auch nach Beendigung des Projektes eine Weiterf\u00fchrung der Projektangebote sichert. Dar\u00fcber hinaus wurden unter anderem thematische Sommercamps durchgef\u00fchrt in denen die Kinder und Jugendlichen praktisch die Wirkung verschiedener Nutzungen des Waldes und des Offenlandes erleben konnten. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise die K\u00f6hlerei oder historische Ackernutzungen. Daneben fanden auch gef\u00fchrte Wanderungen zu kulturlandschaftli-chen Besonderheiten regen Zuspruch. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt flossen in eine CD-ROM und eine Internetpr\u00e4sentation unter dem Titel Kulturlandschaft rund um den Gro\u00dfen Inselsberg ein, welche reges Interesse in der Region ausl\u00f6sten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\t\u00f6ffentlicher Projektstart am 1. September 2001 auf dem Inselsberg mit Landrat, B\u00fcrgermeistern und Vertretern von Fremdenverkehrseinrichtungen der Region<br \/>\n&#8211;\tF\u00fchrungen von Mai bis September auf dem Erlebnisweg in Kleinschmalkalden als Rinder-Hirte<br \/>\n&#8211;\tMitwirkung an der regionalen Wanderwoche Rund um den Inselsberg und<br \/>\n&#8211;\tMitwirkung und Unterst\u00fctzung des Ersten Schmalkalder Sonnenwendwandern 2003<br \/>\n&#8211;\tErstellung von Infotafeln(Holzkohle, Bergbau-Metallverarbeitung-Umweltfolgen, Geologie)<br \/>\n&#8211;\tVortrag und Seminar im Rahmen einer Informationsveranstaltung an der Fachhochschule Eberswalde<br \/>\n&#8211;\tProjektvorstellung im Landtag vor Landtagsabgeordneten<br \/>\n&#8211;\tSchaffung von Arbeitsmaterialien und Wissenstransfer im Rahmen der berufsbegleitenden Weiterbildung von Kulturlandschaftsf\u00fchrern in der Regie der Mittelm\u00fchle<br \/>\n&#8211;\tKindercamps (K\u00f6hler, Kr\u00e4utergarten&#8230;) sowie Projektarbeit mit der GS Kleinschmalkalden am Steilacker<br \/>\n&#8211;\tAbschlussveranstaltung mit Vorstellung der Ergebnisse in Anwesenheit von Repr\u00e4sentanten des Naturparkes, der B\u00fcrgermeister der Region sowie Vertretern von Fremdenverkehrseinrichtungen der Region<br \/>\n&#8211;\tCD Kulturlandschaft rund um den Gro\u00dfen Inselsberg und Internet http:\/\/www.landschaftselemente.de<br \/>\n&#8211;\tMitwirkung an einem Fernsehbeitrag des MDR Unterwegs in Th\u00fcringen zum Thema Kulturlandschaft<br \/>\n&#8211;\tBeitrag zur Fachtagung: Naturschutz im Naturpark Th\u00fcringer Wald und im Biosph\u00e4renreservat Vessertal am 29.10.2003, eine Publikation ist geplant<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Ergebnis des Projektes zeigte sich, dass Naturschutz, Umweltbildung und Denkmalpflege sowie der Tourismus gemeinsame Anliegen vertreten k\u00f6nnen. Grundlage einer gemeinsamen Strategie der Kulturlandschaftspflege, ist die systematische Erfassung der Kulturlandschaftselemente. Hiermit k\u00f6nnten, wie unser Beispiel beweist, zweckm\u00e4\u00dfige Koalitionen die gemeinsamen Interessen in eine nachhaltige Regionalentwicklung einbringen. Wichtig ist insbesondere hierbei die aktive Vermittlung von Erkenntnissen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene um deren Suche nach regionaler Identit\u00e4t, Heimatgef\u00fchl und Bodenst\u00e4ndigkeit zu unterst\u00fctzen. Hierbei gilt es die Besonderheiten historisch gewachsener Regionen herauszustellen und durch gemeinsame Projekte eine Wertsch\u00f6pfung zu erm\u00f6glichen und Engagement in der Bev\u00f6lkerung zu f\u00f6rdern. Touristiker der Region werden die Ergebnisse unserer Vorhaben in ihre Tourismuskonzeption aufnehmen und regional fortf\u00fchren um eine Inwertsetzung des kulturellen Erbes und der nat\u00fcrlichen Ressourcen zu verstetigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bundesweit kann ein gro\u00dfes Defizit im Schutz von Kulturlandschaften und deren einzelnen Bestandteile (Kulturlandschaftselemente) festgestellt werden. Ziel war es diesen Mangel im Naturpark Th\u00fcringer Wald zu minimieren. Der Naturpark Th\u00fcringer Wald ist durch seine naturr\u00e4umliche und kulturhisto-rische Pr\u00e4gung, ein einzigartiger Lern- und Erholungsraum. 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