  {"id":21918,"date":"2023-07-14T10:32:51","date_gmt":"2023-07-14T08:32:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17919-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:32:51","modified_gmt":"2023-07-14T08:32:51","slug":"17919-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17919-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Restaurierung hochwertiger, umweltgesch\u00e4digter Epitaphien unter Erprobung eines innovativen Datenbankschemas"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Gegenstand des Projektes bilden zwei Epitaphen in den Kirchen Ampfurth und Harbke (S.-A., B\u00f6rdekreis). Die \u00fcberregionale kunsthistorische hochrangigen Ausstattungsst\u00fccke zeichnen sich besonders durch ihre herausragenden bildhauerischen Arbeiten unter Verwendung verschiedener Gesteinsvarianten aus. An den Ausstattungst\u00fccken sind massive Sch\u00e4digungen zu detektieren. Die beobachteten Schadensph\u00e4nomene lassen sich urs\u00e4chlich auf die Einwirkung anthropogener Umwelteinfl\u00fcsse zur\u00fcckf\u00fchren. Der progressive Schadensverlauf erfordert die rasche Sicherung der Objekte, wobei es zu den Gesteinsvarianten modellhaft die Vorgehensweise zu erproben ist. Im Zuge der Projektdurchf\u00fchrung soll neben der modellhaften Restaurierung an den Epitaphen, gleichzeitig ein Datenbanksystem erprobt werden, welches zur Inventarisierung von Kunstgut entwickelt und bisher nur hierf\u00fcr angewendet wurde. Aus den Erkenntnissen der Untersuchungen und restauratorischen T\u00e4tigkeiten werden weiterf\u00fchrende R\u00fcckschl\u00fcsse und Handlungss\u00e4tze zur Sicherung der anderen, in diesen Kirchen befindlichen Epitaphen, als auch f\u00fcr die im n\u00e4heren Umfeld zu findenden, erwartet. F\u00fcr die Kunstguterfassung erwartet man sich einen L\u00f6sungsansatz f\u00fcr das Hinzuf\u00fcgen von Daten in eine in sich abgeschlossene Erfassung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEpitaph des Asche v. d. Asseburg (1582) in der Dorfkirche in AmpfurthDas Epitaph war stark verschmutzt und auf den diversen Stein- und Alabasterarten lag eine Gipsverkrustung, Fugen waren schadhaft oder bei fr\u00fcheren Ma\u00dfnahmen unsachgem\u00e4\u00df gekittet worden. Im Sockelbereich des Epitaph fanden sich massive Verluste im Bereich des gelben Sandsteines durch Absandung im Bereich des Kalksteines, sowie des grauen Sandsteines, durch sich dick aufwerfende Gipskrusten. Zur Dokumentation und Bearbeitung wurde ein fotogrammetrisches Aufmass angefertigt. Als Ursache f\u00fcr die Durchfeuchtung, bzw. Krustenbildung, wird die Durchfeuchtung des Au\u00dfenmauerwerkes und Kondenswasserbildung auf der Epitaphoberfl\u00e4che (50-100% Raumfeuchtigkeit im Jahresverlauf), festgestellt.<br \/>\nDie M\u00f6rtel- und Gesteinsuntersuchung ergab, dass das Epitaph aus 6 verschiedenen Gesteinsarten (Sand- und Schaumkalkstein, Alabaster und Schiefer) zusammengesetzt ist. F\u00fcr das Schlie\u00dfen der Fugen und zum Versatz wurde Gipsm\u00f6rtel verwendet.<br \/>\nNach Vorlage aller naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und in Absprache mit dem Landesamt f. Denkmalpflege in Halle, wurden alle schadhaften und unsachgem\u00e4\u00df ausgef\u00fchrten Fugen und Gipskrusten soweit wie m\u00f6glich entfernt, die Oberfl\u00e4chen des Alabaster gereinigt und Steinkonsolidierende Ma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Lose Sandsteinpartien wurden durch Anb\u00f6schung gesichert.<br \/>\nDie Schiefer-Inschriftentafel wurde ausgebaut und zur Stabilisierung auf eine Polyethyltr\u00e4gerplatte appliziert.<br \/>\nIm Zuge der Untersuchung und Bearbeitung des Epitaphs wurde deutlich, dass f\u00fcr sein Gesamtbauwerk statische Probleme bestehen. Die Einsch\u00e4tzung eines Statikers, ergibt jedoch noch nicht die Notwendigkeit, es vollst\u00e4ndig abzubauen, sondern er empfiehlt lediglich die Verst\u00e4rkung der R\u00fcckverankerung an der Au\u00dfenwand. Diese Sicherungsma\u00dfnahme ist noch nicht realisiert worden.<br \/>\nDes weiteren ist die Sicherung der Reliefgrabplatte, unmittelbar vor dem Epitaph im Fu\u00dfboden liegend, noch nicht realisiert worden.<br \/>\nEpitaph der Tochter des H. v. B\u00fclow in Harbke<br \/>\nNeben starker Verschmutzung auf der Epitaphoberfl\u00e4che, zeigte sich bei allen Sandsteinpartien Substanzverluste in Form von Absandung, Aufschiefern und Br\u00f6ckelzerfall. Zur restauratorischen Ma\u00dfnahme wurde entschieden, dass St\u00fcck auszubauen, was eine entsprechende Voruntersuchung und Dokumentation voraussetzte. Die Untersuchung an den Steinen ergab eine erhebliche Belastung mit bausch\u00e4dlichen Salzen, so dass salzreduzierende und steinkonsolidierende Ma\u00dfnahmen erforderlich wurden. Die Alabasterbereiche zeigten keine Verwitterungserscheinungen und brauchten daher nur gereinigt werden.<br \/>\nDas Epitaph wurde bei seiner Errichtung in eine Nische unter ein Nordseitenfenster eingebaut. Das Problem, der mit Feuchtigkeit und Salzen belasteten Au\u00dfenwand, konnte im Zusammenhang dieser Ma\u00dfnahme nicht gel\u00f6st werden, daher wurde das Epitaph beim Wiedereinbau durch Bleibleche gegen unmittelbaren Wandkontakt isoliert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Epitaph des Asche von der Asseburg (1582) in der Dorfkirche zu Ampfurth<br \/>\n&#8211;\tDie Sicherung der Oberfl\u00e4chen ist abgeschlossen.<br \/>\n&#8211;\tDie konstruktive Sicherung des gesamten Epitaphs ist dringend erforderlich.<br \/>\n&#8211;\tEine \u00dcberwachung der Salzbildung und restauratorische Nachbehandlungen sind erforderlich.<br \/>\n&#8211;\tUnklar ist geblieben, ob die urspr\u00fcngliche monochrome \u00dcberfassung auch als Oberfl\u00e4chenschutz gedacht war.<br \/>\n&#8211;\tProblematisch bleiben die raumklimatischen Verh\u00e4ltnisse (Tauwasserbildung)<br \/>\nZum Epitaph der Tochter des Heinrich von B\u00fclow in Harbke<br \/>\n&#8211;\tDie Sicherung der Oberfl\u00e4chen ist abgeschlossen.<br \/>\n&#8211;\tEine \u00dcberwachung der Salzbildung und restauratorische Nachbehandlungen sind erforderlich.<br \/>\n&#8211;\tDie tats\u00e4chliche, nicht vom Raumklima abh\u00e4ngende Feuchtigkeitsbelastung der Au\u00dfenwand, bleibt umstritten. Wahrscheinlich ist die Tauwasserbildung auf der Epitaphoberfl\u00e4che das eigentliche Problem.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tArtikel in der Volksstimme(Ausgabe f\u00fcr den B\u00f6rdekreis) im Juli und Oktober 2001 und am 11.Juli 2002<br \/>\n&#8211;\tAbschlussgespr\u00e4ch \u00fcber die Arbeiten mit dem Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbeh\u00f6rde des B\u00f6rdekreises am 10.07.2002<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>&#8211;\tEpitaphen aus Stein werden in ihrer Oberfl\u00e4che in Folge von Salzablagerungen st\u00e4rker durch raum-klimatische Bedingungen als durch in das Bauwerk eindringende Feuchtigkeit, gesch\u00e4digt.<br \/>\n&#8211;\tDer Verzicht auf eine gesamte \u00dcberfassung beg\u00fcnstigt die Oberfl\u00e4chenbesch\u00e4digung, wenn auch umstritten bleibt, weshalb eine solche \u00dcberfassung (Schutz oder \u00e4sthetisches Problem) erfolgte.<br \/>\nDie bei der Bearbeitung gewonnenen Erkenntnisse, Daten, usw. lassen sich in das vorhandenen System der Kunstguterfassung nicht einordnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Gegenstand des Projektes bilden zwei Epitaphen in den Kirchen Ampfurth und Harbke (S.-A., B\u00f6rdekreis). 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