  {"id":21892,"date":"2023-07-13T15:20:46","date_gmt":"2023-07-13T13:20:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17863-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:48","slug":"17863-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17863-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur weitergehenden Reinigung von Abw\u00e4ssern aus der Tankwagen-Innenreinigung am Beispiel der Spedition Anhalt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt zielte auf die Entwicklung eines geeigneten Verfahrenskonzeptes zur Reinigung von Ab-w\u00e4ssern aus der Tankwagen-Innen- und Au\u00dfenreinigung. Zur Optimierung und Erweiterung einer vorhandenen Abwasservorbehandlungsanlage sollte anstelle einer konventionellen, kosten- und schlammabfalltr\u00e4chtigen Anlagenerweiterung eine Hochleistungsreinigung realisiert werden, die sowohl die Anforderungen an eine Direkteinleitung erf\u00fcllt als auch einen innerbetrieblichen Wiedereinsatz gereinigter Abwasser-Teilmengen erlaubt. Die Umsetzung erfolgte in zwei Stufen: Verifizieren des Konzeptes mittels halbtechnischer Versuchsanlage und abschlie\u00dfende gro\u00dftechnische Umsetzung. Anlass des Vorhabens war die Erhaltung des l\u00e4ndlichen Standortes der Spedition ohne k\u00fcnftige \u00dcberlastung der kommunalen Teichkl\u00e4ranlage durch Betriebsabw\u00e4sser.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr die Entwicklung eines individuellen Reinigungsverfahrens zur Behandlung von Abw\u00e4ssern aus der Tankwagen-Innenreinigung und Fahrzeugw\u00e4sche wurde von der Ingenieurgesellschaft Steinburg mbH ein individuelles Behandlungskonzept erarbeitet. Dieses wurde in Vorversuchen erprobt. \u00dcber mehr als ein Jahr wurde eine Versuchsanlage im Ma\u00dfstab 1:10 bestehend aus Speichern, Kaskadenbelebung, Nachkl\u00e4rung und Ultrafiltrationsmembrananlage mit Betriebsabwasser-Teilstr\u00f6men betrieben und untersucht. Zur Verbesserung der biologischen Reinigung wurde die Versuchsanlage um eine vorgeschaltete Hochlastbelebung erweitert. Anhand der Zwischenergebnisse wurde der Versuchsaufbau mehrfach modifiziert und zur Betriebsreife weiterentwickelt. Anschlie\u00dfend wurde die Gro\u00dfanlage geplant und realisiert.<br \/>\nDie Analysen der Abwasser-Inhaltsstoffe (organische Verbindungen, N\u00e4hrstoffe, toxische Stoffe) wurden sowohl durch ein anerkanntes Abwasserlabor als auch durch das firmeneigene Laboruntersuchungen erbracht. Mikrobiologische Untersuchungen zur Fadenpopulation sowie zur Bestimmung der gelartigen Inhaltsstoffe wurden durch die Universit\u00e4t Hannover, Frau Professor Kunst, durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurde eine Kaskadenbiologie mit Zweischlammsystem und Zwischenkl\u00e4rung errichtet. Die erste Stufe wird als Hochlastbiologie mit zwei nacheinander geschalteten Belebungsbecken und Nachkl\u00e4rung im Durchlauf betrieben. Danach wird im sequentiellen Batch-Reaktor (SBR) auf die Einleitbedingungen nachgereinigt. Abw\u00e4sser aus der Tankwagen-Innenreinigung und Fahrzeugw\u00e4sche werden getrennt vorbehandelt. Die neue Abwasserbehandlungsanlage wurde am 20.06.2003 eingeweiht. Aufgrund der hohen Reinigungsleistung erfolgt nach Beprobung im abschlie\u00dfenden Kontrolltank eine Direkteinleitung. Die beh\u00f6rdlichen Anforderungen bzgl. CSB und N\u00e4hrstoffe konnten bisher sicher eingehalten werden.<br \/>\nDie durchgef\u00fchrten Versuche haben deutlich gezeigt, dass ein geeignetes Konzept zur Reinigung von Abw\u00e4ssern aus der Tankwagen-Innenreinigung nur anhand der individuellen Bedingungen der jeweiligen Waschanlage erarbeitete werden kann. Insbesondere die Art der anfallenden Produktreste, ihre zeitliche und mengenm\u00e4\u00dfige Verteilung sowie ihre abwassertechnischen Auswirkungen sind vor der Festlegung einer Verfahrensweise genau zu ermitteln.<br \/>\nDie eingesetzten Verfahren m\u00fcssen einfach zu bedienen sein und ein gro\u00dfes Pufferverm\u00f6gen f\u00fcr den Ausgleich von toxischen Einfl\u00fcssen und schwankenden Inhaltsstoffen aufweisen. Aufgrund der teilweise extremen organischen Belastungen hat sich eine zweistufige Anlagentechnik mit zwei von einander unabh\u00e4ngigen Bioz\u00f6nosen als am geeignetsten erwiesen. Die erste hochbelastete Stufe sorgt f\u00fcr einen deutliche Frachtreduktion und f\u00fcr einen vergleichm\u00e4\u00dfigten Zulauf zur gering belasteten Feinreinigungsstufe.<br \/>\nDer Einsatz von Membranverfahren kann nur nach eingehenden und langfristigen Vorversuchen empfohlen werden. Die eingesetzte Membrananlage hat grunds\u00e4tzlich ein recyclingf\u00e4higes Abwasser erzeugt. Die erheblichen betrieblichen Schwierigkeiten infolge unzureichender Membranreinigung konnten trotz mehrfacher Optimierung der Reinigungseinrichtung nicht behoben werden. Urs\u00e4chlich f\u00fcr die schwer abl\u00f6sbaren Bel\u00e4ge waren stak anhaftende Produktreste sowie die regelm\u00e4\u00dfige Bildung extrazellul\u00e4rere Stoffe infolge ungleichm\u00e4\u00dfiger Bakterienversorgung.<br \/>\nAuf die Betriebssicherheit und \u00dcberschaubarkeit der Gesamtanlage sollte besonderer Wert gelegt werden, da meist kein fachlich geschultes Personal, zur Verf\u00fcgung steht. Zur Fr\u00fcherkennung m\u00f6glicher negativer Einfl\u00fcsse auf die nachfolgende Waschwasserreinigung ist die Anwendung und selbstst\u00e4ndige Pflege eines individuellen Produktdatensystems \u00e4u\u00dferst hilfreich.<br \/>\nDie anlagentypische F\u00e4rbung des Abwassers konnte durch die weitergehende Reinigung nur geringf\u00fcgig vermindert werden.<br \/>\nF\u00fcr einen sicheren Anlagenbetrieb ist die Einrichtung eines betriebseigenen Abwasserlabors sowie die sorgf\u00e4ltige F\u00fchrung eines Betriebstagebusches unbedingt zu empfehlen.<br \/>\nDie vorgereinigten Abw\u00e4sser aus der Tankwagen-Au\u00dfenreinigung werden ebenfalls der biologischen Stufe zugef\u00fchrt. M\u00f6gliche Verunreinigungen k\u00f6nnen auf diese Weise nicht mehr in den Vorfluter gelangen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das vorliegende Projekt wurde von der Ingenieurgesellschaft Steinburg mbH (IGS) im Rahmen verschiedener Vortragsveranstaltungen ausf\u00fchrlich vorgestellt. Ebenso wurden der DBU Informations-  materialien und Photos der Anlage zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der erfolgreiche Betrieb der gro\u00dftechnischen Anlage best\u00e4tigt das individuelle und durch Vorversuche modifizierte Anlagenkonzept. Die beh\u00f6rdlichen Anforderungen bez\u00fcglich CSB und N\u00e4hrstoffe konnten bislang sicher eingehalten werden. Der personelle Aufwand beschr\u00e4nkt sich auf Reinigungs- und \u00dcber-wachungsaufgaben. Das Recycling von Abwasser zu Reinigungszwecken kommt bei Waschstrassen f\u00fcr Lebensmitteltransporte aus Akzeptanzgr\u00fcnden nicht in Frage.<br \/>\nZun\u00e4chst wurde weitgehend durch Speditionsmitarbeiter erstellt. Es wurde eine angemietete Membrananlage eingesetzt. In einer Versuchsanlage Dabei wurde auch technik mit direkt getauchten Membranen eingesetzt.<br \/>\nAus technischen und wirtschaftlichen Gr\u00fcnden wurde abweichend vom urspr\u00fcnglichen Konzept einer nachgeschalteten Ultrafiltrationsanlage mit getauchten Membranen auf eine Wasserr\u00fcckgewinnung verzichtet.<br \/>\n\u00fcber mehr als ein Jahr eine Versuchsanlage bestehend aus Speichern, Kaskadenbelebung, Nachkl\u00e4rung und Membrananlage betrieben und untersucht.  Zur Verbesserung der biologischen Reinigung wurde die Versuchsanlage um eine vorgeschaltete Hochlastbelebung erweitert. Aufgrund der instation\u00e4-ren Abwasserverh\u00e4ltnisse wurde der Untersuchungszeitraum erheblich verl\u00e4ngert und bis zum sicheren Betrieb der gro\u00dftechnischen Anlage ausgedehnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt zielte auf die Entwicklung eines geeigneten Verfahrenskonzeptes zur Reinigung von Ab-w\u00e4ssern aus der Tankwagen-Innen- und Au\u00dfenreinigung. 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