  {"id":21814,"date":"2023-07-13T15:20:40","date_gmt":"2023-07-13T13:20:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17665-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:42","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:42","slug":"17665-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17665-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Vorplanung eines Ateliergeb\u00e4udes des Geb\u00e4udeensembles Deutsche Werkst\u00e4tten Hellerau in Vollholzbauweise unter Ber\u00fccksichtigung neuer Technologien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes bestand darin, an einem mit dem Werk- und Baustoff Holz eng in Verbindung stehenden Umgebung einen Holzbau zu planen und zu realisieren, der sich in denkmalgesch\u00fctzter Umgebung dem historischen Selbstverst\u00e4ndnis und der Modernit\u00e4t gleicherma\u00dfen verpflichtet f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Planung des Atelierhauses verfolgte diese Zielsetzung mittels neuer Bauweisen und Technologien, wobei das Vorhaben mit der Baubeh\u00f6rde Hellerau und der Baupflegekommission in Dresden eng abgestimmt werden musste.<br \/>\nDie Wahl fiel auf eine massive Holzbauweise, die einerseits in der regionalen Bautradition Sachsens und der Lausitz verankert ist und der Vorstellung vieler Bauherren vom massiven Bauen entgegenkommt, andererseits zahlreiche konstruktive und bauphysikalische Vorteile aufweist.<br \/>\nIn Anbetracht des massiven Einsatzes von Holz und der damit erh\u00f6hten Materialkosten, mussten kostenwirksame Ma\u00dfnahmen zur Verringerung der Gesamtkosten ergriffen werden. Die Massivholzbauweise weist hierbei zahlreiche Einsparungspotentiale auf, die sich aus einfachen Schichttaufbauten ergeben, in denen das Holz neben der tragenden auch die d\u00e4mmende Funktion erf\u00fcllt. Die Holzsichtigkeit sowie die betriebsseitige Herstellung von Leitungskan\u00e4len sparten sp\u00e4tere Ausbaukosten.<br \/>\nDie Fertigungstiefe industriell hergestellter Wohnh\u00e4user nimmt gegen\u00fcber dem Handwerk zu. Dies erm\u00f6glicht zwar einerseits rationelle Herstellung, die sich bei hoher St\u00fcckzahl vorteilhaft auf den Preis niederschl\u00e4gt, andererseits jedoch zu starren Produktionssystemen f\u00fchrt, in die der Planer nur noch schwer eingreifen kann. Mit dem Atelierhaus wurde auch das Ziel verfolgt, die fortschreitende Automatisierung moderner Holzbaubetriebe durch Abbundanlagen und Robotik  aufzugreifen. Nach diesem Modell k\u00f6nnen Architekten, Ingenieure und Fachplaner ihre Kenntnisse einbringen, die sich in zunehmendem Ma\u00dfe in Form elektronischer Daten niederschlagen und mittels Daten\u00fcbertragung an das ausf\u00fchrende Unternehmen als geometrische Grundlage f\u00fcr die Teilebearbeitung weitergeleitet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDas Geb\u00e4ude weist sechs modular aufgebaute Wohneinheiten auf, denen Treppen- und Nasszellenmodule gemein sind, auf die sich die Gliederung der gro\u00dffl\u00e4chig verglasten Pfosten-Riegel-Fassade zur Hofseite hin bezieht. Zur Erweiterung des Raumprogramms wurden Zwischenmodule mit Balkon eingef\u00fcgt, die ganz oder teilweise einer Wohneinheit zugewiesen werden k\u00f6nnen. Das Dach der S\u00fcdfassade ist mit einer Fotovoltaikanlage versehen. Das Erdgeschoss mit seinen \u00fcberwiegend holzsichtigen Decken und W\u00e4nden aus Kreuzlagenholz ist f\u00fcr eine gewerbliche Nutzung bestimmt, w\u00e4hrend die obere Etage den Wohnbereich bildet.<br \/>\nWeiterhin wurden Neuerungen auf stofflichem und technologischem Gebiet in das Projekt einbezogen. Dies betrifft das thermische verg\u00fctete Holz, das sich durch eine erh\u00f6hte biologische Resistenz auszeichnet und sich zusammen mit der Verdichtung zu einem festen und dauerhaften Baustoff kombinieren l\u00e4sst. Als Verwendung wurde der Eingangsbereich vorgesehen, der au\u00dfenbewittert ist und von der Abriebsfestigkeit des Holzes nach der Verdichtung profitiert.<br \/>\nDer gesperrte Aufbau des Kreuzlagenholzes ergibt sich aus fertigungstechnischen \u00dcberlegungen im Betrieb. Um Br\u00fcche bei der Handhabung der gro\u00dfformatigen Platten zu vermeiden wird durch Brettquerlagen ein Kompromiss zwischen L\u00e4ngs- und Querfestigkeit geschlossen. Im Forschungsvorhaben wurde untersucht, inwieweit textile Bewehrungen die Funktion der Querlage zu \u00fcbernehmen imstande sind und dadurch Holz eingespart werden kann.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die mit dem Atelierhaus vorgestellte Bauweise, welche die Themenbereiche Vollholzbau, Geb\u00e4udeh\u00fcllen aus monolithischen Bauteilen ohne W\u00e4rmed\u00e4mmung, numerische Vorfertigung im Holzbau, Raumzellenbau und Solartechnik zu einem schl\u00fcssigen Konzept zusammenf\u00fcgt, erf\u00fcllt wichtige vorgegebene Anforderungen an die Kostenwirksamkeit und die Umweltrelevanz.<br \/>\nW\u00e4hrend die Kostenreduzierung zun\u00e4chst ein vornehmlich \u00f6konomisches Problem zu sein scheint, stellt es sich schlussendlich als das Schl\u00fcsselthema f\u00fcr die Umsetzbarkeit einer Neu- oder Weiterentwicklung dar. Da Holzbau sein wichtigstes Expansionspotenzial im Wohnbau und Hausbau hat, wo aufgrund stark begrenzter Budgets und enger Vermarktungskalkulationen fast ausschlie\u00dflich Kostenargumente als Entscheidungsgrundlage dienen, k\u00f6nnen sich nur langfristig kostenwirksame Innovationen durchsetzen.<br \/>\nDie Umweltrelevanz der Vollholzbauweise begr\u00fcndet sich zun\u00e4chst auf die f\u00fcr den Baustoff Holz allgemein g\u00fcltige und lange bekannte Eigenschaft des Holzes als nachwachsenden Rohstoff. In der vorgestellten Art der Umsetzung kommen verschiedene Ma\u00dfnahmen hinzu, die sich \u00f6kologisch g\u00fcnstig auswirken. Hierzu z\u00e4hlen insbesondere:<br \/>\n&#8211;\tVermeidung von D\u00e4mmstoffen, die in energieaufw\u00e4ndigen Fertigungsprozessen hergestellt werden m\u00fcssen, durch eine einschalige Geb\u00e4udeh\u00fclle.<br \/>\n&#8211;\tVermeidung von Baumaterialien, deren R\u00fcckf\u00fchrung in den Stoffkreislauf als kritisch anzusehen ist. Im Fall der monolithischen H\u00fcllkonstruktion sind dies insbesondere Folien und Dichtungsbahnen.<br \/>\n&#8211;\tReduzierung von Bauteilschichten in Fu\u00dfboden und Wandaufbauten. Die damit verbundenen Vorteile f\u00fcr die Recyclingf\u00e4higkeit und die gesamte Energiebilanz der am Geb\u00e4ude verwendeten Baustoffe wirken sich \u00f6kologisch g\u00fcnstig aus.<br \/>\n&#8211;\tVerbesserte Gesamtenergiebilanz durch Erzeugung von Solarstrom mit einer Komplettdeckung des S\u00fcddaches mit fotovoltaischen Solarmodulen.<br \/>\n&#8211;\tReduktion der Regenwasserableitung in Kanalsysteme und Schaffung von Ausgleich f\u00fcr \u00fcberbaute und versiegelte Fl\u00e4chen durch Begr\u00fcnung des Norddaches.<br \/>\nDas verdichtete \u00d6l-hitzebehandelte Holz konnte noch nicht wie vorgesehen eingebaut werden, da der einzige Hersteller, der \u00fcber eine entsprechende Anlage verf\u00fcgt, diese durch einen Gro\u00dfbrand w\u00e4hrend Bearbeitung verlor und die geplanten Vorhaben daher nicht durchgef\u00fchrt werden konnten. Mittlerweile ist jedoch diese Anlage wieder in Betrieb, und es wird erwogen, nachtr\u00e4glich die Eingangsbereiche aus modifiziertem Holz herzustellen. Was die Bewehrung mit technischen Textilien anbelangt, konnte nach-gewiesen werden, dass sich die Querfestigkeit deutlich steigern l\u00e4sst. Die Ergebnisse ermutigen zu wei-terf\u00fchrenden Untersuchungen. Allerdings wurde wegen des noch zu geringen Pr\u00fcfungsumfanges, bedingt durch die kurze Projektdauer von einem Jahr, von einem vorschnellen Einbau derartiger Element insbesondere vor dem Hintergrund langzeitiger Beanspruchungen abgesehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es liegt ein Abschlu\u00dfbericht vor, der der \u00d6ffentlichkeit in geeigneter Weise zug\u00e4nglich gemacht wird. Ferner wurde in der lokalen Presse (S\u00e4chsische Zeitung, Dresdner Neue Nachrichten u.a.) in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u00fcber das Baugeschehen informiert. Beim Richtfest z\u00e4hlte der Baub\u00fcrgermeister der Stadt Dresden zu den G\u00e4sten. Es bestehen erste Absprachen mit einer renommierten Architekturzeitschrift zur Ver\u00f6ffentlichung in einer der n\u00e4chsten Ausgaben. Ferner sind weitere Darstellungen auf Tagungen und in Fachzeitschriften vorgesehen. Das Projekt wurde beim Holzbaupreis 2003 eingereicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Atelierbau Hellerau entstand ein modernes Geb\u00e4ude in denkmalgesch\u00fctzter Umgebung. Es zeichnet sich durch Einfachheit der Konstruktion, neue Bauweisen und Technologien aus. Der Zuspruch seitens der \u00d6ffentlichkeit zeigt, dass es gelungen ist, die hochstehende Bautradition Helleraus mit einem modernen Atelierhaus fortzuf\u00fchren. Die Einheit von Arbeiten und Wohnen wurde zusammen mit innovativen Technologien zu einem Konzept vereinigt, das sich in denkmalgesch\u00fctzter Umgebung dem historischen Selbstverst\u00e4ndnis und der Modernit\u00e4t gleicherma\u00dfen verpflichtet f\u00fchlt. Es ist mit der Planung und Realisierung des Geb\u00e4udes gelungen, den nachhaltig verf\u00fcgbaren Rohstoff Holz der breiten \u00d6ffentlichkeit zeitgem\u00e4\u00df, innovativ und in anspruchsvoller Architektur zu pr\u00e4sentieren sowie hohe Umweltstandards, Baukultur und Lebensqualit\u00e4t miteinander zu verbinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projektes bestand darin, an einem mit dem Werk- und Baustoff Holz eng in Verbindung stehenden Umgebung einen Holzbau zu planen und zu realisieren, der sich in denkmalgesch\u00fctzter Umgebung dem historischen Selbstverst\u00e4ndnis und der Modernit\u00e4t gleicherma\u00dfen verpflichtet f\u00fchlt. 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