  {"id":21807,"date":"2023-07-13T15:20:40","date_gmt":"2023-07-13T13:20:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17648-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:42","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:42","slug":"17648-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17648-01\/","title":{"rendered":"Nat\u00fcrliche Wiederbewaldung nach Sturm? &#8211; Hilfen zur Entscheidungsfindung &#8211;"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Sturmsch\u00e4den im Wald werden wiederkehren und wieder vergessen werden. Die Frage Was kann nach Sturmschadensereignissen getan werden, um stabile und naturnahe W\u00e4lder entstehen zu lassen? ist f\u00fcr (private) Waldbesitzer bislang unbefriedigend oder gar nicht beantwortet worden. Um naturnahe, stabile und leistungsf\u00e4hige Mischw\u00e4lder verst\u00e4rkt zu begr\u00fcnden, sind L\u00f6sungen aufzuzeigen und zu vermitteln. Folgende Ziele bestanden:<br \/>\n1.\tHerausarbeiten der Merkmale, die zur Absch\u00e4tzung des nat\u00fcrlich vorhandenen Verj\u00fcngungspotenzi-als dienen k\u00f6nnen.<br \/>\n2.\tFeststellung, welche Zeithorizonte zum Handeln bestehen.<br \/>\n3.\tPr\u00fcfung, ob ein betont einfaches Inventurverfahren zur Beurteilung der ggf. vorhandenen Verj\u00fcngung besteht, bzw. erstellt werden kann.<br \/>\n4.\tAufbereitung und Darstellung der Ergebnisse in einer m\u00f6glichst leicht zu erfassenden und nachvollziehbaren Form.<br \/>\n5.\tDarstellung von Handlungsalternativen.<br \/>\n6.\tVerbreitung des Wissens an Waldbesitzer und Interessierte.<br \/>\nDie Ziele lassen sich am besten erreichen durch das Erstellen einer operationalen Entscheidungshilfe in Form eines Merkblattes f\u00fcr private Waldbesitzer, um die naturnahe Wiederbewaldung von Sturmfl\u00e4chen zu erleichtern. Die Kombination von \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Zielen soll gef\u00f6rdert werden.<br \/>\nDer Transfer von Handlungswissen von wissenschaftlich arbeitenden Einrichtungen direkt zum privaten Waldbesitzer, die konkrete Anwendung \u00f6kologischer Erkenntnisse und das grunds\u00e4tzliche Zulassen nat\u00fcrlicher Prozesse bei der Wiederbewaldung von im Privateigentum stehenden Waldfl\u00e4chen, ist ein Novum. Vergleichbare Vorhaben existieren unserem Wissen nach nicht. Praktikabel umgesetztes Expertenwissen soll die Entwicklung naturnaher, mehreren Funktionen dienender W\u00e4lder beschleunigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden7 Schritte sind erforderlich:<br \/>\n1.\tDefinition einzelner Ziele der Adressaten;<br \/>\n2.\tHerleitung der Referenzgr\u00f6\u00dfen: Baumartenzusammensetzung der wichtigen nat\u00fcrlichen Waldgesell-schaften sowie Darstellung standortsgerechter Baumarten;<br \/>\n3.\tBeurteilung der auf Sturmschadensfl\u00e4chen vorhandenen und zu erwartenden Verj\u00fcngung nach Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t;<br \/>\n4.\tAbsch\u00e4tzung biotischer und abiotischer Risiken;<br \/>\n5.\tHandlungsempfehlungen erarbeiten;<br \/>\n7.\tVerweise auf weitere Informationsquellen;<\/p>\n<p>Die Methoden k\u00f6nnen in drei Gruppen klassifiziert werden:<br \/>\n1.\tExtraktion mit Herausarbeiten kardinaler Merkmale (Indikatorvariablen) der heute vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Sturmschadensforschung, die zu einem hohen Anteil aus eigenen Untersuchungen der Projektteilnehmer entstammen.<br \/>\n2.\tSimulationsrechnungen und Tests vorliegender Daten hinsichtlich eines f\u00fcr Waldbesitzer praktikablen und ausreichend zuverl\u00e4ssigen Stichprobenverfahrens zur Ermittlung der Baumverj\u00fcngung auf Sturmschadensfl\u00e4chen. Diese Fragestellung ist bislang weitgehend unbearbeitet, denn wissenschaftliche Untersuchungen erfordern i. d. R. komplexe Verfahren.<br \/>\n3.\tEntwicklung eines Entscheidungssystems durch Reduktion der komplexen Konstellationen auf ein allgemein verst\u00e4ndliches und dennoch vertretbar vollst\u00e4ndiges Ma\u00df, einschlie\u00dflich der ad\u00e4quaten Veranschaulichung.<br \/>\n4.\t\u00dcberpr\u00fcfen der Akzeptanz der Entw\u00fcrfe bei Vertretern der Zielgruppe (Waldbesitzer) und ggf. Anpassung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt schlie\u00dft erfolgreich mit einem farbigen, 8-seitigen Merkblatt zur Nat\u00fcrlichen Wiederbewaldung von Sturmschadensfl\u00e4chen ab. Zahlreiche Abstimmungen mit Forstpraktikern gingen voraus.<br \/>\nDas Merkblatt setzt in hohem Ma\u00dfe auf visuelle Elemente zum Wecken des Interesses am Thema und zur Informationsvermittlung. Der interessierte Waldbesitzer kann sich nun selbst Informationen \u00fcber die in dem f\u00fcr Ihn ma\u00dfgebenden Gebiet denkbaren Baumarten erarbeiten. F\u00fcr den konkreten Einzelfall vor Ort ist jedoch das Gespr\u00e4ch mit dem F\u00f6rster unbedingt sinnvoll, da somit die Informationen der Standortkartierung eingesetzt werden k\u00f6nnen. Auf diese Weise wird Fehlentscheidungen bei der Baumartenwahl vorgebeugt. Durch ein vereinfachtes, leicht nachvollziehbares Aufnahmeverfahren der Verj\u00fcngung k\u00f6nnen nunmehr zu erwartende Entwicklungen erkannt, pauschale \u00dcberpflanzungen vermieden und voraussichtlich erforderliche Pflegema\u00dfnahmen eingesch\u00e4tzt werden. Im Dialog mit dem F\u00f6rster k\u00f6nnen bei Bedarf Details festgelegt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei der Messe INTERFORST 2002 wurden bereits mehr als tausend Exemplare nachgefragt und verteilt. Das Merkblatt wird \u00fcber die Bayerische Staatsforstverwaltung auch an Waldbesitzer verteilt und in der Beratung eingesetzt. Es wird im Internet mit weiterf\u00fchrenden Links versehen. R\u00fcckfragen sollen an den sachkundigen F\u00f6rster gerichtet werden. Die Bearbeiter k\u00f6nnen ferner \u00fcber die extra eingerichtete Mailadresse wiederbewaldung@forstzentrum.de angesprochen werden. Die Fachpresse wird entsprechend informiert.<br \/>\n(Als Fortf\u00fchrung ist eine interaktive Internetfassung mit umfassenden \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Hintergrundinformationen im Rahmen eines separaten Projektes angedacht.)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt zeigt, es ist im Waldbau m\u00f6glich ist, Expertenwissen in vertretbar vereinfachter Form aufzubereiten, ansprechend darzustellen und in die Forstpraxis zu transferieren. Gezeigt hat sich jedoch auch, dass der F\u00f6rster als Berater notwendig ist, da im konkreten Fall Entscheidungen besprochen werden sollten, um Fehleinsch\u00e4tzungen mit langfristigen Auswirkungen wirksam zu vermeiden.<br \/>\nEin erstes Echo ist positiv ausgefallen. Hervorgehoben wurde die ansprechende Aufmachung des Merkblattes, die aktive Einbindung des Waldbesitzers in die Datenerhebung und die Beratung durch den F\u00f6rster.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Sturmsch\u00e4den im Wald werden wiederkehren und wieder vergessen werden. Die Frage Was kann nach Sturmschadensereignissen getan werden, um stabile und naturnahe W\u00e4lder entstehen zu lassen? ist f\u00fcr (private) Waldbesitzer bislang unbefriedigend oder gar nicht beantwortet worden. 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