  {"id":21533,"date":"2023-07-13T15:20:16","date_gmt":"2023-07-13T13:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17169-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:17","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:17","slug":"17169-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17169-01\/","title":{"rendered":"F.O.K.U.S. &#8211; Finishing-Optimierungs-Konzept-&#038;-Umweltfreundliches-\nSchleifverfahren"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ein von der OTT GmbH &#038; Co. KG entwickeltes neuartiges Schleifverfahren hatte im Versuch mit Handmaschinen und kleineren station\u00e4ren Maschinen Ergebnisse erbracht, die bei industriellem Einsatz erhebliche Einsparungen an Ressourcen und Energie in der M\u00f6belindustrie erwarten lie\u00dfen. Um das Verfahren f\u00fcr potentielle Anwender glaubhaft und \u00fcberzeugend zu machen, bedurfte es einer Versuchsma-schine, die einerseits industrietypische Bearbeitungsma\u00dfe aufweist, andererseits mit unterschiedlichen Teilen aus der holzbearbeitenden Industrie erprobt werden kann. Bei der Lackierung von Holzoberfl\u00e4chen ist ein Zwischenschliff der lackierten Oberfl\u00e4chen \u00fcblich, da die bei bisherigen Schleifverfahren auf dem Holz verbliebenen kleinen Fasern sich durch Quellwirkung beim Lackiervorgang aufrichten und zu einer erheblichen Rauung der Oberfl\u00e4che f\u00fchren. Diese Rauung wird durch einen &#8211; gegebenenfalls mehrfachen &#8211; Zwischenschliff gegl\u00e4ttet, wobei bis zu 30 % der Lackschicht mit abgetragen werden. Es muss ein weiterer Lackiervorgang folgen, der durch das neuartige Schleifverfahren ebenso wie der Zwischenschliff vermieden werden kann. W\u00e4hrend der Verfahrensentwicklung ergaben Versuche im Kleinma\u00dfstab erhebliche Einsparpotentiale.<br \/>\n Das Projekt zielte auf die Errichtung und praxisnahe Erprobung einer Versuchsanlage, die branchenweite Verbreitung der neuen Schleiftechnologie und die Verifizierung der erwarteten Einsparpotentiale eines Feinst-Schleifverfahrens, das eine Einmallackierung von H\u00f6lzern in der Bau- und M\u00f6belindustrie erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach umfangreichen Entwicklungsvorarbeiten und Tests mit Handmaschinen sowie kleinen station\u00e4ren Maschinen wurde im Rahmen des F\u00f6rderprojekts eine Pilotanlage gebaut. Im Zeitraum Januar bis August 2001 wurde eine Versuchsanlage in der \u00fcblichen Industriearbeitsbreite von 1.300 mm errichtet. Die Konstruktion als Versuchsanlage erm\u00f6glichte es, die Maschine mit insgesamt 12 in der Feinheit zunehmenden Schleifmitteln zu best\u00fccken, um dann bei einer maximalen Werkst\u00fcckbreite von 600 mm in nur vier Durchl\u00e4ufen die kompletten Schleifarbeiten f\u00fcr ein Einmallackierungsverfahren durchzuf\u00fchren. Eine kompakte Bauweise erlaubte einen Lkw-Transport zu Vor-Ort-Demonstrationen bei potentiellen Anwendern. Durch Einsparungen beim Bau der Anlage f\u00fcr die Fl\u00e4chenbearbeitung wurde der Projektumfang kostenneutral um den Bau einer Kantenbearbeitungsmaschine erweitert.<br \/>\nGespr\u00e4che mit potentiellen Testpartnern hatten ergeben, dass diese f\u00fcr ein praktisch anwendbares Feinschliffverfahren f\u00fcr Holzoberfl\u00e4chen auch eine vergleichbare Bearbeitung der Kanten der Werkst\u00fccke erwarten. Das Verfahren wurde mit den beiden Versuchsanlagen bei ca. 20 Unternehmen aus ver-schiedenen Sparten der M\u00f6belproduktion getestet, um damit die im Kleinversuch bisher erzielten Daten zu verifizieren. Die Pilotanlagen wurden von Juni 2001 bis Juli 2002 bei verschiedenen M\u00f6belherstellern, einem Lackhersteller sowie auf den Fachmessen Holzhandwerk 2001 in N\u00fcrnberg, LIGNA 2001 in Hannover und Hannover Industriemesse 2002 vorgestellt. Direkt am Messestand wurden entsprechende Schleifversuche mit Kundenmustern durchgef\u00fchrt. Auf der LIGNA 2001 wurden die Werkst\u00fccke sogar direkt am Stand mit handels\u00fcblichen Lacken gespritzt und mit einem Schnell-Trocknungsverfahren getrocknet, so dass die Testpartner sich an Ort und Stelle von der Qualit\u00e4t \u00fcberzeugen konnten. Insge-samt konnte im Projekt so eine sehr praxisorientierte Verfahrenserprobung erfolgen. Die Ergebnisse wurden dann von den M\u00f6belherstellern \u00fcberpr\u00fcft und die Resultate f\u00fcr einen industrietypischen Einsatz quantifiziert<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Eine industrielle Anwendung des Einmallackierungsverfahren ist m\u00f6glich. Das Einmallackierungsverfahren ist betriebswirtschaftlich rentabel und bringt erhebliche Ressourceneinsparungen.<br \/>\nDie guten Ergebnisse, die vor der Projektdurchf\u00fchrung mit Handmaschinen und kleinen, nur in einer Ar-beitsbreite von 150 mm verf\u00fcgbaren, station\u00e4ren Maschinen erzielt wurden, erforderten f\u00fcr eine erfolgreiche industrielle Anwendung eine weitere Absicherung. Zu viele Parameter in der industriellen Praxis waren unsicher oder unklar und konnten erst durch reale und typische Praxistests abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt werden. Die Versuche mit dem Lackhersteller VOTTELER, dem Hersteller von Oberfl\u00e4chenanlagen CATTINAIR und bei ausgew\u00e4hlten M\u00f6belherstellern haben gezeigt, dass das Einmallackierverfahren mittels einer Produktionsstra\u00dfe eingesetzt werden kann. Dazu m\u00fcssen vorhandene Anlagen meist nur erg\u00e4nzt werden. Letztlich wird der Produktionsablauf sogar vereinfacht. Mit der nach Abschluss des Projektes erstmals umgesetzten Anwendung des Verfahrens bei dem T\u00fcrenhersteller HERBA wird dies nachdr\u00fccklich unter Beweis gestellt.<br \/>\nDas neuartige Feinschleifverfahren wird als \u00f6kologisch sinnvoll eingesch\u00e4tzt. Eine Chance auf eine breite Durchsetzung hat es jedoch nur, wenn es im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen Verfahren betriebswirtschaftlich auch rentabel ist. Hierzu wird auf entscheidende Vorteile verwiesen:<br \/>\nDurch das Verfahren werden gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Oberfl\u00e4chenbearbeitungsverfahren bei Verwendung von Spritztechnik ca. 30 % der bisher verwendeten Lackmenge eingespart. Dies erm\u00f6glicht eine erhebliche Kostenreduktion. Es wird auf die besondere Bedeutung dieser Kostensparm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder, z. B. in Osteuropa, S\u00fcdamerika oder Afrika verwiesen, die f\u00fcr den Export produzieren und auf Vorschrift der importierenden M\u00f6belhersteller oder M\u00f6belh\u00e4user h\u00e4ufig mit hohen Kosten bestimmte Lacke aus Westeuropa oder den USA einf\u00fchren m\u00fcssen.<br \/>\nDie Vereinfachung des Durchlaufverfahrens erspart erheblichen Energieaufwand f\u00fcr einen zus\u00e4tzlichen Lackauftrag und die Lacktrocknung.<br \/>\nDie Vereinfachung des Produktionsablaufs bringt auch eine Einsparung an Arbeitsaufwand mit sich. Im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Verfahren m\u00fcssen die Werkst\u00fccke nur einmal in die Produktionsanlage eingef\u00fchrt und am Ende abgenommen werden. Die bisher n\u00f6tige Zwischenlagerung der Werkst\u00fccke bis zur Durchf\u00fchrung einer zweiten und evt. weiteren Lackierung entf\u00e4llt ganz.<br \/>\nSowohl der Wegfall der Vorhaltefl\u00e4chen f\u00fcr die Zwischenlagerung der Werkst\u00fccke wie auch die Vereinfachung des maschinellen Ablaufs der Produktion sorgen daf\u00fcr, dass Fl\u00e4chen, die bisher zwingend f\u00fcr die Produktion ben\u00f6tigt wurden, frei werden. F\u00fcr bestehende Produktionsanlagen bietet dies Expansionsm\u00f6glichkeiten. Bei der Neuplanung von Produktionsanlagen ergeben sich erhebliche Einsparpotentiale.<br \/>\nWie Praxistests und die inzwischen vorhandene erste Anwendung des Verfahrens in der T\u00fcrenbearbeitung aufzeigen haben, liegt bei der Verwendung von Spritztechnik f\u00fcr die Lackaufbringung das Einsparungspotential bei \u00fcber 30 % der sonst in den Produktionsprozess eingebrachten Lacke. Bei gesch\u00e4tzten 67.000 t Lackverbrauch in der deutschen Holzindustrie erg\u00e4be sich bei fl\u00e4chendeckender Anwendung des Verfahrens ein Einsparpotential von rund 20.000 t j\u00e4hrlich. Hinzu kommt der im entsprechenden Umfang verminderte Anfall von Overspray sowie entfallende Schleifst\u00e4ube von der Nachbehandlung lackierter Fl\u00e4chen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die von der DBU gef\u00f6rderten Pilotanlagen f\u00fcr die Oberfl\u00e4chen- und Kantenbearbeitung wurden auf drei Fachmessen sowie per Internet der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. F\u00fcr das Fr\u00fchjahr 2003 sind Ver\u00f6ffentlichungen in Fachschriften geplant, in denen die erste praktische Anwendung vorgestellt werden soll.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit Hilfe der von der DBU gef\u00f6rderten Pilotanlagen war es im F\u00f6rderzeitraum m\u00f6glich, umfangreiche Tests \u00fcber die praktische Anwendbarkeit des Verfahrens durchzuf\u00fchren. Die Versuche haben ergeben, dass das Einmallackierungsverfahren f\u00fcr die industrielle Anwendung geeignet ist und eine Reihe von Vorteilen auch betriebswirtschaftlicher Natur mit sich bringt. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass die Hemmschwelle, in ein ganz neues Verfahren zu investieren, in der M\u00f6belindustrie relativ hoch ist. Korre-lierend mit den massiven Umsatzeinbr\u00fcchen bei der deutschen M\u00f6belindustrie in den ersten Quartalen 2002 hat sich daher die erhoffte breite praktische Umsetzung bisher noch nicht ergeben. M\u00f6glicherweise sind zur \u00dcberwindung der beschriebenen Hemmung noch monet\u00e4re Anreize in Form einer anteiligen F\u00f6rderung der ersten Anlagen f\u00fcr verschiedene Schl\u00fcsselbereiche (Mitnahmem\u00f6bel, K\u00fcchen, hochwertige Schlaf- und Wohnzimmerm\u00f6bel) notwendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ein von der OTT GmbH &#038; Co. KG entwickeltes neuartiges Schleifverfahren hatte im Versuch mit Handmaschinen und kleineren station\u00e4ren Maschinen Ergebnisse erbracht, die bei industriellem Einsatz erhebliche Einsparungen an Ressourcen und Energie in der M\u00f6belindustrie erwarten lie\u00dfen. 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