  {"id":21458,"date":"2023-07-13T15:20:10","date_gmt":"2023-07-13T13:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16965-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:11","slug":"16965-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16965-01\/","title":{"rendered":"Hauptprojekt: Viel Umwelt f\u00fcr wenig Geld &#8211; Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr Haushalte mit knappen Einkommen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist es, wirksame Beratungsangebote und Selbsthilfestrategien f\u00fcr mehr Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr Haushalte mit knappen Einkommen (unter 80% der Durchschnittseinkommen) zu entwickeln und dauerhaft zu etablieren. Umwelt- und soziale Aspekten werden verbunden, indem Informationsgrundlagen und Umsetzungsmotivation f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderungen entwickelt werden, die zugleich Umweltent-lastungen bewirken, finanziell vorteilhaft sind und zu einer Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t f\u00fchren.<br \/>\nAnlass des Vorhabens ist die Erkenntnis, dass Haushalte mit knappen Einkommen von den traditionellen Medien und Beratungsangeboten der Umweltberatung wenig erreicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Kernidee zur Umsetzung basiert auf der Schaffung \u00f6kologischer Vorbildhaushalte, die innerhalb der Zielgruppe ein pers\u00f6nlich nachvollziehbares Vorbild geben. Aus diesen Haushalten werden HaushaltsberaterInnen qualifiziert, die das System in einem auf Freiwilligenarbeit beruhenden Schneeballsystem weitertragen.<br \/>\nMitglieder aus 20 Starthaushalten, die bereit sind, eine Beratung zur \u00f6kologischen Optimierung ihres Alltags aktiv mitzumachen, werden im Zuge der Beratung und Optimierung ihres eigenen Haushalts als HaushaltsberaterInnen ausgebildet. Der Schneeballeffekt des Vorhabens wird mit der Aktivierung der Beratungsrolle der ausgebildeten HaushaltsberaterInnen in Gang gesetzt. Sie f\u00fchren als Gastgeber \u00d6ko-Parties durch, in denen sie f\u00fcr Ma\u00dfnahmen umweltgerechten Verhaltens werben, die sie selber als praktikabel und n\u00fctzlich erkannt und umgesetzt haben. Die \u00d6ko-Parties verbinden dabei die Aspekte soziale Kontakte, Freizeitgestaltung und praxisorientierte Information und Beratung.<br \/>\nDie HaushaltsberaterInnen optimieren ihrerseits jeweils mindestens 3 weitere Haushalte und schaffen so die zweite Generation \u00f6kologischer Vorbildhaushalte, aus denen wiederum HaushaltsberaterInnen qualifiziert werden.<br \/>\nDas Schneeballsystem wird so angelegt und entwickelt, dass es nach Ablauf des Vorhabens von dem Projekttr\u00e4ger AWO weitergef\u00fchrt werden kann.<br \/>\nF\u00fcr die Beratung und Qualifizierung werden geeignete Vermittlungsinstrumente (leicht verst\u00e4ndlich und auf die Zielgruppe abgestimmt) entwickelt, erprobt und eingesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Vorbildhaushalte: In der Pilotregion Osnabr\u00fcck (Stadt und Landkreis) konnten 18 \u00f6kologische Vorbildhaushalte gefunden werden. Die Haushalte erhielten eine individuelle Beratung zur \u00f6kologischen Optimierung, legten eine Ma\u00dfnahmenplanung fest und f\u00fchrten \u00fcber einen Zeitraum von ca. 22 Monaten insgesamt 147 Verhaltensver\u00e4nderungen durch. Schneeballeffekt: Als Gastgeber von \u00d6ko-Parties fungierten vier Haushalte. Das Partykonzept stie\u00df auf gute Resonanz. Es wurden so jedoch nur vier neue Haushalte gewonnen. Durch zielgruppenspezifische Ansprache wurden weitere Haushalte geworben, so dass insgesamt 10 Haushalte die zweite Generation bildeten. F\u00fcr die Beraterrolle zur Weitergabe ihres Wissens an Andere wurden die Teilnehmer in Workshops und durch individuelle Supervision qualifiziert. Sechs Teilnehmer wurden in 10 neuen Haushalten als Laienberater aktiv. Auf Grund der f\u00fcr einen Schneeballeffekt zu geringen Zahl der Teilnehmer in der Pilotregion wurde auf die Qualifizierung der zweiten Generation Haushalte zu Laienberater und auf den Aufbau einer dritten Generation verzichtet. Die Projektkonzeption wurde so modifiziert, dass die Projektidee \u00f6rtlichen Tr\u00e4gern aus dem Bereich So-ziales und Umwelt als zeitlich begrenzte Aktion angeboten werden konnte. Dieses Angebot wurde mit guter Resonanz \u00fcberregional verbreitet. Ein Arbeitslosenzentrum aus Nordrhein-Westfalen f\u00fchrt die Projektidee aktiv weiter. Ein Handwerksbetrieb plant, die Projektkonzeption als Kundenbindungsma\u00dfnahme einzusetzen. Der Projekttr\u00e4ger AWO f\u00fchrt die Projektwebsite weiter und sucht nach weiteren lokalen Tr\u00e4gern f\u00fcr die Projektkonzeption. Beratungsinstrumente: Die entwickelten laiengerechten Vermittlungsinstrumente (Handbuch, Website u.a.) wurden erfolgreich eingesetzt. Zielgruppe: Die urspr\u00fcngliche Ziel-gruppe (unterdurchschnittliche Einkommen) wurde teilweise erreicht. Die Zielgruppe wurde im Projektverlauf auf durchschnittliche Einkommen erweitert.<br \/>\nDiskussion: Die Zielgruppe konnte &#8211; in kleinem Ma\u00dfstab &#8211; erfolgreich angesprochen werden. Wichtige Faktoren waren der individuelle, realistische Haushaltscheck und die individuell angepasste Ma\u00dfnahmenplanung. Es kann von einer nachhaltigen Umweltentlastung durch die Verhaltens\u00e4nderungen der beteiligten Haushalte ausgegangen werden. Anzahl und Kontinuit\u00e4t der umgesetzten Verhaltensver\u00e4nderungen in den Privathaushalten \u00fcberstiegen die in diesem Bereich angestrebten Ziele. Das Konzept der \u00d6ko-Party im Privathaushalt sprach auch Personen mit Distanz zu Umweltthemen an. Das Konzept der Beratung von Haushalten durch Laienberater, die auf diese Aufgabe vorbereitet werden, erwies sich als tragf\u00e4hig. Das angestrebte durch Freiwilligenarbeit getragene Schneeballsystem funktionierte nicht in dem geplanten Rahmen: die Anzahl der Teilnehmenden war zu gering, der subjektive Zeitaufwand in der Regel zu hoch. Im Projektzeitraum kam es zu unwesentlichen Verschiebungen gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Zeitplanung und zu einer wesentlichen Modifizierung der Projektkonzeption (s. o.). Der bewilligte Kostenrahmen wurde wegen der kleineren Teilnehmerzahl in der Pilotregion nicht ausgesch\u00f6pft.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektidee wurde in einem Mailing an 450 ausgesuchte Soziale- und Umwelteinrichtungen versandt. Sie wurde in 7 Email-Newslettern mit einer Verbreitung von wenigen hundert bis zu 1000 Empf\u00e4ngern platziert. Das Projekt wurde \u00fcber Vortr\u00e4ge und Informationsveranstaltungen bei verschiedenen AWO- und anderen sozialen Einrichtungen sowie verschiedenen Konferenzen bekanntgemacht. Es wurden 18 Artikel &#8211; darunter 11 durch lokale Medien in der Pilotregion &#8211; \u00fcber das Projekt ver\u00f6ffentlicht und eine lokale Radiosendung bestritten. Die projekteigene Website (www.oeko-kick.de) stand ab Oktober 2002 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Umweltberatung erreicht die Zielgruppe Haushalte mit knappen Einkommen, wenn sie auf Augenh\u00f6he und ohne \u00dcberforderung der Angesprochenen erfolgt. Auf diesem Wege ist die Etablierung von Verhaltensver\u00e4nderungen und eine Erh\u00f6hung der Lebensqualit\u00e4t der Teilnehmenden m\u00f6glich. Der Einsatz von vorbereiteten Laienberatern ist f\u00fcr die Zielgruppe erfolgreich m\u00f6glich. Es empfiehlt sich der Zugang \u00fcber zielgruppenspezifische Strukturen mit eigener Personalkapazit\u00e4t. Ein \u00fcberwiegend auf Ehrenamtlichkeit ruhender Schneeballeffekt scheint nicht realisierbar zu sein.<br \/>\nDas Projekt hat eine Reihe innovativer Ans\u00e4tze f\u00fcr die Umweltberatung miteinander verbunden &#8211; die Zielgruppe Haushalte mit (unter)durchschnittlichen Einkommen, die Einbeziehung von Freiwilligenarbeit, die Qualifizierung von LaienberaterInnen, die Verbindung von Umweltberatung mit einem sozialen Tr\u00e4ger.<br \/>\nZur Erprobung dieser Projektkonzeption musste inhaltlich und methodisch Neuland betreten werden.<br \/>\nMit Blick auf die weitere Verfolgung der Projektergebnisse sollte eine Konzentration auf den Ansatz der Beratung ohne \u00dcberforderung (auf Augenh\u00f6he) und den Einsatz von Laienberatern erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist es, wirksame Beratungsangebote und Selbsthilfestrategien f\u00fcr mehr Umweltqualit\u00e4t f\u00fcr Haushalte mit knappen Einkommen (unter 80% der Durchschnittseinkommen) zu entwickeln und dauerhaft zu etablieren. 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