  {"id":21450,"date":"2023-07-13T15:20:10","date_gmt":"2023-07-13T13:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16952-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:11","slug":"16952-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16952-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Konservierung des umweltgesch\u00e4digten Roten Sandsteins am Ostchor der Stadtkirche St. Jacobi in Sangerhausen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Ma\u00dfnahme, war die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes, f\u00fcr den in der gesamten Saale-Unstrut und Ostharzregion \u00fcberwiegend verbauten und durch aggressive Umwelteinfl\u00fcsse infolge des \u00fcber Jahrhunderte abgebauten und verh\u00fctteten Kupferschiefers und der Industrialisierung der letzten hundert Jahre stark gesch\u00e4digten und in der Substanz gef\u00e4hrdeten roten Sandsteines. Zur Instandset-zung, Restaurierung und Konservierung des roten Sandsteines gab es bisher nur geringe handwerkliche Erfahrungen aber kein wissenschaftlich fundiertes Sanierungskonzept.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage f\u00fcr die Planung, Vorbereitung und Ausf\u00fchrung der Ma\u00dfnahmen, sowie die Erstellung des entsprechenden Konservierungskonzeptes waren wissenschaftlich-technische Voruntersuchungen durch Herrn Dr. Eberhard Wendler &#8211; Fachlabor f\u00fcr Konservierungsfragen in der Denkmalpflege, M\u00fcnchen, in Zusammenarbeit und fachlicher Abstimmung mit dem Institut f\u00fcr Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt.<br \/>\nIm Rahmen mehrere Baustellentermine wurden im Beisein vom LfD Sachsen-Anhalt und unter Federf\u00fchrung des IDK Halle repr\u00e4sentative Bereiche f\u00fcr Probeentnahmen und Musterfl\u00e4chen festgelegt. Wichtig war hier neben den Feuchte- und Salzbestimmungen von Stein und Mauerwerk, auch alle notwendigen geologischen und Steinfestigkeitsuntersuchungen am roten Sandstein durchzuf\u00fchren, auch in R\u00fcckkopp-lung zum einzusetzenden M\u00f6rtel.<br \/>\nDie Ergebnisse und Erkenntnisse der wissenschaftlich-technischen Voruntersuchungen wurden im Konservierungskonzept des Fachlabors Dr. E. Wendler schriftlich fixiert und sind dann unmittelbar in die Ausf\u00fchrungsplanung und Ausf\u00fchrung der Stein- und Mauerwerkskonservierung in einem entsprechend aus-gew\u00e4hlten Bereich eingegangen.<br \/>\nAuch nach Abschluss aller Ma\u00dfnahmen (November 2002) ist es notwendig, die Ergebnisse mittel- und langfristig zu \u00fcberwachen und zu kontrollieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Entsprechend der vorgegebenen Zielstellung, der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes f\u00fcr den in der Region an Denkmalen h\u00e4ufig verbauten und durch aggressive Umwelteinfl\u00fcsse infolge des \u00fcber Jahrhunderte abgebauten und verh\u00fctteten Kupferschiefers und der Industrialisierung der letzten hundert Jahre stark gesch\u00e4digten und in der Substanz gef\u00e4hrdeten roten Sandsteines, ist festzustellen, dass sowohl der Verlauf, die Methodik und das Ergebnis zu einem \u00fcberaus brauchbaren Erfolg gef\u00fchrt haben.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich war die Erarbeitung des spezifischen Konservierungskonzeptes f\u00fcr den Roten Sandstein und deren partielle Erprobung und Anwendung das Hauptziel des Projektes, eingebettet war dies in die Gesamtma\u00dfnahme der Restaurierung \/ Konservierung des Chormauerwerkes bzw. der Chorfassaden.<br \/>\nDie Erprobungs- und Musterfl\u00e4chen befinden sich nach Abschluss (November 2002) in dem angestrebten Konservierungszustand.<br \/>\nUrsache f\u00fcr die massiven Verluste der Sandsteinoberfl\u00e4chen ist die starke Anreicherung von Gips in vorgelagerten, mit den Oberfl\u00e4chen verzahnten Krusten sowie die deutliche Kontamination mit hygroskopischen Salzen im Gesteinsinneren. Folge sind thermische und hygrische Scherspannungen, sowie Belastungen durch Hydrations- und Kristallisationswechsel. Das erarbeitete Konservierungskonzept enth\u00e4lt daher die Ausd\u00fcnnung der Krusten durch Trockenstrahlreinigung, sowie eine Salzreduzierung durch Kompressen als zentrale Voraussetzungen. Partielle Festigung, Anb\u00f6schungen \/ Erg\u00e4nzungen, sowie einpartieller Schutz besonders empfindlicher oder belasteter Oberfl\u00e4chen durch Schl\u00e4mmen und Lasuren erfolgen miteinander materialkompatibel in silikatischer Bindung (KSE-Modulsystem). Zur Gew\u00e4hrleistung der Dauerhaftigkeit der Ma\u00dfnahmen ist neben der selbstverst\u00e4ndlichen Instandsetzung der desolaten Wasserf\u00fchrung eine abschlie\u00dfende Impr\u00e4gnierung aller Schr\u00e4gfl\u00e4chen (Pfeilerabdachungen, Gesimse) vorgesehen.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich kann festgehalten werden, dass es w\u00e4hrend der gesamten Bearbeitung und Durchf\u00fchrung des Projektes keine Abweichungen von der vorgegebenen Aufgaben- und Zielstellung gab.<br \/>\nKontroverse fachliche Diskussionen haben hier zu einer fachtechnisch hervorragenden L\u00f6sungskonzeption beigetragen. Zu kl\u00e4rende Probleme bestanden haupts\u00e4chlich in der Festlegung der Muster- und Beprobungsfl\u00e4chen, dies konnte nach entsprechenden Diskussionen einvernehmlich gel\u00f6st werden, der Umfang der Beprobungsfl\u00e4chen richtete sich auch nach den finanziellen M\u00f6glichkeiten, da sich insbesondere die Vorarbeiten (Kompressen, Entsalzen u.a.) als \u00fcberaus aufwendig darstellten.<br \/>\nWeiterhin erwies sich als wesentlicher Faktor die Einhaltung bestimmter Zeitintervalle in den Vorbereitungs- und Durchf\u00fchrungsma\u00dfnahmen als unabdingbar und zwingend notwendig.<br \/>\nDie notwendige Einhaltung der Reaktionszeiten k\u00f6nnte sich in der praktischen Durchf\u00fchrung unter Umst\u00e4nden als problematisch erweisen, ist aber fachtechnisch unabdingbar und zwingend notwendig, auch in Abh\u00e4ngigkeit von der Jahreszeit der Bearbeitung und den Witterungseinfl\u00fcssen.<br \/>\nDie Zusammenarbeit der einzelnen beteiligten Kooperationspartner kann als durchweg positiv bezeichnet werden. Nach Abschluss der Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen alle beteiligten Kooperationspartner von den Ergebnissen und L\u00f6sungen partizipieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben der Ver\u00f6ffentlichung durch die Âé¶¹´«Ã½ werden insbesondere das LfD Sachsen-Anhalt mit Sitz in Halle\/S., sowie das Institut f\u00fcr Diagnostik und Konservierung an Denkmalen Ver\u00f6ffentlichungen und die Zug\u00e4nglichmachung der Projektergebnisse durchf\u00fchren.<br \/>\nDie Form der Ver\u00f6ffentlichungen bzw. Zug\u00e4nglichmachung obliegt den beiden genannte Institutionen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ist einzusch\u00e4tzen, dass das gesamte Projekt in seiner Aufgabenstellung, Zielstellung, Methodik, Abarbeitung der Arbeitsschritte und nicht zuletzt in seinen Ergebnissen und fachtechnischen L\u00f6sungen zur Konservierungsproblematik des rotliegenden Sandsteines ein absoluter Erfolg war und weit \u00fcber das bearbeitete Projekt an der St. Jacobi Kirche Sangerhausen hinaus, aufgrund seines Modellcharakters, Ausstrahlung besitzt. Insbesondere ist hier zur Vorgehensweise und Methodik zu erw\u00e4hnen, dass ausgehend von rein theoretischen Ans\u00e4tzen \u00fcber wiss.-techn. Voruntersuchungen bis hin zur praktischen Umsetzung und konkreten Ausf\u00fchrung der spezifisch neuen Konservierungsmethoden eine schl\u00fcssige und vollst\u00e4ndige Abarbeitung zur gegebenen Zielstellung erfolgen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Ma\u00dfnahme, war die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes, f\u00fcr den in der gesamten Saale-Unstrut und Ostharzregion \u00fcberwiegend verbauten und durch aggressive Umwelteinfl\u00fcsse infolge des \u00fcber Jahrhunderte abgebauten und verh\u00fctteten Kupferschiefers und der Industrialisierung der letzten hundert Jahre stark gesch\u00e4digten und in der Substanz gef\u00e4hrdeten roten Sandsteines. 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