  {"id":21426,"date":"2023-07-13T15:20:06","date_gmt":"2023-07-13T13:20:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16893-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:20:08","modified_gmt":"2023-07-13T13:20:08","slug":"16893-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16893-01\/","title":{"rendered":"Internationales Symposium in Celle: Abwasserbehandlung im l\u00e4ndlichen Raum am 22. Juni 2000"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr das Internationale Symposium waren festgestellte Informationsdefizite bei Betreibern und Beh\u00f6rden \u00fcber den Entwicklungsstand von Kleinkl\u00e4ranlagen sowie der Bedarf an umfassender Information auf dem Sektor der dezentralen Abwasserbehandlung bei ausl\u00e4ndischen Kommunen vornehmlich in Mittel- und Osteuropa.<br \/>\nZiel des Projektes war es daher, umweltfreundliche und kosteng\u00fcnstige L\u00f6sungen f\u00fcr den B\u00fcrger als Betreiber von dezentralen Abwasserbehandlungsanlagen auf internationaler Ebene aufzuzeigen. Des Weiteren sollte die Veranstaltung der Verbesserung der Akzeptanz f\u00fcr neue innovative Wege bei der de-zentralen Abwasserbehandlung sowie der Vermittlung von Fachwissen auf dem Sektor der dezentralen Abwasserbehandlung vornehmlich an Kommunen im mittel- und osteurop\u00e4ischen Raum dienen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einer Vorstufe zum Internationalen Symposium hat die U.A.N. in drei Fachsymposien das Potenzial der zur Zeit existierenden Verfahren der dezentralen Abwasserbehandlung unter \u00f6kologischen und \u00f6konomi-schen Gesichtspunkten von Experten aus Wissenschaft und Praxis aufbereiten lassen (siehe Projektbe-richt AZ 13559). Die Referate mit den Ergebnissen aus den Fachsymposien pr\u00e4gten den 1. Teil des Internationalen Symposiums.<br \/>\nIm 2. Teil des Tagungsprogramms wurden durch international bekannte Experten anhand von Beispielen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten aus dem In- und Ausland (Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa) aufgezeigt. Letztlich wurden Verfahrens- und Behandlungstechniken (Minimierung des Trinkwasserverbrauchs bei zentraler und dezentraler Abwasserentsorgung in Einzelhaushalten, Differenzierung der Abwasserinhaltsstoffe nach ihrer Herkunft) vorgestellt, die zukunftsweisende Bedeutung haben. Alle Referate wurden in Brosch\u00fcrenform in mehreren Sprachen (deutsch, englisch, polnisch) \u00fcbersetzt und ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nDurch Gr\u00fcndung von Abwasserpartnerschaften zwischen kommunalen Gebietsk\u00f6rperschaften sollte der Wissenstransfer nachhaltig gef\u00f6rdert werden. 12 Kommunen haben ihre Bereitschaft zur Gr\u00fcndung von Abwasserpartnerschaften bereits bekundet. Weitere 7 St\u00e4dte und Gemeinden stehen auf einer Warteliste. Angestrebt ist, zwischen den Abwasserpartnergemeinden einen Erfahrungsaustausch regelm\u00e4\u00dfig durchzuf\u00fchren, den die U.A.N. organisieren und betreuen wird. Eine Stiftung Internationale Abwasserpartnerschaften wird zur Pflege von Erfahrungsaustauschen k\u00fcnftig finanzielle Hilfe leisten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit einem Gru\u00dfwort er\u00f6ffnete Herr Biermann, der Oberstadtdirektor der Stadt Celle, das Symposium. Herr Biermann sprach gleichzeitig in seiner Funktion als Pr\u00e4sident des Nieders\u00e4chsischen St\u00e4dtetages.<br \/>\nDer Vertreter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt betonte, dass die Gr\u00fcndung von Abwasserpartner-schaften zwischen deutschen und ausl\u00e4ndischen Kommunen und der damit von der U.A.N. gewollte gleichberechtigte Erfahrungsaustausch zwischen in- und ausl\u00e4ndischen Gebietsk\u00f6rperschaften eine zukunftsweisende Idee darstellt und dass die von der U.A.N. verfolgten Ziele unterst\u00fctzt werden.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wurden in einem kleinen Festakt sechs Abwasserpartnerschaften gegr\u00fcndet.Herr Dr.-Ing. R. Pecher (Vizepr\u00e4sident des ATV-DVWK) stellte die f\u00fcr eine zentrale Entsorgung schwierige Situation in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen vor und forderte individuell angepasste L\u00f6sungen. Nicht mehr tragbar sind &#8211; im Sinne eines nachhaltigen Gew\u00e4sserschutzes &#8211; nur mechanisch arbeitende Anlagen. Pufferung und Ausgleich des Abwasserzuflusses sind jedoch wichtiger als eine hochentwickelte Abwassertechnik.<br \/>\n\u00dcber Planung und Bau naturnaher und technischer Kleinkl\u00e4ranlagen referierte Herr Dr. G. Neemann (BLaU-Umweltstudien). Dazu existieren Regelwerke sowie individuelle Bauartzulassungen. In Deutschland liegen langj\u00e4hrige Erfahrungen auf dem Sektor vor; ein Beispiel wurde vorgestellt. Zudem sind einige sehr leistungsf\u00e4hige C- und N- abbauende, kosteng\u00fcnstige Neuentwicklungen auf den Markt gekommen.<br \/>\n\u00dcber die Erfahrungen mit Betrieb und Unterhaltung von Kleinkl\u00e4ranlagen berichtete Frau Professor Kunst (Institut ISAH, Universit\u00e4t Hannover). Sie stellte einen Leistungsvergleich zwischen h\u00e4ufig eingesetzten herk\u00f6mmlichen Kleinkl\u00e4ranlagen vor und nannte typische Betriebsprobleme, die jedoch durch eine Wartungsverpflichtung und durch Eigen\u00fcberwachung ganz entscheidend gemindert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nProfessor Miksch (TU Gliwice) f\u00fchrte aus, dass etwa 38 % der polnischen Bev\u00f6lkerung auf dem Lande lebt. Bisher ist etwa jedes f\u00fcnfte Dorf Polens an eine Schmutzwasserkanalisation angeschlossen. Eine Verbesserung der Abwasserproblematik ist im Interesse des Grund- und Trinkwasserschutzes dringend. Auch Hauskl\u00e4ranlagen k\u00f6nnen in vielen F\u00e4llen eine L\u00f6sung sein, wenn sie gewartet werden.<br \/>\nProfessor Wanner (Prager Institut f\u00fcr chemische Technologie) berichtete, dass die D\u00f6rfer in Tschechien h\u00e4ufig eng bebaut sind und teilweise auch Industrieanlagen besitzen. Abwasserbehandlung hat in Tschechien eine lange Tradition. Wegen der Sensibilit\u00e4t der Fl\u00fcsse hat die zentrale Erschlie\u00dfung der D\u00f6rfer Vorrang.<br \/>\nProfessor Winter (Universit\u00e4t Karlsruhe) empfahl im l\u00e4ndlichen Raum die Trennung der Abwasserstr\u00f6me, um den Trinkwasserverbrauch und die in die Umwelt eingeleiteten (Ab-)wassermengen zu reduzieren. Das h\u00e4usliche Abwasser soll durch Kleinstkl\u00e4ranlagen bis zu Grauwasserqualit\u00e4t gereinigt und zusammen mit dem Regenwasser als Nutzwasser (Toilette, Dusche, Waschmaschine) verwendet werden.<br \/>\nIm letzten Fachvortrag stellte Herr Professor Otterpohl (TU Hamburg-Harburg) ein Abwassersystem vor, das eine fr\u00fchzeitige Trennung der Abwasserbestandteile durch &#8211; u.a. den Einsatz spezieller Toiletten vorsieht und so die Abwasserinhaltsstoffe in einer unmittelbar energetisch nutzbaren Form liefert, z.B. f\u00fcr Biogasanlagen. Vier Entwicklungslinien in Richtung Nullemission wurden f\u00fcr unterschiedliche Anwendungen vorgestellt.Begleitet wurde das Internationale Symposium durch eine von Dipl.-Ing. Ralf Hilmer (ATV-DVWK Landesverband Nord) organisierte Fachausstellung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kontaktadresse: Kommunale Umwelt-Aktion U.A.N., Arnswaldstra\u00dfe 28, 30159 Hannover Ansprechpartner: Herr Vollmer, Herr Klein, Telefon: 0511 \/ 30285-55\/-60, Fax -56. Das Symposium besa\u00df Multiplikatorfunktion. Als Zielgruppen waren Gemeindevertreter und Fachleute aus dem In- und Ausland eingeladen. Aktuelle Erkenntnisse zur l\u00e4ndlichen Abwasserbehandlung wurden durch die Fachreferenten vorgetragen und durch Anwendungsbeispiele auf zwei Exkursionen demonstriert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>An der Fachtagung der U.A.N. zur Abwasserbehandlung im l\u00e4ndlichen Raum Europas nahmen etwa 200 deutsche und 100 ausl\u00e4ndische G\u00e4ste aus zehn Nationen teil. Die Referate der Fachleute zu den in Deutschland vorliegenden Erkenntnissen lieferten einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Bandbreite der einsetzbaren Verfahren und zu vielversprechenden neuen Entwicklungen an Hand konkreter Beispiele. Die Referenten aus Deutschland zeigten zudem auf, dass dezentrale L\u00f6sungen auch Potenziale f\u00fcr neuartige, die Nachhaltigkeit betonende, Wege in der Abwasserbehandlung besitzen.Besonders aufschlussreich waren die Referate des polnischen und des tschechischen Gastes, da sie die Abwasserprobleme im l\u00e4ndlichen Raum Mittel- und Osteuropas beispielhaft beschrieben und zwei unterschiedliche Wege zu deren L\u00f6sung aufzeigten. Die Reihe wird in Form von Erfahrungsaustauschen auf k\u00fcnftigen Partnerschaftstreffen fortgef\u00fchrt, die regelm\u00e4\u00dfig stattfinden sollen. Der 1. Erfahrungsaustausch mit den Vertretern aller Abwasserpartnergemeinden wird vom 03. bis 05. September 2001 im IBZ Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal in Ostritz durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass f\u00fcr das Internationale Symposium waren festgestellte Informationsdefizite bei Betreibern und Beh\u00f6rden \u00fcber den Entwicklungsstand von Kleinkl\u00e4ranlagen sowie der Bedarf an umfassender Information auf dem Sektor der dezentralen Abwasserbehandlung bei ausl\u00e4ndischen Kommunen vornehmlich in Mittel- und Osteuropa. 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