  {"id":21338,"date":"2023-07-13T15:19:57","date_gmt":"2023-07-13T13:19:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16656-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:57","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:57","slug":"16656-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16656-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Anwendung innovativer Konzepte zur Konservierung des umweltgesch\u00e4digten Kalksteins der r\u00f6mischen porta praetoria in Regensburg (Bayern)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass bildete die starke Belastung der porta praetoria durch Staubdeposition (hohes Verkehrsaufkommen). Ein auff\u00e4lliges Schadensbild sind schwarze Krusten und d\u00fcnne schwarze Schichten.<br \/>\nDas Projekt hat zum Ziel gesetzt, erstmals an Kalkstein eine Kartierung nach Fazieskriterien vorzunehmen, um die zu entwickelnden Konservierungsstoffe individuell auf die einzelnen Steinvariet\u00e4ten abstimmen zu k\u00f6nnen. Die Richtlinien f\u00fcr eine schonende Oberfl\u00e4chenreinigung und anschlie\u00dfende Konservierung sollten auf der Basis zweier neuartiger Rechenmodelle ermittelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAngewandte Methoden:<br \/>\nGesteinskartierung nach Fazieskriterien; Schonende Oberfl\u00e4chenreinigung durch trockene Partikelstrahlverfahren und Nd-YAG-Laser sowie ionentauscherhaltigen Kompressen (Kombinationsverfahren); Nachgeschalteter Oberfl\u00e4chen- und Porenraumschutz. Ermittlung von Aufbau und Zusammensetzung der Schutzschicht durch Versuche an Probek\u00f6rpern; Zusammensetzung des Konservierungsmittels in Anlehnung an gef\u00fcllte, farblose Silikonharzdispersionsfarben: Fokussierung auf eine Wirkstoffkombination von Tensiden mit Siliconharzlasuren in verschiedenen Verd\u00fcnnungsstufen; Festigung sandender Teile durch flexible Kiesels\u00e4uregele mit Zus\u00e4tzen; Beurteilung der Wirksamkeit durch Messungen der Sulfatdeposition mit\/ohne Behandlung sowie Messung der Kenngr\u00f6\u00dfen des Feuchtetransports, jeweils durch EDV-Rechenprogramme; Finaler Praxistest an drei Musterfeldern am Objekt.<br \/>\nArbeitsschritte:<br \/>\nVoruntersuchungen (Bestandspl\u00e4ne erfassen, Erfassung aller Ansichten der porta praetoria seit der Aufdeckung, Fotodokumentation, restauratorische Kartierung, Aufma\u00df Innenraum, Ma\u00dfnahmenkartierung, 3D-Modell): M\u00e4rz 2000 bis April 2001<br \/>\nKartierung Material und Sch\u00e4den: Juni-September 2000<br \/>\nMusterfl\u00e4chen (Reinigung, Konservierung, Kontrolle Reinigung): Oktober\/November 2000<br \/>\nGesteinsmuster (Vorbereitung, Konservierung, Exposition, Analysen): M\u00e4rz 2000 &#8211; Dezember 2001<br \/>\nRestaurierung (Reinigung, Konservierung, Hydrophobierung): Mai &#8211; Oktober 2001<br \/>\nNachkontrolle: November\/Dezember 2001<br \/>\nPraxistest Reinigung, Anlage von Musterfeldern: April 2002<br \/>\nKontinuierliche \u00dcberwachung und Beobachtung: April 2002 bis November 2003<br \/>\nFinaler Praxistest: Applikation der optimierten Wirkstoffkombination: April 2003<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei einer flexiblen Handhabung des getesteten Reinigungskonzeptes mit einer dosierten und auf den vorliegenden Bestand angepassten Anwendung des kombinierten Partikelstrahl- und Kompressenverfahrens ist eine erfolgreiche Abnahme des schadstoffhaltigen, substanzgef\u00e4hrdenden und \u00e4sthetisch unbefriedigenden schwarzen Belages m\u00f6glich, ohne dass die Authentizit\u00e4t des antiken Bauwerkes beeintr\u00e4chtigt wird. Da im bisherigen Beobachtungszeitraum (ab Mai 2002) keine optisch nachweisbaren Neuverschmutzungen haben erkennen lassen, bestehen aus konservatorischer Sicht keine Bedenken gegen eine Reinigung der Toranlage mit Hilfe der Kombinationsmethode.<br \/>\nNach einer ersten Bewertung der Musterfl\u00e4chen nach 12 Monaten kann festgestellt werden, dass die ermittelten Kombinationen aus Tensiden und Siliconharzlasuren prinzipiell f\u00fcr eine Anwendung an den Kalksteinen der porta praetoria geeignet sind. Allerdings bedarf der optisch noch nicht vollst\u00e4ndig zufriedenstellende Eindruck derartiger Beschichtungen noch der Diskussion.<br \/>\nEntscheidendes Kriterium wird die dauerhafte Effektivit\u00e4t und das Alterungsverhalten der Behandlungen sein. Beide Kriterien werden derzeit durch kontinuierliches Monitoring beobachtet.<br \/>\nDas Konzept zur Erhaltung der thermisch vorgesch\u00e4digten und schadstoffbelasteten Kalksteinoberfl\u00e4chen sollte sich aus vier Einzelschritten zusammensetzen: der kombinierten Reinigung, der Dekontamination, der kombinierten Festigung und schlie\u00dflich dem Porenraumschutz.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Kolloquiumsveranstaltung in Regensburg (2001)<br \/>\nMehrere Vortr\u00e4ge (Prof. Dr. Drewello; Prof. Dr. Koch; Dr. Martin Dallmeier und Dr. Lutz Dallmeier) 2001 bis 2004 &#8211; Zwei Workshops 2001 und 2002, einen speziell f\u00fcr Steinrestauratoren<br \/>\nAbschlussveranstaltung des Projekts (Prof. Dr. Drewello und Prof. Dr. Koch) in Regensburg (2004)<br \/>\nDiverse Pressetermine (ca. 20 Artikel in Mittelbayerische Zeitung, S\u00fcddeutsche Zeitung, dpa-Meldung, Donau-Post u. a.)<br \/>\nSch\u00fclerprojekt Jugend recherchiert Umwelt (IZOP) 2004 \u00fcber die Ma\u00dfnahme porta praetoria mit Pres-sebericht.<br \/>\nAusf\u00fchrliche Publikationen des Projekts in: Denkmalpflege in Regensburg Band 9 (2004) und Verhandlungen Historischer Verein f\u00fcr Oberpfalz und Regensburg Band 143 (2003), auch als Sonderpublikation vorliegend (kann auf Anfrage angefordert werden)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die gesetzten Ziele, n\u00e4mlich die Findung eines Reinigungs- und Konservierungskonzeptes f\u00fcr die Kalksteine der r\u00f6mischen porta praetoria, konnten erreicht werden. Die individuelle Vorgehensweise im Sinne der faziesbezogenen Behandlung gibt f\u00fcr die geplante Sanierung der porta praetoria genaue Parameter vor, die naturgem\u00e4\u00df nur f\u00fcr die Strukturen dieses Bauwerkes gelten. Als Konzept ist diese Methode aber auch \u00fcbertragbar auf andere problembelastete Bauwerke aus Kalkstein, wodurch ihr auch ein hoher Wert als Forschungsgrundlage zukommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass bildete die starke Belastung der porta praetoria durch Staubdeposition (hohes Verkehrsaufkommen). Ein auff\u00e4lliges Schadensbild sind schwarze Krusten und d\u00fcnne schwarze Schichten. Das Projekt hat zum Ziel gesetzt, erstmals an Kalkstein eine Kartierung nach Fazieskriterien vorzunehmen, um die zu entwickelnden Konservierungsstoffe individuell auf die einzelnen Steinvariet\u00e4ten abstimmen zu k\u00f6nnen. 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