  {"id":21334,"date":"2023-07-13T15:19:53","date_gmt":"2023-07-13T13:19:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16646-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:56","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:56","slug":"16646-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16646-01\/","title":{"rendered":"Qualit\u00e4tssicherung mit Informations- und Beratungskampagne bei der Realisierung einer Solarsiedlung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am S\u00fcdhang des Ohrbergs in der Gemeinde Emmerthal entsteht eine Siedlung mit 68 Einfamilienh\u00e4usern. Durch hohen D\u00e4mmstandard, aktive und passive Solarenergienutzung sowie einen zweistufigen W\u00e4rmepumpenprozess sollen die CO2-Emissionen im Vergleich zum heutigen Baustandard um 50% gesenkt werden.<br \/>\nJedes Haus muss den Heizw\u00e4rmebedarf nach WSVO \u00b495 um 30% unterschreiten. Dar\u00fcber hinaus sollen 60% des Warmwasserbedarfs durch Solarkollektoren gedeckt werden.<br \/>\nProjektziel ist, mittels Beratung der Bauherren und Bautr\u00e4ger sowie durch eine baubegleitende Qualit\u00e4tskontrolle, die Erf\u00fcllung der o.g. Auflagen zu sichern und die Energiebilanz der Siedlung zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber Formbl\u00e4tter wurden Informationen \u00fcber die geplanten Ma\u00dfnahmen zur W\u00e4rmed\u00e4mmung und Luftdichtheit sowie zur Nutzung aktiver und passiver solarer Systeme erhoben. In einer W\u00e4rmeschutzberechnung musste f\u00fcr jedes Haus der Nachweis einer 30%igen Unterschreitung des Jahresheizw\u00e4rmebedarfs bezogen auf die WSVO 95 erbracht werden. Die Kooperationspartner \u00fcberpr\u00fcften Erhebungsb\u00f6gen und W\u00e4rmeschutznachweise aufgeteilt nach Sachgebieten. Nach Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung des Bauherrn wurde eine baubegleitende Qualit\u00e4tssicherung durchgef\u00fchrt. Bei Begehungen w\u00e4hrend wichtiger Bauphasen wurden Handwerker, und Bauherren ggf. auf Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung von W\u00e4rmebr\u00fccken und Undichtheiten hingewiesen. Angeforderte Nachbesserungsarbeiten wurden kontrolliert. In zwei Informationsveranstaltungen f\u00fcr Bauherren, Bautr\u00e4ger und Architekten wurde auf Besonderheiten beim Bau von Niedrigenergieh\u00e4usern hingewiesen.<br \/>\nAn zehn H\u00e4usern, bei denen ein durch W\u00e4rmebr\u00fccken bedingter Mehrverbrauch vermutet wurde, wurden Infrarotthermographien durchgef\u00fchrt. Die Luftwechselrate jedes Geb\u00e4udes wurde mit einem Blower-Door-Test ermittelt; bei Bedarf wurde nachgebessert und erneut gemessen.<br \/>\nHeizenergieverbr\u00e4uche und Betriebsdaten der W\u00e4rmepumpen wurden \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum im Geb\u00e4ude der zentralen W\u00e4rmepumpe erfasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die qualit\u00e4tssichernden Ma\u00dfnahmen der Kooperationspartner Architektenteam Nasarek und ISFH an den Geb\u00e4uden der Solarsiedlung k\u00f6nnen als erfolgreich abgeschlossen angesehen werden. Der Heizenergieverbrauch der Siedlung liegt mit 38,1% unter dem in der WSVO 95 erlaubten maximalen Heizenergiebedarf. Das Projektziel einer 30 prozentigen Unterschreitung ist damit \u00fcbertroffen worden. Das gleiche gilt f\u00fcr die Luftdichtheit: 85% der Geb\u00e4ude unterschreiten den siedlungsspezifischen Grenzwert f\u00fcr die volumenbezogene Luftdurchl\u00e4ssigkeit n50 von 2,5 h-1. Im Durchschnitt wird eine Luftwechselrate n50 von 1,46 h-1 erzielt. Neben der Qualit\u00e4tskontrolle trug der h\u00e4ufige Kontakt zu Bauherren und Handwerkern vor Ort zu diesem Erfolg bei. Im zeitlichen Verlauf der Siedlungsentstehung ist ein deutlicher Lerneffekt aller am Bau Beteiligten zu erkennen. Aus den Projekterfahrungen heraus muss festgehalten werden, dass der Niedrigenergiestandard ohne die durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen in vielen F\u00e4llen nicht zu gew\u00e4hrleisten gewesen w\u00e4re.<br \/>\nDas Ziel der solaren Deckungsrate f\u00fcr die Warmwassererzeugung in H\u00f6he von 60% ist mit 61,8% ebenfalls erreicht. Das gro\u00dfz\u00fcgige F\u00f6rderprogramm der Gemeinde Emmerthal f\u00fchrt dazu, dass die Solaranlagen bei einer Amortisationszeit von unter 20 Jahren wirtschaftlich betrieben werden k\u00f6nnen. Kritisch anzumerken ist jedoch, dass die Kollektoranlagen bei jungen Familien ohne Ber\u00fccksichtigung des wahrscheinlichen Nachwuchses nur auf zwei Personen dimensioniert sind.<br \/>\nDie CO2 Emissionen der Solarsiedlung sind um ca. 28% geringer als die einer Vergleichssiedlung mit Gas-Brennwert-Heizungen. Das Projektziel einer Reduktion um 50% konnte im Projektzeitraum nicht erreicht werden. F\u00fcr die W\u00e4rmepumpen der Niedrigenergieh\u00e4user wurde f\u00fcr den Messzeitraum eine durchschnittliche Arbeitszahl von 3,7 ermittelt. Die technischen Daten der W\u00e4rmepumpen lassen jedoch bei den gleichen Betriebsbedingungen h\u00f6here Werte erwarten. Dazu kommt, dass in vielen F\u00e4llen die elektrische Zusatzheizung einen Teil der Heizw\u00e4rme liefert, so dass die durch die W\u00e4rmepumpen erbrachten CO2-Emissionssenkungen wieder kompensiert werden. Nach Beseitigung technischer St\u00f6rungen im Nahw\u00e4rmenetz (Druckabfall und Luftblasenbildung infolge einer Leckage) sowie einer Optimierung der Anbindung der W\u00e4rmepumpen an die Heizkreisl\u00e4ufe ist eine Reduzierung des CO2-Aussto\u00dfes um ca. 61% zu erwarten.<br \/>\nEine Auswertung \u00fcber den Wirkungsgrad des Gesamtprozesses, bestehend aus der zentralen W\u00e4rmepumpe, dem Nahw\u00e4rmenetz und den dezentralen W\u00e4rmepumpen konnte im Projektzeitraum nicht erfolgen, da die Ermittlung der notwendigen Daten seitens des regionalen Energieversorgungsunternehmens noch nicht abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Am Eingang zur Solarsiedlung informiert eine aktuell gehaltene Schautafel interessierte Passanten \u00fcber das Siedlungskonzept, Projektfortschritte und erste Ergebnisse. Im Rahmen der F\u00fchrungen durch das ISFH wird das Projekt regelm\u00e4\u00dfig beschrieben. Am Beispiel eines Experimentierhauses oder bei Rundg\u00e4ngen durch die Solarsiedlung wurden rund 5.400 Personen die Besonderheiten der Niedrigenergie-h\u00e4user dargestellt. Neben Architekten, Studenten, Journalisten, Politikern und Firmenvertretern interessierte sich ein Team unter F\u00fchrung des Ministers f\u00fcr Technologie, Verkehr und Stadtentwicklung des zweitgr\u00f6\u00dften spanischen Bundeslandes f\u00fcr das Siedlungskonzept.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Teile der Projektziele konnten erfolgreich umgesetzt werden. Es hat sich allerdings erwiesen, dass Qualit\u00e4tskontrolle bei Niedrigenergieh\u00e4usern notwendig ist. Blower-Door-Tests sowie \u00dcberpr\u00fcfung der Entw\u00fcrfe und Geb\u00e4ude auf bauphysikalische Fehler helfen im Hinblick auf den Energieverbrauch und sp\u00e4tere Bausch\u00e4den Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.Das W\u00e4rmekonzept der Siedlung erf\u00fcllt die Anforderungen in seinem derzeitigen Ausbauzustand nicht ganz. Es ist jedoch zu erwarten, dass nach Abstellung technischer Defekte die beabsichtigte Senkung der CO2 Emissionen gelingt.Im Hinblick auf Geb\u00e4udeausf\u00fchrung und Qualit\u00e4tskontrolle hat die Solarsiedlung am Ohrberg f\u00fcr zuk\u00fcnf-tige Niedrigenergiehaussiedlungen eine Vorbildfunktion erlangt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am S\u00fcdhang des Ohrbergs in der Gemeinde Emmerthal entsteht eine Siedlung mit 68 Einfamilienh\u00e4usern. Durch hohen D\u00e4mmstandard, aktive und passive Solarenergienutzung sowie einen zweistufigen W\u00e4rmepumpenprozess sollen die CO2-Emissionen im Vergleich zum heutigen Baustandard um 50% gesenkt werden. Jedes Haus muss den Heizw\u00e4rmebedarf nach WSVO \u00b495 um 30% unterschreiten. 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