  {"id":21271,"date":"2023-07-13T15:19:49","date_gmt":"2023-07-13T13:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/16523-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:51","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:51","slug":"16523-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/16523-01\/","title":{"rendered":"Produktionsabfalltrenn- und Sortiersystem in der Steppdeckenfertigung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Nach dem Stand der Technik gibt es bisher noch keine zufriedenstellende L\u00f6sung f\u00fcr die maschinelle Aufbereitung von Saumstreifen aus der Steppdeckenproduktion. Die Wiedergewinnung des hochwertigen F\u00fcllmaterials erfolgt z. Z. \u00fcberwiegend manuell.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes ist ein Verfahren zu entwickeln, dass eine f\u00fcllmaterialbezogene Abfalltrennung und -sortierung f\u00fcr Saumstreifen an einer Gruppe von N\u00e4hmaschinen parallel gestattet. \u00dcber ein entsprechendes Vorwahlsystem soll der Bediener direkt am N\u00e4harbeitsplatz die jeweilige Abfallart spezifizieren. Ziel ist eine innovative Sortieranlage in der Steppdeckenfertigung, die nahtlos in ein komplexes innerbetriebliches Recyclingkonzept integriert werden kann und das Produktionsabfallaufkommen wirkungsvoll reduziert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Arbeitsschritte wurden realisiert:<br \/>\n\u00b7\tAnalyse des aktuellen Standes der Technik (Literatur- und Patentrecherche) unter Einbeziehung benachbarter Branchen,<br \/>\n\u00b7\tAnalyse und Klassifikation technologischer Einflussparameter zur Konzipierung der Trenneinrichtung,<br \/>\n\u00b7\tBestimmung verarbeitungstechnischer Kennwerte,<br \/>\n\u00b7\tErfassung m\u00f6glicher konstruktiver L\u00f6sungsvarianten durch Erarbeitung eines L\u00f6sungskataloges,<br \/>\n\u00b7\tKonstruktive Umsetzung,<br \/>\n\u00b7\tBautechnische Umsetzung,<br \/>\n\u00b7\tErprobung des Prototypen unter Produktionsbedingungen,<br \/>\n\u00b7\tZusammenstellung der Ergebnisse.<br \/>\nEs wurde eine umfassende Analyse und Klassifikation der technologischen Einflussfaktoren zur Konzipierung der Trenn- und Sortiereinrichtung sowie eine Untersuchung von verarbeitungstechnischen Kennwerten vorgenommen. An einem Versuchsstandes wurden str\u00f6mungstechnischen Untersuchungen durchgef\u00fchrt und L\u00f6sungsvarianten zur Trennung\/Sortierung der Materialfraktionen bei Kopplung von mindestens 2 Arbeitspl\u00e4tzen erarbeitet, konstruktiv umgesetzt und einem umfangreichen Variantenvergleich unterzogen. Der Prototyp einer zentralen Recyclingsortieranlage f\u00fcr 3 N\u00e4hmaschinen wurde bautechnisch realisiert und unter Produktionsbedingungen getestet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die im Rahmen der Forschungsaktivit\u00e4ten entwickelten, technischen Innovationen lassen sich nahtlos in die bestehende Fertigungslinie der Firma Badenia sowie in ein durchg\u00e4ngiges, innerbetriebliches Recyclingkonzept zur Produktionsabfallminimierung involvieren. Die Ergebnisse bauen auf vorangegangene Entwicklungsprojekte (z.B. AZ 12065 Randstreifenaufbereitung an Vielnadelmaschinen, Recyclinganlage f\u00fcr Abfalldecken und Randstreifentrennung an Einfassmaschinen) auf.<br \/>\nSie umfassen im Einzelnen:<br \/>\n\u00b7\tEntwicklung und bautechnische Realisierung einer zentralen Recyclingsortieranlage f\u00fcr 3 Saummaschinen und 3 F\u00fcllstoffmaterialien sowie Abfall, bestehend aus modifizierten N\u00e4harbeitspl\u00e4tzen, Auswedelstation und Sortierstation;<br \/>\n\u00b7\tEntwicklung eines raumsparenden Auffangbeh\u00e4ltersystems nach dem Staubsaugerprinzip mit Sogabschaltung zur vereinfachten Entleerung;<br \/>\n\u00b7\tOptimierung und Test einer entsprechenden Prototypeinrichtung unter Fertigungsbedingungen mit Schwachstellenanalyse.<br \/>\nDas geplante Einsparungspotential von ca. 27 Tonnen F\u00fcllmaterial pro Jahr konnte unter den konkreten Fertigungsbedingungen des Unternehmens als erreichbare Gr\u00f6\u00dfe erfolgreich nachgewiesen werden. Es entspricht einer Materialkosteneinsparung von 108.000,00 DM\/a. Weiterhin erh\u00f6ht sich das innerbetriebliche Produktionsniveau, weil am Arbeitsplatz kein Abfall mehr entsorgt werden muss. Die entsprechende Lohnkosteneinsparung betr\u00e4gt j\u00e4hrlich etwa 26.000,00 DM. Unter dem Aspekt der Erh\u00f6hung des Anteils wieder verwertbarer Produktionsabf\u00e4lle konnte ma\u00dfgeblich zur Ressourcenschonung und Umweltentlastung beigetragen werden. Durch Einsparung von Steppdeckenf\u00fcllmaterial werden nat\u00fcrliche Ressourcen geschont, weniger Produktionskapazit\u00e4t, Energien, Wasser f\u00fcr die Herstellung von Prim\u00e4rmaterial aufgewendet und die Schadstoffbelastung der Umwelt eingeschr\u00e4nkt. Gleichzeitig werden Entsorgungs-, Deponie- und Transportaufwendungen f\u00fcr Produktionsabf\u00e4lle reduziert. Die Kostenreduzierung bei Badenia f\u00fcr die Deponierung des Produktionsabfalls entspricht bei durchschnittlichen F\u00fcllmaterialpreisen etwa 5.400,00 DM pro Jahr. Die neue Anlagentechnik steht f\u00fcr potentielle Nutzer zur Verf\u00fcgung und kann den jeweiligen Produktionsbedingungen flexibel angepasst werden. Die Innovationsh\u00f6he der Gesamtrecyclingkonzeption konnte durch 3 Patentanmeldungen belegt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es erfolgt eine bautechnische Realisierung der Technik \u00fcber das Steinbeistransferzentrum in Verbindung mit Maschinenbauunternehmen. Das Anlagenkonzept wurde auf der Heimtex in Frankfurt vom 10.-13.1. 2001 vorgestellt, dazu wurden spezielle Pr\u00e4sentationsunterlagen erarbeitet. Weitere Pr\u00e4sentationen auf internationalen und regionalen Messen sind m\u00f6glich. Entsprechende Fachartikel sind mit dem Verlag der Melliand Textilberichte und weiteren Fachzeitschriften geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In Anlehnung an das bereits 1999 sehr erfolgreich abgeschlossene F\u00f6rderprojekt AZ 12065 zur Abfallminimierung an Mehrnadelmaschinen beinhaltet das jetzt entwickelte Produktionsabfalltrenn- und Sortiersystem f\u00fcr Einnadelmaschinen neben Anlagenkomponenten in Form vermarktungsf\u00e4higer Prototypen eine effiziente Konzeption zur Reduzierung und Wiederverwendung des bei der Steppdeckenfertigung anfallenden Produktionsabfalls.<br \/>\nIn der Abschlusspr\u00e4sentation am 16.05.01 in Friesenheim wurden die positiven Entwicklungsergebnisse nach 9 Monaten Probebetrieb in der Produktionslinie bei Badenia vom Industriepartner best\u00e4tigt. F\u00fcr Badenia als mittelst\u00e4ndisches Textilunternehmen (Marktanteil bei der Steppdeckenfertigung in Deutschland ca. 20 %) ohne wesentliche eigene F\/E-Kapazit\u00e4t war die Kooperation mit der TU Chemnitz sehr hilfreich f\u00fcr die erfolgreiche Projektdurchf\u00fchrung. F\u00fcr die Verfahrens- und Vorrichtungsentwicklung wurde ein Patent erteilt. Zwei weitere Anlagen wurden zwischenzeitlich vom STZ Antriebs- und Handhabetechnik Chemnitz gebaut und an andere Heimtextilhersteller verkauft. In der Perspektive ist die weitere Marktverbreitung \u00fcber Lizenzverkauf an Maschinenhersteller geplant. Bei einem Anlagenpreis von ca. 125.000,00 DM ergibt sich f\u00fcr potenzielle Anwender in Abh\u00e4ngigkeit vom Produktionsprogramm eine Amortisationszeit von 1 bis 2 Jahren. Diese Investition f\u00fchrt aber bei Textilunternehmen nicht zu Produktions- und Umsatzsteigerungen. Die Projektergebnisse sind beispielhaft f\u00fcr komplexe innerbetriebliche Recyclingkonzeptionen in der Heimtextilienbranche. Weiterf\u00fchrende Entwicklungen, speziell zur Anwendbarkeit der neuen Verfahren und Ger\u00e4te in anderen Branchen (Polsterindustrie, technische Textilien) sind denkbar und prinzipiell m\u00f6glich. Bezogen auf die KMU-F\u00f6rderung handelt es sich um ein herausragendes Projekt, welches in der Branche eine besondere Wirkung entfaltet und seine Zielsetzung einschlie\u00dflich der zeitnahen Umsetzung in jeder Hinsicht erreicht hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Nach dem Stand der Technik gibt es bisher noch keine zufriedenstellende L\u00f6sung f\u00fcr die maschinelle Aufbereitung von Saumstreifen aus der Steppdeckenproduktion. Die Wiedergewinnung des hochwertigen F\u00fcllmaterials erfolgt z. Z. \u00fcberwiegend manuell. 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