  {"id":21145,"date":"2023-07-13T15:19:30","date_gmt":"2023-07-13T13:19:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15942-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:31","slug":"15942-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15942-01\/","title":{"rendered":"Nahtstellen &#8211; Jugend und Umwelt\nNeuorientierung und Gesundung in einer alten Industrielandschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Zusammenbruch der Metall- und Braunkohlenindustrie der Region Lauchhammer hinterlie\u00df Umweltst\u00f6rungen, weitreichende Industriebrachen, Arbeitslosigkeit und Lethargie unter den Menschen. Es kommt nun darauf an, die Chance zur regionalen Neustrukturierung und \u00f6kologischen Umorientierung zu nutzen. Die Jugend ist von Arbeitslosigkeit besonders betroffen, demotiviert und wandert ab. Die geschundene Umwelt wird von ihr gering gesch\u00e4tzt. In der Arbeitsgruppe Fotografie und Umwelt soll die Jugend durch den Sucher selbst erkennen, was in ihrer Umgebung wert ist, als Bild eingefangen zu werden. Ihre pers\u00f6nlichen Empfindungen sollen in k\u00fcnstlerische Darstellungen m\u00fcnden, und zu eindrucksvollen Dokumentationen von Prozessen werden, an denen sie im Projekt teilnehmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Realisierung des Projektes geschieht \u00fcber drei Wege, die zu dem Ergebnis f\u00fchren sollen, Jugendliche f\u00fcr ihre Umwelt zu sensibilisieren und in den Wandlungsprozess ihrer Region einzubeziehen. Das geschieht \u00fcber die Fotografie als k\u00fcnstlerisches Mittel der Wahrnehmung (Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Fotografie und Umwelt). Ihre pers\u00f6nlichen Empfindungen sollen in eine k\u00fcnstlerische Darstellung m\u00fcnden, die zur Dokumentation der  Wahrnehmungs- und Gesundungsprozesse dienen. Die Projekte Sanierungsgebiet BHT-Kokerei (gesteuerte Sukzession), Revier 55 (nat\u00fcrliche Sukzession), Experimentierg\u00e4rten, werden in Kooperation mit Forschungseinrichtungen, Fachleuten, und Studenten durchgef\u00fchrt, wodurch Jugendliche Einblicke in wissenschaftliche und technische Prozesse erhalten und ihr Naturverst\u00e4ndnis gef\u00f6rdert wird. Durch die Vermittlung von Erfahrungen der \u00e4lteren Generation (Foren und Mitarbeit) werden Jugendliche Wurzeln ihrer heutigen Situation erkennen. \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Ausstellungen, Vortr\u00e4ge, Berichte u.dgl.) soll den Kreis der Aufgekl\u00e4rten und Mitwirkenden vergr\u00f6\u00dfern. Der k\u00fcnstlerische Anteil in diesem Projekt ist dazu bestimmt, einen Perspektivenwechsel in der Betrachtung der Probleme auszul\u00f6sen, die Sanierung der Umwelt als Chance wahrzunehmen und sie selbst zu gestalten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt sollte vor allem jungen Menschen den Blick f\u00fcr ihre Umgebung \u00f6ffnen &#8211; ganz praktisch und unmittelbar mit der Kamera vor dem Auge, aber auch im \u00fcbertragenen Sinne: Welche Leistungen wurden hier vollbracht? Wie kam es zu den Fehlentwicklungen? Wie k\u00f6nnen wir f\u00fcr Nachhaltigkeit in unse-ren zuk\u00fcnftigen Konzepten und Handlungen sorgen? Welche Chancen gibt es f\u00fcr diese Region?! Die am Projekt Beteiligten trugen dazu bei, Mensch und Natur dieser geschundenen Region einander wieder n\u00e4her zu bringen und auf dieser Basis sinnvolle Lebensperspektiven ins Blickfeld r\u00fccken.<br \/>\nUnter der Anleitung der K\u00fcnstlerin Christina &#8211; die seit vielen Jahren die Entwicklung von Lauchhammer fotografisch begleitet &#8211; wurde aufbauend auf den Erfahrungen der \u00e4lteren Generation und deren Bereit-schaft zur Weitergabe ihres Wissens und ihrer F\u00e4higkeiten vor allem die Jugend als prim\u00e4re Zielgruppe in diesen Prozess einbezogen. Dar\u00fcber hinaus wurde durch die T\u00e4tigkeit der Jugend im rahmen des Projektes und durch das Darstellen ihrer Arbeit in regionalen Ausstellungen, Medien und \u00fcberregionalen Publikationen sekund\u00e4r das Interesse der breiten \u00d6ffentlichkeit geweckt sowie zur Teilnahme am Neugestaltungsprozess entsprechend den pers\u00f6nlichen Zukunftsvorstellungen angeregt. Mit der Umsetzung dieses Projekts wurden die Jugendlichen aus der Region f\u00fcr ihre nat\u00fcrliche und soziale Umwelt sensibilisiert und ihre sinnliche Wahrnehmung f\u00fcr \u00f6kologische Zusammenh\u00e4nge gef\u00f6rdert, um nachhaltig Ver\u00e4nderungen in ihrem Umweltverhalten zu erreichen. Wesentliches Projektziel war es, mit dem Einsatz der Fotografie als Medium der Kunst das Wahrnehmungsverm\u00f6gen junger Menschen zu schulen, sie zu lehren,  Wesentliches zu erfassen und Ver\u00e4nderungen darzustellen sowie die Kreativit\u00e4t jedes Einzelnen zu f\u00f6rdern. Die Jugendlichen erarbeiteten sich Wissen und F\u00e4higkeiten, erschlossen eigenst\u00e4ndig Themenfelder und fanden L\u00f6sungswege, um entsprechend ihren Zukunftsvorstellungen an der Gestaltung der Region mitzuwirken und damit Verantwortung f\u00fcr das Leben zu tragen. F\u00fcr die Projektarbeit wurden in beiden Gymnasien mit gespendeten Ausr\u00fcstungen von befreundeten Kollegen, zwei gut ausgestattete schwarz-wei\u00df Labore aufgebaut, in denen unsere Arbeit mit den Sch\u00fclern stattfand.<br \/>\nF\u00fcr das  Teilprojekt Experimentierg\u00e4rten entstand eine Diplomarbeit von Corinna Mai an der Universit\u00e4t Hannover, Institut f\u00fcr Gr\u00fcnplanung und Gartenarchitektur. Entstanden ist ein Gestaltungskonzept f\u00fcr das ehemalige Kokereigel\u00e4nde Lauchhammer. Ausgehend von dem Industriedenkmal der Biot\u00fcrme sollen die Experimentierg\u00e4rten den Wandel der Industrielandschaft verdeutlichen.<br \/>\nMit dem Teilprojekt Baumpflanzaktion Lebenszeichen gelang es, das Projekt mit k\u00fcnstlerischen und Umweltthemen orientierten Workshops bzw. Seminaren zu unterst\u00fctzen. Jugendliche aus den Gymna-sien Lauchhammer und Schwarzheide lie\u00dfen sich in einen Prozess ein, in dessen Verlauf sich die Jugendlichen die Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft ideell und kreativ erschlossen und in dessen Ergebnis der \u00d6ffentlichkeit eine Reihe von entw\u00fcrfen f\u00fcr ein in wenigen Jahren weithin sichtbares Landschaftszeichen pr\u00e4sentiert wurde. Gemeinsam mit den Jugendlichen sollen auf sanierter Bergbaufolgelandschaft eine Anpflanzung von B\u00e4umen mit unterschiedlicher Laubf\u00e4rbung vorgenommen werden und damit eine Aussage \u00fcber die \u00f6kologische Umorientierung der Region vorgenommen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde durch Print- und Nonprintmedien bekannt gemacht, z. B. Lokalpresse, Lokalfernsehen.<br \/>\nDie Endpr\u00e4sentation erfolgt im Mai \u00f6ffentlich im Kulturbegegnungszentrum in Lauchhammer. Auch die projektbegleitenden, st\u00e4ndig aktualisierten Fotoausstellungen wurden der breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht (Rathaus Lauchhammer und Gymnasien Schwarzheide und Lauchhammer, Ausstellung in Brieske). Mit der Ver\u00f6ffentlichung im Internet sowie durch die Erarbeitung von f\u00fcnf CD-ROM s sollen die Projektergebnisse auch zur \u00fcberregionalen Verbreitung zur Verf\u00fcgung stehen. Innerhalb der Projektzeit wurden in acht Fotoausstellungen Fotografien von Christina Glanz an verschiedenen Orten gezeigt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Nachfrage bei den Jugendlichen an Umweltproblemen mit dem Medium Fotografie weiterzuarbeiten ist sehr gro\u00df. Auch \u00fcber den 09.12.03, dem offiziellen Projektende hinaus ging die Arbeit mit ihnen weiter. Bis Ende M\u00e4rz wurde mit den Sch\u00fclern beider Gymnasien an den Internetpr\u00e4sentationen und an der Herstellung der digitalen Endpr\u00e4sentation des Projektes gearbeitet. Das Projekt erlangte regionale Bekanntheit vor allem durch die intensive Medienbegleitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Zusammenbruch der Metall- und Braunkohlenindustrie der Region Lauchhammer hinterlie\u00df Umweltst\u00f6rungen, weitreichende Industriebrachen, Arbeitslosigkeit und Lethargie unter den Menschen. Es kommt nun darauf an, die Chance zur regionalen Neustrukturierung und \u00f6kologischen Umorientierung zu nutzen. Die Jugend ist von Arbeitslosigkeit besonders betroffen, demotiviert und wandert ab. 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