  {"id":21061,"date":"2023-07-13T15:19:09","date_gmt":"2023-07-13T13:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15594-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:11","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:11","slug":"15594-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15594-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung hydrophober Lehmleichtbauplatten zum Bau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel ist die Entwicklung von Schallschutzw\u00e4nden aus Lehmleichtbaustoffen. Die Verwendung dieses Baustoffes scheint aus \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Gr\u00fcnden vorteilhaft zu sein, da Lehmplatten eine hohe Schalld\u00e4mmung besitzen, leicht zu recyceln sind und nur geringe Herstellkosten bei geringem Energieaufwand verursachen.<br \/>\nAllerdings sind Lehmleichtplatten bisher nur f\u00fcr den Innenausbau geeignet, da der getrocknete Lehm keinen Schutz gegen Feuchtigkeit bietet und mit zunehmender Feuchtigkeitsaufnahme erweicht. Deshalb soll zun\u00e4chst im Rahmen eines Vorversuches eine geeignete Impr\u00e4gnierung ermittelt und getestet werden, wobei die leichte Recyclingf\u00e4higkeit erhalten bleiben muss. In dieser Vorphase soll zun\u00e4chst mittels einer Literaturrecherche nachgewiesen werden, dass geeignete Techniken zur Hydrophobierung existieren. Anschlie\u00dfend sollen Probeplatten mit verschiedenen Methoden hydrophobiert und Bewitterungstests unterzogen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurchgef\u00fchrte Arbeitsschritte:<br \/>\nAS 1\t\tLiteraturrecherche<br \/>\nAS 2\t\tHerstellung von Probek\u00f6rpern<br \/>\nAS 3\t\tBeschichtungsversuche mit hydrophoben Mineralputzen unterschiedlicher Zusammensetzung<br \/>\nAS 4\t\tVersuche zur Tiefenimpr\u00e4gnierung<br \/>\nAS 5\t\tBeimischung hydrophobierender Zus\u00e4tze<br \/>\nAS 6\t\tSchlagregensimulation<br \/>\nAS 7\t\tSchlagregensimulation unter Zusatz von Tausalz bei Tau-Frost-Wechsel<br \/>\nAS 8\t\tSteinwurf-Resistenz<br \/>\nAS 9\t\tAuswertung der Versuche<br \/>\nDie Versuche wurden in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Karphosit-GmbH und Prof. G. Minke, Kassel durchgef\u00fchrt. Aus der abschlie\u00dfenden Bewertung der Ergebnisse soll die Entscheidung \u00fcber die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer anschlie\u00dfenden Entwicklungsphase abgeleitet werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Stra\u00dfen- und Schienenwege f\u00fchren im Gegensatz zu Gewerbe- und Industriegebieten zu einer fl\u00e4chendeckenden Verl\u00e4rmung. Wer st\u00e4ndig in einer Umgebung mit starkem Verkehrsl\u00e4rm lebt, kann davon krank werden. L\u00e4rm und L\u00e4rmschutz bewegen deshalb die betroffenen B\u00fcrger in besonderem Ma\u00dfe. Es ist deshalb Aufgabe der Bundes- und Landesministerien f\u00fcr Verkehr, dieser Verl\u00e4rmung durch geeignete Ma\u00dfnahmen, insbesondere durch den Aufbau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden, gegen zu steuern. Als Materialien f\u00fcr den Bau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden dienen bisher Holz, Aluminium, Beton, Glas, transparente Kunststoffe (Polycarbonat PC, Acryl), Ziegelsteine und rel. selten recycelte Kunststoffe. Der Aufbau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden aus diesen Materialien ist rel. teuer und wenig \u00f6kologisch, da die meisten Stoffe mit hohem Energieaufwand hergestellt werden m\u00fcssen und das Recycling bei R\u00fcckbau oder Ersatz nicht ohne weiteres m\u00f6glich ist.<br \/>\nDen zu erwartenden weiteren Forderungen nach wirksamen L\u00e4rmschutzw\u00e4nden kann von Seiten des Hoheitstr\u00e4gers dann am ehesten entsprochen werden, wenn den knappen Beschaffungsmitteln ein preiswertes und im Hinblick auf den R\u00fcckbau \u00f6kologisch vertr\u00e4gliches Angebot gegen\u00fcber steht. Ein Baustoff der diese Anforderungen erf\u00fcllen k\u00f6nnte, ist eine Lehm-Stroh-Mischung in Form entsprechend modifizierter Leichtlehmplatten, die eine hohe Schalld\u00e4mmung aufweisen. Der Nachteil des Lehmbaues besteht darin, dass der Baustoff ohne zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen nicht wetterbest\u00e4ndig ist. L\u00e4nger einwirkende Feuchtigkeit kann den Lehm derart aufweichen, dass er im Extremfall seine Formstabilit\u00e4t verliert. Es sind jedoch Verfahren bekannt, mit denen der Lehm hydrophobiert werden kann, \u00fcber die allerdings bisher wenig Erfahrungen vorliegen. Um die Risiken eines Entwicklungsvorhabens zum Einsatz von Leichtlehmbauplatten zu minimieren, wurde zun\u00e4chst eine Vorphase zu diesem Projekt vereinbart, \u00fcber deren Verlauf und Ergebnisse hier berichtet wird. Zun\u00e4chst sollten anhand einer Literaturrecherche erfolgversprechenden Techniken zur Hydrophobierung von Lehmplatten ermittelt werden. Anschlie\u00dfend wurden Bewitterungstests mit unterschiedlich hydrophobierten Proben vorgenommen. Weitere Versuche betrafen die Schlagfestigkeit und die Frost-Tau-Best\u00e4ndigkeit der Leichtlehmbauplatten.<\/p>\n<p>Die Versuchsergebnisse ergaben, dass die Lehmplatten, hydrophobiert mit Anstrichen aus Wacker-Steinfestiger bzw. Lein\u00f6l, einer intensiven Beregnung von 72 Stunden ohne jede Erosionsanzeichen standhielten. Hydrophobierende Putze waren ebenfalls sehr best\u00e4ndig gegen Schlagregen, erwiesen sich jedoch aufgrund der geringen Haftung als weniger geeignet. Die Recyclingf\u00e4higkeit der Lehmplatten bleibt erhalten. Die Steinwurfresistenz wurde gem\u00e4\u00df den einschl\u00e4gigen Vorschriften gepr\u00fcft. An den Auftreffstellen des Pr\u00fcfhammers ergaben sich kleine Vertiefungen. Die Oberfl\u00e4chen au\u00dferhalb des Auftreffens der Pr\u00fcfhammer wurden durch die Versuche nicht beeintr\u00e4chtigt. Insbesondere traten keine Risse auf und es splitterte kein Material ab. Unter Ber\u00fccksichtigung der Porengr\u00f6\u00dfe des verwendeten Lehms, der Trocknung und sofortigen Hydrophobierung der Leichtlehmbauplatten sind diese als frostbest\u00e4ndig anzusehen. Hinsichtlich der UV-Best\u00e4ndigkeit ergaben sich keine Hinweise auf Ver\u00e4nderungen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Leichtlehmbauplatten unter Ber\u00fccksichtigung der Ergebnisse der Vorphase f\u00fcr den Bau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bisher wurden keine Ma\u00dfnahmen zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit unternommen. Die Verbreitung der Vorhabensergebnisse ist nach Abschluss der Hauptphase vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Versuchsergebnisse ergaben, dass die Lehmplatten, hydrophobiert mit Anstrichen aus Wacker-Steinfestiger bzw. Lein\u00f6l, einer intensiven Beregnung von 72 Stunden ohne jede Erosionsanzeichen standhielten. Hydrophobierende Putze waren ebenfalls sehr best\u00e4ndig gegen Schlagregen, erwiesen sich jedoch aufgrund der geringen Haftung als weniger geeignet. Die Recyclingf\u00e4higkeit der Lehmplatten bleibt bei beiden Methoden erhalten. In der Entwicklungsphase sollte deshalb eine Kombination aus hydrophobierenden Putzen und hydrophobierten Lehmplatten eingesetzt werden, wobei die Oberfl\u00e4che der Leichtlehmbauplatten aufgerauht werden m\u00fcsste. Die Steinwurfresistenz wurde gem\u00e4\u00df den einschl\u00e4gigen Vorschriften gepr\u00fcft. An den Auftreffstellen des Pr\u00fcfhammers ergaben sich kleine Vertiefungen. Die Oberfl\u00e4chen au\u00dferhalb des Auftreffens der Pr\u00fcfhammer wurden durch die Versuche nicht beeintr\u00e4chtigt. Insbesondere traten keine Risse auf und es splitterte kein Material ab. Unter Ber\u00fccksichtigung der Porengr\u00f6\u00dfe des verwendeten Lehms, der Trocknung und sofortigen Hydrophobierung der Leichtlehmbauplatten sind diese als frostbest\u00e4ndig anzusehen. Hinsichtlich der UV-Best\u00e4ndigkeit ergaben sich keine Hinweise auf Ver\u00e4nderungen.<br \/>\nZusammenfassend kann gesagt werden, dass die Leichtlehmbauplatten unter Ber\u00fccksichtigung der Ergebnisse der Vorphase f\u00fcr den Bau von L\u00e4rmschutzw\u00e4nden eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel ist die Entwicklung von Schallschutzw\u00e4nden aus Lehmleichtbaustoffen. Die Verwendung dieses Baustoffes scheint aus \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Gr\u00fcnden vorteilhaft zu sein, da Lehmplatten eine hohe Schalld\u00e4mmung besitzen, leicht zu recyceln sind und nur geringe Herstellkosten bei geringem Energieaufwand verursachen. 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