  {"id":21046,"date":"2023-07-13T15:19:09","date_gmt":"2023-07-13T13:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/15550-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:19:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:19:09","slug":"15550-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/15550-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines maritimen Entsorgungs- und Recyclingzentrums in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Nordsee sind im Zeitraum 2000-2020 ca. 400 Offshore-Plattformen au\u00dfer Betrieb zu setzen, zu demontieren und an Land zu entsorgen. Hier wird ein betr\u00e4chtlicher Markt entstehen, auch gerade im Bereich der Landaktivit\u00e4ten, die dann weniger mit Offshore-Technik zu tun haben, als vielmehr mit industrieller Demontage, Abfallwirtschaft und Umweltschutz. Maritime Entsorgung wird sich zuk\u00fcnftig aber auch auf ein wesentlich weiteres Feld erstrecken, als es durch den Offshore-Markt allein definiert w\u00e4re:<br \/>\nn ausgediente Schiffe,<br \/>\nn Wracks und geborgene gef\u00e4hrliche Ladung n Altteile aus Reparatur und Umbau von Schiffen und Offshore-Einheiten n ausgediente Hafen- und Seewegsanlagen, aber auch auf<br \/>\nn vergleichbare Altteile aus dem Landbereich, z. B. dem Abbau von Industrieanlagen, wenn diese auf dem Wasserweg antransportiert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Zielsetzung der Machbarkeitsstudie wird mit den folgenden beiden Fragestellungen definiert:<br \/>\n1) Mit welchen innovativen Ans\u00e4tzen und Technologien kann ein Maritimes Entsorgungs- und Recyclingzentrum umweltvertr\u00e4glich und aufwandsgerecht realisiert werden?<br \/>\n2) Geben die Marktdaten, die internationale Konkurrenzsituation und die ordnungspolitischen Randbedingungen Anlass, ein solches Zentrum pilothaft, marktgerecht, strukturell eingebunden und wirtschaftlich am Standort Hamburg zu betreiben?<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Machbarkeitsstudie sind folgende 7 Arbeitspakete definiert worden:<br \/>\n1) Darstellung der heutigen Entsorgungssituation im maritimen Bereich<br \/>\n2) Bestehende Verwertungs- und Entsor-gungsstrukturen f\u00fcr vergleichbare Landkonstruktionen<br \/>\n3) Verf\u00fcgbare Technologien und Verfahren in Deutschland<br \/>\n4) Prognosen f\u00fcr den Zeithorizont 2000 &#8211; 2030<br \/>\n5) Entwicklung von Szenarien und Konzept-\u00fcberlegungen f\u00fcr ein Maritimes Entsorgungs- und Recyclingzentrum in Hamburg<br \/>\n6) Ableitung und Bewertung der grunds\u00e4tzlichen Chancen und Risiken<br \/>\n7) Zusammenfassung und Empfehlungen.<br \/>\nDie Bestandsaufnahmen und Prognosen beziehen sich sowohl auf die bestehenden bzw. sich entwickelnden M\u00e4rkte als auch auf die relevanten Technologien, vor allem in den maritimen Bereichen, in den Recycling- und Aufbereitungsverfahren sowie der Entsorgungswirtschaft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Umfangreiche Bestandsaufnahmen wurden f\u00fcr den Offshore-Bereich sowie den Bereich der Seeschiffe erarbeitet, die nun in Form von Datenbanken vorliegen. Weiterhin wurden der Stand der heutigen Entsor-gung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Bereichen analysiert.<br \/>\nAufbauend auf den Bestandsaufnahmen und eingehender Marktanalysen wurde prognostiziert, wann die betrachteten Einheiten zur Entsorgung anstehen werden. Anschlie\u00dfend wurde in Form von Szenarien abgeleitet, wie sich zuk\u00fcnftige Anforderungen an die Entsorgung darstellen werden und in welcher Form und unter welchen Marktbedingungen diese Entsorgung stattfinden wird. F\u00fcr die in der Nordsee installierten Offshore-Plattformen wurde analysiert, in welchen Anteilen sich das Gesamtaufkommen auf die verschiedenen potentiellen Standorte von Entsorgungszentren in den Niederlanden, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und Norwegen sowie in Hamburg verteilen wird. Die Ergebnisse zeigen, dass f\u00fcr ein Maritimes Zentrum in Hamburg prim\u00e4r die Demontage, das Recycling und die Entsorgung der Decksstrukturen von Offshore-Plattformen in Frage kommt. Auf der Grundlage der entwickelten Marktszenarien wurde ein Marktanteil in der Gr\u00f6\u00dfenordnung zwischen 12 bis 24 % abgesch\u00e4tzt.<br \/>\nDie Szenarien f\u00fcr den Schiffsbereich zeigen, dass in Hamburg sowie an anderen Nordsee-Standorten die Randbedingungen f\u00fcr ein wirtschaftliches Schiffsrecycling nicht gegeben sind. Von Hamburg aus sind jedoch eine Reihe von unternehmerischen Aktivit\u00e4ten denkbar, mit denen Beitr\u00e4ge zur Verbesserung der Praxis des Schiffsrecyclings auf dem Subindischen Kontinent und in China geleistet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Untersuchungen ergaben weiterhin, dass sich mittel- bis langfristig eine relevante zus\u00e4tzliche Auslastung des Hamburger Zentrums durch Flugzeuge und Schienenfahrzeuge der heute neuesten Generation ergeben kann. Demontage, Recycling und Entsorgung von Land- und Offshore-Windenergieanlagen stellt eine weitere mittelfristige Perspektive dar.<br \/>\nWesentliche Elemente des entwickelten Konzeptes f\u00fcr ein Zentrum in Hamburg sind:n\tPrim\u00e4re Ausrichtung auf den Offshore-Markt<br \/>\nn\tKompetenzfokus bei Demontage, Recycling und Entsorgung von Topsides und Decksmodulen<br \/>\nn\tSchwankendes Aufkommen erfordert hohe Flexibilit\u00e4t im Personalbereich<br \/>\nn\tDimensionale Unterschiede bei Topsides und Modulen erfordern auch dimensionale Flexibilit\u00e4t im Layout des Zentrums<br \/>\nn\tQualit\u00e4t bei Demontage, Recycling und Entsorgung m\u00fcssen Hauptziele seinn\tNotwendiger stufenweiser Aufbau bedeutet geringe Anfangsinvestitionen<br \/>\nn\tKooperationen zur Erh\u00f6hung der Flexibilit\u00e4t und Nutzung des Zentrums in Hamburg<br \/>\nn\tAktivit\u00e4ten beim internationalen Schiffsrecycling k\u00f6nnen von einem Hamburger Zentrum ausgehen<br \/>\nn\tKonsequente Integration weiterer T\u00e4tigkeitsfelder.<br \/>\nDie Implementierung von Funktionen sollte folgende Bereiche umfassen:<br \/>\n?\tManagement und Koordination:Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Akquisition, Projektmanagement etc.<br \/>\n?\tKernfunktionen direkt im Entsorgungs- und Recyclingzentrum:<br \/>\nLogistik, Demontagen, Zerlegung, Reinigung etc.<br \/>\n?\tAssistenzfunktionen durch fest eingebundene Partnerfirmen:<br \/>\nFlurtransport, Lifts, spezielle Reinigungs- und Entsorgungsma\u00dfnahmen etc.<br \/>\n?\tAbnahmefunktionen durch Rahmenvertr\u00e4ge mit Unternehmen der deutschen Recycling- und Entsorgungswirtschaft:<br \/>\nMaterialrecycling, Entsorgung von Gefahrstoffen etc.<br \/>\n?\tKooperation mit Brokern und Handelsh\u00e4usern:<br \/>\nVermarktung von aufgearbeiteten Maschinen, Anlagen und Ausr\u00fcstungen<br \/>\nAuf dieser Grundlage wurden beispielhaft ein m\u00f6gliches Layout des Zentrums und die erforderliche technische Ausstattung abgeleitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der jeweilige Bearbeitungsstand der Studie wurde im Rahmen von drei Beiratssitzungen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, den beteiligten Unternehmen sowie UBA, BSH, GMT und der Hamburger Wirtschaftsbeh\u00f6rde vorgestellt. Im Rahmen der abschlie\u00dfenden Beiratssitzung wurden neben der in Berichtsform vorgenommenen Darstellung der Ergebnisse dieser Studie weitere m\u00f6gliche Formen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Workshops, Internet, Pressekonferenz) er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Maritimes Entsorgungs- und Recyclingzentrum mit Standort Hamburg bestehen gute Aussichten, an dem in der Nordsee sich entwickelnden Offshore-R\u00fcckbaumarkt zu partizipieren. Die St\u00e4rke eines Zentrums in Hamburg liegt dabei im Bereich des Produkt- und Materialrecyclings sowie der Entsorgung. Hamburg kann hier eine in allen Bereichen kompetente und zuverl\u00e4ssige Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft vor Ort bzw. im Umfeld vorweisen und damit eine umweltgerechte und unangreifbare Beendigung des jeweiligen R\u00fcckbauprojektes anbieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Nordsee sind im Zeitraum 2000-2020 ca. 400 Offshore-Plattformen au\u00dfer Betrieb zu setzen, zu demontieren und an Land zu entsorgen. Hier wird ein betr\u00e4chtlicher Markt entstehen, auch gerade im Bereich der Landaktivit\u00e4ten, die dann weniger mit Offshore-Technik zu tun haben, als vielmehr mit industrieller Demontage, Abfallwirtschaft und Umweltschutz. 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