  {"id":20865,"date":"2023-07-13T15:17:00","date_gmt":"2023-07-13T13:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14578-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:17:03","modified_gmt":"2023-07-13T13:17:03","slug":"14578-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14578-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Durchf\u00fchrung von Qualifizierungsma\u00dfnahmen im Bereich des \u00f6kologischen Bauens am Beispiel des Stadtteils Hannover Kronsberg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In der Baupraxis hat sich insbesondere bei Neubauvorhaben ein Bauprozess durchgesetzt, der in erster Linie kosten- und zeitorientiert ist und sich nicht unbedingt durch eine Qualit\u00e4tsorientierung oder energetisch optimale L\u00f6sungen auszeichnet. Eine Information der beteiligten Handwerker \u00fcber die Gesamtkonstruktion, die Ausf\u00fchrung von Konstruktionsdetails oder die beabsichtigten energetischen bzw. bauphysikalischen Effekte erfolgt in der Regel nicht. Das Verst\u00e4ndnis der am Bau Beteiligten f\u00fcr eine \u00f6kologische Bauweise ist nicht bzw. nur sehr gering ausgepr\u00e4gt. Im Rahmen des Modells wurden neue Wege der beruflichen Bildung im \u00f6kologischen Bauen erprobt. Auch die Zielgruppe Bewohnerin und Bewohner muss lernen, im Niedrig-Energie-Haus zu wohnen und mit der neuen Technik umzugehen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr eine umfassende Qualifizierung war es notwendig, die Instrumente der Beratung, der Informationsvermittlung und der Aus- und Weiterbildung zu b\u00fcndeln und den Anforderungen, die im Rahmen der Kronsbergbebauung formuliert sind, anzupassen.<br \/>\nUm die Ziele beim \u00f6kologisch und energetisch optimierten Bauen zu erreichen, wurde unter der organisatorischen Leitung der KUKA ein Qualifizierungskonzept mit thematisch unterschiedlichen Bausteinen entwickelt und innerhalb von drei Jahren umgesetzt. Pr\u00e4missen bei der Erstellung des Konzeptes waren eine bedarfsorientierte Planung und die reibungslose Integration der Ma\u00dfnahmen in den laufenden Bau-prozess auf dem Kronsberg. Zur Durchf\u00fchrung der unterschiedlichen Qualifizierungsma\u00dfnahmen hat die KUKA f\u00fcnf Kooperationspartner gewonnen, die aufgrund ihrer langj\u00e4hrigen Erfahrungen im Qualifizierungs- und Bildungsbereich eine hochwertige und effektive Qualifizierung gew\u00e4hrleistet haben.<br \/>\nEine \u00dcbertragung herk\u00f6mmlicher Qualifizierungsma\u00dfnahmen auf die Gro\u00dfbaustelle Kronsberg war dabei wenig hilfreich. So wurden klassische Vorgehensweisen wie Seminare und Workshops vor allem durch praxis- und handlungsorientierte Qualifizierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Planenden und Ausf\u00fchrenden vor Ort erg\u00e4nzt. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Entwicklung und modellhafte Durchf\u00fchrung von Qualifizierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bewohner gelegt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit dem Kooperationsmodell der Qualifizierung ist es bundesweit erstmalig gelungen, ganz verschiedene Zielgruppen im St\u00e4dtebau mit Angeboten von f\u00fcnf sehr unterschiedlich ausgerichteten Kooperationspartnern von einer zentralen Stelle aus zu bedienen. Die am Kooperationsmodell beteiligten Institutionen haben erm\u00f6glicht, dass eine fachgerechte Qualifizierung zu allen Themenbereichen erfolgt ist. Vorteilhaft war, dass einige der Kooperationspartner bereits in die Konzeptphase der Kronsbergplanung eingebunden waren. Die auf Blatt 1 genannten Einrichtungen wurden daher bei den Projekt\u00fcberlegungen zum Qualifizierungsantrag bewusst als Kooperationspartner gew\u00e4hlt.<br \/>\nMit der Koordination der verschiedenen Qualifizierungsma\u00dfnahmen durch die KUKA war sicher gestellt, dass eine Kontinuit\u00e4t und Vernetzung unterschiedlicher Qualifizierungsinhalte stattfand. Zus\u00e4tzlich unterst\u00fctzte die KUKA die Kooperationspartner bei der Organisation, Akquise und Durchf\u00fchrung von Qualifizierungsma\u00dfnahmen. Dieses Netzwerk mit gegenseitiger Kooperation der Partner unter einer Gesamtkoordination war der wesentliche Baustein f\u00fcr den Erfolg der Ma\u00dfnahmen.<br \/>\nSeit dem Baubeginn im Herbst 1997 haben insgesamt mehr als 3.500 Personen an \u00fcber 250 Qualifizierungsma\u00dfnahmen teilgenommen. Weiter fanden etwa 900 Einzelberatungen f\u00fcr Bewohnerinnen und Bewohner statt. Nachfolgend sind die von den Kooperationspartnern durchgef\u00fchrten Qualifizierungsma\u00dfnahmen aufgef\u00fchrt:<br \/>\nSo wurden f\u00fcr die Zielgruppe der Planenden und Ausf\u00fchrenden u.a. Baustellengespr\u00e4che vor Ort, Baustellenseminare (Inhouse-Seminare), der Beratertag L\u00fcftung, Fachtagungen und Intensiv-Seminare zur Energieeinsparverordnung entwickelt und durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die Zielgruppe der Bewohnerinnen und Bewohner wurden u.a. Informationsveranstaltungen, Energie-Coaching-Seminare, Einzelberatungen zur Energieeinsparung, der Beratertag der VZN bei der KUKA, Seminare zum Dachgeschossausbau f\u00fcr Reihenhausbesitzer und Hausmeisterschulungen umgesetzt und das neue Modell der Aufsuchenden Beratung erprobt. F\u00fcr die Zielgruppe von Fachleuten wurden Inhalte der Qualifizierung auf Messen zum \u00f6kologischen Bauen, auf Podiumsdiskussionen, in einem Fachkongress zur Qualifizierung und Qualit\u00e4tssicherung und durch die inhaltliche Beteiligung am Kongress Stadtplanung auf neuen Wegen dargestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Kooperationsmodell der Qualifizierung und die Angebote an Qualifizierungsma\u00dfnahmen wurde der Zielgruppe durch schriftliche Informationen vorgestellt. Regelm\u00e4\u00dfig erschienen Beitr\u00e4ge in bundesweit herausgegebenen Fachzeitschriften.<br \/>\nDurch die Teilnahme an verschiedenen Messen und Kongressen wurde sicher gestellt, dass die Idee des Kooperationsmodells und die zum Teil neuen Ans\u00e4tze zur Qualifizierung deutschlandweit bekannt gemacht werden konnte.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Abschluss des Qualifizierungsmodells wurde sicher gestellt, dass ein Gro\u00dfteil der am Bauprozess Beteiligten f\u00fcr die weitere Bebauung am Kronsberg und in anderen Baugebieten au\u00dferhalb des Kronsberges hoch qualifiziert sind. Die zuletzt durchgef\u00fchrten Qualifizierungsma\u00dfnahmen dienten insbesondere dazu, die Zielgruppe der Planenden und Ausf\u00fchrenden auf die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorzubereiten. Auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern haben die genannten Qualifizierungsma\u00dfnahmen zu Verhaltens\u00e4nderungen gef\u00fchrt. F\u00fcr viele ist der Nachhaltigkeitsgedanke fassbar, erlebbar und nachahmenswert geworden.<br \/>\nZentrale Koordination schafft Synergien und Vertrauen<br \/>\nDie Bautr\u00e4ger haben der Qualifizierung seit Beginn des Projektes ein zunehmend gr\u00f6\u00dferes Vertrauen entgegengebracht. Es wurde erkannt, dass der Auftrag der KUKA als koordinierende Stelle darin be-stand, die Zielgruppen bei der sachgerechten Umsetzung der Niedrigenergiehaus-Bauweise zu unterst\u00fctzen und nicht im Sinne einer Bauaufsicht zu handeln. Die Kooperationspartner wurden von den Bautr\u00e4gern als kompetente Berater anerkannt. Als neutrale Institution kam der KUKA oft eine moderierende Rolle zu.<br \/>\nDokumentation und \u00dcbertragbarkeit<br \/>\nZur \u00dcbertragbarkeit der Inhalte des Qualifizierungsmodells wurde neben dem Endbericht eine Edition zur Qualifizierung erstellt. Im Rahmen der Editionen sind insgesamt neun Ver\u00f6ffentlichungen als Dokumenta-tion bzw. Nachschlagewerk entstanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In der Baupraxis hat sich insbesondere bei Neubauvorhaben ein Bauprozess durchgesetzt, der in erster Linie kosten- und zeitorientiert ist und sich nicht unbedingt durch eine Qualit\u00e4tsorientierung oder energetisch optimale L\u00f6sungen auszeichnet. 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