  {"id":20718,"date":"2023-07-13T15:16:39","date_gmt":"2023-07-13T13:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/14137-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:41","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:41","slug":"14137-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/14137-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung optimierter R\u00fcckbau- und Recyclingverfahren durch Kopplung von Geb\u00e4udedemontage und Bauschuttaufbereitung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der selektive Geb\u00e4uder\u00fcckbau erm\u00f6glicht durch die sortenreine Gewinnung von Bauabf\u00e4llen sehr hohe Verwertungsquoten. Damit sind jedoch in der Regel hohe Kosten f\u00fcr Demontage und Trennung der Baustoffe und Bauteile verbunden. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines integrierten Ansatzes zur Kopplung von Demontage, Sortierung und Aufbereitung beim R\u00fcckbau und Recycling von Geb\u00e4uden. Hierbei werden die betrachteten Prozesse gezielt auf die Herstellung von Recyclingbaustofen mit definierten Qualit\u00e4tsstandards abgestimmt. Damit soll das Vorhaben dazu beitragen, Kostensenkungen bei R\u00fcckbau und Recycling von Geb\u00e4uden zu erzielen sowie die Qualit\u00e4t mineralischer Recyclingprodukte zu steigern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tUntersuchung der Rahmenbedingungen des R\u00fcckbaus und Recyclings von Geb\u00e4uden (Recht, be-stehende Konzepte, Anforderungen an mineralische Recyclingmaterialien).<br \/>\n2.\tErmittlung techno-\u00f6konomischer Aspekte von R\u00fcckbau- und Recyclingprozessen einschlie\u00dflich der Untersuchung nasser Aufbereitungstechnologien.<br \/>\n3.\tEmpirische Ermittlung von Kennwerten zu R\u00fcckbau und Aufbereitung anhand vergleichbarer Untersuchungsobjekte mit variierter Vorgehensweise und durchgehender Bilanzierung anfallender Stoffstr\u00f6me.<br \/>\n4.\tKonzeption eines neuartigen, EDV-gest\u00fctzten Planungsinstrumentes f\u00fcr die Kopplung der Prozesse Demontage, Sortierung und Baustoffaufbereitung.<br \/>\n5.\tErprobung und Anwendung des Planungsinstrumentes und Berechnung von Ergebnissen anhand unterschiedlicher Mustergeb\u00e4ude.<br \/>\n6.\tAbleitung von Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Abbruch- und Recyclingbranche, Zusammenfassung der Projektergebnisse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Als zentrale methodische Neuentwicklung wurde im Rahmen des Projektes ein Planungssystem entwickelt, das eine integrative Planung und Kontrolle von R\u00fcckbau und Aufbereitung\/Sortierung erlaubt. Das Planungssystem geht damit deutlich \u00fcber die bislang verf\u00fcgbaren Planungsans\u00e4tze hinaus, da eine gezielte Abstimmung der drei Prozesse bislang nicht durch EDV-gest\u00fctzte Planungsinstrumente unterst\u00fctzt wird. Die Anwendung des Planungssystems hat gezeigt, dass die Einhaltung strenger Grenzwerte f\u00fcr den maximalen Gehalt an St\u00f6r- und Fremdstoffen, wie sie durch die DIN 4226-100, Typ 1 vorgeschrieben werden, zu den h\u00f6chsten Gesamtkosten bei R\u00fcckbau und Aufbereitung f\u00fchren. Unter \u00f6konomischen Aspekten k\u00f6nnen diese Anforderungen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum realisiert werden. Deutlich kosteng\u00fcnstiger sind niedrige Sulfatgrenzwerte im Recyclingmaterial einzuhalten. Die Aufbereitung entsprechend dem Grenzwert Z 1.2 der LAGA stellt jeweils die kosteng\u00fcnstigste der betrachteten Varianten dar.<br \/>\nNeben den Aufbereitungszielen haben auch die eingesetzten Aufbereitungsanlagen einen deutlichen Einfluss auf die Gesamtkosten f\u00fcr Materialtrennung und Entsorgung. Hierbei ist der Einsatz einer mobilen Aufbereitungsanlage mit den h\u00f6chsten Gesamtkosten verbunden, w\u00e4hrend wasserbasierte Trenntechniken die geringsten Betriebskosten in Bezug auf die gesamte Prozesskette verursachen. Es zeigt sich, dass die entwickelte Methodik in allen F\u00e4llen Senkungen der Gesamtkosten gegen\u00fcber dem selektiven R\u00fcckbau bei gleichbleibender Qualit\u00e4t der Recyclingmaterialien erm\u00f6glicht. Die erzielten Kostensenkungen liegen hierbei zwischen 2,8 % und 26,5 % der Gesamtkosten.<br \/>\nDie Vielzahl anwendungsspezifischer Regelwerke und Anforderungen f\u00fcr den Einsatz von Recyclingbaustoffen wird voraussichtlich zu einer st\u00e4rkeren Differenzierung bei den Annahmepreisen der Aufbereitungsanlagen in Abh\u00e4ngigkeit von der Qualit\u00e4t der Abbruchmaterialien f\u00fchren. Mit den Ergebnissen des Projekts ist die Voraussetzung daf\u00fcr gegeben, dass Abbruchunternehmen in noch gr\u00f6\u00dferem Umfang von einer gezielten Steuerung der Materialausschleusung beim Abbruch von Geb\u00e4uden profitieren k\u00f6nnen, da die Kosten f\u00fcr die Materialtrennung mit Hilfe des Planungssystems an die Annahmepreise der Recyclinganlagen angepasst werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDas im Rahmen des Vorhabens neuentwickelte Planungssystem kann neben der integrativen Planung und Kontrolle von R\u00fcckbau und Aufbereitung\/Sortierung konkreter R\u00fcckbauobjekte auch f\u00fcr strategische Planungen auf regionaler Ebene eingesetzt werden. Aufbauend auf der Abbildung des Geb\u00e4udebestandes einer Untersuchungsregion mittels Referenzgeb\u00e4uden kann eine integrierte Planung der Prozesse Demontage, Sortierung und Aufbereitung, unterst\u00fctzt durch das entwickelte Planungssystem, durchgef\u00fchrt werden. Die Ergebnisse k\u00f6nnten anschlie\u00dfend genutzt werden, um die Abfallverwertung auf regionaler Ebene zu f\u00f6rdern und insbesondere den ans\u00e4ssigen Abbruchunternehmen Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben, die eine wirtschaftliche Gewinnung hochwertiger Abbruchmaterialien erm\u00f6glichen. Gleichzeitig kann damit durch eine Senkung der Demontagekosten beim R\u00fcckbau von Geb\u00e4uden ein Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Bau- und Recyclingbranche geleistet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Projektinhalte und Ergebnisse wurden auf zahlreichen, auch internationalen Kongressen und Fachtagungen sowie in Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht. So erfolgte eine Pr\u00e4sentation von Zwischenergebnissen auf den vom DFIU ausgerichteten Jahrestreffen 2002 der internationalen Task Group 39 des CIB sowie auf weiteren Fachtagungen. Eine Ver\u00f6ffentlichung erfolgte am 13.9.02 in der Schweizer Fachzeitschrift TEC 21. Auch wurden die Projektergebnisse vor Ort einer Gruppe tschechischer Oberstufensch\u00fcler pr\u00e4sentiert, die hier\u00fcber auf einer Sonderseite der FAZ berichtete.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben wurde erfolgreich abgeschlossen und die Projektziele erreicht. Es wurde ein Planungssystem zur integrativen Planung und Kontrolle von R\u00fcckbau und Aufbereitung\/Sortierung entwickelt, das Einsparpotentiale von bis zu 26,5 % der Gesamtkosten f\u00fcr R\u00fcckbau und Aufbereitung er\u00f6ffnet. Vielversprechende Einsatzm\u00f6glichkeiten des Planungssystems f\u00fcr R\u00fcckbau und Recycling bestehen sowohl in der operativen Planung f\u00fcr einzelne Geb\u00e4ude als auch der strategischen Planung auf regionaler Ebene.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der selektive Geb\u00e4uder\u00fcckbau erm\u00f6glicht durch die sortenreine Gewinnung von Bauabf\u00e4llen sehr hohe Verwertungsquoten. Damit sind jedoch in der Regel hohe Kosten f\u00fcr Demontage und Trennung der Baustoffe und Bauteile verbunden. 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