  {"id":20592,"date":"2023-07-13T15:16:20","date_gmt":"2023-07-13T13:16:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13712-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:23","slug":"13712-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13712-01\/","title":{"rendered":"Modellhafte Holzkonservierung unter Einbeziehung umweltfreundlicher Verfahren sowie Ma\u00dfnahmen zur vorbeugenden Raumklimatisierung am Beispiel des umweltgesch\u00e4digten Klosters Osek (Tschechische Republik)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die klimatischen Randbedingungen in sakralen, unbeheizten hallenartigen Bauwerken, f\u00fchren prinzipiell zu einer f\u00fcr holzsch\u00e4digende Organismen zutr\u00e4glichen Holzfeuchte an Ausstattungsteilen. Deren Gr\u00f6\u00dfe sowie die Kombination verschiedenster Materialien machen \u00fcbliche Standart-Bek\u00e4mpfungen ungeeignet.<br \/>\nZiel des Projektes ist die praktische Umsetzung umweltschonender Ma\u00dfnahmen bei der Bek\u00e4mpfung von Holzsch\u00e4dlingen, bei der Konservierung und Restaurierung, sowie bei der Sch\u00e4dlingsvorbeugung unter Ber\u00fccksichtigung der gro\u00dfen Dimensionen und der Auswirkungen auf das zu behandelnde Kulturgut. Konzepte zur Optimierung der klimatischen Bedingungen und Planung flankierender Ma\u00dfnahmen zur Verschlechterung der Lebensbedingungen sollen langfristig eine Schadensfreiheit der Ausstattungsteile sichern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr das Projekt ist eine Dauer von 18 Monaten vorgesehen. Die Arbeitsinhalte werden in 6 Arbeitspakete untergliedert:<br \/>\nAP1: Bestandsaufnahme \/ Inventarisation \/ Erstellung von Basisdaten<br \/>\nHier werden Materialgrunddaten \u00fcber die verwendeten Klebstoffe, Leime, Fassungen und Vergoldungen erhoben, zusammengestellt und in vorhandene bzw. zu erg\u00e4nzende Planunterlagen eingetragen.<br \/>\nAP2: Erfassung der Holzsch\u00e4den und Zust\u00e4nde<br \/>\nDie Bestandsaufnahme hinsichtlich Holzart, Schadensart, vorhandene Aktivit\u00e4t und Umfang des Schadens dient zusammen mit den Daten unter Arbeitspaket AP1 als Grundlage f\u00fcr die Erarbeitung eines Bek\u00e4mpfungskonzeptes.<br \/>\nAP3: Aufnahme der klimatischen Bedingungen<br \/>\nF\u00fcr die langfristige Sicherung des Kulturgutes werden die herrschenden klimatischen Verh\u00e4ltnisse und Einfl\u00fcsse auf die Holzfeuchtigkeit \u00fcber einen m\u00f6glichst langen Zeitraum erfasst.<br \/>\nAP4: Schadensbek\u00e4mpfung<br \/>\nDie aus einer \u00dcbersicht herausgearbeiteten Bek\u00e4mpfungsmethoden und -mittel werden auf Ihre Umweltvertr\u00e4glichkeit bewertet und an Musterfl\u00e4chen gepr\u00fcft. Ein Bek\u00e4mpfungsfahrplan dient der Koordinierung der zum Einsatz kommenden verschiedenen Verfahren.<br \/>\nAP5: Restaurierung und Wiederaufbau<br \/>\nTeile des Chorgest\u00fchls sind ausgelagert, teilsaniert und teils neubefallen. Verschiedene M\u00f6glichkeiten der Restaurierung werden unter umweltrelevanten Aspekten an Musterfl\u00e4chen getestet. Ein Logistikkonzept steuert die Arbeitsschritte von der Bek\u00e4mpfung \u00fcber die Restaurierung bis zum endg\u00fcltigen Zusammenbau.<br \/>\nAP6: Konzepterstellung zur Raumklimatisierung<br \/>\nAuf der Grundlage von Arbeitspaket AP3 werden M\u00f6glichkeiten einer Klimatisierung, bzw. M\u00f6glichkeiten zur Begrenzung der Holzfeuchte an Ausstattungsteilen aufgezeigt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch die erfolgreichen Sicherungs- und Restaurierungsma\u00dfnahmen dieses hochrangigen Kunst- und Kulturgutes Chorgest\u00fchl Kloster Osek wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein f\u00fcr die Restaurierung der Gesamtanlage Kloster Osek gesetzt. Die erfolgte Bek\u00e4mpfung und Restaurierung hatte neben der reinen Bek\u00e4mpfungs- und Restaurierungstechnik auch einen positiven Einfluss auf die deutsch-tschechischen Beziehungen auf dieser fachlichen Ebene und diente als Plattform f\u00fcr Erfahrungsaustausch und interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit. Der Einsatz modernster Technik kann als beispielhaft und zukunftsweisend im europ\u00e4ischen Rahmen angesehen werden. So wurde erstmalig gezeigt, dass diese innovative Verfahrenstechnik auch f\u00fcr einzelne Kunst- und Kulturg\u00fcter in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung &#8211; mit etwa 1000m\u00b3 umbautem Raum &#8211; objektschonend und erfolgreich angewandt werden kann. Die hier erarbeiteten L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr eine m\u00f6glichst gasdichte Einhausung, insbesondere des kritischen Untergrundes, k\u00f6nnen f\u00fcr andere Objekte verallgemeinert werden. Die Kontrolle des Bek\u00e4mpfungserfolges erfolgte sowohl \u00fcber eine elektronische Erfassung und Regelung der geforderten Randbedingungen Temperatur, relative Luftfeuchte und Kohlendioxid- bzw. Restsauerstoffgehalt als auch \u00fcber eine Kontrollmethode anhand von Pr\u00fcfk\u00f6rpern, die objektspezifisch konzipiert und von einer unabh\u00e4ngigen Einrichtung ausgewertet wurden. Dieses Kontrollinstrument f\u00fcr derartige Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen hat somit seine Praxistauglichkeit bewiesen und kann als standardisiertes Nachweisverfahren mit Elementen bisheriger Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr fl\u00fcssige Holzschutzmittel nach EN 48 und EN 46, eingesetzt werden.<br \/>\nZur Stabilisierung des Zustandes und zur Sicherung der Restaurierungsarbeiten wurde ein integriertes, vorbeugendes Holzschutzkonzept mit den Elementen materialspezifische Optimierung, baulichkonstruktive Reaktivierung und vorbeugend-chemische Ma\u00dfnahmen mit einem der fortschrittlichsten Wirkstoffe, die derzeit am Markt sind umgesetzt.<br \/>\nF\u00fcr die langfristige Sicherung der erfolgten Restaurierung w\u00e4ren weitere Ma\u00dfnahmen an der Klosterkirche und f\u00fcr die Gesamtanlage w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Darstellung einiger Projektergebnisse erfolgte in Form von Ausstellungstafeln in tschechischer und deutscher Sprache f\u00fcr Besucher der Klosterkirche in Osek, auf dem Ersten Deutsch-Tschechischen Kol-loquium f\u00fcr Denkmalpfleger und Restauratoren sowie in der Zeitschrift Sch\u00fctzen und Erhalten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Modellprojekt erarbeiteten und angewandten L\u00f6sungsans\u00e4tze zu einer m\u00f6glichst objekt- umwelt- und gesundheitsschonenden Bek\u00e4mpfung holzzerst\u00f6render Insekten sollten auch in weitergehenden Fragestellungen modellhaft und in praxisorientierten Forschungsvorhaben gel\u00f6st und beantwortet werden um die Akzeptanz dieser Technologie auf eine breitere Basis zu stellen und nicht Gefahr zu laufen, durch Fehlanwendung oder Nichtbeachtung bestimmter Randbedingungen das gesamte Verfahren in Frage zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die klimatischen Randbedingungen in sakralen, unbeheizten hallenartigen Bauwerken, f\u00fchren prinzipiell zu einer f\u00fcr holzsch\u00e4digende Organismen zutr\u00e4glichen Holzfeuchte an Ausstattungsteilen. 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