  {"id":20560,"date":"2023-07-13T15:16:20","date_gmt":"2023-07-13T13:16:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/13634-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:16:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:16:21","slug":"13634-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/13634-01\/","title":{"rendered":"Methoden und Beurteilung des betrieblichen Umweltmanagements in landwirtschaftlichen Betrieben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Schaffung von konkreten Umsetzungshilfen \/Handlungsempfehlungen f\u00fcr landwirtschaftliche Unternehmen zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen in die Betriebspraxis auf der Basis vorab analysierter und als geeignet angesehener bzw. modifizierter Systeme. Kritische Pr\u00fcfung, inwieweit in Industrie und Gewerbe zur Anwendung gelangende Instrumente und Ans\u00e4tze den Anforderungen des betrieblichen Umweltschutzes aus speziell landwirtschaftlicher Sicht gerecht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Ermittlung, Systematisierung und Bewertung der in der einschl\u00e4gigen Literatur diskutierten bzw. in klein- und mittelst\u00e4ndischen Betrieben in Industrie und Gewerbe sowie in der Landwirtschaft praktisch angewendeten methodischen Instrumentarien und von Konzepten zur Erfassung und Bewertung verursachter Umweltwirkungen. Die Bestandsermittlung erfolgt mit dem Ziel der Kategorisierung (Produktionsebene bzw. Funktionsbereich) und Wertung (Nutzwertbestimmung) der Instrumentarien f\u00fcr den betriebli-chen Umweltschutz in der Landwirtschaft. Die Einsch\u00e4tzung der Instrumente orientiert sich an Aspekten der Praktikabilit\u00e4t und Effektivit\u00e4t (Ressourcenanspruch und Unterst\u00fctzungspotential). Durch das Erstellen von mehrdimensionalen Profilen sowie eine Positionierung innerhalb dieser sollen die Eignung des jeweiligen Instrumentes f\u00fcr den landwirtschaftlichen Betrieb verdeutlicht und Empfehlungen f\u00fcr seinen Einsatz gegeben werden.<br \/>\n2. Schaffung von Voraussetzungen f\u00fcr das systematische Vorgehen im betrieblichen Umweltschutz. Einpassung der ermittelten Instrumente in den Arbeitsablauf nach Untersuchung der in landwirtschaftlichen Betrieben vorhandenen Strukturen und Organisationsschemata (Pr\u00fcfen der vorhandenen Literatur, Be-fragung von Experten bzw. von an Pilotprojekten Beteiligten), Herausstellen von Modifikationsbedarf bei Strukturen bzw. Instrumenten. Entwicklung einer Umsetzungshilfe.<br \/>\n3. Gegen\u00fcberstellung der Kosten und Nutzen der Einf\u00fchrung eines Umweltmanagementsystems auf einzelbetrieblicher Ebene. Kostenrechnung und Nutzwertanalyse auf theoretischer und empirischer Basis in Abh\u00e4ngigkeit von den unterschiedlichen Ausgangssituationen (regionale und Standortvoraussetzungen, \u00f6kologie- orientierte Vorleistungen, Managementstrukturen, Vertriebswege und Absatzm\u00f6glichkeiten) und Interessenlagen (Berater\/Betriebsleiter\/Beh\u00f6rden). Entwicklung einer Systematik zur betriebseigenen Kosten- Nutzen- Sch\u00e4tzung. Abschlie\u00dfende Pr\u00fcfung des m\u00f6glichen Beitrags des betrieblichen Umweltmanagements zur Reduzierung negativer Umweltbelastungen durch landwirtschaftliche Produktion. Versuch einer Darstellung m\u00f6glicher Umwelteffekte betrieblichen Umweltmanagements.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, praktikable Instrumente aus dem Bereich der Betrieblichen Umweltinformationstechniken (BUIT) zu identifizieren, zu analysieren und konkrete Hilfen bei deren Umsetzung in das betriebliche Umweltmanagement von landwirtschaftlichen Unternehmen zu geben.<br \/>\nIm Einzelnen werden dabei folgende Teilziele verfolgt:<br \/>\nHerausstellung der Bedeutung, Entwicklung und Ausgestaltung des betrieblichen Umweltschutzes in der Landwirtschaft generell und im Besonderen in Unternehmen der landwirtschaftlichen Prim\u00e4rproduktion.<br \/>\n&#8211; Ermittlung, Systematisierung und Bewertung von vorhandenen landwirtschaftsspezifischen Instrumentarien zur Gewinnung von Informationen f\u00fcr den \u00f6kologieorientierten betrieblichen Entscheidungsprozess.<br \/>\n&#8211; Pr\u00fcfung der \u00dcbertragbarkeit von Instrumentarien aus anderen Branchen im Falle mangelnder Verf\u00fcgbarkeit von landwirtschaftsspezifischen Ans\u00e4tzen.<br \/>\n&#8211; Beurteilung \u00fcbergreifender Konzepte unter Ber\u00fccksichtigung kostennutzenanalytischer \u00dcberlegungen, Wirksamkeits- und \u00dcbertragbarkeitsabsch\u00e4tzungen f\u00fcr Unternehmen der landwirtschaftlichen Prim\u00e4rproduktion.<br \/>\nZur Erreichung dieser Ziele wird eine stufenweise Vorgehensweise gew\u00e4hlt, deren Elemente sich wie folgt abgrenzen lassen:<br \/>\n&#8211; Ableitung und deskriptiv-analytische Darstellung von Problembereichen, Motiven und Strategien f\u00fcr den betrieblichen Umweltschutz auf der Basis der Recherche einschl\u00e4giger Literatur.<br \/>\n&#8211; Darstellung, Analyse und Bewertung von Instrumenten und Methoden f\u00fcr den betrieblichen Umweltschutz in der Landwirtschaft auf der Grundlage eines spezifisch f\u00fcr diese Fragestellung erarbeiteten Bewertungsrahmens.<br \/>\n&#8211; Fallbeispielhafte Darstellung und Analyse von positiv bewerteten Instrumenten und Methoden im \u00f6kologieorientierten Entscheidungsprozess.<br \/>\n&#8211; Beurteilung \u00fcbergreifender Konzepte auf der Grundlage einer empirischen Untersuchung.<br \/>\nDie Ergebnisse der Untersuchung f\u00fcr die einzelnen Bereiche:<br \/>\n1. Darstellung, Analyse und Bewertung von Instrumenten und Methoden f\u00fcr den betrieblichen Umweltschutz in der Landwirtschaft.<br \/>\nBetriebliche Umweltinformationstechniken (BUIT) sind f\u00fcr unterschiedliche Bereiche sowie Entschei-dungsebenen der landwirtschaftlichen Unternehmen in vergleichsweise gro\u00dfer Zahl verf\u00fcgbar. Zu den vorhandenen Basistechniken werden dabei Checklisten, Indikatoren-\/ Parameter-\/ Kennzahlen- Systeme sowie Stoff- und Energiebilanzen gez\u00e4hlt. Zu den kombinierten Techniken z\u00e4hlen Umweltbewertungsverfahren, Simulationsmodelle naturwissenschaftlicher bzw. \u00f6konomisch-\u00f6kologischer Pr\u00e4gung, lineare Optimierungsmodelle, Expertensysteme und \u00d6kobilanzen. Die Bewertung der verschiedenen Ans\u00e4tze erfolgt auf der Basis des Verh\u00e4ltnisses von Unterst\u00fctzungspotential einerseits und Ressourcenanspruch andererseits. Es wird dargestellt, welche der ausgew\u00e4hlten Instrumente und Methoden als besonders geeignet daf\u00fcr eingestuft werden k\u00f6nnen, den betrieblichen Umweltschutz in der Landwirtschaft informationsseitig zu unterst\u00fctzen. Als \u00fcbergeordnete Kritikpunkte sind zum jetzigen Zeitpunkt der Instrumentenentwicklung die Vernachl\u00e4ssigung strategischer Planungsaspekte, ungekl\u00e4rte Grenzwert- und Bewertungsfragen, relativ hoher Einarbeitungs- und Pflegeaufwand sowie m\u00e4\u00dfige Aussagekraft im Hinblick auf \u00f6konomische und gesamtbetriebliche Aspekte festzuhalten.<br \/>\n2. Praktikabilit\u00e4t positiv bewerteter Konzepte im Rahmen einer fallbeispielhaften Untersuchung.<br \/>\nIm Fallbeispiel wurden die Programme Repro, PRO_PLANT, Feedbase und G\u00dcLLEX angewandt.<br \/>\nDiese Programme wurden den Bearbeitern von den Entwicklern im jeweiligen Entwicklungsstand zur Verf\u00fcgung gestellt.<br \/>\nAls Ergebnis der fallbeispielhaften Umsetzung ausgew\u00e4hlter BUIT ist im Einzelnen festzuhalten, dass eine effizientere Nutzung knapper Ressourcen auf betrieblicher Ebene m\u00f6glich ist, sich Anpassungserfor-dernisse f\u00fcr Produktionsprozesse konkret abgrenzen lassen, Kostensenkungspotentiale realisiert werden k\u00f6nnen und dar\u00fcber hinaus ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann.<br \/>\n3. Erfahrungen und Kosten-\/ Nutzen-Absch\u00e4tzungen \u00fcbergreifender Konzepte.<br \/>\nUnter Nutzung von Analogien zu anderen Branchen und unter Heranziehung eigener empirischer Ergebnisse zur Eignungspr\u00fcfung, \u00dcbertragbarkeit und Praktikabilit\u00e4t der \u00fcbergreifenden Konzepte EMAS und DIN EN ISO 14001 sowie einer eigenen Befragung in sechs landwirtschaftlichen Betrieben, lassen sich grunds\u00e4tzlich folgende Erfahrungen zusammenfassen:<br \/>\nDie genannten Konzepte weisen bzgl. ihrer Anwendung im landwirtschaftlichen bzw. au\u00dferlandwirtschaftlichen Bereich deutliche Parallelen auf. Generell ist die Verst\u00e4ndlichkeit der jeweiligen Verordnungstexte als unbefriedigend einzustufen. Die Managementprinzipien beider Systeme sind nur schwer mit den oftmals spontanen Ablaufstrukturen in kleinen und mittleren Betrieben vereinbar. Die formalen Anforderungen der Systeme werden subjektiv als b\u00fcrokratische H\u00fcrden empfunden. Der Zeitaufwand und die Kosten zur Umsetzung der Systeme sind hoch, was insbesondere in kleineren Betrieben mit geringem Mitarbeiterbestand negativ zum Tragen kommt.<br \/>\nDer Nutzen einer Anwendung der \u00fcbergreifenden Konzepte liegt vorwiegend im Bereich sogenannter weicher Faktoren (z. B. Betriebssicherheit, transparente und effiziente Betriebsorganisation etc.) sowie in Sekund\u00e4reffekten (Kosteneinsparungen, Markteffekte). Dieses Nutzenpotential ist zudem in seiner Gesamtheit, nicht per se mit den genannten Umweltmanagementsystemen in urs\u00e4chlichen Zusammenhang zu bringen, dass es nicht auch \u00fcber andere Managementma\u00dfnahmen, z.B. Prozessmanagement, zu verwirklichen w\u00e4re. Die Realisierung einer langfristig beobachtbaren kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und damit des eigentlichen Zweckes, dem diese Systeme dienen sollen, kann bislang noch nicht abschlie\u00dfend nachgewiesen werden. Ma\u00dfgeblicher Grund hierf\u00fcr ist die z.T. au\u00dferordentlich kurze<br \/>\nVerf\u00fcgbarkeit und Anwendung der Systeme.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Projektarbeit fand ein Symposium zum Thema: \u00dcbertragung der EG-\u00d6ko-Audit- Verordnung auf landwirtschaftliche Betriebe- Chancen und Hemmnisse statt, in dessen Ergebnis der Berliner Brief zum Agrar- \u00d6ko-Audit mit Argumenten zum F\u00fcr und Wider entstand. Von B\u00c4UERLE, A. S. (ehemals FUCHS, A. S.) sind mehrere Ver\u00f6ffentlichungen zu der Thematik erschienen.<br \/>\nDer Bericht wird in den n\u00e4chsten Wochen den befragten Betrieben sowie Experten aus der Umweltberatung und den LW-Ministerien der L\u00e4nder, in welchen Pilotprojekte laufen, \u00fcbergeben. Dar\u00fcber hinaus ist es vorgesehen, den Bericht in der Reihe \u00d6kologische Hefte der Landwirtschaftlich-G\u00e4rtnerischen Fakult\u00e4t zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Art, in der bei der Projektarbeit vorgegangen wurde, hat sich bew\u00e4hrt. Die Befragung landwirtschaftlicher Betriebe und eigene beispielhafte Anwendungen von Instrumenten, die in einer vorausgegangenen Bewertung als geeignet eingesch\u00e4tzt worden waren, haben eine relativ eindeutige Einsch\u00e4tzung der derzeitigen Situation erm\u00f6glicht. Anzuraten ist an dieser Stelle insbesondere bzgl. der Wirkungsanalysen \u00fcbergreifender Konzepte, Pilotprojekte zuk\u00fcnftig verst\u00e4rkt unter wissenschaftlicher Begleitung und Aus-wertung durchzuf\u00fchren. Weiterhin ist zu empfehlen, die durch das Projekt aufgezeigten Defizite bei der umweltorientierten Informationsversorgung landwirtschaftlicher Betriebe zielgerichtet und schrittweise dadurch zu beheben, dass die Entwicklung entsprechender Software-Programme durch die Stiftung ge-f\u00f6rdert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Schaffung von konkreten Umsetzungshilfen \/Handlungsempfehlungen f\u00fcr landwirtschaftliche Unternehmen zur Implementierung von Umweltmanagementsystemen in die Betriebspraxis auf der Basis vorab analysierter und als geeignet angesehener bzw. modifizierter Systeme. 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