  {"id":20519,"date":"2024-12-01T10:32:16","date_gmt":"2024-12-01T09:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/07147-01\/"},"modified":"2024-12-01T10:32:16","modified_gmt":"2024-12-01T09:32:16","slug":"07147-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/07147-01\/","title":{"rendered":"Innovative Hochwasserreduzierung durch dezentrale Ma\u00dfnahmen am Beispiel der Saar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist, den Nachweis zu f\u00fchren, da\u00df die dezentrale Bewirtschaftung des Regenwassers in Siedlungsgebieten nicht nur den unmittelbaren Interessen der Siedlungswasserwirtschaft &#8211; der hydraulischen Entlastung der Kanalnetze, der Mischwasserbehandlung und der Minimierung der Kosten &#8211; dient, sondern auch einen Beitrag zur Reduzierung von Hochwasserabfl\u00fcssen leisten kann. Dieses soll durch simulationstechnische Berechnungen nachgewiesen werden. Am Beispiel der Partnergemeinden des Projekts soll gezeigt werden, dass ein signifikantes Umsetzungspotenzial und eine Umsetzungsmotivation besteht. Der zu erwartende Einfluss auf den nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt im allgemeinen und den Hochwasserabfluss im besonderen wird \u00fcber die Anwendung von Niederschlag-Abfluss-Modellen ermittelt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenF\u00fcr die vier Beispielgebiete des Projekts wird zun\u00e4chst der Sanierungs- und Ausbaubedarf der Entw\u00e4sserungssysteme ermittelt. Zur L\u00f6sung werden konventionelle und dezentrale Bewirtschaftungsma\u00dfnahmen einander gegen\u00fcbergestellt und hinsichtlich der wasserwirtschaftlichen Resultate und der Kosten bewertet. Diese Untersuchungen beziehen sich auf die jeweiligen Gesamtgebiete der Gemeinden. Daraus werden die aus Sicht der Gemeinden vordringlichsten Ma\u00dfnahmen abgeleitet. In den Projektgebieten Weiskirchen und Beckingen werden \u00fcber die Siedlungsfl\u00e4chen hinaus auch die land- und forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen betrachtet und die dort in Frage kommenden dezentralen Ma\u00dfnahmen simulationstechnisch angewendet. Um die Auswirkungen der verschiedenen Varianten auf den Hochwasserabfluss der Gew\u00e4sser zu untersuchen, werden insbesondere in den Projektgebieten Weiskirchen und Beckingen die nat\u00fcrlichen Einzugsgebiete der Vorfluter durch hydrologische Niederschlags-Abfluss-Modelle abgebildet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei den siedlungswasserwirtschaftlichen Untersuchungen in den Gemeinden hat sich gezeigt, dass besonders im Bereich der Mischwasserbehandlung Ma\u00dfnahmen zur Sanierung erforderlich sind. In der Regel werden zur Einhaltung einer nach A 128 ermittelten CSB Entlastungsfracht Mischwasserbecken geplant und gebaut. Hier sind umfangreiche Arbeiten im Gang. Es haben sich in allen drei untersuchten Gemeinden Potenziale zur Regenwasserbewirtschaftung feststellen lassen. Aufgrund naturr\u00e4umlicher und baustruktureller Ausgangsbedingungen variieren diese. Im Rahmen des Berichts konnte gezeigt werden, dass auch unter schwierigen Bedingungen Abkopplungspotentiale vorhanden sind, die in die siedlungswasserwirtschaftlichen Planungen integriert werden sollten. Bei Anerkennung dezentraler Ma\u00dfnahmen als gleichwertige Ma\u00dfnahme zum Beckenbau (wie es das Arbeitsblatt ATV A128 auch erlaubt) k\u00f6nnten die Gemeinden Kosten in Millionenh\u00f6he sparen, weil es z.T. m\u00f6glich ist, komplett auf einige Becken bei kon-sequenter Umsetzung dezentraler Ma\u00dfnahmen zu verzichten. Im Gegensatz zu den Mischwasserbecken haben dezentrale Ma\u00dfnahmen den Vorteil, dass sie eine positive Wirkung auf den Hochwasserschutz haben. Ebenso wird der hydraulische Stress f\u00fcr die Gew\u00e4sser durch die Vermeidung und Drosselung von Abfluss gemindert. Die Wirkung dezentraler Ma\u00dfnahmen in den Einzugsgebieten h\u00e4ngt von den getroffenen Einzelma\u00dfnahmen ab. Mit zunehmender J\u00e4hrlichkeit reduziert sich die Einflussnahme auf das Hochwassergeschehen jedoch deutlich. Dies ist u.a. darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass das realistische Abkopplungspotential von 35 % innerhalb der Gemeinde Weiskirchen nur einen Fl\u00e4chenanteil von 1 % am Ge-samteinzugsgebiet ausmacht, wovon wiederum 60 % mit gedrosselter Ableitung vorgesehen werden m\u00fcssen. Dementsprechend ist bei extremen Hochwasserereignissen wie von 1993 und 1995 das Abflussvolumen und die Abflussspitze nur um 0,6 % reduzierbar. Die einzelnen au\u00dfer\u00f6rtlichen dezentralen Ma\u00dfnahmen sind in ihrer Wirksamkeit abh\u00e4ngig von der Fl\u00e4chennutzung im Einzugsgebiet. Neben der Abkopplung von Stra\u00dfen und Wegen au\u00dferhalb der Ortschaften wurde die konservierende Bodenbearbeitung1 und die Versickerung von Oberfl\u00e4chenwasser von Gr\u00fcnland mittels Schlitzgr\u00e4ben betrachtet. W\u00e4hrend im Einzugsgebiet Kondeler Bach die konservierende Bodenbearbeitung den gr\u00f6\u00dften Einfluss auf den Abfluss ausmacht, sind es im Gebiet des Holzbachs die Minderung des Oberfl\u00e4chenabflusses von den Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen aufgrund des hohen Gr\u00fcnlandanteils. Eine Kombination dezentraler Ma\u00dfnahmen wirkt sich besonders positiv auf die Abflussminderung und Abflussspitzend\u00e4mpfung aus. Je nach Ma\u00dfnahme werden schnellere und langsamere Abfl\u00fcsse einer Hochwasserwelle zur\u00fcckgehalten. Im extremen Hochwasserfall (z.B. Januar 1995) verringert sich die prozentuale Reduzierung des Abflusses. Es ergeben sich jedoch deutliche Unterschiede je nach betrachtetem Einzugsgebiet. W\u00e4hrend im Einzugsgebiet Holzbach der Spitzenabfluss um ca. 2,3 % reduziert wird, sind es im Einzugsgebiet Kondeler Bach sogar 8 %. Ebenso wird das Abflussvolumen dort wesentlich deutlicher reduziert (14 %) als im Einzugsgebiet Holzbach (4,5 %).<br \/>\nErgebnisse unter Vorbehalt: Bodenwasserhaushaltliche \u00c4nderungen beruhen auf Sch\u00e4tzungen!<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das laufende Forschungsprojekt wurde mit der DBU Tagung am 15.\/16.6.2000 ausf\u00fchrlich der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert. Neben zahlreichen Gemeindevertretern waren viele Fachleute aus Beh\u00f6rden und ans\u00e4ssigen B\u00fcros vertreten (insgesamt 120 Teilnehmer). Die Vortr\u00e4ge der Tagung und zus\u00e4tzliche Beitr\u00e4ge weiterer Wissenschaftler wurden unter dem Titel Hochwasserschutz heute &#8211; Nachhaltige Wasserwirtschaft in der DBU-Buchreihe Initiativen zum Umweltschutz (Nr.31) im Erich Schmidt Verlag, Berlin, ISBN 3503060219, ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch das Projekt wurde eine wesentliche Erkenntnis f\u00fcr die Praxis der Siedlungswasserwirtschaft untermauert: Das Ziel, die Einleitung von ungereinigtem Mischwasser auf ein tolerierbares Ma\u00df zu verringern, kann durch Ma\u00dfnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in vielen F\u00e4llen effektiver und kosteng\u00fcnstiger erreicht werden als durch den bisher \u00fcblichen Bau von Mischwasserbecken. Hinzu kommen positive Auswirkungen auf die Kanalnetzhydraulik, Grundwasserneubildung und Qualit\u00e4t der Gew\u00e4sser sowie auf die Minderung und D\u00e4mpfung der Hochwasserabfl\u00fcsse. Es wird bei k\u00fcnftig notwendigen Aufwendungen in Bestandsgebieten (besonders beim Mischprinzip) empfohlen, die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung vor anderen Ma\u00dfnahmen in Betracht ziehen. Die Auswirkung dezentraler Ma\u00dfnahmen in Siedlungsgebieten auf den Hochwasserabfluss zeigt eine abnehmende Tendenz bei zunehmender Intensit\u00e4t der Abflussereignisse. Andererseits ist die Auswirkung kombinierter dezentraler Ma\u00dfnahmen im Bereich der Land- und Forstwirtschaft (u. a. konservierende Bodenbearbeitung) auch bei extremen Abflussereignissen noch signifikant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist, den Nachweis zu f\u00fchren, da\u00df die dezentrale Bewirtschaftung des Regenwassers in Siedlungsgebieten nicht nur den unmittelbaren Interessen der Siedlungswasserwirtschaft &#8211; der hydraulischen Entlastung der Kanalnetze, der Mischwasserbehandlung und der Minimierung der Kosten &#8211; dient, sondern auch einen Beitrag zur Reduzierung von Hochwasserabfl\u00fcssen leisten kann. 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