  {"id":20412,"date":"2024-11-27T10:34:25","date_gmt":"2024-11-27T09:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/12592-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:27","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:27","slug":"12592-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/12592-01\/","title":{"rendered":"Informationssystem zur Klassifizierung von Abf\u00e4llen bei der Abfallentsorgung in Industrie und Gewerbe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Es wird ein Informationssystem zur Klassifizierung von Abf\u00e4llen nach Gefahrgut-Verordnung Stra\u00dfe und Eisenbahn (GGVSE) erstellt, welches gleichzeitig die \u00dcberpr\u00fcfung der Abfallschl\u00fcsselvergabe nach der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) erlaubt.<br \/>\nAuf dem Weg vom Abfallbesitzer zur Entsorgungsanlage muss Abfall entsprechend dem geltenden Recht sowohl nach der AVV als auch nach der GGVSE klassifiziert werden. Besonders die Klassifizie-rung nach GGVSE bereitet f\u00fcr Abf\u00e4lle Schwierigkeiten, da die zugrundeliegenden Parameter und Messverfahren nur f\u00fcr Reinstoffe oder Gemische aus einer endlichen Anzahl an Reinstoffen gedacht sind.<br \/>\nDie verf\u00fcgbaren Daten \u00fcber Abf\u00e4lle aus ausgew\u00e4hlten Branchen des produzierenden Gewerbes sowie vorhandenes Expertenwissen \u00fcber die Abf\u00e4lle wurden erfasst und ergeben mit weiteren Datenquellen ein modulares Informationssystem, das sowohl den Abfallbesitzern, den Abfallentsorgern und den zu-st\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rden eine sichere und nachvollziehbare Abfallzuordnung nach AVV und GGVSE erlaubt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Durchf\u00fchrung des Projektes waren folgende Arbeitsschritte erforderlich:<br \/>\n1)\tAuswahl von Modellbranchen und Erhebung von Abfalldaten,<br \/>\n2)\tEinrichtung einer Internetplattform,<br \/>\n3)\tFestlegung der Architektur des Informationssystems,<br \/>\n4)\tEinrichtung der Stoffdatenbank f\u00fcr Produktionsabf\u00e4lle aus den Modellbranchen,<br \/>\n5)\tEntwicklung der Benutzerschnittstelle (Ein- und Ausgabefenster und -Masken),<br \/>\n6)\tEntwicklung von abfallspezifischen Regeln f\u00fcr die Klassifizierung nach Abfall- und Transportrecht,<br \/>\n7)\tProbephase des Informationssystems.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit ISKA liegt erstmals ein internetbasiertes Informationssystem zur Klassifizierung nach Gefahrgutrecht und \u00dcberpr\u00fcfung der Abfallschl\u00fcsselvergabe entsprechend der AVV bzw. des Europ\u00e4ischen Abfallverzeichnisses vor. Die wesentlichen Inhalte des Informationssystems sind:<br \/>\n&#8211;\tExpertensystem zur \u00dcberpr\u00fcfung der Abfallschl\u00fcsselnummer und zur Klassifizierung von Abf\u00e4llen nach dem Gefahrgutrecht,-\tRechercheprogramm zur Ermittlung der in einer Branche anfallenden Abf\u00e4lle,<br \/>\n&#8211;\tEingabemasken zum \u00c4ndern hinterlegter Abfallzusammensetzungen,<br \/>\n&#8211;\tStoffdatenbank mit Daten zu Stoffen gem\u00e4\u00df der EG-Richtlinie 67\/548\/EWG und der Gefahrgutverordnung Stra\u00dfe und Eisensbahn (GGVSE) sowie weiteren (z. B. branchenspezifischen) Stoffen f\u00fcr vier Modellbranchen (Lack-, Klebstoff-, Druckfarben- und Holzschutzmittelindustrie).<br \/>\nNutzer des Informationssystems werden vorzugsweise die Gefahrgut-, Abfall- oder Umweltbeauftragten der Abfall erzeugenden Betriebe sein, die \u00fcber weitreichende Informationen \u00fcber die Herkunft, Zusammensetzung sowie weitere Charakteristika des Abfalls verf\u00fcgen.<br \/>\nAbfall wird als Zubereitung von Komponenten, die die Gefahrguteigenschaften festlegen, betrachtet. Die Klassifizierung des Abfalls erfolgt schrittweise.<br \/>\n1. Schritt: Identifizierung des Abfalls durch den Abfallerzeuger und Nutzer des Informationssystems durch Auswahl eines geeigneten Abfallschl\u00fcssels aus dem Europ\u00e4ischen Abfallverzeichnis oder anhand einer branchenspezifischen Liste \u00fcber typische Abf\u00e4lle in dem betreffenden Wirtschaftszweig.<br \/>\nNach diesem ersten Schritt erh\u00e4lt der Nutzer eine worst-case Klassifizierung.<br \/>\n2. Schritt: Mittels einer Abfallbeschreibung durch den Abfallbesitzer wird eine Komponentenliste der typischen chemischen Abfallinhaltsstoffe erstellt. Basierend hierauf wird vom Informationssystem ein Vorschlag f\u00fcr typische Konzentrationsbereiche dieser Inhaltsstoffe sowie der chemischen und physikalischen Eigenschaften des Abfalls pr\u00e4sentiert.<br \/>\nDer Nutzer des Informationssystems hat nun folgende M\u00f6glichkeiten:<br \/>\n&#8211;\tVer\u00e4nderung der Konzentrationsbereiche,<br \/>\n&#8211;\t\u00c4nderung der vorgeschlagenen chemisch-physikalischen Eigenschaften des Abfalls, sofern belastbare Daten beispielsweise aus analytischen Untersuchungen vorliegen.<br \/>\nJe detailliertere Informationen \u00fcber den betrachteten Abfall vorliegen, um so pr\u00e4ziser und den tats\u00e4chlichen Gefahreneigenschaften angepasster wird die Gefahrgutklassifizierung. Dies kann sukzessive zu einer Klassifizierung f\u00fchren, die eine weniger teure Transportverpackung des Abfalls erlaubt und damit betr\u00e4chtliche Einsparpotenziale gegen\u00fcber der worst-case-Betrachtung er\u00f6ffnen kann. Die Stoffdaten f\u00fcr eine gro\u00dfe Anzahl an Komponenten sind in der Stoffdatenbank des Informationssystems ebenso hinterlegt wie die Komponentenlisten der typischen Abf\u00e4lle aus den vier Modellbranchen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Laufe des Projektes wurde mit den Mitgliedern des Projektbeirats \u00fcber die beiden Sitzungen hinaus (13.11.2001 und 24.02.2003) ein enger Kontakt gehalten. Der positive Eindruck der Beiratsmitglieder wurde durch die Zusicherung, ISKA in Fachkreisen bekannt zu machen, bekr\u00e4ftigt.<br \/>\nEs fand ein reger fachlicher Austausch mit Vertretern des Nieders\u00e4chsischen Umweltministeriums, des Landesumweltamtes NRW, der Bundesanstalt f\u00fcr Materialpr\u00fcfung und -forschung, dem Abfalltechnischen Ausschuss zur H14-Handlungshilfe der L\u00e4nderarbeitsgemeinschaft Abfall und dem Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit statt. Auf diese Weise wurde nicht nur die fachliche Arbeit voran getrieben, sondern gleicherma\u00dfen auch das Informationssystem der Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt. Ferner fanden Gespr\u00e4che mit den Firmen- und Verbandsvertretern der ausgew\u00e4hlten Branchen statt und es wurden branchenweite Fragebogenaktionen initiiert, bei denen die Adressaten mittels einer Projektkurzbeschreibung \u00fcber die Ziele und Inhalte des Informationssystems informiert wurden.<br \/>\nNach Abschluss des Projektes ist eine Ver\u00f6ffentlichung der wesentlichen Ergebnisse vorgesehen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der informationstechnische Arbeitsanteil innerhalb des Projektes ging deutlich \u00fcber den urspr\u00fcnglich geplanten Aufwand hinaus. Zwei wesentliche Gr\u00fcnde hierf\u00fcr waren ein unbedingt erforderliches Re-Design der Datenbankstruktur sowie das nur in einer Studie und damit nur in Teilen zur Verf\u00fcgung gestellte Expertensystem zur GGVSE-Klassifizierung von Produkten.<br \/>\nDie neue, internetbasierte Architektur des Informationssystems mit der M\u00f6glichkeit zur Generierung von Expertenregeln ohne Programmierkenntnisse bietet einen v\u00f6llig neuen, innovativen Weg zur Weiterentwicklung des Informationssystems. In diesem Zusammenhang sind die aktuellen Diskussionen \u00fcber weltweite Klassifizierungsregeln zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien nach dem Globally Harmonized System for the Labelling and Classification of Chemicals von gro\u00dfem Interesse.<br \/>\nISKA schafft damit mittelfristig die Grundlage f\u00fcr ein Informationssystem zur Transportklassifizierung von Produkten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Es wird ein Informationssystem zur Klassifizierung von Abf\u00e4llen nach Gefahrgut-Verordnung Stra\u00dfe und Eisenbahn (GGVSE) erstellt, welches gleichzeitig die \u00dcberpr\u00fcfung der Abfallschl\u00fcsselvergabe nach der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) erlaubt. Auf dem Weg vom Abfallbesitzer zur Entsorgungsanlage muss Abfall entsprechend dem geltenden Recht sowohl nach der AVV als auch nach der GGVSE klassifiziert werden. 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