  {"id":20313,"date":"2023-07-13T15:13:16","date_gmt":"2023-07-13T13:13:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/09274-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:17","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:17","slug":"09274-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/09274-02\/","title":{"rendered":"Entwicklung und erstmalige Demonstration eines \u00f6kologischen Verfahrens zur Abluftreinigung f\u00fcr automatische Fa\u00dfreinigungsanlagen im technischen Ma\u00dfstab"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war es, ein innovatives Verfahren zur Reinigung der Abluft aus Fassreinigungsanlagen bei der Firma Bayern-Fass erstmals im industriellen Ma\u00dfstab zu etablieren. Die ablufttechnische Fragestellung ist in der Fassreinigung generell durch ein enormes Vielstoffgemisch gekennzeichnet, das aus mehr als 500 verschiedenen organischen Substanzen mit stark und schnell schwankenden Konzentrationen besteht.<br \/>\nAuf der Basis der Erkenntnisse des vorausgegangenen halbtechnischen Vorl\u00e4uferprojektes AZ 09274\/01 und der dortigen Versuchsergebnisse sollte der erreichbare Reinigungsgrad der Abluft (gemessen in Gesamt-C\/Nm\u00b3) ermittelt werden. Das eingesetzte Adsorbermaterial, die katalytische Nachverbrennung sowie die Sicherheitstechnik sollten f\u00fcr den vorgesehenen industriellen Dauerbetrieb optimiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie technische Anlage wurde im Dezember 1997 bei der Fa. Reinluft Relox GmbH bestellt und im 1. Quartal 1999 in Betrieb genommen. Das Konzept der Anlage beruhte darauf, dass zun\u00e4chst die Abluft aus der Fassreinigungsanlage \u00fcber einen hydrophoben Molekularsiebzeolithen gef\u00fchrt wurde. An diesem sollten sich die organischen Bestandteile der Abluft anlagern; das entstehende Reingas wurde \u00fcber einen Kamin ins Freie geleitet. Nach Schichtende wurde vorgew\u00e4rmte Luft durch den Adsorber geleitet. Die Schadstoffe sollten sich vom Adsorbermaterial l\u00f6sen und einer katalytischen Abgasreinigung zugef\u00fchrt werden. Mit Hilfe eines Erhitzers wurden sie auf ein Temperaturni-veau gebracht, bei dem eine Oxidation zu Kohlenstoffdioxyd und Wasser entsteht.<br \/>\nDas lufttechnische Konzept der Fassreinigungsanlage war auf die Abluftreinigung abzustimmen. Die Konditionierung der Abluft (Wasserdampfs\u00e4ttigung) im Hinblick auf die Adsorptionseigenschaften des Zeolithen war zu ermitteln. Durch die Messung von Temperatur und Schadstofffracht an Ein- und Ausgang von Adsorber und Katalysator waren Str\u00f6mungsverhalten, W\u00e4rme\u00fcbertragung und Desorptionszeit zu optimieren. Durch regelm\u00e4\u00dfige Untersuchungen der eingesetzten Materialien und Anlagenteile waren die Auswirkungen des Vielstoffgemischs auf die Standzeit der Anlage zu beurteilen. Hierbei standen das Verhalten der eingesetzten Adsorber- und Katalysatormaterialien sowie die Empfindlichkeit der Anlage gegen\u00fcber Korrosion im Vordergrund.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Abluftreinigung mit dem beschriebenen Verfahren musste im August 1999 eingestellt werden, nachdem sich die folgenden Ergebnisse herauskristallisierten:<br \/>\n&#8211; An der Anlage lagen erhebliche sicherheitstechnische M\u00e4ngel vor:<br \/>\nNachdem es schon w\u00e4hrend der Inbetriebnahmephase zu einer Verpuffung in der Anlage kam, musste im laufenden Betrieb festgestellt werden, dass bez\u00fcglich der sicherheitstechnischen Ausr\u00fcstung der Anlage durch den Anlagenhersteller erhebliche M\u00e4ngel vorlagen. Insbesondere fehlte eine Einrichtung zur Inertisierung der Anlage bei \u00dcberschreitung der maximal zul\u00e4ssigen Temperaturen bzw. nach Ausl\u00f6sen der \u00dcberwachung der unteren Explosionsgrenze des Desorptionsgases.<br \/>\n&#8211; Die beh\u00f6rdlich vorgegebenen Emissionsgrenzwerte beim Adsorptionsprozess wurden um ein vielfaches \u00fcberschritten:<br \/>\nMessungen der Reingassituation im Adsorberbetrieb ergaben, dass der Adsorber, obwohl f\u00fcr den Anwendungsfall ausreichend dimensioniert (Beladekapazit\u00e4t etwa 1,6 %), nur einen Wirkungsgrad von etwa 47 % erreichte. Man kann davon ausgehen, dass das Adsorbermaterial nur unzureichend desorbiert wurde und deshalb im Laufe der Zeit eine Aufsummierung der organischen Stoffe im Adsorber stattfand. Au\u00dferdem kann angenommen werden, dass bedingt durch das Vielstoffgemisch eine Koadsorption stattfand, das hei\u00dft: ankommende Stoffe verdr\u00e4ngten bereits adsorbierte.<br \/>\n&#8211; Die katalytische Oxidation des Desorptionsgases war unvollst\u00e4ndig und die beh\u00f6rdlich vorgegebenen Emisionsgrenzwerte wurden ebenfalls um ein Vielfaches \u00fcberschritten:<br \/>\nMessungen der Abgassituation im Desorptionsbetrieb ergaben, dass hier ein Wirkungsgrad von etwa 40 % vorlag. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr werden im wesentlichen in einer Besch\u00e4digung (thermisch oder chemisch) des eingesetzten Katalysatormaterials vermutet. Diese kann im laufenden Betrieb, oder auch schon durch die Verpuffung in der Inbetriebnahmephase hervorgerufen worden sein. Weiterhin ist nicht auszu-schlie\u00dfen, dass der Katalysator inhomogen durchstr\u00f6mt wurde, so dass partielle Byp\u00e4sse entstanden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Firma Bayern-Fass GmbH Fassreconditionierung, Hans-B\u00f6ckler-Strasse 2, 86551 Aichach, Ansprechpartner: Herr Queisser, Herr Eigner, Tel. 08251 \/ 88 99-0, Fax -39;<br \/>\nFirma Reinluft Relox GmbH, Technologiepark Universit\u00e4t Bremen, 28092 Bremen, Tel. 04223 \/ 595, Fax \/ 3211, Ansprechpartner: Herr Woitkowitz.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Versuch, das Vielstoffgemisch in der Abluft einer Fassreinigungsanlage mit Hilfe eines Adsorbers mit nachgeschalteter katalytischer Oxidation im industriellen Ma\u00dfstab zu reinigen, scheiterte. Es hat sich gezeigt, dass die \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Vorteile, die man sich auf Basis der vielversprechenden Ergebnisse des Projektes AZ 09247\/01 mit dieser Vorgehensweise erhoffte, nicht eingetreten sind. Weder konnten die Zielwerte (gemessen in Gesamt-C\/Nm\u00b3) im Reingas erreicht werden, noch gen\u00fcgte die Anlage mit ihren sicherheitstechnischen M\u00e4ngeln den Anforderungen an einen st\u00f6rungsfreien industriellen Dauerbetrieb.<br \/>\nAuf Grund der gegebenen beh\u00f6rdlichen Auflagen zur Einhaltung der Luftgrenzwerte wurde durch die Bayern-Fass GmbH unverz\u00fcglich, nachdem sich ein Scheitern des Pilotprojektes andeutete, eine thermische Nachverbrennungsanlage bei der Firma Eisenmann in Auftrag gegeben. Diese Anlage ist bei Bayern-Fass seit September 1999 in Betrieb und erf\u00fcllt die Anforderungen der TA-Luft ohne Probleme. Unter Ber\u00fccksichtigung bestimmter Ma\u00dfnahmen (Ausschleusen von F\u00e4ssern mit CKW-haltigen oder silikonhaltigen F\u00fcllg\u00fctern) ist mit dieser Anlage ein reibungsloser und st\u00f6rungsfreier Betrieb m\u00f6glich. Die Grenzwerte der TA-Luft werden deutlich unterschritten.<br \/>\nIm Juni 2000 wurde der bei Bayern-Fass erreichte technische Umweltschutz, insbesondere die regenerative Nachverbrennung der Abluft aus der Lackieranlage und die thermische Nachverbrennung der Abluft aus der Fassreinigungsanlage in die Ausschussarbeit zur Novellierung der TA-Luft eingebracht. Die Abluftgrenzwerte, wie sie bei Bayern-Fass im industriellen Dauerbetrieb erreicht werden, sollen als Stand der Technik f\u00fcr Fassrekonditonieranlagen (4. BImSchV, 10.21) in die neue TA-Luft einflie\u00dfen. Bayern-Fass sieht sich mit dem dort jetzt erreichten Stand im technischen Umweltschutz eindeutig als Vorreiter in Deutschland und Europa.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war es, ein innovatives Verfahren zur Reinigung der Abluft aus Fassreinigungsanlagen bei der Firma Bayern-Fass erstmals im industriellen Ma\u00dfstab zu etablieren. 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