  {"id":19570,"date":"2026-02-15T10:32:03","date_gmt":"2026-02-15T09:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11473-01\/"},"modified":"2026-02-15T10:32:06","modified_gmt":"2026-02-15T09:32:06","slug":"11473-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11473-01\/","title":{"rendered":"Modellvorhaben: Anwendung des Laserger\u00e4tes bei der Beseitigung von Umweltsch\u00e4den an national wertvollen Kulturg\u00fctern (Naturstein) unter Einbeziehung mittelst\u00e4ndischer Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes bestand in der fundierten Herausarbeitung von M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Laserstrahlreinigung von Natursteindenkmalen. Dies beinhaltet neben der systematischen experimentellen Untersuchung des Abtragprozesses umweltbedingt entstandener Schichten von gefassten und ungefassten Oberfl\u00e4chen die Bearbeitung einer ganzen Reihe weiterer Aufgabenstellungen, wie z. B. methodische Vorgehensweise, Charakterisierung\/Bewertung des Reinigungsergebnisses im Hinblick auf die denkmalpflegerische bzw. restauratorische Zielstellung, qualitativer und quantitativer Vergleich mit anderen Reinigungsmethoden, Einbeziehung verschiedener Lasertypen, Arbeitsschutzaspekte, insbesondere Abproduktanalyse, Wirtschaftlichkeit\/Kosten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Arbeiten des interdisziplin\u00e4r zusammengesetzten Projektteams umfassten sowohl umfangreiche Laboruntersuchungen als auch Untersuchungen an ausgew\u00e4hlten Objekten. In den Laboruntersuchungen wurden an einer Vielzahl von Gesteinen mit unterschiedlichen Verschmutzungen sowie an systematisch hergestellten Farbaufstrichen mit k\u00fcnstlicher Schmutzkruste umfangreiche Parameterstudien mit verschiedenen Lasern durchgef\u00fchrt und die Reinigungsresultate mit vielf\u00e4ltigen physikalischen (z. B. Farbwertmessung, Wasseraufnahme) und mikroskopischen Untersuchungen (Lichtmikroskopie, Quer- und D\u00fcnnschliffe, REM\/EDX) bewertet. Weiterhin wurden die Abprodukte untersucht.<br \/>\nBreiten Raum nahmen die Untersuchungen an repr\u00e4sentativen Objekten ein. Sie dienten der modellhaften Pr\u00fcfung der Laborergebnisse und -erfahrungen in der Praxis. Von folgenden Denkmalen waren Objekte einbezogen: Aachener Dom, Halberstadter Dom, Erfurter Dom, K\u00f6lner Dom, Freiburger M\u00fcnster, Zeughaus Berlin, St.-Martini-Kirche Braunschweig, Sebaldus-Ch\u00f6rlein N\u00fcrnberg und Schlosskapellenportal Dresden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ausgehend von den Merkmalen des Laserstrahlreinigens &#8211; ber\u00fchrungslose Arbeitsweise, Abtrag ist sehr feinf\u00fchlig dosierbar, vielfach liegt Selbstbegrenzung des Prozesses vor, geringe thermische Beeinflussung des Untergrundes bei hoher Absorption der abzunehmenden Schicht und kurzen Wechselwirkungszeiten, begrenzte Fl\u00e4chenleistung sowie relativ hohe Reinigungskosten bezogen auf die Fl\u00e4che &#8211; konnte aufgezeigt und auch an den Objekten demonstriert werden, dass die Merkmale ber\u00fchrungslos und damit objektschonende Arbeitsweise, die sehr gute Dosierbarkeit und damit die Einstellung des Reinigungsgrades und die selbstregulierende Prozessbegrenzung und damit gefahrenloses Arbeiten bei nahezu allen steinsichtigen Oberfl\u00e4chen die Vorteile des Laserstrahlreinigens in qualitativer Hinsicht darstellen.<br \/>\nDiese qualitativen Vorteile kommen vor allem zum Tragen bei der Reinigung zur Vorbereitung der Festigung stark gelockerter Steinoberfl\u00e4chen (z. B. hohlliegende Krusten, Abschalungen) einschlie\u00dflich der Abnahme von Altkonservierungen zur \u00d6ffnung der Porenstruktur bei steinsichtigem Sandstein, bei der schonenden Reinigung stark profilierter, feingliedriger Kunstwerke (Skulpturen, Bauzier) und bei der Abnahme fester Schmutzablagerungen von den zur Originaloberfl\u00e4che geh\u00f6renden Gipskrusten auf Kalkstein zur Verbesserung des thermischen Oberfl\u00e4chenverhaltens (Senkung der Scherspannungen). Es ist objektbezogen erforderlich, sorgf\u00e4ltig die jeweiligen Leistungsdichten f\u00fcr den Abtrag der abzunehmenden Schicht und f\u00fcr den Beginn einer Zerst\u00f6rung der zu erhaltenden Originalsubstanz zu ermitteln. Zwischen diesen beiden Schwellwerten liegt der jeweilige Arbeitsbereich f\u00fcr das Laserstrahlreinigen.<br \/>\nDie Grenzen des Laserstrahlreinigens werden deutlich bei der Abnahme von Schmutzkrusten von gefassten Oberfl\u00e4chen bzw. der Abnahme von \u00dcberfassungen, da eine Reihe von Pigmenten trotz der prinzipiell geringen thermischen Belastung des Untergrundes thermisch bzw. thermochemisch ver\u00e4ndert werden (z. B. Azurit, Zinnober, Bleiwei\u00df, Malachit), ebenso bei der Reinigung stark eisenoxidhaltiger Sandsteinoberfl\u00e4chen (rote Variet\u00e4ten) und der Reinigung der Gipskrusten auf Kalkstein mit dem Ziel der \u00d6ffnung der Oberfl\u00e4che f\u00fcr Fl\u00fcssigkeitsaufnahme als Vorbereitung einer nachfolgenden Festigung.<br \/>\nDennoch erwies sich die ber\u00fchrungslose Laserstrahlreinigung an Objekten mit stark verschmutzten \u00dcberfassungen auf gesch\u00e4digten Steinoberfl\u00e4chen mit originalen Fassungsresten in einigen F\u00e4llen als n\u00fctzlich, da z. B. eine schonende Reinigung zu einer besseren Erkennbarkeit der Objektsituation f\u00fchrte und somit zur Erarbeitung der weiteren Vorgehensweise bzw. Pr\u00e4zisierung des Restaurierungszieles beitrug.<br \/>\nEine konstruktive Zusammenarbeit von Objekteignern, Restauratoren, Naturwissenschaftlern und den Verantwortungstr\u00e4gern der Denkmalpflege erwies sich als Basis f\u00fcr ein optimales Ergebnis.<br \/>\nBei der Bewertung der Anwendbarkeit des Laserstrahlreinigens im Hinblick auf die jeweilige objektbezogene Reinigungszielstellung und auf Basis der aufgezeigten M\u00f6glichkeiten und Grenzen muss auch beachtet werden, dass beim gegenw\u00e4rtigen Entwicklungsstand der Laserger\u00e4te der vielfach hohen Qualit\u00e4t relativ hohe Kosten und niedrige Fl\u00e4chenleistungen gegen\u00fcber stehen, d. h. auch, dass das Laserstrahlreinigen wo n\u00f6tig und nicht wo m\u00f6glich einzusetzen ist.<br \/>\nHinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wurden im Projekt grundlegende Erkenntnisse \u00fcber die Art, Menge je Zeiteinheit und Partikelgr\u00f6\u00dfenverteilung der entstehenden Abprodukte erarbeitet und auf deren Basis Empfehlungen abgeleitet (z. B. quellennahe Absaugung).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zwischen- und Abschlussergebnisse wurden jeweils zu den j\u00e4hrlichen Veranstaltungen des Laserforums pr\u00e4sentiert. Dar\u00fcber hinaus erfolgt die internationale Pr\u00e4sentation zur Lacona IV. Von 08\/01 -06\/02 wird in einem Folgeprojekt unter AZ 18701 ein Leitfaden f\u00fcr Restauratoren erarbeitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich feststellen, dass mit den Projektergebnissen ein wesentlicher Beitrag geleistet wurde, den Restauratoren mit der Laserstrahlreinigung ein erg\u00e4nzendes Verfahren zur bestehenden Palette der Reinigungsverfahren zur Verf\u00fcgung zu stellen, indem ganzheitlich die Grenzen und M\u00f6glichkeiten aufgezeigt wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projektes bestand in der fundierten Herausarbeitung von M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Laserstrahlreinigung von Natursteindenkmalen. Dies beinhaltet neben der systematischen experimentellen Untersuchung des Abtragprozesses umweltbedingt entstandener Schichten von gefassten und ungefassten Oberfl\u00e4chen die Bearbeitung einer ganzen Reihe weiterer Aufgabenstellungen, wie z. 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