  {"id":19165,"date":"2024-11-27T10:34:17","date_gmt":"2024-11-27T09:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11866-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:21","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:21","slug":"11866-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11866-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Umweltbildung und Umwelterziehung in wissenschaftlich geleiteten Zoologischen G\u00e4rten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Ziel des Projektes war die exemplarische Umsetzung eines globalen Umweltbildungsansatzes im Sinne der Agenda 21 im Zoologischen Garten K\u00f6ln. Unter Ausnutzung der spezifischen institutionellen Voraussetzungen sollten modellhaft neue Optionen f\u00fcr die Kombination von Sensibilisierung, Faktenvermittlung und Handlungsorientierung geschaffen werden. Ursachenzusammenh\u00e4nge, gebotene L\u00f6sungsans\u00e4tze und Handlungsstrategien sollten dabei in einer Form im Zoo pr\u00e4sentiert werden, die dem Besucher ganzheitliche Vorstellungen von der Wahrnehmung und L\u00f6sung globaler Umweltprobleme vermittelt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Direktion des Zoo K\u00f6ln hat das Vorhaben von Beginn an \u00fcber das vereinbarte Ma\u00df hinaus operativ unterst\u00fctzt. Dadurch wurde es insbesondere m\u00f6glich, das Vorhaben in einem deutlich gr\u00f6\u00dferen Umfang umzusetzen als im urspr\u00fcnglichen Projektansatz geplant. Von besonderem Belang war daf\u00fcr die Einrichtung einer \u00fcbergeordneten Fachstelle Zoop\u00e4dagogik, die der Zooleitung direkt unterstellt ist. Sie wird \u00fcber das Projektende hinaus dauerhaft eine Moderatoren- und Leitfunktion bei der konsequenten weiteren Umsetzung des neuen Bildungsansatzes \u00fcbernehmen.Im Rahmen des Projektes wurde ein neues Grundinformationssystem entwickelt und f\u00fcr die folgenden Zoobereiche realisiert. Es umfasst bislang die Vogelanlage (Fasanerie bis einschlie\u00dflich Wattenmeeranlage), Raubtiere, B\u00e4renanlage, Robbenanlagen, Fischotter, Geiervoliere.<br \/>\nKleinere Themenmodule wurden realisiert f\u00fcr Kleiner Panda (Thema: Naturtourismus), Fischotter (Thema: \u00f6kologischer Hochwasserschutz), B\u00e4renanlage (Thema: B\u00e4renland Deutschland), Schnee-Leoparden (Fl\u00e4chennaturschutz und Biosph\u00e4renreservate).<br \/>\nGro\u00dfe, komplexe Informationssysteme wurden verwirklicht im Bereich der Wattvogel- mit benachbarter  Robbenanlage (Thema: K\u00fcsten und Meeresschutz, nachhaltiger Schutz von Meeresressourcen) und im gesamten neuen Tropenhaus (Schutz und nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt).<br \/>\nWeiterhin wurde ein umfassendes, rechnergest\u00fctztes Informationssystem (touch-screen-Monitor) im Bereich der Korallenriffanlage des Aquariums installiert (Thema: \u00d6kologie, Gef\u00e4hrdung und Schutz von Korallenriffen).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Verlauf des Projektes stellte sich heraus, dass aufwendige technische Abkl\u00e4rungen etwa zur Erstellung langfristig haltbarer Informationssysteme im Au\u00dfenbereich lange Testphasen erforderlich machten. Dadurch hat sich die Aufstellung von Teilen der Ausstellungshardware bis heute verz\u00f6gert.<br \/>\nZu den wichtigen Ergebnissen des Projektes geh\u00f6rt auch, dass die teilweise sehr verschiedenartigen Arbeitsstrukturen des Zoos systematisch f\u00fcr eine gemeinsame Umsetzung gewonnen werden konnten und damit die Kontinuit\u00e4t des Projektes \u00fcber die Pilotphase hinaus sicher gew\u00e4hrleistet scheint.<br \/>\nIn mehreren ganzt\u00e4gigen Workshops wurde unter Einbeziehung der Mitarbeiter der Zooschule und der Wissenschaftlichen Kuratoren ein fl\u00e4chendeckender Masterplan zur Identifizierung komplexerer Besucher-Informationssysteme entwickelt. Der Masterplan wurde im Verlauf des Projektes konsequent fortgeschrieben und dient auch zuk\u00fcnftig als Leitbild f\u00fcr die fl\u00e4chendeckende Realisierung des Pilotansatzes.<br \/>\nDurch die zuf\u00e4llig in den Projektzeitraum fallende Planung und Realisierung des bislang gr\u00f6\u00dften Bauvorhabens in der Geschichte des Zoos in Form des so genannt Regenwaldes wurde es m\u00f6glich, das neue Informationskonzept konsequent in die gesamte Planung dieses Geb\u00e4udes einzubeziehen. Die bereits im Projekt verwirklichten vielf\u00e4ltigen Kooperationen mit au\u00dferinstitutionellen Partnern belegen zudem, dass der Zoo sich fr\u00fcher als erwartet zu einem profunden Partner des regionalen bzw. lokalen Agenda 21 Prozesses entwickelt hat &#8211; in Teilbereichen inzwischen sogar eine Promotorenfunktion \u00fcbernommen hat, so dass auch hier von einer Verstetigung der neuen Arbeitsbeziehungen ausgegangen werden darf. In diesem Zusammenhang sollte auch noch einmal das bereits erw\u00e4hnte Multiplikatorenseminar f\u00fcr Zoop\u00e4dagogen erw\u00e4hnt werden, das im Dezember 2001 in Zusammenarbeit mit dem Schulministerium NRW durchgef\u00fchrt wird.<br \/>\nEinen guten Eindruck von der Besucherakzeptanz erh\u00e4lt man seit gut einem Jahr, seit mit der Er\u00f6ffnung des Tropenhauses der gr\u00f6\u00dfte Baustein in der praktischen Projektumsetzung fertiggestellt wurde. Die Frage, ob die Besucher angesichts eines massiven Angebotes an lebenden Tieren \u00fcberhaupt noch Willens sind, sich mit den dargebotenen Sachthemen auseinander zusetzen, findet hier t\u00e4glich \u00fcberzeugende Antworten. Das in gr\u00f6\u00dferen Teilen interaktiv dargebotenen Informations- und Bildungsangebot z\u00e4hlt eindeutig zu den Hauptattraktionen in einem immerhin durch eine echte Regenwaldkulisse gepr\u00e4gten neuen Tierhaus.<br \/>\nMit Abschluss des Projektes &#8211; und sicher auch ein St\u00fcck weit durch dessen Erfahrungen gepr\u00e4gt -steht in K\u00f6ln jetzt die Zusammenlegung der beiden benachbarten Institutionen Zoo und Flora zur Diskussion, was die Realisierung eines noch sehr viel weiterreichenden Ansatzes in einem au\u00dferschulischen globalen Lernort im Sinne der Agenda 21 erm\u00f6glichen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Pilotvorhabens wurden auf mehreren Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen vorgestellt, darunter auch die Jahrestagung des Verbandes der Zoop\u00e4dagogen (VZP) vom 16.-21.3.01 in G\u00f6rlitz.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Sieht man von den unvermeidlichen technischen Verz\u00f6gerungen ab, so ist die im Antrag definierte Kon-zeptvorgabe im Verlauf des Projektes weit \u00fcbertroffen worden. Dies wurde unter anderem dadurch m\u00f6glich, dass die Leitung des Zoo K\u00f6ln schon in einer fr\u00fchen Projektentwicklungsphase entschieden hat, das neue Informationskonzept nicht additiv zum bestehenden umzusetzen, sondern auf dessen Grundlage das Informations- und Bildungssystem des Zoos im Sinne des Pilotansatzes komplett neu zu gestalten.<br \/>\nEin wichtiges Ziel des Projektes war auch, Impulse f\u00fcr analoge Initiativen in anderen zoologischen G\u00e4rten zu liefern. Auch hier sind bereits erste Auswirkungen zu verzeichnen, wie sie die Besuche von Delegationen des Zoo M\u00fcnster und des Tierparks G\u00f6rlitz belegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Ziel des Projektes war die exemplarische Umsetzung eines globalen Umweltbildungsansatzes im Sinne der Agenda 21 im Zoologischen Garten K\u00f6ln. 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