  {"id":18975,"date":"2026-03-28T10:32:02","date_gmt":"2026-03-28T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11443-01\/"},"modified":"2026-03-28T10:32:06","modified_gmt":"2026-03-28T09:32:06","slug":"11443-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11443-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Produktion von l\u00f6semittelfreien Holzanstrich- und -impr\u00e4gniermitteln auf pflanzlicher Basis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines marktreifen Sortiments von l\u00f6semittelfreien Impr\u00e4gnierungen, Grundierungen, Wachsen, Lasuren und Lacken f\u00fcr den Bau- und Wohnbereich auf der Basis bevorzugt regenerativer, insbesondere pflanzlicher Rohstoffe. Die Produkte sollen bei konsequent \u00f6kolo-gischer Gestaltung der gesamten Produktlinie in ihren anstrichtechnischen Eigenschaften mit konventionellen Werkstoffen auf der Basis synthetischer Polymere weitgehend vergleichbar sein.Anla\u00df des Vorhabens ist das gegenw\u00e4rtige Angebot auf dem Markt f\u00fcr \u00f6kologisch orientierte Anstrich- und Beschichtungsstoffe. Dieser wird von zwei sehr unterschiedlichen Werkstoffarten bestimmt:<br \/>\na) l\u00f6se-mittelreduzierte Werkstoffe auf der Basis synthetischer Bindemittel (z.B. Wasserlacke);<br \/>\nb) Produkte auf der Basis bevorzugt regenerativer Rohstoffe (Naturfarben).<br \/>\nBeide Werkstoffgruppen haben Vor- und Nachteile im technischen oder \u00f6kologischen Bereich. Eine Werkstoffart, welche die jeweiligen Vorteile der beiden Werkstoffarten miteinander verbindet und ihre jeweiligen Nachteile vermeidet, k\u00f6nnte einen bedeutsamen Beitrag zur Umweltentlastung in einem wichti-gen Bereich der chemisch-technischen Alltagsprodukte leisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Teilschritte der Projektbearbeitung sind vorgesehen:<br \/>\na) Messung und Bewertung der VOC-Emissionen bei den jetzigen Produkten (Methode: Originalaufstriche in Pr\u00fcfkammermessungen (1 m3) mit GC-Auswertung);<br \/>\nb) Ermittelung geeigneter Rohstoffe f\u00fcr den Einsatz in stark l\u00f6semittelreduzierten bzw. l\u00f6semittelfreien, bevorzugt wasserverd\u00fcnnten, Naturfarben (wasserverd\u00fcnnbare Bindemittel, Emulgatoren und weitere Additive);<br \/>\nc) Formulierung, Erstellung und Optimierung von Versuchsrezepturen auf der erweiterten Rohstoffbasis;<br \/>\nd) Ermittelung der anstrichtechnischen Praxiseigenschaften der Produkte (Verarbeitbarkeit, Oberfl\u00e4cheneigenschaften, Witterungsbest\u00e4ndigkeit);<br \/>\ne) Messung und Bewertung der L\u00f6semittelemissionen bei den neuentwickelten l\u00f6semittelfreien Naturfarben;<br \/>\nf) Erarbeitung eines Informations- und Vermarktungskonzeptes f\u00fcr die neuentwickelten Produkte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit der Markteinf\u00fchrung eines vollst\u00e4ndigen Sortiments von l\u00f6semittelfreien Decklacken, Grundierungen, Impr\u00e4gnierungen, Klarlacken, Holzlasuren und Wachsprodukten im Zeitraum zwischen Mitte 2000 und Mitte 2001 konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.Grundlage aller im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes entstandenen Produkte ist ein neuentwickeltes Bindemittelsystem aus pflanzlichen Harzen, \u00d6len und Wachsen, das durch ein ebenfalls neuentwickeltes System aus oberfl\u00e4chenaktiven Stoffen auf pflanzlicher Grundlage in einem verfahrenstechnisch anspruchsvollen Proze\u00df unter genauer Einhaltung zahlreicher physikalischer, chemischer und technologischer Parameter in eine sehr feinteilige Emulsion \u00fcberf\u00fchrt wird. Zu diesem Zweck wurden &#8211; au\u00dferhalb der Projektf\u00f6rderung &#8211; zwischenzeitlich mehrere Produktionsanlagen angeschafft, die eine optimale Einhaltung der genannten Parameter gew\u00e4hrleisten. Je nach Zielprodukt wer-den der Bindemittelemulsion weitere Bestandteile in wasserdispergierter Form zugef\u00fchrt, z.B. pflanzliche Wachse, mineralische Pigmente und F\u00fcllstoffe sowie an das System angepa\u00dfte blei- und l\u00f6semittelfreie Trockenstoffe.<br \/>\nBis zum Mai 2001 sind folgende Produkte auf der Basis der Projektergebnisse entwickelt, hergestellt und auf den Markt gebracht worden:<br \/>\nGartenm\u00f6bel\u00f6l, Holzgrundierung, Hartgrundierung, Holzlasur (in 14 Farbt\u00f6nen), Holzwachs, Fu\u00dfbodenwachs, Vorstreichfarbe, Decklack gl\u00e4nzend (in 9 Farbt\u00f6nen), Klarlack gl\u00e4nzend, Heizk\u00f6rperlack, Decklack seidenmatt (in 9 Farbt\u00f6nen), Klarlack seidenmatt, Fu\u00dfbodenlack<br \/>\nDie neuen Lacke, Lasuren und Grundierungen geben keinerlei L\u00f6semittel-D\u00e4mpfe an die Raumluft ab und zeigen eine bei Naturfarben bislang unerreichte anstrichtechnische Qualit\u00e4t. Da dies ohne \u00f6kologische Kompromisse erreicht wurde (das Bindemittel stammt aus nachwachsenden Rohstoffen), stellen die neuen AURO-Farben einen Meilenstein in der Entwicklung von Anstrichstoffen dar.<br \/>\nIn neutralen Untersuchungen konnte inzwischen nachgewiesen werden, da\u00df die anspruchsvollen Ziele aus dem Projektantrag erreicht wurden; so liegen nicht nur Zertifikate \u00fcber technische Leistungsf\u00e4higkeit entsprechend der Europa-Norm EN 927 sowie der wissenschaftliche Nachweis extrem niedriger Raumluft-Emissionen vor, sondern auch uneingeschr\u00e4nkte Produktempfehlungen der Zeitschrift \u00d6ko-Test f\u00fcr die wichtigsten der bislang auf dem Markt eingef\u00fchrten Produkte.<br \/>\nDa es sich bei den durch die Neuentwicklungen ersetzten Anstrichstoffe typischerweise um relativ l\u00f6semittelreiche Systeme handelt, ist durch die Konversion des Sortiments der AURO Naturfarben ein erheblicher Umweltentlastungseffekt erzielt worden. Zus\u00e4tzlich ist durch die Beibehaltung der regenerativen Rohstoffbasis und durch die verl\u00e4ngerte Standzeit der Produkte ein weiterer konkreter Beitrag zu einer nachhaltig zukunftsvertr\u00e4glichen Wirtschaftsentwicklung geleistet worden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die ersten Projektergebnisse sind der \u00d6ffentlichkeit in einer gr\u00f6\u00dferen Pressekonferenz bereits im April des Jahres 2000 vorgestellt worden. Die Pressekonferenz, die unter Beteiligung des Pr\u00e4sidenten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) stattfand, wurde von zahlreichen Medienvertretern von Fach- und Publikumspresse sowie von Rundfunk und Fernsehen besucht und l\u00f6ste in der Folge eine gro\u00dfe Zahl positiver Berichte \u00fcber das von der Bundesumweltstiftung gef\u00f6rderte Projekt aus.Weiterhin sind die Projektergebnisse seit Mitte 2000 auf zahlreichen Tagungen, Vortragsveranstaltungen und Seminaren im In- und Ausland vor einem breiten Publikum pr\u00e4sentiert worden, zuletzt im M\u00e4rz 2001 auf der Tagung Nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr die Chemie, die von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Dresden veranstaltet worden war. Auf der gleichen Tagung referierte auch Dr. Tunga Salthammer vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Holzforschung (als dem externen Kooperationspartner f\u00fcr die Validierung der Projektergebnisse) die sehr positiven Daten aus den Klimakammeruntersuchungen mit den neuen Produkten.<br \/>\nF\u00fcr die wesentlichen Produktbereiche sind nicht nur umfangreiche technische Dokumentationen, wie Technische Merkbl\u00e4tter erarbeitet worden, sondern auch grafisch ansprechende, farbige Informationsbrosch\u00fcren f\u00fcr Endverbraucher.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes entwickelten Lacke, Lasuren, Grundierungen und Wachse geben keinerlei L\u00f6semittel-D\u00e4mpfe an die Raumluft ab und zeigen eine bei Naturfarben bislang unerreichte anstrichtechnische Qualit\u00e4t. Da dies ohne \u00f6kologische Kompromisse erreicht wurde (es kommen ausschlie\u00dflich Rohstoffe aus regenerativen und mineralischen Quellen zum Einsatz), stellen die neuen AURO-Farben einen Meilenstein in der Entwicklung von Anstrichstoffen dar. Die AURO AG verf\u00fcgt aufgrund dieser Innovation als erster Farbenhersteller \u00fcber ein Sortiment von Anstrichstoffen, die den Zielen einer nachhaltig zukunftsvertr\u00e4glichen Entwicklung sehr nahe kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines marktreifen Sortiments von l\u00f6semittelfreien Impr\u00e4gnierungen, Grundierungen, Wachsen, Lasuren und Lacken f\u00fcr den Bau- und Wohnbereich auf der Basis bevorzugt regenerativer, insbesondere pflanzlicher Rohstoffe. 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