{"id":18367,"date":"2026-04-29T10:34:11","date_gmt":"2026-04-29T08:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/00847-01\/"},"modified":"2026-04-29T10:34:14","modified_gmt":"2026-04-29T08:34:14","slug":"00847-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/00847-01\/","title":{"rendered":"Verfahren zur extensiven Fl\u00e4chennutzung in Verbindung mit einer umweltvertr\u00e4glichen Produktion von Qualit\u00e4tsrindfleisch durch \u00c4nderung der botanischen Zusammensetzung der Weide"},"content":{"rendered":"
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n
Wei\u00dfklee als Alternative zur mineralischen N-D\u00fcngung in Grasbest\u00e4nden und sein Beitrag zur Verbesserung der Futterqualit\u00e4t wurden bislang \u00fcberwiegend unter Schnittnutzung untersucht. In der vorliegenden Arbeit soll die Leistungsf\u00e4higkeit von Gras\/Wei\u00dfklee-Weiden mit verschiedenen Wei\u00dfklee-Sorten-Typen unter Einbeziehung des Rindes als Weidetier und im Hinblick auf die Produktion von Qualit\u00e4tsrindfleisch untersucht werden.<\/p>\n
Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n
Auf sechs Parzellen \u00e0 1,0 ha wurde je zur H\u00e4lfte Gr\u00e4sergemenge und Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenge anges\u00e4t. Innerhalb der Gras\/Wei\u00dfklee-Parzellen wurden auf je 0,1ha vier unterschiedliche Wei\u00dfklee-Sorten und deren Mischung im Gemenge mit der Gr\u00e4sermischung anges\u00e4t. Auf der gesamten Fl\u00e4che wurde eine PK-D\u00fcngung ausgebracht. Die Gr\u00e4sergemenge-Weiden erhielten eine N-Gabe. Im ersten Weidesommer wurden die Fl\u00e4chen parallel durch je 14 F\u00e4rsen, im zweiten durch je 12 Ochsen der Rasse Fleckvieh beweidet. Vor jeder Beweidung wurde der Wei\u00dfklee-Ertragsanteil des Gr\u00e4sergemenges und der Sortentypen, ph\u00e4notypische Merkmale zu den Entwicklungsstadien, Blatt-\/Stengelverh\u00e4ltnis, Triebdichte von Gras und Wei\u00dfklee und der Trockenmasse-Ertrag erfa\u00dft, zu Beginn und Ende der Vegetation wurden Bodenproben zur Ermittlung des Nmin-Gehaltes gezogen. Die Sch\u00e4tzung der N-Fixierung erfolgte vergleichend \u00fcber die Differenzmethode und die Methode des nat\u00fcrlichen 15N-Vorkommens. Zur Ermittlung der Futterqualit\u00e4t wurden zu festgesetzten Ernteterminen mit dem Gr\u00fcngut des Gr\u00e4sergemenges und der Wei\u00dfklee-Typen-Mischung Verdauungsversuche mit Hammeln durchgef\u00fchrt. Im zweiten Versuchsjahr wurden z.T. vergleichend F\u00e4rsen einbezogen. Zur Dokumentation des Entwicklungsverlaufes der einzelnen Aufw\u00fcchse wurden zus\u00e4tzlich alle 3-5 Tage Proben gezogen. Alle Proben wurden auf Rohn\u00e4hrstoffgehalte untersucht, die \u00fcber den Vegetationsverlauf gewonnenen auch auf pflanzliche Ger\u00fcstsubstanzen und in vitro-Verdaulichkeit (Pepsin\/Cellulase-Methode). F\u00fcr die Erfassung der Futteraufnahme wurde bei jedem Umtrieb das Differenzschnittverfahren angewandt. Die Mastleistung wurde durch dreiw\u00f6chige Wiegungen erfa\u00dft. Zus\u00e4tzlich wurden Schlachtk\u00f6rperparameter ermittelt und die Fleischqualit\u00e4t untersucht.<\/p>\n
Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n
Die Wei\u00dfklee-Ertragsanteile waren beim der Beisaat des gro\u00dfbl\u00e4ttrigen Giganteum-Typs (Aran) am h\u00f6chsten. Dann folgten die mittelbl\u00e4ttrigen Hollandicum-Typen (Lirepa, Huia), w\u00e4hrend der kleinbl\u00e4ttrige Sylvestre-Typ (Kent wild white) die geringsten Ertragsanteile erzielte. Zur\u00fcckzuf\u00fchren sind die unterschiedlichen Mengenanteile auf die genetisch bedingte unterschiedliche Konkurrenzkraft durch gr\u00f6\u00dfere Stengell\u00e4ngen und Blattfl\u00e4chen. Die Wei\u00dfklee-Ertagsanteile nehmen im Mittel der Aufw\u00fcchse vom ersten zum zweiten Versuchsjahr je nach Typ um 12-20% ab, was sich m\u00f6glicherweise durch die Stickstoffnachwirkung des Wei\u00dfklees erkl\u00e4ren l\u00e4\u00dft, die hemmend f\u00fcr die eigene Entwicklung, aber f\u00f6rdernd f\u00fcr das Gras ist. Der TM-Ertrag der Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenge ist der N-ged\u00fcngten Gr\u00e4serreinsaat in beiden Jahren unterlegen. Die niedrigeren Ertr\u00e4ge der Gemenge liegen begr\u00fcndet in den vergleichsweise niedrigen TM-Gehalten des Wei\u00dfklees. Der Minderertrag wird jedoch durch die Minimierung der \u00f6kologischen Belastung und die D\u00fcngemitteleinsparung aufgewogen. Die mittelbl\u00e4ttrige Sorte Lirepa erwies sich als Gemengepartner am produktivsten, obwohl auch hier nur 83,5% des Ertrages der Gr\u00e4serreinsaat erreicht wurde. Zudem bewirkt die Beimengung des Wei\u00dfklees eine Verminderung des Rohfaser- und eine Erh\u00f6hung des Rohproteingehaltes in der Reihenfolge Giganteum-Typ, Hollandicum-Typ, Sylvestre-Typ. Dabei wird die enge Beziehung zwischen Wei\u00dfklee-Anteil und Rohfaser\/Rohprotein-Verh\u00e4ltnis deutlich.
\nBeim Vergleich der N2-Fixierungsleistung, festgestellt durch die Differenz- und die natural 15N abundanc Methode, konnten die h\u00f6chsten Werte an symbiotisch gebundenen Stickstoff in der oberirdischen Trockensubstanz 1994 beim Hollandicum-Typ Lirepa und 1995 beim Giganteum-Typ Aran beobachtet werden. Durch die Unsicherheiten in den Methoden wird empfohlen, beide parallel und vergleichend durchzuf\u00fchren. Die Sch\u00e4tzwerte f\u00fcr die N2-Fixierung sind von entscheidender Bedeutung bei der Kalkulation der N-Versorgung und letztendlich bei der Minimierung der mineralischen N-D\u00fcngung.
\nDen Versuchstieren auf den Grasweiden stand entsprechen der Ertragsermittlung in beiden Weidesommern mehr Futtertrockenmasse zur Verf\u00fcgung als auf den Gras\/Wei\u00dfklee-Weiden.
\nUnterschiede zwischen den Varianten bez\u00fcglich der Futterqualit\u00e4t traten vor allem w\u00e4hrend des ersten Aufwuchses aufgrund der morphologischen Differenzierung im Rohprotein- und im Rohfasergehalt und in den pflanzlichen Ger\u00fcstsubstanzen, NDF und ADF, nicht aber im Ligningehalt auf. Im Verlauf des Aufwuchses sank bei beiden Varianten der Rohproteingehalt, w\u00e4hrend der Rohfasergehalt und die Ger\u00fcstsubstanzen anstiegen. Aufgrund dieser Ergebnisse war mit einer h\u00f6heren Verdaulichkeit des Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenges gegen\u00fcber der Gr\u00e4serreinsaat zu rechnen. Dies best\u00e4tigte sich zwar in den in vitro-Verdaulichkeits-Messungen, aber nicht immer in den Verdauungsversuchen. Zwar war die Verdaulichkeit der Organischen Substanz und der N-freien Extraktstoffe im Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenge tendenziell h\u00f6her, aber die Faserverdaulichkeit lag unter der der Gr\u00e4serreinsaat. Mit zunehmenden Bestandsalter des ersten Aufwuchses nahm bei beiden Varianten die Verdaulichkeit der OS und der NfE tendenziell st\u00e4rker ab als die der Faserfraktionen. Beim Vergleich der Aufw\u00fcchse konnte ein Einbruch in der Verdaulichkeit zum zweiten (1994) und zum zweiten und dritten (1995) Aufwuchs festgestellt werden. Insgesamt wurden sowohl beim Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenge als auch bei der Gr\u00e4serreinsaat erstaunlich hohe Verdaulichkeiten gemessen. Wom\u00f6glich sind die nur geringen Unterschiede zwischen den Varianten auf die geringen Unterschieden in den Ligningehalten zur\u00fcckzuf\u00fchren, die als Hauptursache f\u00fcr die Inkrustierung der Zellwandbestandteile und somit der Verminderung der Verdaulichkeit angesehen werden. Die aus den Verdaulichkeiten resultierenden Energiegehalte lagen im Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenge tendenziell h\u00f6her als im Gr\u00e4sergemenge.
\nAuf den Grasweiden war die Futteraufnahme in der Regel h\u00f6her als auf den Gras\/Wei\u00dfklee-Weiden, was vermutlich auf das h\u00f6here Futterangebot zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. In den t\u00e4glichen Zunahmen unterschieden sich die Futtervarianten allerdings nicht. M\u00f6glicherweise bieten daf\u00fcr die tendenziell h\u00f6heren Energiegehalte des Gras\/Wei\u00dfklee-Gemenges eine Erkl\u00e4rung. Was die Schlachtk\u00f6rperbeurteilung und die Fleischqualit\u00e4t betraf, konnten bei beiden Futtervarianten, sowohl bei Ochsen als auch bei F\u00e4rsen hervorragende Qualit\u00e4ten erzielt werden.<\/p>\n
\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n
Lehrstuhl f\u00fcr Gr\u00fcnlandlehre: Posterpr\u00e4sentation auf der 39. Jahrestagung der AG Gr\u00fcnland und Futterbau und auf dem 107. VDLUFA-KONGRESS<\/p>\n
Fazit<\/p>\n
Die Ansaat von Wei\u00dfklee im Gemenge mit Gr\u00e4sern bietet eine sinnvolle Alternative zu herk\u00f6mmlichen Dauergr\u00fcnland mit N-D\u00fcngung. Mittelbl\u00e4ttrige Sortentypen scheinen gut geeignet besonders im Hinblick auf die Wechselwirkungen mit Rindern als Weidetieren. Die Verbesserung der Futterqualit\u00e4t vor allem zu sp\u00e4ten Nutzungszeitpunkten durch den Wei\u00dfklee-Anteil wiegen die vergleichsweise geringen Trockenmasseertr\u00e4ge auf. Das dargestellte Produktionsverfahren verbindet somit eine umweltvertr\u00e4gliche Gr\u00fcnlandwirtschaft sinnvoll mit der Produktion von Qualit\u00e4tsrindfleisch, wobei auch die Aspekte der artgerechten Tierhaltung in Form von Weidemast f\u00fcr den Verbraucher von Bedeutung sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
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